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Grüntee "geliert", bzw. zieht Fäden?


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Hallo zusammen! Habe mich gerade neu angemeldet und bin gespannt, was mich hier erwartet.

Zunächst habe ich eine vielleicht seltsame Frage: Bereits mehrfach ist es passiert, dass mein Grüntee nach 2-3 Aufgüssen im Sieb eine gelartige Konsistenz annimmt, das heißt, er kommt dicklich-zäh aus dem Sieb. Es handelt sich um einen Sincha, gebrüht bei 60Grad.

2.Teil der Frage: Versteht man "mehrere Aufgüsse" immer direkt hintereinander, oder geht es auch nach 1/2 Tag oder darauffolgender Tag?

Empfiehlt es sich dann, den Tee samt Sieb im Kühlschrank zu lagern?

Danke für Aufklärung und Grüße Werner

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Hallöchen!

 

vor einer Stunde schrieb Mekiki:

Bereits mehrfach ist es passiert, dass mein Grüntee nach 2-3 Aufgüssen im Sieb eine gelartige Konsistenz annimmt, das heißt, er kommt dicklich-zäh aus dem Sieb. Es handelt sich um einen Sincha

ich vermute es handelt sich um einen Fukamushicha (tief gedämpft), oder zumindest Chumushicha (mittel gedämpft)? das düfte nämlich mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit das Gebrösel (bis hin zu Staub) der Teeblätter sein, die sich dann vollsaugen und diese "Pampe" ergeben. ist dein Aufguss dann auch grün und trüb, und der "Teesatz" setzt sich mit der Zeit in der Tasse ab? also sofern dein Sieb nicht zu feinmaschig ist und das "Gel" nicht dort zurückbleibt.

Fäden kenn ich aber auch nicht so wirklich. sonst gern mal ein Foto hier einstellen.

vor einer Stunde schrieb Mekiki:

Versteht man "mehrere Aufgüsse" immer direkt hintereinander, oder geht es auch nach 1/2 Tag oder darauffolgender Tag?

bei Grüntee, und gerade Shincha und jap. Tee generell, schaue ich, dass ich ihn zügig trinke. nicht gehetzt, aber auch nicht stundenlang zwischen den Aufgüssen Zeit lassen. er wird nicht besser, wenn er mal Wasser gesehen hat. ich achte darauf, dass die einzelnen Aufgüsse zeitlich nicht zu lang auseinanderliegen und die Teeblätter dadurch nicht zu sehr auskühlen.

Bei Pu-Erh/hochwertigen Oolongs scheint das aber durchaus möglich zu sein (und auch gehandhabt zu werden?) - da hab ich aber mal gar keine Erfahrung. habe nur mal zur Anfangszeit gelesen, dass nach einer Übernachtung im Kühlschrank der erste neue Aufguss wieder nur ein Waschgang ist.

Bearbeitet von goza
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Das klingt schon sehr seltsam. Ich mein, ich kenn es, dass die feinen Japan-Tees eine matschige Pampe ergeben. Besonders stark gedämpfte Tees werden zu einer Art Teig. Aber was ich noch nie gesehen hab, ist Fäden ziehen - das legt ja eine hohe Viskosität nahe, und das sollte nicht sein. Ich schließe mich an - Fotos, oder noch besser ein Video deines Alien-Tees wären sehr interessant.

 

vor 4 Stunden schrieb Mekiki:

"mehrere Aufgüsse" immer direkt hintereinander, oder geht es auch nach 1/2 Tag oder darauffolgender Tag?

 

vor 3 Stunden schrieb goza:

Bei Pu-Erh/hochwertigen Oolongs scheint das aber durchaus möglich zu sein (und auch gehandhabt zu werden?)

von wem, außer Kröt? :devil:. Ich mein, ja, bei sehr edlen Tees mit relativ großen, intakten Blättern wie den genannten Sorten kann man das machen. Mit Grüntee würde ich es niemals machen, der oxidiert so schnell - nach einem halben Tag ist eigentlich kein Grüntee mehr so lecker, dass ich ihn noch trinken würde. Geht schon, ist nicht giftig, aber brrr :D.

Ich mein, nach dem dritten Aufguss sind die meisten Japan-Tees schon recht durch. Vielleicht noch aus Spaß an der Sache einen vierten, aber das ist schon eher ein Ausklingen meistens. Da würd ich sagen, kipp's weg, spül deine Kanne und hak es ab. Ist zugegeben subjektive Präferenz, wenn es dir schmeckt, es spricht objektiv wohl nichts dagegen.

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vor 50 Minuten schrieb miig:

von wem, außer Kröt? :devil:.

Ja nun!

Der Grund für das Fäden-Ziehen liegt möglicherweise daran, dass der Herr Mekiki versehentlich ein Matcha-Fondue-Rezept bei der Grüntee-Zubereitung anwendet ... sowas könnte jedem Anfänger passieren:

home-2014-06-fondue-main.jpg

Bildquelle und Rezept

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 28 Minuten schrieb goza:

Wagemutig erkläre ich mich bereit, das selbst mal auszuprobieren, wenn du was von dem Tee abtreten magst.

Super! Ich wäre auch sofort bereit, das mal zu testen. Eine Frage noch: Wie lange hattest Du den Tee denn stehengelassen, bevor Du die weiteren Aufgüsse gemacht hast?

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🤪Fondue aus Matcha! Klingt ja interessant🤑 Man kann ja auch Kuchen damit Backen!

Nein, nix dergleichen. Bio Sincha Wakana first flush, Brita-gefiltertes Wasser (anders geht es bei unserer Wasserhärte nicht), 60 Grad (gemessen), eine Minute in Hario-Glaskanne. 2. Aufguss, 10 Sek. und nach 1/2 Tag dann das Phänomen. Wenn es wieder mal vorkommt, mach ich gern ein Video.

Proben verschicken? Etwas aufwändig, aber vielleicht bestellt Ihr bei Eurer nächsten Bestellung mal eine mit (hab ihn derzeit vom Teekontor Kiel)

Danke jedenfalls für die bisherigen Ideen dazu. Werde auf kürzere Brüh-Intervalle achten.

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vor 17 Stunden schrieb Mekiki:

Es handelt sich um einen Sincha, gebrüht bei 60Grad.

Kleiner Hinweis: Es gibt Sencha und Shincha, aber keinen Sincha. Ergänzend zum 2. Teil Deiner Frage: Wie schon geschrieben wurde, sollten schonmal aufgegossene Teeblätter nicht zu lange stehengelassen werden. Einfach immer nur soviel Tee zubereiten, wie man innerhalb der nächsten Zeit trinken möchte...

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OK, dann liegt es wohl nicht am Tee.

vor 1 Stunde schrieb Mekiki:

und nach 1/2 Tag dann das Phänomen. Wenn es wieder mal vorkommt, mach ich gern ein Video.

Ah, verstehe. Der Tee zieht Fäden, nachdem du ihn einen halben Tag stehen gelassen hast? Aber nicht bei den ersten Aufgüssen? Ich denke, langsam ergibt sich ein Bild.

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'Fäden ziehen' und leicht schleimige / 'gelartige Konsistenz (plus Trübung?) lassen bei mir den Verdacht eines Schimmelpilzbefalls aufkommen - wobei da ein halber Tag doch etwas kurz wäre, wenn nicht gerade eine sehr ungünstige Umgebung (um es vorsichtig-euphemistisch auszudrücken) vorliegt. Ich trinke Grüntee schon seit ein paar Jahrzehnten und habe so etwas noch nie erlebt. Womöglich wollte da ja ein/e Mitbewohner/in heimlich Kombucha ansetzen ... :sick:

Was Grüntee und auch Oolong angeht (zu Pu kann ich nix sagen) ist es auch geschmacklich keine gute Idee, die nassen Teeblätter abkühlen und stundenlang herumstehen zu lassen. Wenn man nicht die Zeit für mehrere Aufgüsse hat, ist es mE sinnvoller mit westlicher Aufgussmethode oder Grandpa-style zu arbeiten. Wenn man nicht so viel Durst hat, ist es mE sinnvoller, mit weniger Wasser und Tee aufzugießen.

Um mal wieder Li Chih Lai bzw. Okakura zu zitieren:

Zitat

Drei Dinge auf dieser Welt sind höchst beklagenswert: das Verderben bester Jugend durch falsche Erziehung, das Schänden bester Bilder durch gemeines Begaffen und die Verschwendung besten Tees durch unsachgemäße Behandlung.

 

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natürlich passiert es mal, dass ein begonnener Tee ein paar Stunden herumsteht. ich mach Tee ja auch im Büro, und hab dort jap. Grüntee am nächsten Tag nochmal aufgegossen, wenn er vorher wg. spontanen Meetings noch nicht "aufgebraucht" worden war. das ist kein geschmackliches Erlebnis, aber irgendwas zähes ist dabei auch nicht herausgekommen. der 1/2 Tag tut nix für den Tee, im Gegenteil, ich glaube aber nicht dass das die Erklärung ist.

bei meinen Tee-Versuchen mit extra fermentierten Japantees (Goichi-cha und Co.) ist auch nix schleimiges aufgetreten.

mir fällt gerade noch ein, dass ich an Weihnachten einen vergessenen Grüntee im Kühlschrank gefunden habe. der lag dort rund 1 Jahr, war geöffnet und in einer kleinen Tupperdose verstaut worden. beim Aufräumen ist er mir in die Hände gefallen, hatte den ganz vergessen, da ich Tee ja eigentlich nur noch im Keller eingeschweißt deponiere.
Weit und breit lag da in der Nähe kein Käse (ganz hinten in einem extra Fach für Flaschen lag er, da hatten wir sicher nie Käse), der Tee hat aber im Geruch eine deutliche Käsenote angenommen, im Geschmack nur ganz minimal. irgendwelche Kulturen haben hier also nachweislich für eine "Reifung" gesorgt. aber selbst der ist ganz ohne schleimig-zähe Konsistenz (und ist auch ein Asamushi wie der hier fragliche Tee).

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