Posts by nemo
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Wow, ich hätte den Tee gerade kaum wiedererkannt. Offenbar hat er sich noch einmal extrem geöffnet, nachdem ich ihn neulich aus dem Kuchen gebrochen und seitdem gelöst aufbewahrt hatte.
Nach einer initialen Süße kommen kräuterige Noten nach und das säuerliche ist fast komplett verschwunden. Gefällt mir deutlich besser als bei den drei Verkostungen direkt nach dem Anbrechen.
Wenn ich einen Kuchen beginne zu trinken, löse ich immer so 100-150g auf einmal und verwahre diesen dann in Tondosen für den mittelfristigen Konsum. Überzeugt davon, dass es dem Tee gut tut, atmen zu können, war ich schon immer. Die Erfahrung eben war aber das deutlichste an Öffnung, was ich bislang erlebt habe
/emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />@GoldenTurtle Wenn Du magst, lass ich Dir gerne etwas von dem Tee zukommen als Dankeschön für Deine Initiative mit der gemeinsamen Verkostung und Deine Beiträgen hier generell, die das Forum hier ordentlich mit Leben füllen. Aufgrund Deines PN-Features geht das Angebot ja leider nur öffentlich.
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Die Aussage finde ich schwierig. Zum einen halte ich es für eine unzulässige Verallgemeinerung von zwei jeweils in sich homogenen Kulturen auszugehen. Dass die o. g. Devise nicht nur irgendwo gepredigt, sondern auch in der Praxis immer gelebt wird, bezweifle ich ebenfalls. Hin und wieder habe ich den Eindruck, Du hast ein überhöhtes Bild von "Asien" bzw "dessen Kultur". Hier wie da gibt es solche wie solche Menschen. Zumindest meiner bescheidenen Erfahrung nach. Auch in Europa wirst Du Menschen finden, die nicht den billigsten Tee oder meinetwegen Wein auf den Tisch bringen, genauso wie Du in China Menschen finden wirst, die die besten Kuchen schön beiseite lassen. Abgesehen davon, dass teure Tropfen zu präsentieren nicht immer nur zum Zweck des geteilten Genusses erfolgen muss, geschweige denn aufgrund von Kennerschaft über die Materie. Manchmal kann es auch schlichtes Protzen sein und das finde ich nicht nachahmenswert.
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Ach gib ruhig zu, dass das wieder nur eine neue Strategie ist, um den guten Stoff auch langfristig selbst trinken zu können
/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />Spaß beiseite, ich finde auch im neutralen Porzellan-Gaiwan kommen bei guten Tees auch gute Aufgüsse raus. Anders, aber trotzdem gut
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Um bei den späteren NFL-Spielen wach zu bleiben, durfte trotz später Stunde noch was Stärkeres her und so landete heute Abend auch die Drachenkugel im Kännchen. Meine Voreingenommenheit gegenüber dieser Art von Verarbeitung hatte ich an anderer Stelle schon geschildert. Bei dieser hier lösten sich die Blätter sehr gut, sodass nur der Aspekt der Vorportionierung noch negativ zu Buche schlägt.
Der Tee an sich gefällt mir gerade auch vom Alter bzw der merklich sauberen Lagerung her sehr gut. Da ich ihn nur aus einem Zauberschlamm-Becher getrunken habe, bin ich mir aber dessen bewusst, dass ich eine deutlich vom Teegeschirr beeinflusste Seite kennengelernt habe.
Insgesamt ein sehr dichtes Geschmacksprofil, in dem ich kräuterige Noten mit harmonisch eingebundener Fruchtigkeit und minimaler Bitterkeit wahrnehme. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass es ein sehr gutmütiger Tee ist. Großartig pushen, um herauszufinden was man alles mit ihm anstellen kann, wollte ich ihn jedoch heute nicht. Ebenfalls auf der positiven Seite des Tees steht seine Wirkung. Klar und angenehm energetisierend, also genau richtig gerade
/emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />Gäbe es ihn in einer anderen Verarbeitungsform, würde ich ihn sicher gleich nachordern. So lass ich ihn erst noch ein wenig auf mich wirken und schau mal ob er im Hinterkopf hängen bleibt, bis ich das Gefühl habe, neuen Tee zu brauchen
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Warum schließt Du die dunkleren Tees mit Ausnahme des roten aus?
Sofern es eine dichte Glasur ist, die das Gefäß relativ neutral in der Zubereitung macht und den Scherben auch keinen Geschmack annehmen lässt, könnte man sie doch mit allem mal ausprobieren. Zumindest den Bildern nach ist sie innen vollglasiert und könnte dann auch gut gereinigt werden.
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Heute habe ich mal zum Lishan gegriffen. Ein schöner grüner Wulong mit kräftigem Aroma, das die abgegossenen Blätter verströmen, und frischem, intensiven Geschmack in der Schale. Leicht fruchtig, gemischt mit deutlichen floralen Noten und ein Hauch Cremigkeit, gefällt er mir ganz gut. Im Nachklang bleiben auch ein wenig Kräuter zurück, die den Tee noch etwas mehr Komplexität verleihen.
Im Sommer liebe ich erfrischende Kaltaufgüsse mit grünem Wulong und dieser hier wäre sicherlich auch ein Top-Kandidat dafür. Für den Winter sind sie, wie auch die meisten Grüntees, mir auch heiß aufgegossen etwas zu kühl. Es hat halt eben doch jegliches seine Zeit
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Nee, das war nicht ich. Meine letzte Bestellung dort liegt bestimmt 5 Jahre zurück
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Huang Pian, zumindest nach meiner bescheidenen Erfahrung mit 5 oder 6 von ihnen, sind irgendwie rustikal. Rustikal in Bezug auf das Aussehen des Blattguts und auch irgendwie auf das Geschmackserlebnis, finde ich. Ich erwarte von ihnen keine filigrane Aromen und kein diffiziles Geschmacksprofil, sondern unkomplizierte Schlichtheit. Und das ist grundsätzlich nichts Negatives. Wenn die Qualität stimmt, kann mir solch ein Tee genauso wie auch ein rustikales Essen gefallen.
Der hier vorliegende Tee bringt all das mit, was ich von einem Huang Pian erwartet hatte: Eine gewisse Süße, Vollmundig- und Süffigkeit. Zusätzlich hat er aber auch noch diese bereits erwähnte zusätzliche Komponente, die sich, wie ich finde, irgendwo zwischen leicht säuerlich und zartherb bewegt. Da es bei weitem der jüngste der von mir getrunkenen Huang Pian war, kann ich nicht beurteilen, ob das nur auf seine Jugend oder auch sein Material- und Produktionscharakter zurückzuführen ist. Eine größere Ausdauer oder explizite Bitterkeit hätte ich ihm eher nicht attestiert, sondern diese erst bei einer Dosierung für erwähnenswert gehalten, die über dem liegt, was für meinen Geschmack optimal ist.
Dass die Blätter sich leicht lösen lassen, könnte ich ebenfalls nicht bestätigen. Der Ziegel lässt sich in seinen horizontalen Schichten zwar gut spalten, senkrechtes Zerteilen führt bei mir jedoch eher zu Gebrösel, da die Blätter recht dünn und brüchig. Einfach ein paar größere Stücke abzubrechen ist aber auch nicht schlimm, weil die Blätter in der Kanne anschließend sehr gut aufgehen.
Der dezente Anteil an Stängeln sollte vielleicht auch mal erwähnt werden, da sie sicherlich zu dem angenehmen Geschmacksbild beitragen. Ich jedenfalls bin Stängeln im Tee nicht von vornherein abgeneigt und auch hier scheinen sie zu passen.
Unerwartet positiv empfand ich die doch deutlich spürbare Wirkung, die mich noch eine Weile gut gelaunt zurücklehnen lässt.
Insgesamt ein wirklich schöner Tee und für den Preis eine sehr gute Alternative zu so manchem höher bepreisten Sheng, wenn man mal Abwechslung zum üblichen High-End- oder Boutique-Tee sucht
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Nö.
/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />Aber sagen wir mal so: Die 5, 6 anderen Alten Blätter die ich vor diesen hatte, haben eine Vorerwartung geweckt, die dem ersten Eindruck(!) hier entspricht. Die erwarteten "Stärken und Schwächen" finde ich wieder, für Genaueres über deren jeweilige Ausprägung nehme ich mir aber noch Zeit
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Dem Dank an @Dizschließe ich mich direkt an, möchte aber auch Dir noch mal Dankeschön sagen, @GoldenTurtle. Eine nette Idee zur rechten Zeit
/emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />Der Tee ist auch schon im Kännchen, aber mehr zu ihm schreib ich erst wenn wir uns etwas kennengelernt haben. Eilt ja nicht
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vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle: Ich möchte Hypes nicht noch verstärken, sondern Interessen breiter streuen.
Das finde ich einen lobenswerten Ansatz. Ich weiß nur nicht, ob Du es mit Deiner Lösung erreichst. Einerseits findet man ja doch irgendwo raus, wer mit Abkürzungen oder Pseudonymen gemeint ist. Und andererseits: Gerade wenn Du Dir ohnehin vornimmst, über Tees verschiedener HändlerInnen oder ProduzentInnen zu schreiben, führen Klarnamen vielleicht umso mehr dazu, dass eine größere Zahl von Menschen direkt beim Lesen schon auf diese aufmerksam wird und auch breiter gestreut einkauft.
Quotevor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle: Viele versuchen von diesem Internet-Influencer-Syndrom zu profitieren [...] Das stinkt, finde ich.
Das finde ich auch. Manchmal erkennt man es als LeserIn ja recht schnell, manchmal aber auch nicht unbedingt, oder liegt vielleicht auch ganz falsch. Für jemanden wie mich ist es z. B. schwierig über Tees verschiedener HändlerInnen zu schreiben, wenn ich nur bei höchstens einer handvoll bestelle. Da könnte man mir auch nachvollziehbarer-, aber trotzdem fälschlicherweise so ein Handeln unterstellen.
Für mich zumindest gilt jedoch auch, dass ich Werbung von offensichtlichen (Tee-)InfluencerInnen so unsympathisch finde, dass sie bei mir eher das Gegenteil des eigentlich angestrebten Effekts erreichen. Gerade wenn ein Tee, der von jemandem mit den tollsten Superlativen vorgestellt wurde, mir nach der Verkostung nur ein müdes "Naja" entlocken kann, bleibt das halt doch arg negativ hängen.
Ärgerlicherweise wird man das InfluencerInnen-Prinzip wohl mit, bzw aufgrund seiner perfiden Art nicht so einfach loswerden, denn win-win gilt halt auch hierbei. Und leider ist Haben-Wollen auch bei TeetrinkerInnen ein starker Handlungsantrieb
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👍
Ich bin mir sicher, da werden sich einige freuen
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vor einer Stunde schrieb Anima_Templi: das Teebudget für Dezember ist aufgebraucht.
Wenn das alles ist... Ich gebe Dir gerne etwas von meinem Tee ab. Sieh es einfach als kleines Weihnachtsgeschenk und Dankeschön für Deine lesenswerten Beiträge hier
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Ich finde die Idee auch schön und werde mitmachen.
Zoom o. Ä. ist definitiv keine Option.
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Da ich keine Verkostungsnotizen mache, kann ich nur aus der Erinnerung heraus antworten. Und das ist meiner Meinung nach doch sehr fehleranfällig. Außerdem war mein Equipment damals ein anderes und wie sehr sich das auch ohne Zauberschlamm auswirken kann, wissen wir ja
/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />Was allerdings beim Vergleich hilft, ist die Erfahrung mit anderen Tees, die ähnlich lange bei mir liegen. Sowohl die dezent säuerlichen als auch die Honignoten erkenne ich da wieder. Das Säuerliche hat bei einem anderen Tee, den ich noch etwas länger habe ab- und der Honig zugenommen. Daher auch die geäußerte Hoffnung beim Bannacha hier.
Die Luftfeuchtigkeit liegt aktuell bei ca 62% in 20°C. Auf längerfristige Reifung in größerem Stil setze ich eigentlich gar nicht wirklich, sondern überlasse das Produzenten und Händlern, die ich für eine gute Lagerung dann auch gerne bezahle. Mehr als ein paar Experimente hatte ich an dieser Stelle nicht vor. Aber die wenigen finde ich tatsächlich spannend
/emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />Weißt Du was? Den anderen o. g. gelagerten nehme ich mir jetzt auch direkt noch vor. Hast mich da auf eine gute Idee gebracht. Und später vielleicht noch den 09er Jingmai von Yu Jinsong. Klingt nach dem guten Plan
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10 Jahre waren es jetzt noch nicht, aber wie @GoldenTurtle versprochen, hier ein kurzer Bericht, wie sich der Tee in der Zwischenzeit bei mir entwickelt hat.
Das Blattgut macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Nur leicht gepresst lässt es sich noch immer ganz einfach lösen, was ich persönlich gerne mag. Insbesondere an der Außenseite des Kuchens finden sich relativ große Blätter, die in den 6 Jahren seit der Produktion inzwischen nachgedunkelt sind. Gelagert wurde der Tee in einem einfachen Bambuskorb in einem Schränkchen ohne weiteren Schnickschnack. Natürlich hat er dadurch etwas Intensität hinsichtlich Aroma und Geschmack eingebüßt, daher fällt die Dosierung entsprechend größer aus als bei Frischlingen.
Geschmacklich dominieren würzige Kräuternoten, die ich nicht wirklich näher beschreiben könnte. Fruchtige Süße zeigt sich dann vor allem im Nachhall und stellt auf geschmacklicher Ebene den momentan besten Aspekts des Tees dar. Insgesamt wirkt der Tee aber zum jetzigen Zeitpunkt auf mich unrund und hat auch eine kleine (nicht-frucht)säuerliche Komponente, die mich stört. An ihre Stelle könnten für meinen Geschmack gerne die Anklänge von Honig treten, die sich bei eher niedriger Dosierung oder bei späteren Aufgüssen offenbaren. Also wieder in den Schrank mit ihm in der Hoffnung, dass er sich noch etwas harmonisiert. Auch wenn die Region nicht zu denjenigen gehört, denen man großes Lagerpotential nachsagt, Energie hat er definitiv noch mehr als genug.
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vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle: Kannst dort dann ja auch deine leicht verspätete Meinung dazu festhalten
Verspätete Meinung?? Pfff... Hätte gerade bei Dir angenommen, dass die 6 Jahre höchstens mal als initiales Auslüften zählen würden
/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />Spaß beiseite, ja, werd ich machen, wenn ich eine fundierte Einschätzung zu dem Tee habe. Dafür ist es nach der ersten Session eben noch ein wenig früh.
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Hatte (glaub ich zumindest) noch keinen Tee des Farmer-Leaf-Lables in der Schale. Bei den Bannacha-Bestellungen damals hat mich leider auch nur wenig so richtig überzeugen können. Schade, denn der Kontakt mit William war immer sehr nett. Dein Beitrag hat mich gerade aber zu dem Entschluss gebracht, meinen Kuchen des 2014er Manghong Gushu morgen mal anzubrechen. Die Wirkung hatte mir damals ziemlich gut gefallen und so wurde der Tee zu einem Lagerungsexperiment. Bin gespannt
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vor 21 Minuten schrieb GoldenTurtle: Ich mein mehr im aufgegossenen Zustand,
Ah, ok. Ja, bei der Farbe des Aufgusses kann das Foto aufgrund von Beleuchtung und der stellenweise bräunlichen Färbung der Schale tatsächlich täuschen.