• Blogeinträge

    • Von Dao in Daos Pflanzenwelt
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      Hallo zusammen, da bin ich wieder
      Die Teesamen waren knapp anderthalb Tage im Wasser und konnten sich gut vollsaugen.
      Als erstes hab ich sie aus der Socke befreit und frei schwimmend ins Wasser verfrachtet:
      Wie wir nun sehen schwimmen einige während andere auf den Boden gesunken sind.
      Die schwimmenden Samen haben eine geringere Wahrscheinlichkeit zu keimen und zugleich eine höhere Wahrscheinlichkeit zu schimmeln.
      Die auf dem Boden haben generell sehr gute Chancen zu keimen, solange die Schale nirgendwo zerbrochen ist. Letztere kann man entweder ganz aussortieren oder von den anderen Samen separieren.
      Wir haben nun also 2 bis 3 Gruppen von Teesamen. Bei meiner Methode werden die Samen jetzt nicht direkt eingepflanzt. Das würde auch gehen, hat bei mir jedoch deutlich geringere Erfolgsquoten gebracht. Stattdessen füllen wir nun einige Gefrierbeutel bis maximal zur Hälfte mit Vermiculit. Perlit soll auch funktionieren - wie ich leider beim letzten Eintrag vergessen habe zu erwähnen - ist aber von mir ungetestet.
      Ich habe 3 Liter Beutel genommen und die bis knapp unter der Hälfte gefüllt. Dazu kamen 200 bis 220ml Wasser. In jeden Beutel habe ich dann 15 Samen gepackt, sodass ich 16 Beutel mit jeweils 15 Samen und einen Beutel mit 10 Samen hatte. Die Beutel haben ich dann gut durchgemischt, sodass Wasser und Samen gleichmäßig im Vermiculit verteilt sind. Wir passen dabei auf, dass nur Samen aus der selben Gruppe miteinander in eine Tüte kommen, sodass die gesünderen Samen nicht von den potentiell gefährdeten Samen negativ beeinflusst werden. Was nun kommt ist ein ganz wichtiger Schritt und verhindert dass die Samen in den folgenden Wochen anfangen zu schimmeln. Wir pressen aus den Beuteln alles an Luft raus was wir von Hand herausdrücken können. Anschließend verknoten wir das offene Ende ganz fest, sodass die Samen ganz fest eingepackt sind und keine Luft zirkulieren kann.
      Bei einem vorherigen Versuch habe ich leider 150 Samen verloren, weil ich mich auf Schiebeverschlussbeutel verlassen habe. Nach 2 Wochen waren die Samen unrettbar vergammelt. Schöne Longjing Samen...
      Von jetzt an bewahre ich die Samen bis sie keimen halbschattig auf. Ich habe aus mehreren Quellen widersprüchliche Angaben dazu gehört, ob die Samen im Schatten oder in der Sonne keimen sollen. Teilweise von Züchtern von Kamelien allgemein, als auch von Camellia Sinensis Züchtern. Halbschatten funktioniert super Ideale Keimtemperatur ist 24°C. Mein Badezimmer ist mit etwa 22°C ein bisher gut funktionierender Kompromiss.
      Jetzt ist erst einmal für ein paar Wochen Sendepause. Von 3 bis 10 Wochen Keimzeit ist eigentlich alles möglich, die meisten keimen jedoch innerhalb von 6 Wochen. Länger brauchen dann eigentlich nur noch einzelne Samen.
      Sobald ich die ersten Wurzeln sehe erfahrt ihr mehr.
      Bis dahin, abwarten und Teetrinken
    • Von RobertC in Mein digitales Teetagebuch
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      Nachdem letzte Woche @SilonijChai von der Bangwei Gushu Kugel aus dem CNNP/HQF 9 Berge Tasting-Set extrem begeistert war, bin ich von meiner ursprünglichen Idee, meinen Bangwei Fladen zunächst nicht aufzubrechen, sofort abgewichen. Damit ergab sich die interessante Möglichkeit Fladen und Kugel parallel zu verkosten und so möglichst gut miteinander zu vergleichen.
      In beiden Fällen handelt es sich um Bangwei Gushu Material aus der Frühlingsernte 2016, eingekauft und verarbeitet durch CNNP bzw. HQF. Im Falle des 357g Fladens war das Pressdatum der 19. April. Laut dem Einkäufer des Maochas für beide Produkte sollte der Fladen noch einen Tick hochwertiger sein. Die Kugeln sind nur als Set verfügbar, der Fladen kostet ca. 80€, d.h. ca. 0,22 €t/g.
      Zum parallelen Setup habe ich zwei Porzellan Gaiwans mit ca. 90ml, jeweils 7.5g Tee und 95°+ Lauretana verwendet. Bis auf die höhere Dosierung durch die Größe der Kugel ist dies quasi mein Standard für den Parallelvergleich. Auf den Bildern im Folgenden ist links immer die Kugel und rechts der Fladen zu sehen.
      Die ersten beiden Aufgüsse nach dem obligatorischen Waschgang konnten nicht sinnvoll verglichen werden, da die Kugel in der Mitte relativ hart ist und daher noch nicht komplett aufgegangen war. Ab dem dritten Aufguss sind die Blätter aber komplett gelöst. Der Aufguss der Kugel ist im Vergleich zum Fladen zunächst etwas trüber, der Fladen von Farbton etwas dunkler. Da ich aber aktuell nur zwei unterschiedliche Glaspitcher verwenden kann, sollte man den Unterschied im Farbton nicht überbewerten. Während die Kugel etwas bitterer in den Aufgüssen 3-5 ist, wirkt der Fladen auch auf der Zunge klarer und scheint allgemein ein etwas schärferes, deutlicheres Profil zu haben. Ab dem 7. Aufguss ist die leichte Trübe der Kugel komplett verschwunden, beide Tees sind sehr klar und auch der Farbton passt sich an.
      Soviel zu den kleinen aber feinen Unterschieden. Allgemein ist dieser Tee ein sehr starker Allrounder, für mich bisher ohne Schwäche. Sehr viel Power, leicht bitter, schönes Huigan, in späteren Aufgüssen findet man die Süße auch schon direkt im Aufguss, extrem dicke Textur und - das beste zum Schluss - die Farbe! Ich meine diese dunkle, klare Farbe kam ja schon super auf dem Bild von @SilonijChai zur Geltung. Wirklich bemerkenswert für einen Tee des aktuellen Jahres, der erst vor wenigen Monaten gepflückt und danach sofort gepresst (Fladen) bzw. von Hand gerollt (Kugel) wurde. Durch die hohe Dosierung habe ich zunächst nur sehr kurze Ziehzeiten verwendet. Aber nach dem 15. Aufguss wird der Tee merklich flacher und nach dem 18. war für mich Schluss. Zum Thema Wirkung, da extrem subjektiv, nur so viel: Ja, Wirkung war für mich definitiv vorhanden und ich empfand sie als durchweg positiv.
      Fazit und Bewertung
      Der Bangwei 2016 ist wirklich ein toller Tee - dicht, komplex, ausgewogen und mit klarer, bereits jetzt schon sehr dunkler Farbe. Das Spektrum dieses Tee ist erstaunlich ausgewogen, da kein Aspekt zu stark ausgeprägt ist so dass er Anderes überlagern könnte. Schwächen oder irgendwelche Off-Tastes waren für mich nicht erkennbar. Mit 80€ für 357g ist dies daher für mich bisher das beste Preisleistungsverhältnis aus dem Jahrgang 2016.
      Fladen 91-94
      Kugel 91-93










    • Von RobertC in Mein digitales Teetagebuch
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      Die verbleibenden Arbeiten nach dem ersten Kleben und Austrocknen im Muro bestanden eigentlich nur noch aus dem Aufbringen der Urushi Lackschicht, die die Klebestellen verzieren soll. Dies war für mich die schwierigste, da extrem filigrane Arbeit. Eigentlich ist hier das Ziel eine möglichst feine Linie konstanter Dicke. Dafür fand ich aber den im Set mitgelieferten Pinsel schon fast zu grob. Aber es wird sicherlich ausschließlich an mir gelegen haben, dass meine Linienführung alles andere als perfekt ist  Den frisch aufgebrachten Urushilack lässt man ungefähr eine halbe Stunde im Muro antrocknen und bringt dann mit einem sehr feinen Wattebausch aus Baumwolle das goldfarbene Pulver vorsichtig auf den Lack auf. Das ganze habe ich dann wieder mindestens zwei Wochen in den Muro gelegt. Was mir wie ich finde überhaupt nicht gut gelungen ist: Die verzierten Goldlinien sind extrem rau und haben eine deutliche Textur. Ich hoffe das ist gut auf den Bildern zu erkennen. Habt ihr vielleicht eine Idee wodurch dies entstanden sein könnte? Das Pulver ist ja extrem fein, aber vielleicht habe ich hier mit der Watte selbst etwas eingedrückt oder es sind eingeschlossene Baumwollfasern?!
      Gesamtfazit
      Schritt 1 war nicht allzu kompliziert durchzuführen und auf Anhieb konnte eine stabile Klebung erzielt werden. Das feine Verzieren im letzten Schritt ist vielleicht nichts für Grobmotoriker aber dafür habe ich nun umso mehr Respekt für diese geniale japanische Handwerkskunst! Der Respekt gilt natürlich auch @theroots und @Cel, die solche Arbeiten ebenfalls selbst angegangen sind 🙏
       
      PS: Ach wäre es schön Blogbeiträge speichern und dann mehr als nur einige Minuten editieren zu können bevor man sie veröffentlicht. So ist dies leider eine unfreiwillige Triologie geworden 😉



    • Von RobertC in Mein digitales Teetagebuch
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      Leider hat es "etwas" länger gedauert, bis ich endlich dazu komme den abschließenden Teil meines Kintsugi Versuchs zu schreiben. Zunächst möchte ich mich bei Euch für das positive Feedback zu Teil 1 bedanken und hier auf die dort aufgekommen Fragen und Kommentare eingehen.
      @miig: An eine teurer Kannen hätte ich mich zu Beginn natürlich nicht herangewagt. Aber die wochenlange Arbeit mit einer eigentlich relativ einfachen Teetasse lehrt Demut und man hat dann umso mehr Respekt vor so tollen Arbeiten, besser Kunstwerken, wie z.B. von Frau Watanabe! Aus heutiger Sicht finde ich die mir bekannten Preise für eine professionelle Kintsugi Reparatur als extrem günstig
      @theroots Die geklebten Stellen scheinen bisher stabiler zu sein als ich das erwartet hätte. Alles Weitere wird natürlich nur die Zeit zeigen. Ich habe zunächst die Mischung zum Kleben mit Glutenmehl versucht, da dies oft empfohlen wird. Damit bin ich aber überhaupt nicht klar gekommen. Mit normalem Mehl habe ich sofort eine Konsistenz von Haargel erhalten und damit auch die Reparatur aus Teil 1 durchgeführt.
      @Raku Ich habe mir ein komplettes Reparatur Kit von Mejiro Japan bestellt (http://www.mejiro-japan.com/product/kintsugi-repair-kit) und mich grob an diesem Video orientiert: https://www.youtube.com/watch?v=UWa_MyLpZfQ
       
       
       
       
       
       
       
       
    • Von TaoTeaKing in "Storage Wars" - Puerh lagern (Ideen, Experimente, Infos)
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      Hier mal nur kurz ein Update zu meinen momentanen Gedanken zum Thema Lagern... 
      mein Pumidor / Pu-Kühlschrank Projekt habe ich ja abgebrochen... zu teuer... zu aufwendig, zu künstlich. etc. pp. 
      Ich werde aber, früher oder später, wenn ich mal etwas mehr zum investieren übrig habe, einen Versuch starten zu dem mich die Ratschläge von Scott von YS motiviert haben. 
      (ist nichts neues, nichts besonderes und vielen hier sicher schon bekannt) 
      - Keine Angst vor Luftfeuchtigkeit um 60% oder drunter... 
      -nicht künstlich die Luftfeuchtigkeit erhöhen
      dafür aber
      -möglichst viel Tee in einen Schrank oder eine Box, bzw. den Raum möglichst so eng und dicht wie geht mit Tee vollstopfen... (von Scott als besonders wichtig betonter Punkt) 
      - eher selten öffnen
      -warten.. vertrauen
      Also, ich spare jetzt ein paar Jährchen und dann werde ich das mal mit einigen Cakes probieren... der Ansatz, glaube ich, ist besonders vielversprechend wenn es auch mehr als nur 5, 6 Cakes sind... also ein kleines Schränkchen voll... na ja, mal sehen wann ich mir das werde finanziell erlauben können