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Morschfermentierter Shou - das eigentliche Ziel oder über das Ziel hinaus?


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Beim letzten Schritt dieses ausführlichen Tee-Tests - dem Fotografieren der ausgelutschten Blätter, erst heute - ist mir etwas erstaunliches aufgefallen, was ich beim Tee-Test auf dem Blog nur erwähne aber nicht viel weiter darauf eingehe - hier würde ich allerdings gerne mit euch darüber diskutieren, denn so etwas ist mir bei einem Shou noch überhaupt nie zuvor aufgefallen:

Er ist so derb ins Endstadium fermentiert, dass die ausgelutschten Blätter und sogar die dicken Stängel bereits unter geringem Druck zu Mus werden!

Ich muss erstens anmerken, dass es sich bei betreffendem Shou um denjenigen mit dem edelsten Material handelt, der mir jemals untergekommen ist und die ganz besondere Aufmerksamkeit des Herstellers genoss - angeblich sei er auch äusserst zufrieden mit dem erzielten Resultat, wie ich vernahm.

Zweitens ganz wichtig: der Shou weist nicht die geringsten Muff-, Keller- oder Kompostnoten auf.

Eine Frage ist für mich, ob dieses Fermentationsstadium das eigentlich stets anzustrebende aber schwierig ohne Fehlnoten zu erreichende Ziel der Shou Produktion ist, oder ob z.B. bei geringerer Fermentation eine interessantere Lagerentwicklung möglich wäre (oder umgekehrt)?

Was ist eure Meinung?

Hier die vorher bei Sonnenuntergang geknipsten Fotos:

_MG_9614.jpg

_MG_9622.jpg

_MG_9624.jpg

Edited by GoldenTurtle
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Danke für eure Antworten!

vor einer Stunde schrieb Paul:

Dieses Phänomen ( ich würde es eher mit "mürbe" als mit "Mus" oder "morsch" beschreiben) hatte ich bei sehr (!) hochwertigen Shu's schon öfter.

Bei den Blättern meinte ich ähnlichem auch schon begegnet zu sein, aber bei den Stängeln?!? Das ist für mich zumindest ein Novum.

Was nebenbei interessant ist, dass den Stängeln so im Tee geschmacklich eine wesentlichere Rolle zukommt, als wenn sie fest wären.

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Könnt ihr mir ein paar konkrete mürbe Shou-Stängel-Beispiele nennen?

Ich habe ja einige anständige Shou z.H., vielleicht ist es mir auch bisher nie aufgefallen, weil ich nie zuvor ausgelutschte Shou Blätter fotografiert/so genau wie gestern unter die Lupe genommen habe - in den Fällen, wo ich sie nach der Runde etwas angeschaut hatte, waren die Stängel noch stets intakt - vielleicht ein blöder Zufall.

@miig: Ich mache mal bei Gelegenheit dein 1111er vom anderen You, der sollte ja bestimmt.

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Nein kann ich nicht, aber ich werde im Winter mal drauf achten - vorher trinke ich keine Shu mehr :D

Aber im Prinzip ist es wohl bei den meisten Shu so, die weit fermentiert sind. DIe Stengel sind auch meistens intakt, aber es reicht eben wenig mechanische Einwirkung schon aus, um sie zu zerreiben. In der Frühzeit der Shu wurde die Fermentation wohl noch nicht immer so weit getrieben, da könnte man vermutlich auch anderes finden. Hab da aber bisher auch nicht so drauf geachtet.

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Ist also gut, wenn wir in Zukunft genauer darauf achten, um ein detaillierteres Bild der heutigen Produktionsweisen, was den Aspekt betrifft, zu erhalten.

Vielleicht können wir auch mal das Lagerverhalten von unterschiedlichen Fermentationsstadien ableiten.

Edited by GoldenTurtle
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Ich muss gestehen, ich kann nicht ganz folgen - ist der Shu weit fermentiert, sind auch die Stengel matschig, hat man ihn ein wenig weniger hart rangenommen, sind sie noch etwas fester. Oder denkst du eine Ecke weiter als ich? :D Ich werd jedenfalls bei meinen nächsten Shus mal drauf achten :)

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vor 18 Stunden schrieb miig:

ich werde im Winter mal drauf achten

Ach, du trinkst erst wieder im Winter Shou?

vor 15 Stunden schrieb miig:

Oder denkst du eine Ecke weiter als ich? 

Nur, ob sie, wenn sie weniger stark fermentiert sind, grundsätzlich andere Lagerentwicklungen ausweisen, die vielleicht interessanter sind.

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vor 27 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ach, du trinkst erst wieder im Winter Shou?

Das war jetzt etwas provokant formuliert, aber grundsätzlich trinke ich Tees, die wärmend wirken, wie Shu, Hongcha und deutlich gealterte Sheng überwiegend bei kaltem Wetter. Im Sommer empfinde ich die zusätzliche Wärme als unangenehm. Umgekehrt trinke ich im Winter wenig japanischen Grüntee und jungen Sheng.

vor 28 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Nur, ob sie, wenn sie weniger stark fermentiert sind, grundsätzlich andere Lagerentwicklungen ausweisen, die vielleicht interessanter sind.

Ah, ja, das scheint wohl so zu sein. Die Einschätzung, dass weniger stark fermentierte Shu mehr Alterungspotential aufweisen, hab ich jetzt schon öfter gelesen, z.B. bei GTH und bei Olivier Schneider. Ist ja auch plausibel.

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vor 55 Minuten schrieb miig:

grundsätzlich trinke ich Tees, die wärmend wirken, wie Shu, Hongcha und deutlich gealterte Sheng überwiegend bei kaltem Wetter. Im Sommer empfinde ich die zusätzliche Wärme als unangenehm. Umgekehrt trinke ich im Winter wenig japanischen Grüntee und jungen Sheng.

Ach, ich weiss nicht, ob man sich das doch vielleicht nur einbildet, man schon mit dieser Haltung und Erwartung z.B. an einen heissen Grüntee rangeht. Das sagen ja so viele, wenn man sich in Teekreisen bewegt, quasi ein Mantra, das einem beständig vorgebetet wird - aber es macht mir persönlich z.B. überhaupt nichts aus, bei Eiseskälte im Garten Grüntee zu trinken (was übrigens besonders schön ist!), oder bei Bruthitze einen prächtigen Hongcha. Lustigerweise habe ich z.B., als es die letzte Zeit wärmer wurde, durchschnittlich klar mehr Hongcha getrunken als in der kalten Jahreszeit. Ich gehe aber generell gerne eigene Wege und glaube z.B. auch nicht an die Auswirkung von Sternzeichen, will meinen, erfahrungsgemäss benützen viele Leute diese als plumpe Ausrede sogar vor sich selbst, um gar nicht an eigenem Fehlverhalten arbeiten zu müssen; "ich bin halt so wegen dem Sternzeichen". 9_9

Edited by GoldenTurtle
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VIelleicht, vielleicht auch nicht :) Ich halte es (offenslichtlich) nicht für Einbildung, und es ist auch nicht so dass ich mir das so als feste Regel setze. Ich steh jeden Tag vor dem Teeangebot und denke mir, worauf hab ich denn Lust heute? Daraus hat sich diese Präferenz ergeben. Klar, die eigene Haltung beeinflusst zu einem großen Teil die Wahrnehmung, das nicht anzuerkennen wäre unrealistisch, und es ist immer gut, eingefahrene Denkmuster mal kritisch zu beleuchten.

In diesem Fall denke ich dass meine Einschätzung dieser Prüfung standhält, schon immer finde ich grünere Tees wesentlich erfrischender als weniger grüne. Dazu kommt natürlich dass jedeR unterschiedlich auf diverse Dinge reagiert und es nicht für alle gleich sein kann. Vergleichen mit Astrologie möchte ich mich dann bei der Gelegenheit dezent entziehen -_-

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