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aracha


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Nein, ich habe noch keinen Aracha getrunken -_- , habe ich bisher auch noch nicht im (japanischen) Einzelhandel gesehen bzw. nach gesucht. Wie gesagt, das soll aber nichts heissen.

Wie gero in Christians Faden schon geschrieben hat, kenne ich Aracha ebenso nur als Bezeichnung fuer das Zwischenprodukt in der Gruenteeherstellung oder besser gesagt Sencha-Produktion. Vermutlich gilt die Bezeichnung auch fuer die Herstellung anderer Sorten. Deine im Blog verwendete Bezeichnung roher Gruentee finde ich etwas ungluecklich gewaehlt, da sie zu Verwechselung mit den rohen Blaettern (=roher Gruentee) fuehren kann. Andererseits faellt mir auch keine bessere Bezeichnung ein. -_-

Die Produktionsschritte bei Sencha so weit mir bekannt:

Die geernteten rohen Blaetter (生葉) werden mit feuchter Luft beblasen und anschliessend bedampft. Durch die Laenge der Bedampfung wird der grundsaetzliche Charakter des Tees in Bezug auf Geschmack, Aroma und Afgussfarbe festgelegt. 

Anschliessend werden die Blaetter durch Geblaese auf Zimmertemperatur abgekuehlt. Dann beginnt der Reibevorgang. Hier bin mir nicht sicher, wie man das auf Deutsch nennt. In japanischen Quellen ist meist 揉む die Rede, was fuer mich eher ein "kneten" ist. Hier fehlt mir elementares Wissen in der deutschen Teefachsprache. :( Help anyone? Dabei werden die Blaetter unter Zufuhr trockener warmer Luft unter Druck gerieben (geknetet, gerollt?). Das ganze wird insgesamt dreimal durchgefuehrt, wobei der physische Druck pro Durchgang zunimmt. Dazwischen werden sie einmal ohne Zufuhr warmer Luft gerieben (geschleudert, geknetet), um die Zellstruktur zu brechen. 

Im vorletzten Schritt werden sie, um die noch enthaltende Feuchtigkeit zu entziehen und um die Blaetter in die gewuenschte Form zu bringen, gerollt. (*Bei Tamaryokucha wird dieser Schritt nicht ausgefuehrt). Abschliessend werden sie unter Zufuhr heisser Luft getrocknet und der Aracha ist fertig. Waehrend dieses Prozesses verliert der Tee rund 70% an Gewicht.   

Meines Wissens enthaelt der Aracha noch Restfeuchtigkeit (ca. 5%), was eine laengere Lagerung erschwert und ihr fuer den Handel nur beschraenkt eignet.

Um die Restfeuchtigkeit zu entziehen wird der Aracha nach dem Sortieren ein letztes Mal erhitzt. Durch diesen Vorgang wird ausserdem der Geschmack und das Aroma wesentlich beeinflusst, da die Menge an geschmacksbildenden Stoffen wie Coffein und Catechine durch die Temperatur und die Dauer des Erhitzens gesteuert werden kann. Anschliessend wird er abgekuehlt und gemischt (blend). Fertig!

Falls sich die Gelegenheit mal ergibt und ich ihn testen kann, werde ich berichten. :)



Edit: Die Produktionschritte sind stark zusammengefassend und theoretisch dargestellt. In der Realitaet wird es mit Sicherheit Abweichungen davon geben. Also bitte nicht als "in Stein gemeisselt" betrachten.  :)

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Der deutsche Fachausdruck für das Kneten (揉む) des Tees lautet "rollen" (im Englischen: "rolling").



Die weitere Trocknung des Aracha kann auch beim Aussortieren passieren: ich habe in Shizuoka eine Anlage gesehen, wo der Aracha in einer turmartigen Konstruktion durch vertiekalen Luftstrom in Bewegung gehalten wird. In den Turmwänden sind viele Fotozellen und Luftdüsen. Wenn eine Fotozelle ein helleres Teil (=Stängel) im wirbelnden Tee entdeckt, wird die Luftdüse daneben aktiv und schießt den Stängel zur Seite raus. So wird der Kukicha aussortiert und es verbleibt Sencha von homogener Farbe.


Durch die starke (leicht warme) Luftbewegung wird aus dem etwas feuchteren Aracha dann trockener Sencha + Kukicha.


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Technik die begeistert, sag ich da nur! :)



Auf youtube gibt es eine tolle Dokumentation zu sehen die den kompletten Weg von Japanischem Sencha/Kabusecha zeigt, also von der Pflückung, bis hin zum fertigen Produkt. Da sieht man ganz toll was da alles an Technik zum Einsatz kommt.



Im Forum wurde glaub ich mal gesagt, das ein paar Übersetzungen in der Doku hanebüchen wären, aber abgesehen davon finde ich sie sehr interessant und sehenswert!




Bearbeitet von Joaquin
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