Posts by DavidL

    PS: Die Blätter nach dem Entleeren des Kännchen waren doch schon recht groß und ledrig. Ich möchte nicht ausschließen, dass es sich um einen Weißtee aus Yunnan handeln könnte. Bei einem solchen Tee hatte ich auch schon einmal einen minzigen Geschmack wahrgenommen. Wobei der Geruch der Blätter für mich eher auf einen Weißtee aus Fujian passt.

    Weißtee Nr. 2 von Getsome :

    Rein von den Farben der Blätter her sieht dieser Tee schon deutlich besser aus, als Tee Nr. 1. Wie im ersten Bild zu sehen, links der erste Tee, rechts der heutige Tee. Die Farben vom ersten Tee wirken dagegen verblasst. Dieser Tee hat nicht ganz so viele Spitzen. Es sind jedoch auch ein paar feine Pickings dabei, bei denen nur eine Knospe und ein Blatt zu erkennen sind. Daher ist mein erster Gedanke, dass es sich hier um einen Blend handeln könnte.

    Alleine von dem Befüllen meines Kännchens hat sich schon ein süßlich, kräutriger Duft verbreitet, der mir Hoffnung gab. Die Blätter rochen anfangs süßlich, nussig. Das wandelte sich dann kurz darauf in ein Gemisch aus kräutrigen und fruchtig florale Noten. Erkennen konnte ich Brennessel, Zitronenmelisse und Fenchel. Die Blume und Frucht konnte ich nicht bestimmen. Alles aber deutlich intensiver, als beim gestrigen Tee.

    Auch geschmacklich fanden sich die Kräuter wieder. Leider verschwand die Süße nach 2 Aufgüssen, worauf die weiteren dann hauptsächlich nach Kräutern schmeckten. Ein wenig Holz und zum Schluss auch eine ganz leichte Bitterkeit waren auch noch vorhanden. Insgesamt aber viel runder und deutlich weniger sauer, als Tee Nr. 1.

    Dieser Tee hat mir daher deutlich besser gefallen. Die Komplexität im Duft sowie in den ersten Aufgüssen lassen mich weiterhin einen Blend vermuten. Das Alter dürfte höher sein, als beim ersten Tee.

    Um wieder von dem ganzen Tee der Teezui runter zu kommen, heute nur etwas Weißtee, der bei mir eher eine geringe, dafür aber lange Wirkung hat.

    Der liebe Getsome hat mir drei Proben von weißem Tee mitgegeben und mich um meine ehrliche Meinung gebeten. Diese kommt hier nun zu Tee Nr. 1:

    Meiner Einschätzung nach handelt es sich hier um Shoumei. Die Blätter sehen eher gröber aus und der Knospenanteil ist relativ gering. Im ersten Bild ist die Probe von Getsome oben, dann folgt ein Shoumei aus 2014 und unten ein Pai Mudan aus 2024. Nicht immer eindeutig, bei den Weißtees, da es auch keine klare Grenze gibt.

    Leider war der Geruch nicht so intensiv. Er hat leicht pappig und kräutrig gerochen. Schon mal kein so guter erster Eindruck, jedoch ein weiteres Zeichen für einen Shoumei. Denn Pai Mudans riechen eher floraler / fruchtiger.

    Der Aufguss war erstaunlich dunkel und sah auf dem ersten Blick vielversprechend aus. (Zweites Bild oben) Im Geschmack zeigte sich dann jedoch, dass keine Süße vorhanden war und dafür recht viel Säure und Bitterkeit. Ich war erst irritiert, ob meine Geschmacksnerven nach dem Zähneputzen noch nicht auf der Höhe sind, jedoch zeigte sich dann später beim Trinken meines 2014er Shoumeis, dass dem nicht so ist. Aus dem recht frisch kräutrigem Geschmack, der fehlenden Süße und Holzigkeit schließe ich, dass dieser Shoumei nicht sehr alt ist. Da die Blätter trotzdem schon sehr braun sind, würde ich sagen, dass er schon brauner produziert wurde, wovon ich kein Fan bin. Oft werden so produzierte Weißtees dann mit einem viel höheren Alter verkauft.

    Es kann gut sein, dass der etwas größere Anteil an Bruch die Bitterkeit und Säure verstärkt haben. Da kann ich bei Weißtee nur empfehlen nicht wie bei Pu Erh seitlich den Tee abzubrechen, sondern in Schichten von oben nach unten.

    Zu guter Letzt habe ich meinen Shoumei aufgegossen um noch einmal eine Referenz zu haben. (Drittes Bild) Meine letzte Weißtee Session liegt nämlich schon länger zurück. Und es wurde gleich klar, dass der Geruch viel intensiver war. Er verströmte einen süßlich holzigen Geruch, gepaart mit etwas Kräutern und Frucht. Auch der Aufguss davon war nicht bitter, sondern holzig, süßlich, und kräutrig. Mir fehlt etwas die Textur, darin ist Shoumei leider nicht so gut. Dieser Tee hat mich dann im Gegensatz zum Tee von Getsome auch direkt im ganzen Körper gewärmt. Mein Kopf war auch kurz etwas benebelt.

    Mir gefällt Tee Nr. 1 nicht so gut. Sehr gereift ist er meiner Meinung nach nicht. Viel mehr möchte ich gar nicht bewerten. Ich habe noch etwas, um nochmal andere Parameter zu testen. Vielleicht ist er ja mit weniger Tee und längeren Ziehzeiten etwas besser. Alle Angaben ohne Gewähr. Ich habe hier nur meine Meinung in den Raum gestellt zu einem Tee, zu dem ich keinerlei Infos habe.

    Uff, die Schale scheint echt schön gewesen zu sein. Entgegen der Meinung von Manfred würde ich schon sagen, dass Gold gut passen würde. Ob es sich lohnt oder überhaupt möglich umist sie zu reparieren, kann ich nicht einschätzen.

    Dass andere so viel herausschmecken bzw. beschreiben können, liegt an der längeren Teereise mit Pu Erh. Das ist ganz normal. Es dauert bei jedem unterschiedlich lange. Doumer widmet sich ausschlißlich dem Pu Erh und trinkt schon sehr lange. Ich konnte anfangs auch nur schwitzige Socken erschmecken.

    Wenn du an dem Thema dran bleibst und auf die richtigen Tees stößt, die dir mehr liegen, dann klappt das schon. Auch hilft es mit anderen Personen zu trinken, da 2 Zungen mehr schnecken und andere Menschen teilweise auf Dinge kommen, die einem selber nicht einfallen. Gerade wieder auf der Teezui erlebt.

    Delmar schön zusammengefasst!

    Den Eintopf / die Suppe gab es auch wieder. War wieder sehr lecker! Danke Delmar für das Kochen.

    Danke für die Ergänzung der Bilder der ausgelassenen Tees. JanS

    Jannis nein, das täuscht nicht.

    Zur Auflösung davon: Rechts war vom Shi Feng. Er war der Favorit der Blindverkostung. Jedoch waren beide Tees nicht schlecht.

    Zum Abschluss gab es am Ende noch Mi Lan Xian Dancongs im Vergleich:

    Bei ihnen war jedoch nur die Bezeichnung gleich, der Geschmack lag weit auseinander. Wieder: Keiner der beiden Tees war schlecht. Jeder hatte seinen eigenen Favoriten.

    Ich war im Anschluss etwas schlampig mit der Dokumentation des weiteren Verlaufs hier.

    Es folgte eine Verkostungsreihe gereifter Oolongs von einer Qualität, die man im Westen nicht kaufen kann. Am Ende davon dann der von uns gemeinsam bestellte Shui Xian an den alle Anwesenden die wohl höchsten Erwartungen gehabt haben. Er hat wohl gemischte Gefühle verursacht.

    Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es für manche dann nach Hause. Der Rest hat sich weiteren Oolongs gewidmet.

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