Posts by DavidL

    den jungen Weißtee

    Der Da Bei Hao, den sie anbietet ist nicht jung, sondern schon ein paar jahre gereift. Letztens hat sie 2017 geschätzt, aber sicher war sich Dan nicht.

    Der Da Hong Pao ist nicht die beste Qualität, das sagt sie selber auch. Höhere Qualitäten würde aufgrund des Preises dann niemand kaufen. Ich habe den letztens erst getrunken bei ihr. Es dominieren die Röstaromen, die mir persönlich schon zu stark sind. Abgesehen davon befinden sich im Hintergrund noch leicht nussige und fruchtige Aromen. Die späteren Aufgüsse haben mir am besten gefallen.

    Aber du darfst dir natürlich auch selber ein Bild machen. Ich habe auf jeden Fall schon schlimmere stark geröstete Tees getrunken.

    Über einen Discord Chat bin ich auf einen Artikel von Chan Kam Pong, einem Anwalt und Pu Erh Liebhaber aus Hong Kong gestoßen. Leider kann ich sie nicht als PDF anhängen, da die Dateigröße (4MB) zu groß ist... :( Ich habe sie aber auf meinem Rechner konserviert.

    How to Store Puerh Tea at Home (Part 1) - By CHAN KAM PONG
    Chan Kam Pong is a lawyer living in Hong Kong. He has been an avid collector of Puerh tea for more than ten years. His personal experiences have benefited many…
    www.umiteasets.com
    How to Store Puerh Tea at Home (Part 2) - By CHAN KAM PONG
    Chan Kam Pong is a lawyer living in Hong Kong. He has been an avid collector of Puerh tea for more than ten years. His personal experiences have benefited many…
    www.umiteasets.com

    Beide Teile sind meiner Meinung nach sehr lesenswert!
    Meine wichtigsten Erkenntnisse fasse ich hier einmal kurz zusammen:

    • 70% - 80% ist der ideale Bereich für die Reifung.
    • Adäquate Belüftung ist wichtig.
      • Zu viel bewegte Luft führt zu schwachem Tee. Hat ja auch mein Pumidor Experiment gezeigt.
      • Er schreibt: Mehrmals pro Woche lüften. Es reicht, wenn ein Fenster geöffnet wird oder eine Tür zu einem Nebenraum mit frischer Luft.
        Hier ist zu beachten, dass der Mann in einer sehr feuchten Umgebung lebt, wo es auch gerne mal über die 80% Luftfeuchtigkeit gehen kann. Ich denke nicht, dass man bei 70% in z.B. einem Mylar Beutel oder Tontopf so oft lüften muss, wie in einer Wohnung in Hong Kong. Es sollte aber schon ab und zu die Luft ausgetauscht werden. Bei der korrekten Benutzung von Boveda Packs (Lagern des Behältnisses bei konstanter, gleichmäßiger Temperatur) ist das Lüften bei uns eher zwecks Sauerstoffaustausch notwendig und das reicht auch alle paar Wochen bis Monate mal.
    • Eine Temperatur von 20°C bis 30°C ist ideal. Es ist also auch dort nicht so viel wärmer, als bei uns. Höchstens im Sommer, aber auch bei uns werden es gerne mal an die 30 Grad in der Wohnung, wenn man keine Klimaanlage hat.
      • Temperatur sollte konstant sein. Schwankungen am Tag vermeiden. Saisonale Schwankungen sind in Ordnung und wahrscheinlich sogar gut.
    • Zu lange Lagerung bei hoher Temperatur ist schlecht für den Tee. Wahrscheinlich über 30°C?! Bei uns eher kein so großes Problem.
    • Lagerung in einem Kleiderschrank wird in Hong Kong gerne gemacht. Dabei muss aber in Hong Kong auf ausreichende Belüftung geachtet werden. Ich denke in unserem Breitengrad wäre die Belüftung nicht so das Problem, eher die zu geringe Feuchtigkeit.
    • Tontöpfe sind gut geeignet zum Lagern von Pu Erh! Aber auch mit dem Hinweis, dass der Tee nicht zu feucht sein darf, bevor er hinein getan wird. Ist aber denke ich auch eher ein Problem in Hong Kong, denn wir haben selten Tee, der von alleine zu feucht geworden ist.

    Vieles sind eigentlich Bestätigungen von Aussagen, die man überall mal aufgeschnappt hat, wenn man sich mit dem Thema befasst. Aber einmal eine Bestätigung zu bekommen ist denke ich hilfreich. Auch, dass die Temperatur in den Lagern in Hong Kong gar nicht mal so lange, so viel wärmer ist als bei uns in den Innenräumen, war für mich auch eine nützliche Info.

    Schwer zu bekommen sind aktuell nur hochpreisige Tees, für die man gute Kontakte in Asien braucht. Ich denke nicht, dass sich das lohnen wird. Dan aus Hannover berichtet mir immer, dass die Leute schon bei 12€ auf 30g staunen und sich fragen warum das so teuer ist. Man bekommt doch auch im Supermarkt für 2€ 20 Teebeutel...

    Die Leute, die sowas kaufen würden, würden dann aber lieber selber aus Asien kaufen, denn ansonsten müssten sie ja noch mehr zahlen.

    Lustigerweise habe ich die Tage erst eine Mail von Farmerleaf gesehen, dass er nun auch EU Wholesale anbietet. Aber auch seine Tees stellen keine Marktlücke da, aktuell.

    Kann mir höchstens vorstellen, dass wenn die EU demnächst ihre Zollabfertigung reformiert, es dann schwieriger werden kann ohne Probleme an Tees aus Asien zu kommen, aber mal abwarten.

    Etwas über 2 Jahre habe ich diesen Shoumei von 2019 nun in unterschiedlichen Bedingungen gelagert und heute habe ich ihn erneut getestet.

    Wie bei den Malen zuvor hat sich gezeigt, dass der bei Zimmertemperatur gelagerte Tee etwas frischer schmeckt, als der Tee aus dem Pumidor. (Den offen im Pumidor gelagerte Tee mal ausgenommen, dazu komme ich gleich noch)

    Auch der Unterschied in der Aufgussfarbe wird immer größer. Geschmacklich unterscheiden sie sich noch nicht so deutlich, dass ich sagen würde es lohnt sich für jeden Weißtee Fan einen extra beheizten Schrank zu bauen. Dass nach 2 Jahren auch schon ein Ergebnis feststeht, war ja aber auch nicht zu erwarten.

    Ein abschließendes Fazit würde ich jedoch schon für die These aufstellen, dass es sich lohnt für Weißtee analog zu Pu Erh einen Pumidor zu bauen, in dem auch die Luftfeuchtigkeit reguliert und auf, für Pu Erh schon recht trockene, 62% hält. Denn für Weißtee scheint das noch zu feucht zu sein.

    Der offen im Pumidor gelagerte Shoumei hat einen Beigeschmack von Apfelsaft und irgendwas, das mich an Plastik erinnert. Diese funky Noten, wie ich sie auch schon mal beschrieben habe, sind durch das Upgrade der automatischen Belüftung deutlich besser geworden, aber super toll schmeckt der jetzt nicht. Ich kann mir vorstellen, dass so feucht gelagerter Weißtee auch leckere Noten hervorbringen kann, das hat mir der Nannuo Weißtee gezeigt, den ich auch zeitweise darin gelagert habe und der jetzt eher beerig fruchtig schmeckt, was wiederum lecker ist. Aber dazu müsste man denke ich schon genau wissen, was man da tut und wie man ein gutes Ergebnis bekommt.

    Das Zwischenfazit lautet also weiterhin: Trocken lagern (<60%) in den üblichen Zip-Tüten und höhere Temperatur scheint die Reifung zu beschleunigen.

    Hier in den Bildern von Oben nach Unten:

    Pumidor ohne Tüte, Pumidor mit Tüte, Zimmertemperatur mit Tüte

    Danke Gerrit, für die spannenden Infos!
    Ich denke eine Lampe werde ich nicht verwenden, aber vielleicht erhöhe ich die Temperatur mal, oder starte gar einen neuen Durchlauf mit noch höherer Temperatur und niedrigerer Luftfeuchtigkeit. Die scheint ja bei Weißtee ja echt viel geringer zu sein, als bei Pu Erh.

    Yiwu Green Sun

    Ein Tee von einem Tausch mit Matsch.

    Geschmacklich sehr komplex und eher auf der holzigen, als auf der erdigen Seite anzusiedeln. Ein Hauch Rauch, der sich hinter einigen ätherischen Geschmachsnoten verbirgt. Das Mundgefühl ist weich. Zwischendurch gibt es eine Trockenheit, die aber nur an der Spitze der Zunge gewirkt hat. Sehr merkwürdig.

    Der Tee hat von Allem etwas und von Nichts zu viel.

    Hallo,

    mein Vater hat Porzellan gefunden und fragte mich, ob da etwas wertvolles dabei sei.

    Meiner Recherche nach ist es wirklich alt und handbemalt. Ich selber stehe aber nicht auf so altes Porzellan, aber vielleicht möchte hier ja jemand etwas davon haben? Ich würde nur Geld für den Versand haben wollen.

    Bai Ji Guan Yancha von Teewald

    Das war das erste Mal, dass ich diese Art Yancha trinke. Es handelt sich dabei um eine Varietät, die helle Blätter hat. Diese Variante hatte so erstmal nicht viel mit den anderen Yanchas meines Erfahrungsschatzes gemeinsam. Die typische Mineralität hat gefehlt. Dafür schmeckte der Tee anfangs noch leicht blumig und wandelte sich danach dann mehr richtung Kamille- und Fencheltee. Durch die Röstung war auch ein leicht brotiger Unterton dabei.

    Vor einem Jahr hatte ich den Epic Virgin Gushu 2024 bereits und damals war mir der Tee sehr viel zu stark.

    Nun durfte der Rest der Probe ein Jahr bei 27°C in meinem Pumidor reifen. Das Ergebnis ist anfangs sehr vielversprechend. Schön sanft, rund, süß und fruchtig. Dann allerdings lösen sich die Brocken und er fängt wieder an unangenehm zu werden. Anfangs war die Trockenheit ein sehr angenehmes Prickeln auf der Zunge. Nach und nach hat sich das aber geändert und es wurde zu einem dauerhaft trockenen Gefühl.

    Ich denke das eine Jahr hat schon viel gebracht, aber damit ich ihn genießen könnte, müsste er noch einige weitere Jahre reifen. Genug Power und Potential sollte der Tee jedenfalls haben.

    2015 Sunsing Mahei (Autumn)

    Zum Abschluss des Jahres trinke ich nochmal die altbekannten Favoriten, anstatt mich durch die Proben zu kämpfen.

    Die leichte HK Lagerung verleiht dem Tee eine leicht pappige Note, die mich mit dem leicht klebrigen Gefühl am Gaumen an Esspapier erinnert.

    Der Tee ist anfangs schön rund und ausgeglichen, wird dann aber leicht trocken. Ist ja auch erst 10 Jahre alt. Geschmacklich gefällt er mir aber gut. :)