Verdana330

Ionentauscher vs. Bio-Kristallisation zur Wasserenthärtung

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Hallo!

Wir bauen ein Haus und überlegen, welche Anti-Kalk-Gerätschaften wir aufgrund der 18° Wasserhärte verbauen lassen.

Klassisch wäre ein Ionentauscher. Hier würden wir dieses Gerät nehmen:

https://www.gruenbeck.de/de/produkte-branchen/produkte/enthaertungsanlagen/kalkschutz/softliqsc23/


Wir haben uns das vom Installateur anbieten lassen und er meinte, warum wir das denn unbedingt wollen, ein Gerät, das auf natürlicher Basis ohne Chemie funktioniert, sei besser. Er empfiehlt das hier:

https://www.watercryst.com/de/ks-geraet/biocat_ks_4000.html

 

Völlig verschiedene Verfahren.

Der Ionentauscher nimmt Calcium und Magnesium aus dem Wasser - lässt also wirklich den Kalk verschwinden, verändert dadurch aber auch die Zusammensetzung des Trinkwassers und macht es reicher an Natrium. 

Der Biocat belässt den Kalk im Wasser und sorgt lediglich für eine Krisallisation des Kalks, so dass sich dieser leichter weg putzen lässt und die Leitungen nicht schädigt.

 

Bisher war ich immer fest davon ausgegangen, dass für das Thema Tee, weicheres Wasser besser ist, also Ionentauscher bearbeitetes Wasser. Aber ist dem so? In Verbindung mit dem Biocat wiederum ließt man, dass es besser sei, Kalk als Geschmacksträger im Wasser drin zu lassen und lediglich die Kristallierung durchzuführen.

Ich bin jetzt ziemlich verwirrt und weiß nicht, welchen Weg wir einschlagen sollen.


Nachhaltig günstiger ist auf jeden Fall die Biocat Lösung. Preislich wäre das die erste Wahl. Aber irgendwie habe ich da meine Zweifel.

Inwiefern das Natrium angereicherte Wasser gesünder zum trinken ist, weiß ich aber auch nicht.


Was meint ihr?

 

 

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Solange das Calcium sich noch im Wasser befindet, in welcher Form auch immer, wird es Dir den Teegeschmack verderben.

Wenn Du damit keinen Tee zubereiten willst, ist es eine andere Sache. ich fürchte aber, daß auch diese Kalk-Mikrokistalle die Wirkung von Seife herabsetzen, während Natrium im Wasser der Seifenwirkung keinen Abbruch tut.

bearbeitet von Manfred

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Wie bewertest du denn die Risiken / Nachteile des Ionentauschers?

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/trinkwasser/dezentrale_trinkwasseraufbereitung.htm

 

  • Eine erhöhte Natrium-Belastung des Trinkwassers, die nach Ionenaustausch ggf.den vorgegebenen Grenzwert der TrinkwV (200 mg/l) überschreitet
  • Eine Absenkung des pH-Wertes durch die Umwandlung von zugehöriger in aggressive Kohlensäure infolge einer Zerstörung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts und einer damit verbundenen Metall- und Kalkaggressivität. Dieser Nachteil kann nur durch Nachdosieren geeigneter Korrosionsinhibitoren, meist spezielle Phosphate, wieder ausgeglichen werden.
  • Bei längerer Verweildauer des Wassers im Austauscherbett muss mit einer vermehrten Keimbelastung gerechnet werden. Demzufolge sollte bei jedem Regenerationsprozeß das Ionenaustauscherharz mit desinfiziert werden. Das gleiche gilt auch für Vorratsbehälter, Geräte und Anlagen mit längeren Standzeiten.
  • Bei einer Erschöpfung des Austauschermediums ist mit einem „Durchbrechen“ des Ionenaustauschers zu rechnen. In diesen Fällen findet eine erhöhte Rückgabe von Ionen an das Trinkwasser statt. Bei Filterpatronen in Haushaltsgeräten gibt es über diesen Zeitpunkt keinen Hinweis.
  • Durch den Ionenaustausch kann es aus ernährungswissenschaftlicher Sicht auch zu einer unerwünschten Entfernung von Mineralstoffen, vornehmlich von Magnesium, kommen.
  • Durch die nicht recyclebaren beladenen Filterpatronen aus Kleingeräten kommt es zu einer unnötigen Abfallbelastung und Materialverschwendung.
  • Bei der Regeneration des Ionenaustauschers mit Natriumchlorid gelangt eine große Menge Regeneriersalz in die Kanalisation und damit in die Flüsse und Seen (pro Einfamilienhausanlage meist mehr als 100 Kilogramm Salz pro Jahr).

 

Habe auch gerade noch das hier gefunden:

Ionenaustauscher funktionieren über ein chemisches Verfahren und dienen der Wasserentkalkung. Durch Spezialharzkügelchen wird der Kalk gebunden, Magnesium- und Kalzium-Ionen werden durch Natrium-Ionen ersetzt. Vorsicht bei verschiedenen Grunderkrankungen: Bei Bluthochdruck wird beispielsweise natriumarmes Trinkwasser empfohlen. Die Spezialharzkügelchen müssen durch Kochsalzlösung (NaCl) regelmäßig regeneriert werden. Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung sollten grundsätzlich DVGW-zertifiziert sein.

http://www.wasseranalyse-trinkwasseranalyse.de/trinkwasser/wasserfilter/ionenaustauscher

Und ich leide an Bluthochdruck und nehme Medikamente dagegen ein. Ganz schön komplexe Thematik.

bearbeitet von Verdana330

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Am 9.12.2018 um 22:15 schrieb Verdana330:

Eine Absenkung des pH-Wertes durch die Umwandlung von zugehöriger in aggressive Kohlensäure infolge einer Zerstörung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts und einer damit verbundenen Metall- und Kalkaggressivität. Dieser Nachteil kann nur durch Nachdosieren geeigneter Korrosionsinhibitoren, meist spezielle Phosphate, wieder ausgeglichen werden.

Also, wenn Calciumcarbonat uder Magnesiumcarbonat duch Natriumcarbonat ersetzt werden, wird das Wasser alkalischer, der pH-Wert steigt an. Eine "aggressive Kohlensäure" bildet sich dabei nicht.

Am 9.12.2018 um 22:15 schrieb Verdana330:

Und ich leide an Bluthochdruck und nehme Medikamente dagegen ein. Ganz schön komplexe Thematik.

Dann würde ich das Wasser aus dem Ionenaustauscher nicht trinken und auch nicht für Tee benutzen. Da ist es besser, das unbehandelte Leitungswasser durch einen Britafilter zu filtern, der ersetzt das Calcium und Magnesium durch Wasserstoff. Dabei wird dann in der Tat das Wasser saurer und die "aggressive Kohlensäure" entsteht. Die ist aber erstens unschädlich beim Trinken und außerdem verflüchtigt sie sich, wenn das Wasser aufgekocht wird.

Nachtrag: Wie in der von Dir genannten Webseite ausgeführt, sollte der Einstz eines Ionenaustauschers auf den Warmwasserkreislauf beschränkt werden. Die Frage des Schädlichkeit bei Bluthochdruck stellt sich dabei nicht!

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