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standardwerk der teeliteratur als freeware: the book of tea


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Der Titel ist etwas irreführend und das Buch ist kulturgeschichtlich (Meiji-Zeit) wertvoller, als das es durch Informationen besticht. Kakuzo versucht anhand des jap. Teewegs die jap. Ästhetik dem Ausland ggü zu rechtfertigen, bzw. zu erklären. Dazu muss man wissen, dass Japan nach der Öffnung zunächst dem Ausland und seinen Idealen nacheiferte und danach eine Rückbesinnung auf die eigene Kultur einsetzte, wofür dieses Buch ein gutes Zeugnis ist. Die jap. Ästhetik wurde zum Teil kritisiert, bzw. wegen seiner Einfachheit und Schlichtheit gar nicht erst ernst genommen. Kakuzo, der ja slebst Kunstwissenschaftler war und viel im Ausland verweilte und dadurch Japans Bild im Ausland erfuhr, versuchte das Bild zu korrigieren. Der Adressat ist sozusagen der ignorante Westen.

Das Buch ist teilweise sehr polemisch und trägt leicht nationalistische Züge, was später noch ausgenutzt werden sollte um Japans Selbstbild der "Einzigartigkeit" zu untermauern. Es ist trotzdem sehr interessant zu lesen, aber kein Buch, welches den jap. Teeweg kulturhistorisch aufarbeitet.

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Polemisch? Nationalistisch? Rechtfertigend? Ich muß da wohl einen anderen Text gelesen haben, denn bei mir ging es um Einblicke in die japanische Kultur, um Daoismus, ein wenig um Zen, ein wenig um Teerituale und die mit ihnen verbundene Philosophie; anstatt der Polemik trug mein Text poetische Züge.

Obwohl der Tee den Leser mittel- und unmittelbar durch das Büchlein geleitet, ist er nicht der thematische Kern, sondern die Oberfläche, die man durchstößt, um etwas von der Kultur darunter zu erblicken. Der Titel ist daher leider schlecht gewählt, denn das Buch spricht zu Neugierigen asiatischer, japanischer Kultur und

Philosophie, nicht aber zu Teeliebhabern.

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Kakuzo durchbricht keinesfalls die Oberfläche. Asien wirft er in einen Topf, Japan sieht er als Museum für indische Kunst und chinesische Philosophie und schildert das, was er unter dem jap. Teeweg versteht. Die Realität sah damals schon anders aus, es gibt nicht den Teeweg, sondern viele verschiedene Teewege allein in Japan. Das Buch geht aus einem nationalen Diskurs hervor, der zu dieser Zeit in Japan stattfand und war eine Antwort auf die Geringschätzung des Westens Japan ggü., was einige Erklärungen und Ausführungen auf mich polemisch wirken lässt.

Interessanterweise scheint er die jap. Teezeremonie nie selbst praktiziert zu haben, sondern kennt sie laut seinem Bruder nur durch seine Frau und als Teilnehmer. Aus diesen Gründen wurde sein Werk von den Wissenschaften nie ernst genommen.

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