Posts by JanS

    Wenn ich die Möglichkeit hätte, ortsnah verschiedene geeignete Quellen auszuprobieren, würde ich die Finger von der Chemie lassen.

    Ich war jetzt die letzten 2 Wochen im Alpenraum unterwegs, schon toll wenn das Wasser aus dem Hahn bereits gut ist

    Vielleicht würde es der Diskussionskultur helfen, den vorstehenden Text vor der Antwort einmal sinnerfassend zu lesen?

    Es steht doch da es geht nur mit technischem Aufwand. Oder hat die Transferleistung nicht funktioniert, dass sich der erste Satz im Zitat noch auf Taiwan und das dortige Teewasser bezieht, nicht auf Deutschland?

    Und ich lasse mir auch nur ungern Worte in den Mund legen. Aber auf das Niveau, Schärfen und ad hominem Argumenten irgendeine Aufmerksamkeit zu schenken, werde ich mich nicht begeben.

    Ich möchte hier, in meinem Thema zu meiner DIY Anlage, nicht über fertige, gekaufte Umkehrosmoseanlagen diskutieren. Dafür gibt es geeignetere Plätze.

    Behalten Sie bitte Ihre Pelze, den Teufel und die Unehrlichkeit bei Sich, nachdem der Appell an grundlegenden Respekt ja bereits anscheinend fruchtlos war.

    Wasser spielt eigentlich in der chinesischen/taiwanischen Teekultur die größte Rolle. Seit dem "Record of water for brewing tea" von Zhang Youxing von 814 ist Wasser das zentrale Thema in fast allen Klassikern.

    Zu eigentlich allen Größen der Teegeschichte existieren ja Anekdoten, die ihre Fähigkeiten dadurch beweisen sollten, dass Sie Wasser aus verschiedenen Quellen blind identifizieren konnten, bzw. die Wasserherkunft in gebrühtem Tee erkennen konnten.

    Auch im Traum der roten Kammer spielt das Wasser im Teehaus eine so große Rolle, dass es explizit erwähnt wird (geschmolzener Schnee vom Dach lasst den servierten Grüntee besonders fein und rein werden).

    Das Wasser kommt halt in Taiwan in entsprechender Qualität "aus dem Berg". Da muss man sich halt nicht zwingend große Gedanken machen. Ich kenne aber auch Teelehrer, die entgegen deiner Beobachtung sehr viel Wert auf ihr Wasser legen. So pauschal würde ich das also nicht bestätigen.

    Dass es keine Osmoseanlagen etc. braucht ist aber natürlich klar. Das war ja aber auch der Ausgangspunkt meines Experimentes, ich wollte ja genau das Wasser, was ich aus Taiwan kenne hier replizieren. Das geht natürlich nur mit technischem Aufwand.

    Meine Tees erkenne ich hier nämlich auch nur bedingt wieder.

    Eine Bitte noch, hier geht es um mein Wasserfilterprojekt, nicht um allgemeine Plaudereien. Es gibt genug andere Themen zu Teewasser, wo die Diskussion um Osmoseanlagen besser hinpasst, die Stringenz und Lesbarkeit des Themas leided so doch sehr. Bitte verlagert die entsprechende Diskussion dahin.

    Vor allem, da ich ja im Eingangstext extra und ausdrücklich geschrieben habe, dass hier Umkehrosmoseanlagen bewusst außen vor bleiben sollen. Danke für so viel Respekt.

    charakteristischen „Yan Yan“-Geschmack (steinig)

    Yan Yun. Und das ist kein eigentlicher Geschmack sondern eher ein Gefühl, welches die Salivation, Hou Yun, Hui Gan und das Qi des Tees umfasst, dazu auch die Wirkung der Mineralität, neben den charakteristischen Geschmacksnoten von Yancha.

    Zu Yancha gibt es hier ja massig eigene Themen, aber beschreiben kann man das eigentlich nicht, nur erleben.

    Bei der von dir gezeigten Menge an Mischbettharz

    Ich habe natürlich nicht alles genommen...

    Es gibt halt einfach gewisse Gebindegrößen. So muss ich nicht immer nachkaufen, wenn ich nach einiger Zeit das Harz tausche.

    Dass ich mein Wasser Nachmineralisiere hatte ich geschrieben, dass ich genau an dieser vierten Stufe des Filters, also wie viel an Mineralien ich wieder aufhärten will, derzeit noch experimentiere, auch.

    Wie gesagt, messen ist wichtig, aber am Ende zählt vor allem der Geschmack und die Freude am Experimentieren. Das schrittweise Implementieren und bewusste Nachverfolgen der positiven wie negativen Auswirkungen ist lehrreich.

    Von dem vollentsalzten Wasser ohne Nachbehandlung habe ich auch nur eine akademische Experimentierkanne getrunken, das war aber recht interessant, da trotz hoher Dosierung des Tees fast überhaupt keine Aromen Entwicklung stattgefunden hat. Ganz ohne gelöste Stoffe im Wasser ist das einfach nur flach.

    bevor es zur Beschreibung des 2. Schrittes kommt, vorab noch einmal zur Ausgangslage.

    Ich hatte mein Leitungswasser ja als komplett ungeeignet für Tee beschrieben, da die Diskussion hier und in den anderen Wasserthemen dann ja sehr schnell ins technische abgekippt ist, anbei die Analyse von meinem Wasserwerk:

    w_analysewerte-trinkwasser.pdf

    Mein Wasser ist die erste Spalte. Wer die Werte durchsieht, kommt auch nicht zu einem anderen Schluss, als dass das Wasser ungeeignet für Tee ist, aber halt auf wissenschaftliche Art und nicht durch schmecken.

    Eindeutig ist aber auch, dass sich ein solches Wasser nicht durch etwas Ton und Kohle zähmen lässt. Im Gegenteil, ich war ehrlich erstaunt, wie viel doch meine Versuchsanordnung im ersten Schritt bewirkt hat. Jetzt geht es ans optimieren, dies wird über einen Vorfilter geschehen. Fotos vom provisorischen Aufbau erspare ich mir.

    Der Filter ist im Moment dreistufig, Filtersand als Vorfilter für gröbere Partikel und Verunreinigungen, eine Entsalzungsstufe mit Mischbettharz um den übermäßigen Mineraliengehalt rauszubekommen und anschließend Aktivkohlegranulat. Aktivkohle ist zwar auch in meinem Keramikfilter enthalten, hier schadet aber eine weitere Filterung meiner Meinung nach nicht.

    Das Wasser aus diesem Filter sammele ich im Tonkessel, dann geht es im letzten Schritt durch den Keramikfilter. Eine minimale Remineralisierung erfolgt dann durch ein Stück Binchotan Kohle im Reservoir meiner Zisterne.

    Das Zwischenergebnis macht jetzt echt Freude. Eventuell erhält mein Vorfilter noch eine vierte Stufe, in der ich das Wasser mit verschiedenen Materialien (Basalt oder anderes Vulkangestein, Torf, offenporiger Keramik) geschmacklich etwas beeinflussen und noch ein bisschen mit Sauerstoff anreichern kann.

    Vor Schadstoffen hätte ich, vor allem bei EU-Läden jetzt weniger Angst. Es ist auch die Frage, selbst wenn der Ton mit Giftstoffen vollgestopft wäre, wieviel davon ist fest gebunden, wie viel wasserlöslich, wie viel davon bei den Temperaturen?

    Wirklich guter Ton liegt im Materialwert über dem Endpreis dieser Kannen, der ist das also sicher nicht.

    Ansonsten, rein logisch betrachtet, warum sollte für Massenware anständiger Ton verwendet werden? Yixington ist endlich und viele der Minen sind schon erschöpft. Das was noch in den Lagern liegt muss rationiert werden. Ich kann dir versichern, in den Manufakturen für die Billigkannen wirst du kein einziges Gramm von höherwertigem Ton finden, der geht ausschließlich an echte Handwerker.

    Wirklich guter Ton ist zudem überhaupt nicht auf dem freien Markt erhältlich, man muss wen kennen um überhaupt die Chance darauf zu bekommen.

    Es macht also gar keinen Sinn, diesen Ton für billige Kannen zu verschwenden. Diesen Fehler wird man nicht widerholen. Damit die Marge bei diesen Kannen einigermaßen stimmt, wird das billigste Material verwendet, das geht.

    Und das ist das Entscheidende. Yixingkannen kauft man ja eigentlich wegen der Auswirkung des Tons. Wenn die Kanne jetzt aber irgendeinen Ton von woanders her hat, sieht die vielleicht wie eine Yixingkanne aus, verhält sich beim Tee machen aber ganz anders. Damit sind diese Kannen recht sinnlos.

    Tofu ist echt lecker, aber wenn sich die Diskussion um Wagyu A5 dreht, interessiert es nicht ob das Fleischersatzprodukt echt aussieht...

    Mit viel Glück kann so eine Kanne natürlich gut funktionieren. Das ist aber ein Lotteriespiel und vor allem kann man von dem Aussehen der Kanne nicht auf die Eigenschaften schließen.

    Dann lieber eine Kanne, die bei diesem Preispunkt gute Qualität liefert. Die meisten Kannen aus Osteuropa sind ja mit Pu Erh im Hinterkopf entstanden, ich habe z.B. auch Kannen aus Taiwan die dafür super gehen. Nixing habe ich persönlich noch nicht ausprobiert, es gibt aber auch noch Jian Shui, der Ton kommt sogar aus Yunnan, diese Kannen passen auch super zu Pu Erh und sind ebenfalls recht günstig.

    was DavidL sagt.

    Man bekommt, was man bezahlt. Dabei geht es weniger ums Aussehen und die Funktion, als um den Ton und die entsprechende Bezahlung der Handwerker.

    Die günstigen Kannen sehen gut aus und tropfen nicht, der Deckel sitzt fest etc. Das liegt daran, dass selbst unqualifizierte Arbeiter (die Einarbeitung dauert ca. 6 Monate ohne Vorkenntnisse) den Ton in die Gipsschalen drücken können und durch den Mehrfachbrand kleine Unregelmäßigkeiten am halbfertigen Produkt noch einmal korrigiert werden können.

    Zudem ist der Ton bei diesen Kannen in der Regel auch kein echter Yixington, das Substitut ist oft einfacher zu verarbeiten, da es nicht die gleichen Eigenschaften was Plastizität, also Formbarkeit, Schrumpfverhalten etc. besitzt. Farbunterschiede können durch den Zusatz von Chemikalien eh ausgeglichen werden.

    Für den Preis muss man immer im Hinterkopf behalten, dass allein der Transport inklusive Zoll und Steuern etwa 50% ausmacht. Dazu kommt die Marge des Händlers in D, der will ja auch von seinem Geschäft leben, und mindestens eine wenn nicht mehrere Margen der Zwischenhändler. Das kann sich dann jeder selbst überlegen, wie viel die 80 Euro Kanne eigentlich wert ist. Dafür ist nichts handgefertigtes zu bekommen.

    Diese Kannen sind billige Massenware, in Großmanufakturen von angelernten Arbeitern gefertigt. "Handgemacht" bedeutet hier, dass die vorgefertigten Einzelteile, also Körper, Tülle, Griff und Deckel per Hand zusammengeklebt werden.

    Neben den oben genannten Quellen würde ich noch folgende ergänzen:

    Essence of Tea hat durchgehend Kannen aus sehr gutem Ton aus direkten Beziehungen zu den Künstlern

    realzisha.com für handgefertigte Kannen in höchster Qualität direkt von den Künstlern.

    Das wäre meine Empfehlung für moderne Kannen aus gesichert echtem Ton.

    Ich habe auch öfters Gutes über Mudandleaves gehört, kenne ich aber nicht selbst.

    Alte Kannen würde ich in Europa nicht kaufen, außer es taucht mal eine aus guter Herkunft im Forum auf.

    a) Beide Gefäße sind innen nicht glasiert, weshalb sie Mineralien an das eingefüllte Wasser abgeben. Der unterschiedliche Ton führt zu einem unterschiedlichen Ergebnis. Füllst du in beide Gefäße Wasser aus der selben Quelle (Wasserhahn, Quelle, etc?)

    Die Zisterne ist innen glasiert, das ist also nur durch den Filter beeinflusstes Wasser. Im ersten Schritt kommt in alles das gleiche Wasser, das ist im ersten Aufbau die Konstante, damit ich über iterative Änderungen die Einflüsse jedes einzelnen Bausteins im Filtersystem bewerten kann. Zu viele Variablen gleichzeitig macht den Aufbau schwierig nachvollziehbar.
    Der Kessel ist unglasiert um die Auswirkungen des Tons als Filter zu testen. Ich hatte mir vorher auch Zisternen aus Terracotta angesehen, die hätten dann in vernünftiger Qualität aber wieder xxx € gekostet.

    b) Das Wasser aus der Zisterne fließt erst mit geöffnetem Hahn durch den Keramikfilter, oder?

    Das Wasser wird oben eingefüllt, der "Schmutzwasser"tank hat 1,5 L. Der Filter sitzt in diesem Tank und hat unten einen Ausfluss. Da das System ohne Druck nur mit der Gravitation funktioniert, sickert das Wasser nur extrem langsam durch. Unter diesem Tank ist ein 12 L Reservoir für das gefilterte Wasser. Aus diesem kann ich das saubere Wasser mit dem Hahn entnehmen.

    c) Der Britafilter nimmt viel "weg". Dadurch möchtest du genauer sehen was jedes der Tongefäße für sich "gibt". ist der Britafilter für den Alltagsbetrieb vorgesehen? Die letzten beiden Absätze legen ein nein nahe.

    Der Britafilter stand in der Küche, für Wasser was sonst gebraucht wird. Z.B. für die Kaffeemaschine (werde ich für dieses Wort hier gesperrt?) Ich bin mir nicht sicher, ob der Filter was wegnimmt, oder ob auch nach der Filterung einfach noch zu viele Mineralien im Wasser sind, die den Eigengeschmack überlagern.

    Der Britafilter erfüllt jetzt die Rolle als Vorfilter. Nur Kessel + Kohlestab konnte allein nicht überzeugen, mit der Vorfilterung gehts. Das habe ich dann erst mal so gelassen.

    Schritt eins ist quasi ein proof-of-concept: Bekomme ich mein schreckliches Leitungswasser so aufbereitet, dass ich mit Genuss damit Tee trinken kann.

    In Schritt zwei passe ich das Ausgangsmaterial an um das ganze weiter zu optimieren.

    In 10 Tagen kann ich dir gerne genau erklären, welche Idee für Filter ich noch im Kopf habe.

    Gibt es empfohlene Wasserwerte für die unterschiedlichsten Tees? Sind auch die Inhaltsstoffe des Wassers von Interesse oder ist die Betrachtung der Härtegrade schon ausreichend?

    Ich denke, Übereinstimmung herrscht bei der Feststellung, dass das Wasser grundsätzlich "weich" sein sollte, selbstverständlich ohne Zusätze wie Chlor etc., ph neutral und eher sauerstoffreich.

    Es ist öfters zu lesen, dass bei der Härte das im Wasser gelöste Calcium entscheidender ist als das Magnesium. Das kann ich (noch) nicht bewerten.

    Der genaue Härtegrad ist auch abhängig vom Geschmack. Je weicher desto klarer, präziser und ausdifferenzierter wird der Geschmack. Im Gegenzug sinkt mit der abfallenden Härte das Volumen, Aroma, Nachgeschmack und Intensität. Wirklich mineralarmes Wasser macht Tee also "dünn", "flach" und somit evtl. gefühlt "tot".

    Für verschiedene Sorten kann das individuelle Optimum unterschiedlich sein. Bei Grüntee kommt der Umamigeschmack in sehr weichem Wasser besser hervor, dafür verliert der Tee an Frische - wieder eine Präferenzsache. Pu Erh kommt meiner Erfahrung nach mit deutlich härterem Wasser gut zurecht, bei Oolong finde ich persönlich meistens das weichere Wasser besser.

    Ich denke ich würde für die meisten Tees auch sehr gut mit Osmosewasser, evtl. mit einem Schuss Quellwasser zurecht kommen. Aber wie gesagt, ich möchte experimentieren

    Bei mir wird der Filter denke ich immer im Wasser sein. Der Durchfluss ist deutlich langsamer als bei den Britafiltern. Ich habe es noch nicht geschafft, das 12 Liter Reservoir komplett voll zu bekommen, obwohl jeweils nur 1,5 Liter zu filterndes Wasser über den Filter passen. Dafür nehme ich trotz regelmäßigem Nachgießen einfach zu viel Wasser raus.

    Gegen die Bakterien ist aber auch noch eine Silberbeschichtung im Filter.

    Wenn der Filter beginnt sich außen zuzusetzen, sprich eine dunkle Verfärbung annimmt, kann man ihn mit einer harten Bürste abschrubben.

    Die theoretische Kapazität ist 10.000 l. bei Leitungswasser und ist natürlich abhängig von der Partikelmenge im Wasser. Bedeutender in der Praxis dürfte die Lebensdauer der Aktivkohle sein. Es wird vom Hersteller empfohlen, den Filter nach 2 Jahren zu tauschen. Der Ersatzfilter ohne Zisterne kostet dann 25 Euro, das halte ich für vertretbar.

    Achtung, langer Text folgt

    Die Idee, meine (Tee)wasserversorgung neu zu gestalten hatte ich schon länger.

    Zum einen will ich weg von gekauftem Wasser, insbesondere von Plastikflaschen, zum anderen brauche ich nicht "ein" Wasser, sondern möchte die Möglichkeit haben, mir ohne größeren Aufwand je nach Teesorte das passende Wasser mischen zu können.

    Und nachdem ich in Bezug auf meine Teepräferenzen gesetzt bin, ich meine Lieferanten zusammen habe, die Lagerhaltung organisiert ist und die Sammlung an Teekeramik weitgehend steht, brauche ich auch ein neues Experimentierfeld...

    Ein weiterer, und am Ende auch der den entscheidenden Ausschlag gebende, Punkt ist, dass ich zu Hause jetzt mehrfach den Geschmack von Tee nicht reproduziert bekommen habe. Ein japanischer Grüntee, den ich wegen dem außergewöhnlichen Nachgeschmack gekauft habe, konnte genau diesen bei mir zu Hause nie zeigen, gleiches gilt für vor allem für einige Pu Erh und Hei Cha. Auch hier konnte ich Schlüsselelemente an meinem Teetisch nie befriedigend herauskitzeln. Da es sich um viele Tees, von verschiedenen Händlern, sogar aus verschiedenen Ländern, handelt, konnte das nur an den Bedingungen bei mir liegen.

    Bei Oolong war die Diskrepanz gefühlt kleiner, aber nach meiner letzten Rückkehr aus Taiwan muss ich auch hier konstatieren, dass es doch einen über das hinnehmbare Maß hinaus gehenden Unterschied gibt.

    Die Recherche nach geeigneten Filtern hatte ich schon vor Monaten angefangen, die in näheren Betracht kommenden Optionen hatte ich auch recht schnell zusammen. Jetzt geht es an die Umsetzung. Dabei werde ich, nachdem der Start jetzt gemacht ist, iterative Änderungen vornehmen um diverse Verfeinerungen/Anpassungen zu testen.

    Allerdings bin ich mit dem jetzigen Stand schon sehr zufrieden, mal sehen wie weit das noch weiter zu optimieren ist.

    Verworfen hatte ich direkt zu Beginn eine Umkehrosmoseanlage. Nicht, weil ich Zweifel an der Eignung hatte, sondern weil ich vorerst ohne große bauliche Änderung auskommen wollte und sich an diesen Anlagen als Komplettlösung eben nicht herumspielen und experimentieren lässt, was ja Teil meines Projektes sein soll.

    Gegenüber meinem zuerst angedachten Konzept hat sich schlussendlich eine Änderung ergeben: Auf meiner letzten Taiwanreise habe ich einen Tonkessel mitgebracht. Der war eigentlich als Alternative zu meinem Tetsubin gedacht, um hier je nach Tee variieren zu können. Die Beeinflussung dieses Kessels ist deutlich, er bringt mehrere Charakteristika ein, von denen mir unabhängig von der Teesorte einige gefallen, einige eher nicht. Die Beeinflussung lässt sich aber auch erreichen, indem ich den Kessel zur Lagerung und nicht zum Kochen verwende.

    Zu Beginn des Experimentes habe ich zuerst ein paar Tees mit nur Britagefiltertem Leitungswasser gemacht, Ergebnis: Alle eigentlich untrinkbar.

    Leitungswasser + Brita + Tonkessel für einige Stunden hat dagegen bereits merklich besser funktioniert. Pu Erh kommt mit härterem Wasser ja grundsätzlich besser zurecht, das ging in diesem Setup. Auch grüne Tees waren durchaus genießbar. Der oben erwähnte Nachgeschmack etwa war deutlich prägnanter. Das hat mir gezeigt, dass ich hier keinen Fehlkauf getätigt habe.

    Mit einer weiteren kleinen Ergänzung bleibt dieser Teil der Wasserbereitung jetzt erst mal so: Ich habe ein Stück Binchotan Kohle in den Kessel gelegt. Ich denke nicht dass das eine wirklich signifikant messbare Filterwirkung hat, rein geschmacklich hat das aber das Wasser noch mal etwas süßer gemacht und den Mineraliengeschmack weiter reduziert.

    Mit diesem Wasser könnte ich für viele Tees bereits leben, außer für Oolong. Einige Randbedingungen werden zwar sehr stimmig, der Aufguss ist sehr klar, das Mundgefühl weich und voll, die Intensität des Tees ist im Nachhall spürbar, das Aroma ist erstaunlich stark, dafür ist der Geschmack unterdrückt. Im Gegensatz zum reinen Leitungswasser und dem Tonkessel allein sind nach der Ergänzung der Kohle zwar keine Fehltöne mehr vorhanden, dafür ist der Eigengeschmack des Tees durch irgendeine Überlagerung wie weggewischt.

    Zeit für das eigentliche Kernstück meines Experimentes: Ein Keramikfilter. Diese Zisterne hatte ich schon seit letztem Jahr im Auge, als ich begonnen habe nach Wasseraufbereitungsanlagen zu recherchieren. Zwei große Pluspunkte hier, das Ding sieht gut genug aus, um sich ins Wohnzimmerambiente zu integrieren. Und hätte das Wasser für Tee nicht getaugt, wäre das Wasser eben einfach nur so getrunken worden, die Filterwirkung auf alle möglichen Rückstände ist ja grundsätzlich vorteilhaft.

    Das Filterprinzip ist relativ simpel, der Keramikstab hat extrem feine Poren, durch die das Wasser zwar sehr langsam durchsickert, fast alle im Wasser gelösten Stoffe aber zurückgehalten werden, Die Patrone ist zudem noch mit Aktivkohle gefüllt. Es ist also ein klassischer Gravitationsfilter, allerdings in einer schönen Hülle. Und Keramikunikate sind an meinem Teetisch immer willkommen.

    Beide Filtermedien sind in der Wirkung wissenschaftlich belegt und liefern messbare Ergebnisse, der Filter ist entsprechend zertifiziert. Das hebt diese Zisterne deutlich von der Vielzahl der Wasserfilter ab, die ich mir im Zuge der Recherche ansehen durfte. Die Menge an Esoterikmumpitz, die man rund um Wasser findet ist erschreckend.

    Zum Stand heute: Momentan mische ich beide Wasseraufbereitungsmethoden 50:50. Das hat den Hintergrund, dass ich das Wasser momentan rein olfaktorisch bewerte. Es ist einfacher, subtraktiv zu bewerten, also zu schauen was wegfällt, als zu erschmecken ob etwas neues dazu kommt. Reines "Ton"wasser kenne ich ja schon, in der Mischung geht von den positiven Eigenschaften nicht ausschlaggebend viel verloren. Die Menge an Mineralien in der Mischung ist ausreichend, um den Tee über den Ausgangsstatus (altes Wasser) zu heben. Das gilt für alle Metriken.

    In der Mischung wird über alle Tees das Volumen, die Weichheit und die Klarheit noch einmal besser, der Nachgeschmack klart auf. Oolong ist jetzt ebenfalls auf hohem Niveau, obwohl ich denke, dass hier ein etwas angepasstes Mischverhältnis Richtung Zisterne noch bessere Ergebnisse bringen wird. Das lässt sich ja aber in diesem Setup feinsteuern.

    Die nächsten Schritte: Ich habe eben Wasser aus der Zisterne in den Tonkessel umgefüllt. Ich will sehen, ob halb-halb das Gleiche ist wie doppelt.

    Über die Woche werde ich einfach weiter trinken und evtl. das Mischverhältnis etwas variieren. Nächstes Wochenende steht ein Gang zur Quelle an. Das Quellwasser hatte ich früher für eine Zeit mal ausschließlich verwendet, es ist aber leider etwas zu Mineralhaltig. Pur getrunken sehr lecker, aber nicht optimal für die Teezubereitung. Nachdem ich mich dann an meine Filter gewöhnt habe, will ich probieren, ob dieses Wasser auf die eine oder andere (oder beide) Arten aufbereitet eine Verbesserung zum Leitungswasser bringt.

    Das sollte dann das Ende des wirklich zielorientierten Teils meines Wasserexperimentes sein. Darüber hinaus will ich dann, nachdem die Parameter weitgehend feststehen noch einen etwas wilderen Experimentierteil anschließen. Meinem Leitungswasser werde ich dann noch mit einem selbstgebauten Filter zu Leibe rücken um ein sehr stark demineralisiertes Wasser zu bekommen. Dass könnte ich wie gesagt auch mit einer Umkehrosmoseanlage bekommen, aber ein bisschen rumbasteln macht einfach mehr Spaß.

    Ich werde hier über den Fortgang berichten.

    Hallo Gust,

    "Spitzentees" ist natürlich relativ. Ohne tiefere Kenntnisse/Kontakte einfach so kommt man im Vergleich zu Deutschland wohl an vergleichsweise gute und günstige Tees, an die wirklichen Toptees natürlich nicht.

    Hier steht allein die Sprachbarriere entgegen, in den kleinen Läden und besonders im Direktbezug von Farmern kommt man mit Englisch nicht weit, neben Mandarin ist da auch die Kenntnis von Taiwanesisch oft sehr von Vorteil.

    Es macht deshalb Sinn, sich vor allem beim ersten Besuch an die bekannten Adressen zu halten, die sind auf Touristen eingestellt.

    Als Tipp darüber hinaus, was nicht in den einschlägigen Guides steht:

    Besuche als grundsätzliches Sightseeing die Dihua Street,

    Da gibt es 2 relativ vernünftige Teeläden, diesen:

    Wangfuji Ming Tea - Google Maps

    und diesen:

    臻味茶苑-大稻埕店 - Google Maps

    Der erste ist wirklich günstig, man kann da allerdings nicht probieren. Der zweite ist vom Flair ein Erlebnis wert.

    Nebenan im Yong Le Markt gab es einen sehr guten Sashimi-Stand. Allerdings gab es da wohl Unstimmigkeiten und ein Teil der Belegschaft/Sushimeister ist gegangen. Als ich im Dezember das letzte Mal da war, war die Qualität noch gut, als ich jetzt nachgeschaut habe, haben sich die schlechten Rezensionen doch gehäuft, dieser Tipp ist also vielleicht eher mit Vorsicht zu genießen.

    Ansonsten bin ich eher weniger in Taipeh selbst unterwegs. Werden auch noch andere Städte besucht?

    Ganz kurz, weil es ja eigentlich nicht in diesen Thread gehört:

    Shui Xian ist keine endemische Sorte aus den Wujibergen, die kommt aus Jianyang (nah dran aber nicht gleich) und ist, wie auch Rou Gui, im Zuge der Teekultivierung erst nach Wuji bzw. die anderen Anbauregionen in Fujian gebracht worden. Da Hong Pao ist gesichert keine Art von Shui Xian. Nah verwand ist DHP lustigerweise zu Longjing, nicht zu einen anderen Oolong, siehe:

    Full article: The complete chloroplast genome sequence of Camellia sinensis cv. Dahongpao: a most famous variety of Wuyi tea (Synonym: Thea bohea L.)

    Da Hong Pao wird auch hier als eigene Art geführt, dennoch sind die Büsche anscheinend zumindest in gewissem Maß unterschiedlich. Ich habe jetzt keine Lust, mich durch chinesische Quellen zu wühlen, das war aber 2018 schon in einem nichtwissenschaftlichen Youtube Video zu finden.

    Is Dahongpao really that special?

    Auf englisch habe ich aber zumindest auf der ersten Seite von google scholar auch keine entsprechende Übersetzung der angesprochenen Studie gefunden. Da müsste ich wirklich noch mal tiefer einsteigen, leider fehlt mir dafür im Moment die Zeit.

    Dass die 6 Büsche Klone sind, hatte ich nicht behauptet. Ich habe geschrieben/gemeint, dass die oft als Original bezeichneten Tees, also Qi Dan etc., aus Stecklingen der Mutterbüsche kommen, also Klone davon sind. Nicht dass die Mutterbüsche Klone sind.

    Die meisten DHP auf dem Markt sind aber tatsächlich einfach Mischungen aus dem Pflückgut verschiedener Sorten. Neben den von dir genannten noch Huang Jin Gui wegen dem Aroma und dem einfacheren Anbau nicht zu vergessen, da geht das meiste der jährlichen Ernte aus Wuji tatsächlich direkt in die DHP Produktion bzw. wird allein dafür angebaut. Quelle Anekdote von Produzenten vor Ort.

    Dass die genaue Herkunft (und die Verarbeitung!!!)bedeutender ist als die Varietät der Pflanze, da bin ich voll bei dir. Ergänzend zu deiner Quelle nochmal:

    Frontiers | Dahongpao mother tree affects soil microbial community and nutrient cycling by increasing rhizosphere soil characteristic metabolite content

    Der Standort ist messbar anders.

    Das tangiert natürlich auch nicht die geschmackliche Analyse, auch da bin ich voll bei dir, wirklich überzeugende DHP sind extrem rar gesät. In Deutschland habe ich auch noch keinen gefunden. Ich bin aber auch eher für klassischen Nong Xiang Tie Luo Han als für die modernen Qing Xiang Produktionen. Den gibt es hierzulande aber auch nicht...