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Malawi Satemwa Zomba Pearls


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Dieser Tee verdient es, m.E., einen eigenen Thread zu bekommen.

Das hat mehrere Gründe. Herausragende Qualität, ein Unikum unter seinesgleichen, aber vor allem wegen den Gedanken und Emotionen die er mir beschert hat.

Infos zur Teeplantage.                Infos zum Tee (auf den Malawi klicken).

Eindrücke:

Ich bin wieder in Amerika, Illinois. Es ist Februar, es schneit wie verrückt. Minus 35 Grad Celsius.

Ich und jemand der mir lieb und teuer ist, sind auf dem Weg Lebensmittel zu kaufen.

Im Laden ist es ätzend voll und laut. Mir wird nicht warm. Weder körperlich noch im Herzen.

Auf der Rückfahrt fragt die Person beiläufig, ob ich nicht Lust auf eine heisse Suppe hätte, denn dort drüben wäre ein nettes kleines Bistro. Warum nicht?

Circa 10 Tische, diverse Menschen. Es ist warm und die Leute lachen. Die Chefin des Hauses, eine rundliche, hübsche Italienerin bittet uns freundlich an einen Tisch. Sie zählt diverse Gerichte auf. Ich bleibe bei der Suppe und entschließe mich für eine Minestrone (eine relativ einfache, italienische Gemüsesuppe).

Kurz darauf kommt unser Essen. Die Suppe duftet himmlisch. Frisch, vor allem Tomaten, mediterran, handgemacht mit Herz.

Und genau so schmeckt sie auch. Wenn man die Augen schließt vergisst man das Schneetreiben und die Kälte die draussen herrschen. Ich fühle mich der Heimat ganz nah. Die Wärme der Suppe erreicht jeden Winkel. Wie eine herzliche Umarmung der Großmutter der Familie, die diese Suppe eigenhändig gekocht hat.

Der Abschied ist nicht amerikanisch, er ist europäisch.

Den restlichen Tag ist mir ganz warm. Daran ändert auch die Kälte um mich herum nichts.

Das waren die Erinnerungen die der Tee bei mir wachgerufen hat. Um nun ein wenig sachlicher an den Tee ran zu gehen, ich finde er schmeckt gemüsig. Im Duft herrschen sonnengereifte Tomaten vor. So wie die, welche ich als Knirps im Griechenland Urlaub frisch vom Strauch gepflückt hab.

Diese finden sich auch im Geschmack wieder. In späteren Aufgüssen kommt noch eine fruchtige Note hinzu, die angenehm bereichert.

Zubereitet habe ich ihn übrigens im Gaiwan, 4 Gramm Tee, ohne Zeitmessung. Rein am Duft orientiert.

Unabhängig von meinen persönlichen Empfindungen, kann ich sehr empfehlen den Tee zu testen.

Bilder folgen!


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Von Hand gerollte Blätter.

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Nach dem ersten Aufguss.

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Tassenfarbe zweiter Aufguss.

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Blattgut nach der Session.

Edited by Anima_Templi
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schönes posting!



zur ergänzung: arun und ich hatten im tee-fokus mal über einen weisstee aus malawi vom satemwa teegarten geschrieben.



ein auszug daraus:





das satemwa teaestate wurde 1923 vom schotten maclean kay gegründet, und hat eine bewegte geschichte hinter sich. heute werden dort neben schwarztees, die 90% der produktion ausmachen, auch für afrika eher exotische sorten, wie weisstee, oolong und pu-erh produziert, zudem wird kaffee angebaut. in einem gästehaus kann man sich für kurz- oder langzeiturlaube einmieten.


 

malawi nimmt für sich in anspruch, das erste land in afrika gewesen zu sein, das kommerziell tee angebaut hat:

 


ein erster anbauversuch in 1878 misslang völlig, ein zweiter in 1886 brachte lediglich zwei teesträucher hervor.

 

mit samen dieser beiden pflanzen wurde dann 1891 von zwei kaffeefarmern ein erneuter, dieses mal erfolgreicher versuch gestartet. dieses jahr kann also als der beginn der kommerziellen teeproduktion in malawi angesehen werden.

 

heute wird um thyolo im shire-hochland im grossen stil tee angebaut.



das ganze posting im tee-fokus


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Hatte ihn heute im Gaiwan, ein merkwürdiger Grüntee!



1,5 gr. im 80 ml Gaiwan, 75 Grad heißes Wasser, witzig die gerollteen Blätter, recht gr0ß, sieht man ja auf den Bildern. Gemüsiges hab ich nicht geschmeckt, hatte ehr den Eindruck von guter ! Erbsensuppe mit Speck, wahrscheinlich mein Suppenbild bei kaltem Wetter :-)


Ich habe dann die Themperatur erhöht und es kamen ganz starke Kakaonoten und Kaffeenoten, ähnelte sehr einem sehr guten äthiopischem Kaffee, den mir ein großzügiger Spender nebst anderen geschickt hatte - er sei hier nochmals öffentlich bedankt.



Ein witziger Grüntee, von dem es sich sicherlich lohnt ein paar dicke Bollen in der Winternotfallbox zu haben.

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Hat schon eine ausgeprägte Solanaceen-Komponente, sowohl im Duft als auch Geschmack. Wenig dichter Aufguss zu Beginn - daher passen Sahne (TG) und Speck (Paul) für mich nicht, allerdings sind späteren Aufgüsse von anderem Kaliber. Bei mir haben sich die Bündel nicht so schön entrollt, finde ich.



@Paul: Erbsen sind doch auch Gemüse ;)



Ich hatte ca. 1.6g/100ml, der nächste Versuch wird im Grandpa-Style gemacht, denke ich.

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1,6g ist aber schwach dosiert, oder?

Für diesen Tee schon würde ich im Nachhinein sagen, aber effektiv war ich wohl eher näher an Pauls Dosierung von 1.5g/80ml: ich habe das Wasser in einen Pitcher zum Abkühlen geschüttet, der Gaiwan war nicht normal hoch gefüllt. Durch die z.T. recht dicken Knäuel ist das Abwiegen schwierig, ein zusätzlicher Bollen treibt das Gewicht schnell (zu) hoch.

Vielleicht habe ich ja auch eine schlechtere Charge erwischt ;)

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@Klaus


Wir Jungs von der dunklen Seite fangen vorsichtig an :D, es hindert uns ja niemand beim nächsten Mal ein wenig mehr zu nehmen. Es ist aber schon so, daß die ersten ersten eins zwei Aufgüsse ein wenig lasch waren, wenn sich aber die Rollen entrollen, war es für einen sensiblen Shu Trinker durchaus ausreichend.


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     Es ist aber schon so, daß die ersten ersten eins zwei Aufgüsse ein wenig lasch waren, wenn sich aber die Rollen entrollen, war es für einen sensiblen Shu Trinker durchaus ausreichend.

Gut zu lesen, genau das war auch mein Eindruck. Ich hatte zudem auch gedacht, dass sich eine deutliche "Verdickung" des Geschmacks entwickelt, wenn sich die Knäuel mehr öffnen. Anhand der Bilder ist es nicht ganz einfach zu beurteilen, aber ich fand meine Rollen da etwas zurückhaltend!

 

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Wie versprochen die zweite Verkostung von Malawi Satemwa Zomba Pearls:



5 gr. in Porzellankyushu 250 ml 80 Grad Quellwasser 3 min ziehen lassen, offener Deckel.



Die Angabe von TG zum Brühen diese Tees mit 1,5 min Ziehzeit scheint mir recht kurz zu sein, weil sich die Blätter, selbst wenn sie viel Platz haben in dieser zeit nicht öffnen.



An Geschmack kommt Karotte, Sellerie, Kartoffel eigentlich klar und stark raus, aber die Erbsensuppe bleibt hinten immer noch spürbar. Starke Gelbe Farbe, klar. Noch zwei weitere Aufgüsse folgen mit 85 und 90 Grad. In allen drei Aufgüssen, war eine kleine kaum spürbare Rauchnote, eine Oolong Vision, aber ganz schwach und dennoch bemerkbar und irritierend. Eine Erklärung könnte sein, daß die Blätter, wenn man sie sich mal nach den Aufgüssen anschaut an manchen Stellen stark oxidiert sind. Wenn das gewollt ist gut, wenn es Verarbeitungsfehler sind auch gut, dem Tee dient es.



Fazit: Sicherlich kein Grüntee, der die Freaks dieser Richtung begeistert, dazu ist er nicht vielschichtig und fein genug; aber ein Tee, der es in meine Survivalkiste geschafft hat - und das will was heißen!

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Die "fleckige" Oxidation ist mir auch aufgefallen und ich hatte auch überlegt, ob Absicht oder Versehen.





; aber ein Tee, der es in meine Survivalkiste geschafft hat - und das will was heißen!


Interessant, was findet sich denn noch so in der Suvivalbox? Und nach welchen Kriterien wählst du aus?


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  • 4 months later...

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