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Verkostung: Shincha Shimoyama


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So wie bereits angekündigt habe ich jetzt doch mal Zeit und Ruhe gefunden, diesen tollen Tee nochmals ausgiebig zu probieren.


(Fotos werden eventuell noch nachgereicht)



Der Tee besitzt eine wunderbare dunkelgrüne Farbe und schimmernde lange, dünne Blätter. Allein schon dieser Geruch: Spinat und Alge, total süß. Das macht definitiv Lust auf mehr.



Zubereitet habe ich ihn diesmal wie einen mit einer etwas höherer Dosierung, als ich es bei Senchas tue. Erster Aufguss bei 60°C. Und dieser Duft nach Alge und Spinat intesiviert sich, mir läuft schon richtig das Wasser im Mund zusammen. Nach 2 Minuten habe ich einen leuchtend grünen, klaren Tee in der Tasse. Nun bin ich schon etwas verdutzt, ich schmecke Umami, obwohl ich die Dosierung des Tees so niedrig gewählt habe.. Wow! Außerdem schlägt sich ein dezenter Algengeschmack nieder. Begleited wird dieser von einem Hauch leichter, angenehmer Süße und einer fantastischen Fruchtnote.. Pfirsich?



Zweiter Aufguss und 65°C, 45 Sekunden. Der Tee ist nun leicht getrübt, was mich jedoch nicht weiter stört. Nun schmecke ich kein Umami mehr, jeodch fällt mir nun etwas ganz anderes auf. Zitronengeschmack und leichte, prickelnde Säure. Der Algengeschmack ist jedoch geblieben und dieser fantastische Fruchtgeschmack intensiviert sich.



Der dritte Aufguss (Ich will mehr!!), 70°C und eine Minuten Ziehzeit. Nun wieder eine schön klare Tasse. Ich dachte mehr, als ich ohnehin schon aus dem Tee herausbekommen habe, ist nicht mehr möglich. Doch ich habe mich geirrt! Der Tee ist nun sagenhaft süß und nun bin ich mir sicher, das muss Pfirsich sein! Der Algengeschmack tritt nur noch leicht im Hintergrund auf und die Säure aus dem zweiten Aufguss ist verschwunden. Nun hat man wirklich das Gefühl einen Pfirsich in der Tasse zu haben, aber nicht nur den.. Verschieden Fruchnoten tanzen auf meiner Zunge.



Nun der 4. Aufguss, weiterhin 70°C und 90 Sekunden ziehen lassen. Und siehe da, der Tee ist immernoch so wunderbar süß. Von Geschmacksverlust ist immernoch nichts zu finden. Eher das Gegenteil. Obwohl das Algenaroma nun nicht mehr herauszuschmecken ist erinnert mich der Tee jetzt etwas an einen Milky Oolong. Dieses mundfüllende Gefühl von Milch ist einfach toll.



Fünfter und letzter Aufguss, 75°C und wieder 2 Minuten Ziehzeit. Ich bin mir sicher, da wäre noch einer, vielleicht sogar zwei gegangen, aber irgendwann muss Schluss sein. ;) Geschmacklich immernoch überzeugend, doch nun verliert der Tee an Komplexität. Fruchtig ist er zwar noch, jedoch lässt sich da nichts mehr eindeutig herausschmecken. Auch dieses mundfüllende Gefühl verliert trotz der noch vorhandenen "Milchigkeit" an Intensität. Jedoch ist die sagenhafte Süße seit dem 3. Aufguss nahezu konstant geblieben.



Viel lässt sich ja nicht mehr sagen, aber ich hoffe doch meine Beschreibung hat euch wenigstens ein bisschen an meiner Begeisterung für diesen Tee teilhaben lassen. :)


                                                                                                                                                                                                                                                                                                   






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Ein wunderbarer Bericht! Danke! Ich will mir direkt den Tee kaufen! ... allerdings habe ich mal eine allgemeine Frage: Woher weiß man mit welcher Temperatur und mit welcher Ziehzeit man den zweiten, dritten, vierten ... Aufguss macht? Gibt es da eine Faustregel?


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Eine einfache Faustregel zur Temperatur wäre: je hochwertiger der (japanische) Grüntee, desto niedriger die Aufgusstemperatur. Bei diesem werden aber bspw. auf der Packung 60°C empfohlen, habe ich aber nicht deswegen so gewählt. Oft schmecken mir die Tees besser, wenn ich andere Temperaturen verwende, in diesem Fall war die Empfehlung für meinen Geschmack jedoch optimal. Aber allgemein empfehle ich: Probieren bis es einem selbst am besten schmeckt ;)


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Hallo Dinostein,



dein Bericht hat mich natürlich auch neugierig gemacht. Da ich allerdings z. Zt. nur ein Probepäckchen dieses Tees habe, bleibt mir vorläufig nur ein Versuch. Werde mich bei Gelegenheit an deiner Zubereitungsmethode orientieren und mal schauen, ob's mir genauso gut gelingt und schmeckt wie dir :)



Beste Grüße


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Hallo TeeStövchen,

falls dir der Umami Geschmack zusagt, kann ich dir auch gerne die Gyokuro Zubereitung ans Herz legen. Mein erstes mal Umami mit diesem Tee :)
Da fällt der Geschmack deutlich intensiver und auch beim 2. Aufguss noch aus. Aber mir persönlich hat der Tee auf diese Weise um einiges besser geschmeckt, vorallem weil mir diese geschmackliche Komplexität bei dieser Zubereitung viel besser gefallen hat.

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