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29. Wieder ein Gunpowder aus China


Macarona

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Gunpowder Bio

Ich habe mir einen Gunpowder (2,69/100 g) Bio der Marke Dennree ausgesucht,
diesen Tee habe ich vom selben Bioladen wie den Sencha von Lebensbaum.
Für Kaltaufgüsse und Mischungen mit Kräutern, habe ich diesen Tee gekauft.
Mal schauen, wie dieser alleine aufgegossen ist.

Laut Beschreibung ist dieser Tee angenehm herb und hat einen feinen Duft.
Es steht auch dabei, dass die zu Kugeln gerollten Teeblätter beim Aufgießen und Entfalten knistern.

 

Zubereitungsempfehlung:

70-80 Grad und 1-2 min. Es gibt keine Mengenangabe.

 


Aussehen:

Dieser Tee besteht überwiegend aus mittelgroßen, lose zusammengeknüllten Blättern und einigen Blattstücken.
Ein paar kleinere Blattstängel und Aststückchen sind auch dabei.
Die Farbe des Tees ist überwiegend ein fahles gräuliches Grün, etwas dunkler und gelbgrünlicher als die Oberseite von einem Salbeiblatt,
welches ein etwas bläuliches Graugrün hat.
Ein paar einzelne, etwas gelbliche, hellere Blätter sind auch dabei.

 

Geruch:

Angenehm nach gröberen Gunpowder, etwas geröstet und minimal rauchig im Hintergrund.

 


70 Grad, 1 Min und 1,25 g:

Wenige kleinere Partikeln in der Schale und die Aufgussfarbe ist ein etwas dunkles, bräunliches Gelb.
Es schmeckt nicht sehr intensiv und überwiegend nach schwächeren, gröberen Grünteearomen,
im Hintergrund sind herbe Grünteearomen, die auch etwas geröstet sind, etwas Kamille und eine winzige Rauchnote.
Nach einem Moment wird es minimal fruchtig und blumig im Hintergrund.

Einiges an Adstringenz vorhanden, welche mich ab der halben Schale anfängt zu stören und ein mittellanger Abgang.
Insgesamt schmeckt es nicht so gut, weil es unharmonisch und langweilig ist.:/


20 Sekunden:

Etwas mehr Partikeln und die Aufgussfarbe ist ein schwächeres helles Gelb.
Der Geschmack ist schwächer geworden und ein leichtes Kratzen im Rachen ist hinzugekommen,
welches bei den anderen Aufgüssen nicht besser wird.
Die Blumigkeit und Herbe im Hintergrund hat sich minimal verstärkt.


Zwischenfazit:

3 „gute“ Aufgüsse und 5 Mögliche.
Wird beim dritten Aufguss etwas frischer, grasiger und pflanzlich im Hintergrund.
Ab dem 4 wird es viel schwächer und schmeckt wenig nach Tee.
70 Grad scheinen zu wenig zu sein, der Tee schmeckt bei den späteren Aufgüssen sehr langweilig und kaum nach Tee und kratzt im Rachen.:|




80 Grad und 1 Min:

Ein paar Partikeln in der Schale und die Aufgussfarbe ist ein minimal bräunliches Gelb, wie von einem hellen Honig.
Es hat einen wärmeren Geschmack, als bei 70 Grad.
Weniger nach Kamille und die Röstaromen haben etwas zugenommen.
Blumigkeit ist schon vom Anfang an präsent und minimal stärker geworden.

Die typischeren Grünteearomen, die bei 70 Grad schon schwach ausgeprägt waren, sind hier noch weniger vorhanden.
Es schmeckt insgesamt etwas diffus und ist eine Mischung aus mehreren schwächeren Aromen,
die ineinander übergehen und keine klare Abgrenzung zueinander haben, dadurch ist es auch etwas uninteressanter.



20 Sekunden:

Aufgussfarbe ist etwas heller geworden.
Schmeckt schwächer als zuvor.



Zwischenfazit:

Ein „guter“ Aufguss und 4 Mögliche.
Schmeckt bei den weiteren Aufgüssen kaum noch nach Tee und diffus warm,
wie warmes Wasser, mit ein bisschen Geschmack und leider ist es auch kratzig im Rachen.



Westlich 70 Grad, 2 Min und 0,3g :

Aufgussfarbe ist ein helleres, minimal grünliches Gelb.
Etwas frischer und herber, als mit Gong-Fu und minimal mehr nach grobem Grüntee.


3 Min:

Etwas wärmer und weniger frisch geworden.


Zwischenfazit:

Westlich aufgegossen ist dieser Tee minimal besser als bei Gong-Fu.
Es schmeckt dadurch nur ein bisschen mehr in Richtung Grüntee und ist minimal interessanter geworden.
Reicht aber nicht aus, um etwas mehr als langweilig zu sein.
Westlich ist es auch ziemlich schnell ausgelaugt, mit maximal 2 Aufgüssen.


 


Fazit:

Dieser Tee ist warm aufgegossen ziemlich mangelhaft.😞
Zum nebenher trinken ist dieser eigentlich geeignet, weil es nur etwas Aufmerksamkeit braucht,
aber zu wenige brauchbare Aufgüsse liefert und zu langweilig ist dafür.

Es ist überwiegend wie warmes Wasser, mit langweiligen, schwachen und etwas unausgewogenen Aromen.
Es schmeckt nach schwachen gröberen Grünteearomen mit im Hintergrund etwas Kamille, Herbe, Röstaromen und minimal Rauch.
Dieser Geschmackseindruck ist bei den weiteren Aufgüssen, nur noch schwach bis nicht mehr vorhanden, 
mit den weiteren Aufgüssen wird dieser Tee grasiger, herber und seltsam pflanzlich säuerlich.

Ich würde das Wasser nehmen, wenn mir dieser Tee oder Wasser angeboten wird.:ph34r:
Wenigstens ist dieser nur sehr langweilig und geschmacksarm, hat aber keinen sehr unangenehmen Geschmack.
Für mich schmeckt der Tee nicht alt, was bei Tee von Supermärkten mal vorkommen kann, sondern nach schlechter Qualität.

Kalt aufgegossen schmeckt dieser Tee ziemlich ähnlich zu den anderen Gunpowders,
gröbere Grünteearomen im Vordergrund, etwas Herbe, Röstaromen mit minimaler Rauchnote im Hintergrund.
Für mich ist dieser Tee nur als Kaltaufguss brauchbar.:/

Das bisschen, was dieser Tee kostet, sollte eher in einem anderen Tee investiert werden.
Ich würde mindestens 29 Cent mehr ausgeben und einen anderen Gunpowder von einem Teeladen kaufen.
Diese sind vermutlich besser, als die aus einem Bioladen für einen etwas höheren Preis und wahrscheinlich auch frischer.

Als Alternative kann auch für die 2,69 €, welche dieser Tee gekostet hat,
die entsprechende kleinere Menge, von einem Tee gekauft werden,
welcher einen höheren 100 g Preis hat und qualitativ besser ist.

denreegunpowdertrocken.png

DGunpowderAufguss.png

Edited by Macarona

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      Gunpowder Bio
      Ich habe mir einen Gunpowder (2,69/100 g) Bio der Marke Dennree ausgesucht,
      diesen Tee habe ich vom selben Bioladen wie den Sencha von Lebensbaum.
      Für Kaltaufgüsse und Mischungen mit Kräutern, habe ich diesen Tee gekauft.
      Mal schauen, wie dieser alleine aufgegossen ist.

      Laut Beschreibung ist dieser Tee angenehm herb und hat einen feinen Duft.
      Es steht auch dabei, dass die zu Kugeln gerollten Teeblätter beim Aufgießen und Entfalten knistern.
       
      Zubereitungsempfehlung:
      70-80 Grad und 1-2 min. Es gibt keine Mengenangabe.
       

      Aussehen:
      Dieser Tee besteht überwiegend aus mittelgroßen, lose zusammengeknüllten Blättern und einigen Blattstücken.
      Ein paar kleinere Blattstängel und Aststückchen sind auch dabei.
      Die Farbe des Tees ist überwiegend ein fahles gräuliches Grün, etwas dunkler und gelbgrünlicher als die Oberseite von einem Salbeiblatt,
      welches ein etwas bläuliches Graugrün hat.
      Ein paar einzelne, etwas gelbliche, hellere Blätter sind auch dabei.
       
      Geruch:
      Angenehm nach gröberen Gunpowder, etwas geröstet und minimal rauchig im Hintergrund.
       

      70 Grad, 1 Min und 1,25 g:
      Wenige kleinere Partikeln in der Schale und die Aufgussfarbe ist ein etwas dunkles, bräunliches Gelb.
      Es schmeckt nicht sehr intensiv und überwiegend nach schwächeren, gröberen Grünteearomen,
      im Hintergrund sind herbe Grünteearomen, die auch etwas geröstet sind, etwas Kamille und eine winzige Rauchnote.
      Nach einem Moment wird es minimal fruchtig und blumig im Hintergrund.

      Einiges an Adstringenz vorhanden, welche mich ab der halben Schale anfängt zu stören und ein mittellanger Abgang.
      Insgesamt schmeckt es nicht so gut, weil es unharmonisch und langweilig ist.

      20 Sekunden:
      Etwas mehr Partikeln und die Aufgussfarbe ist ein schwächeres helles Gelb.
      Der Geschmack ist schwächer geworden und ein leichtes Kratzen im Rachen ist hinzugekommen,
      welches bei den anderen Aufgüssen nicht besser wird.
      Die Blumigkeit und Herbe im Hintergrund hat sich minimal verstärkt.


      Zwischenfazit:
      3 „gute“ Aufgüsse und 5 Mögliche.
      Wird beim dritten Aufguss etwas frischer, grasiger und pflanzlich im Hintergrund.
      Ab dem 4 wird es viel schwächer und schmeckt wenig nach Tee.
      70 Grad scheinen zu wenig zu sein, der Tee schmeckt bei den späteren Aufgüssen sehr langweilig und kaum nach Tee und kratzt im Rachen.




      80 Grad und 1 Min:
      Ein paar Partikeln in der Schale und die Aufgussfarbe ist ein minimal bräunliches Gelb, wie von einem hellen Honig.
      Es hat einen wärmeren Geschmack, als bei 70 Grad.
      Weniger nach Kamille und die Röstaromen haben etwas zugenommen.
      Blumigkeit ist schon vom Anfang an präsent und minimal stärker geworden.

      Die typischeren Grünteearomen, die bei 70 Grad schon schwach ausgeprägt waren, sind hier noch weniger vorhanden.
      Es schmeckt insgesamt etwas diffus und ist eine Mischung aus mehreren schwächeren Aromen,
      die ineinander übergehen und keine klare Abgrenzung zueinander haben, dadurch ist es auch etwas uninteressanter.


      20 Sekunden:
      Aufgussfarbe ist etwas heller geworden.
      Schmeckt schwächer als zuvor.


      Zwischenfazit:
      Ein „guter“ Aufguss und 4 Mögliche.
      Schmeckt bei den weiteren Aufgüssen kaum noch nach Tee und diffus warm,
      wie warmes Wasser, mit ein bisschen Geschmack und leider ist es auch kratzig im Rachen.



      Westlich 70 Grad, 2 Min und 0,3g :
      Aufgussfarbe ist ein helleres, minimal grünliches Gelb.
      Etwas frischer und herber, als mit Gong-Fu und minimal mehr nach grobem Grüntee.

      3 Min:
      Etwas wärmer und weniger frisch geworden.


      Zwischenfazit:

      Westlich aufgegossen ist dieser Tee minimal besser als bei Gong-Fu.
      Es schmeckt dadurch nur ein bisschen mehr in Richtung Grüntee und ist minimal interessanter geworden.
      Reicht aber nicht aus, um etwas mehr als langweilig zu sein.
      Westlich ist es auch ziemlich schnell ausgelaugt, mit maximal 2 Aufgüssen.

       

      Fazit:

      Dieser Tee ist warm aufgegossen ziemlich mangelhaft.😞
      Zum nebenher trinken ist dieser eigentlich geeignet, weil es nur etwas Aufmerksamkeit braucht,
      aber zu wenige brauchbare Aufgüsse liefert und zu langweilig ist dafür.

      Es ist überwiegend wie warmes Wasser, mit langweiligen, schwachen und etwas unausgewogenen Aromen.
      Es schmeckt nach schwachen gröberen Grünteearomen mit im Hintergrund etwas Kamille, Herbe, Röstaromen und minimal Rauch.
      Dieser Geschmackseindruck ist bei den weiteren Aufgüssen, nur noch schwach bis nicht mehr vorhanden, 
      mit den weiteren Aufgüssen wird dieser Tee grasiger, herber und seltsam pflanzlich säuerlich.

      Ich würde das Wasser nehmen, wenn mir dieser Tee oder Wasser angeboten wird.
      Wenigstens ist dieser nur sehr langweilig und geschmacksarm, hat aber keinen sehr unangenehmen Geschmack.
      Für mich schmeckt der Tee nicht alt, was bei Tee von Supermärkten mal vorkommen kann, sondern nach schlechter Qualität.

      Kalt aufgegossen schmeckt dieser Tee ziemlich ähnlich zu den anderen Gunpowders,
      gröbere Grünteearomen im Vordergrund, etwas Herbe, Röstaromen mit minimaler Rauchnote im Hintergrund.
      Für mich ist dieser Tee nur als Kaltaufguss brauchbar.

      Das bisschen, was dieser Tee kostet, sollte eher in einem anderen Tee investiert werden.
      Ich würde mindestens 29 Cent mehr ausgeben und einen anderen Gunpowder von einem Teeladen kaufen.
      Diese sind vermutlich besser, als die aus einem Bioladen für einen etwas höheren Preis und wahrscheinlich auch frischer.

      Als Alternative kann auch für die 2,69 €, welche dieser Tee gekostet hat,
      die entsprechende kleinere Menge, von einem Tee gekauft werden,
      welcher einen höheren 100 g Preis hat und qualitativ besser ist.


    • By Teetim in Tims Teenotizen
         3
      Wenn man sich ein bisschen mit Sheng-Pu Erh beschäftigt, ist es wohl fast unvermeidlich, dass man recht schnell über den Dayi 7542 stolpert. In der Tat war es der erste Sheng, den ich geordert habe, noch bevor ich Rat und Hilfe fand. Heute habe ich ihn probiert. MarshalN weist darauf hin, dass die einzelnen Jahrgänge durchaus unterschiedlich ausfallen. Dieser Vergleich fehlt mir natürlich bisher.
      Der Auszug der kurzen Waschung zu Beginn duftet nach Waldboden und Nadelbäumen, am Deckel zarte florale Noten. Was mir direkt beim Verkosten des ersten Aufgusses in den Sinn kommt, ist das Adjektiv "gefällig": ich finde den Tee zurückhaltend und sehr ausgewogen, gerade was Süße und Bittere angeht. Neben anderem meine ich, etwas Karamell zu schmecken.
      Aber das ist gleichzeitig das Problem, das ich mit diesem Tee habe. Der Geschmack oder besser: das Aroma ändert sich mit den weiteren Aufgüssen für mich nicht spürbar sondern bleibt linear. Selbst auf einen Aufguss, den ich versehentlich dreimal so lang ziehen lasse, wie geplant, reagiert der Tee sehr nachsichtig: er ist lediglich etwas stärker und die Bittere ist etwas überbetont. Da schmeckte und entwickelte sich der Manzhuan Huang Shan 2012 erheblich interessanter.
      Eine für mich bisher nur schwer in Worte fassbare Dimension, die in die Kategorien "Geschmack" und "Aroma" nicht passen will und die mir vor allem beim Yiwu Gushu Sheng 2008 aufgefallen ist, geht dem Tee leider völlig ab.
      Fazit: auch auf die Gefahr überheblich zu klingen, muss ich feststellen, dass der Tee mich unterfordert. Er ist mir zu eindimensional, zu leicht und zu gefällig, in einem Wort: zu langweilig. Und aus dem Bauch heraus würde ich vermuten, dass sich das auch durch eine längere Lagerung nicht wesentlich ändern würde. Vielleicht ist es der Jahrgang,  vielleicht ist auch mein Empfinden einfach noch nicht ausdifferenziert genug für diesen Tee - oder ich habe einen schlechten Tag erwischt 🤷‍♂️. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass es gefühlt noch etwa neunmillionen weitere Shengs zu probieren gibt, würde ich es bei den 50gr, die ich erworben habe, erstmal belassen. Immerhin reichlich Gelegenheit, ihn noch öfter zu probieren, isb. auch aus dem Kännchen.
       

    • By Teetim in Tims Teenotizen
         0
      Heute war endlich der große Augenblick: die Einweihung meines wunderschönen Zini Kännchens mit der zweiten Hälfte meiner Probe vom Yiwu Gushu 2008, den ich vor einigen Tagen im Gaiwan probiert habe. Um es vorweg zu nehmen: ich habe einiges gelernt 😅.
      Vor allem dass die zweite Hälfte einer kleinen Probe ganz schön krümelig sein kann. Und ein so kleinteiliger Tee das Gießverhalten einer Kanne, die nach meinem grünschnabeligen Eindruck in dieser Hinsicht sowieso etwas schwächelt, nicht eben positiv beeinflusst. Ich las hier schonmal, dass man das Blattgut mit Bedacht in die Kanne füllt und dabei zusieht, dass die großen Blätter nahe am Ausgiesser positioniert werden - leider habe ich daran vor lauter Vorfreude nicht gedacht. Nun weiß ich, dass das isb. bei Tee mit einem großen Anteil an Bruch sehr sinnvoll ist.
      Im weiteren Verlauf ist mir aufgefallen, dass das kleine Kännchen ganz schön groß ist: zehn, zwölf Aufgüsse à 140ml muss man erstmal trinken (könnte eigentlich mal jemand im Forum drauf hinweisen 🤣). Bekomme ich hin - aber in der Tat verstehe ich nun, warum sich jemand ein Kännchen < 100ml zulegt. Positiv zu vermerken ist, dass ich es im Gaiwan tatsächlich hinbekommen habe, eher 100ml aufzugießen.
      Zwischendurch habe ich die Kanne mal mit Tee übergossen wie man das oft liest oder in Videos sieht (MarshalN rät allerdings davon ab, wenn ich mich recht entsinne): das werde ich zukünftig lassen, da mir die entstehenden Flecken nicht gefallen (auch wenn sie nach der Reinigung am Schluss natürlich wieder weg sind). Mit der Zeit wird das Kännchen sicher auch so noch schöner.
      Vor allem habe ich wieder etwas mehr Gelassenheit gewonnen: natürlich haben die ersten Aufgüsse ungewollt sehr lang gezogen, was die ersten drei oder vier wiederum recht bitter werden ließ. Dennoch hat der Tee geschmeckt und die späteren Aufgüsse haben mir richtig gut gefallen. Bei längerer Ziehzeit und weiter aufgegangenem Blattgut wurde auch das Gießverhalten wieder besser (eigentlich logisch) - unter 25sek wird die Kanne jedoch nicht leer (auch mit Wasser nicht). Kürzere Ziehzeiten sind also auch unter Idealbedingungen nicht möglich. Aber damit kann ich mich erstmal arrangieren.
      Die wichtigste Frage erschien dann plötzlich eher nebensächlich: wie wirkt sich das Kännchen auf den Geschmack aus?
      Ganz ehrlich: da wage ich noch kein Urteil, dafür haben heute zu viele andere Dinge meine Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Und dazu waren auch die Intervalle zu unterschiedlich zu denen im Gaiwan. Im Großen und Ganzen hat sich der Tee ähnlich entwickelt, er erschien mir etwas runder, dafür aber auch gedämpfter - aber das kann Einbildung sein, da ich das ja erwartet habe.

    • By Teetim in Tims Teenotizen
         0
      Nein, es geht natürlich um Tee!
      Das Tätigkeitsprofil auf der Arbeit erforderte heute eine möglichst unkomplizierte Methode der Teezubereitung. Die perfekte Gelegenheit, mal den sogenannten oder auch "grandpa style" auszuprobieren. Ich besitze allerdings kein passendes Glas o.ä.. Also was als robustes Behältnis mit ca. 500ml Fassungsvermögen nehmen? Natürlich den vor einigen Wochen eigentlich für Kaffee angeschafften (aber noch jungfräulichen) Isolierbecher aus Edelstahl! Ist doch perfekt, oder? Nun ja: der Teufel steckt im Detail, aber dazu später mehr.
      Nochmal nachgelesen, wie es geht, habe ich auf der Seite des Teehändlers und der verwendet im Beispiel einen Dancong. Dancong? Hab ich doch im Haus: also 3,5g Milanxiang Dancong abgewogen, in den Isolierbecher gefüllt und ab zur Arbeit.
      Dort habe ich später in der "Teeküche" (endlich ist es auch eine...) Wasser aufgekocht. Gut, dass ich mal nen halbwegs brauchbaren Edelstahlwasserkocher spendiert habe. Während das Wasser kurz abkühlte, habe ich den Isolierbecher aufgeschraubt und die Nase hinein gehalten. Der intensive Duft ist unverkennbar: moderner Aromahopfen von der kostspieligen Sorte mit Aromen von Zitrus- und Südfrüchten beim Hopfenkochen (also inclusive des Malzduftes der kochenden Würze, ohne die weniger edlen Gerüche des Prozesses).
      Absoluter Wahnsinn, welche Bandbreite guter Tee zu bieten hat, unglaublich!
      Aufgebrüht habe ich dann mit ca. 95° heißem Wasser. Das musste natürlich erstmal weiter abkühlen.
      Im Isolierbecher.
      Selbst ohne Deckel dauert das.
      Eine ganze Weile sogar.
      Also wirklich recht lang... .
      Meine größte Sorge war, dass der Tee durch die hohe Temperatur und die ungewollt lange Ziehzeit auch recht bitter werden würde. Die ersten vorsichtigen Schlucke am noch viel zu heißen Tee wirkten auch so. Als er aber nach einer gefühlten Ewigkeit endlich so weit abgekühlt war, dass man gefahrlos trinken konnte, stellte sich die Sorge in diesem Fall als unbegründet heraus: der Tee schmeckte wunderbar und - vielleicht weil ich olofaktorisch schon auf der Schiene war - tatsächlich leicht malzig, etwas zitrisch, ganz leicht fruchtig.
      Für ein echtes Tasting hatte ich natürlich keine Muße, das Ganze sollte ja eher unkomplizierten Teegenuss nebenbei ermöglichen - und da hat diese Zubereitungsmethode alle meine Erwartungen übertroffen. Ob jeder Oolong die langsam abfallende Temperatur und die dadurch recht lange Ziehzeit mitmacht oder ob es nicht doch Kandidaten gibt, die darüber bitter werden, kann ich noch nicht beurteilen. Im Zweifel ist ein Glas-, Porzellan- oder Tongefäss wahrscheinlich die bessere Wahl. MarschalN empfiehlt allerdings, beim zweiten und/oder dritten Aufguss das Gefäß abzudecken, um den wenigen Tee in dem vielen Wasser am Schluss besser auszulaugen. Vielleicht ist der Isolierbecher also doch keine so schlechte Wahl.
      Als der Becher halb leer war, habe ich ihn jedenfalls wieder mit heißem Wasser befüllt und naturgemäß war dieser zweite Aufguss deutlich schneller auf Trinktemperatur abgekühlt. Das Ganze konnte ich nocheinmal wiederholen und hatte so den ganzen Arbeitstag lang wunderbaren Tee ohne großes Brimborium. Das werde ich dem phantastischen Dancong aber selbstredend auch noch angedeihen lassen - und ich bin sehr gespannt, wie er sich präsentiert, wenn er sozusagen standesgemäß im Gaiwan zubereitet wird.

    • By Teetim in Tims Teenotizen
         0
      Schon der intensive Duft des trockenen Tees erinnert stark an Schokolade und Nougat, die ersten beiden Aufgüsse duften wie ein saftiger, satter Schokoladenkuchen - am Deckel des Gaiwan lustigerweise aber auch leichte "grüne" Noten. Geschmack geht in dieselbe Richtung wie der dominierende Duft und auch das Mundgefühl entspricht dem satten, schweren, Aroma.
      Mit steigender Anzahl der Aufgüsse werden die Schokoaromen etwas schwächer, dafür lassen sie sich besser differenzieren. Es geht mehr Richtung Kakaobohnen und Kakaobutter (oder doch eher Sheabutter?), später Karamell oder Toffe, leicht florale Anflüge, die ich nicht näher fassen kann (könnte Veilchen sein), leichte Süße und ganz leicht adstringierende Noten. Der Tee bleibt sehr vollmundig.
      Nach einer Unterbrechung, die zur Abkühlung von Tee und Teegeschirr geführt hat, ist der fünfte Aufguss plötzlich ziemlich garstig, erinnert an Kernseife (ohne seifig zu schmecken). Kann aber auch an zu langer Ziehdauer und/oder anderer Wassertemperatur gelegen haben: ein Unglück kommt selten allein und ich habe offenbar auch den Timer fehlbedient. Um es noch spannender zu machen, sitze ich inzwischen auf der Terrasse und gieße mit Wasser aus einem Isolierbecher auf. Es folgen noch vier, fünf weitere Aufgüsse, bei denen sich der Tee zwar recht schnell wieder angenehm schmeckt, ohne jedoch zur ursprünglichen Komplexität zurück zu finden. Lecker ist er trotzdem - und wieder was gelernt.

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