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Mixiang Guifeicha Dong Ding


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Moin zusammen!

Heute gab es Abends bei mir nur eine kurze Tee-Session, also könnt Ihr aufatmen - das wird jetzt nicht so ausufernd wie meine Pu-Erh Verkostungsbeschreibungen.

Mixiang Guifei Cha, Dong Ding

(Honigduft Konkubinentee aus Zentraltaiwan)

Trockenes Blatt:

Dunkle, olivgrüne Blätter mit einen kräftigen Schuss Braun. Gleichmäßig, kugelig gerollt mit wenigen, kurzen aber klar zu erkennenden Stängelchen.

Duft: typischer Taiwan Hochlandoolong mit zusätzlicher Ahnung von Röstnote und einem kleinen Touch Ahornsirup.

Im vorgewärmten Gaiwan kommt der Duft von geröstetem Getreide und Honig durch. Daher der Name „Honigduft Guifei“.

Die Blätter haben sich normal geöffnet und fühlen sich nicht hart an - scheinbar ist der Tee nur zurückhaltend geröstet und die dunklere Farbe kommt von der stärkeren Oxidation.

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Infusion:

Spannende Mischung aus Grün und Braun. Recht kleine Blätter. Mehr in der Schlussbetrachtung.

Duft von exotischen Früchten (Papaya? Guave?) und Honig, auch etwas Salzigkeit.

(erster Aufguss mit Infusion:)

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Tasse:

Helles Orange, strahlend und klar.

Geschmacklich zuerst ein Hauch von Banane, dann Röstgetreide mit Honig (Kellogs Smacks).

Erstaunlich cremig-öliges Mundgefühl.

Nach dem Schlucken erst Trockenheit am Gaumen, dann Speichelfluss und Kühle.

(zweiter Aufguss mit Infusion:)

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(Schon deutlich kräftiger in der Tasse)

Schlussbetrachtung:

Gerade an den brauneren Blättern kann man Spuren von Insektenfraß finden – genau das, was laut Tea Masters Blog typisch ist für Konkubinentee (Guifei Cha): wie bei Oriental Beauty sorgen die Knabbereien einer speziellen Zikade dafür, dass die Teepflanze sich wehrt. Es werden bestimmte Abwehrstoffe im Blatt produziert und an den Verletzungen beginnt bereits vor der Ernte eine leichte Oxidation. Dies sorgt für einen besonders lieblichen Geschmack. Anders als beim Oriental Beauty wird hier aber die für Dong Ding übliche Qingxin-Variante des Teestrauchs verwendet.

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Fazit:

Lecker! Inzwischen mein liebster Taiwantee, wenn es etwas Jüngeres sein soll.

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Hört sich verlockend an. Einen Dong Ding habe ich noch gar nicht probiert, habe aber einen anderen Hochland-Oolong aus Taiwan im Tiefkühler. Mal sehen, wann ich dazu komme den zu öffnen.

Die Beschreibung und Assoziation mit Honig kommt mir aber bekannt vor. Meine geöffneten dunklen Oolong (Fancy) haben definitiv einen ähnlichen Duft, sind aber vom Geschmack anders.

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  • 2 weeks later...

Jetzt habe ich den Tee selber probieren dürfen und hier nun meine Notizen:

Ich habe für nach der obligatorischen Waschung eine Methode mit immer länger werdenden Ziehzeiten gewählt.

1. 15 Sek

2. 30 Sek

3. 1 Min

4. 2 Min

5. 2,5 Min

Auf diese Weise erhoffe ich mir den konzentrierten Geschmack in wenigen Aufgüssen herauszuholen. Das gibt einem zwar nicht die Möglichkeit kleinste Nuancen von Aufguss zu Aufguss unterscheiden zu können, aber dafür hat man jedes mal richtig Tee in der Tasse.

Zuerst die Bilder:

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Und jetzt die Beschreibung:

Das Blatt gibt einen leicht gerösteten Duft ab. In der vorgeheizten Tonkanne wird der Duft intensiver: Ein süßes Aroma steigt auf und erinnert mich an den gerösteten Tie Guan Yin, den ich erst letztens probiert habe. Der Duft erinnert mich an eine jap. Süßigkeit und ich muss an Honig-Sesam-Riegel denken. Dazu kommt ein Hauch Erdnuss oder Erdnussbutter?

1. Aufguss (siehe Foto):

Der Aufguss riecht leicht geröstet, süß und erinnert an Reisgebäck. Der Geschmack erinnert zuerst an den für mich typischen Oolong-Geschmack, den fast alle gemeinsam haben. Die Röstung kommt mir bekannt vor. Hat einen Hauch von Hôjicha. Der Abgang ist leicht süß. An der Zungenspitze macht sich ein Prickeln bemerkbar, welches an ätherische Öle und leichte Säure von Früchten erinnert.

2. Aufguss:

Der Geruch ist jetzt intensiver, vermittelt gut die Röstung. Der Geschmack erinnert an Karamell mit Hôjicha. Der typische Oolong-Geschmack ist noch intensiver. Der Abgang ist klar und süßlich und bleibt noch lange im Mund.

3. Aufguss (siehe Foto):

Der Geruch erinnert jetzt vermehrt an Hôjicha. Der Geschmack ist jetzt viel kräftiger und fruchtiger, wobei ich keine besondere Frucht vor Augen habe. Außerdem meine ich einen dunklen Wald-Honig wiederzuerkennen. Die Süße geht aber langsam zurück, kommt im Nachgeschmack aber wieder. Außerdem gesellt sich eine leichte Holz-Note dazu.

4. Aufguss:

Im Mundgefühl ist der Tee auf eigenartige Weise unheimlich intensiv. Dabei ist die Süße und der Oolong-Geschmack schon weg. Es bleibt eine rauchige Note. Neben dem markanten Geschmack denke ich an Gerste und an die ersten Aufgüsse eines Sheng Pu Erh.

5. Aufguss:

Der Geschmack lässt jetzt nach. Dadurch kommt die Süße wieder besser zum Vorschein und der Tee erscheint mir jetzt mineralischer. Die Röstung ist noch immer im Geschmack vorhanden und im Abgang ist der Tee angenehm süß.

Insgesamt ein sehr schöner Tee, den ich mit ca. 5g auf 180-200ml zubereitet habe. Ein Versuch mit kurzen Ziehzeiten steht noch aus. Ich freue mich aber, diese leckere Erfahrung gemacht zu haben, denn dieser Oolong setzt sich geschmacklich deutlich von meinen anderen ab und ist eine tolle Bereicherung.

Vielen Dank dafür :)

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  • 2 years later...

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