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    • Von Thomas87
      Viel Mühe nimmt der Connaisseur auf sich - feinstes Geschirr, allerfrischesten Direktimport aus dem Teegarten, umfassende Schulung sämtlicher Gaumenknospen - um sich den unverfälschten und wahren Genuss zuzuführen, den nur ein optimal zubereitetes Produkt zur Geschmacksentfaltung, ach was, -explosion bringen kann, um ja jede Gehirnzelle zu betören: Ja, das ist es! Jetzt hab’ ich’s!
      Nun gibt es ein technisches Problem. Das ist die Wassertemperatur.
      Tee - zumal schwarzer - verlangt kochend heißes Wasser zur Lösung aller Inhaltsstoffe. Der Kenner gießt zwar nicht sprudelnd kochendes Wasser drüber, sondern wartet und lässt ein paar Grad abfallen, aber auch dann hat der Tee immer noch reichlich 40 Grad Übertemperatur: Er ist nicht trinkbar, will man sich nicht die Zunge verbrühen. 
      Also wartet der Teekenner ab. In dieser Wartezeit aber beginnt bereits der Alterungsprozess des Getränks. Man kann das an der Verfärbung von gelb zu gold zu braun direkt beobachten und selbst bei grobem Geschmacksempfinden herausschmecken: Der Tee verbittert. Das Optimum ist verpasst.
      Die Findigen behelfen sich mit Milch und gießen kalte zu. Dann hat man ein Milchmischgetränk, aber keinen Tee mehr: Perdü der reine Genuss.
      Andere nun kippen Kanne zu Kanne schnell hin und her und sind so mit Zwischentemperaturmessungen beschäftigt, dass die Konversation bei Tische leidet und die Gäste sich eher im Labor vermuten, als beim Teekränzchen.
      Wieder andere bereiten einen Teesud und ergänzen diesen - nach langen Messreihen - mit der richtigen Menge Kaltwasser, das sie tassengerecht portioniert haben, um ja den optimalen Trinkpunkt des Maximalaromas, der bei etwa 69 Grad liegt, also im Wägpunkt zwischen Frische und Bitterung, nicht zu verpassen. 
      Dies sind die Ingenieure der Teezeremonie, mithin die MINT-Leute, die nach aufwendiger Kurvendiskussion und präziser Grenzwertberechnung sämtliche Parameter in einen Annäherungspunkt kulminiert haben und letztlich doch am inhärenten Kompromiss zwischen Alltag und Wissenschaft scheitern. Wer schon tut sich solche Prozeduren an?
      Kurzum: Die Suche nach dem Geschmacksoptimum, nach dem reinen Genuss artet aus in aufwändige technische Szenarien oder in kulinarische Unzulänglichkeit und wie in jedem magischen Viereck ist das eine nicht zu haben, ohne auf das andere verzichten zu müssen: 
      Wer Tee richtig und optimal genießen will, handelt sich eine Menge Stress ein und konterkariert damit jeden Genuss.
      Dabei haben wir - Ähh - über Kalkanteile im Brühwasser und deren geschmacksbeeinträchtigende Wirkung noch gar nicht gesprochen. Über Wasser generell. Über Blattentfaltungsräume. Kannen- und Tassenformen und deren Einfluss auf die Degustation. Über Mondphasen, Raumfeuchte und jahreszeitliche Bedingungsgefüge. Über Kindheitsprägungen und die Genderproblematik beim Teetrinken.
      Die Experten haben - im Gegensatz zum Laien - die Lehre vom Optimum längst aufgegeben. Sie beurteilen ein Lebensmittel, Wein, Olivenöl, Butter, nicht nach Optimalgenuss, sondern nach Typgerechtigkeit. Schmeckt das Ding so, wie es schmecken sollte? Damit aber sind wir in der Mode, sprich der Relativität und nicht in der Spiritualität, also dort, wo ein jeder Kenner hin gelangen will, nämlich in die Istigkeit.
      Was also spricht der Weise? Wie schält er sich aus dem Dilemma? Wie kann er noch unbefangen Tee trinken, ohne zu verzweifeln? 
      Nun, Bodhidharma ging es nur um die Wirkung. Hierfür genügt auch eine Dose Red Bull. Klappt kalt wie warm: Die Gans ist raus!
      ps
      Dieser Beitrag bezieht sich auf diesen Koan:
      Chokoglu brachte dem Meister eine Schale Tee. ‚Zu heiß‘, sprach der Meister.
      Chokoglu brachte eine neue Schale. ‚Zu bitter‘, sagte der Meister. 
      Nun kam Chokoglu mit einer dritten Schale an. ‚Zu dünn. Dieser Tee schmeckt nach gar nichts‘, entgegnete der Meister.
      Viele Jahre lang brachte Chokoglu nun dem Meister Tee, aber niemals nahm der Meister eine Schale von ihm an. Immer hatte er etwas einzuwenden. Niemals fand eine Schale sein Genügen.
      Da hörte Chokoglu damit auf, dem Meister Tee zu bringen.
      Sofort rief der Meister: ‚Wo bleibt mein Tee?‘
       
    • Von TaoTeaKing
      Als meine Pu-Erh Neugier vor einigen Wochen gezündet hat, habe ich mir aus dem "Teeladen an der Ecke" 50g losen "Pu Erh“  gekauft, welcher ein Shu war, aber da war mir diese Unterscheidung in Shu und Sheng noch fremd. Auf die Idee mit dem Pu-Erh bin ich gekommen weil ich in Stuttgart, am Tag zu vor, unser Auto zufällig vor einem Teeladen geparkt hatte, den ich noch nicht kannte, und in dem auch Pu-Erh in Bings verkauft wurde. Mit dem Pu aus dem „Teeladen an der Ecke“ hatte ich kein sehr schönes Tee-Erlebnis, wenn auch ich den Tee mit einer gewissen Neugier, wieder mal, probiert habe. Mein allererster Pu-Erh ist schon ca. 6 Jahre her … auch solch ein loser billig Shu.
      Zum Glück bin ich aus Neugier noch mal nach Stuttgart in den neu entdeckten Teeladen der die Bings verkauft, um noch einen versuch zu machen so habe ich zum ersten mal in meinem leben einen Sheng getrunken. Seit dem bestelle ich Fleißig Probe um Probe … um die guten Shengs die ich getrunken habe, soll es aber in diesem Bericht nicht gehen…
      Die Dame nämlich die den "Teeladen an der Ecke betreibt" unterstütze ich gerne,  mit Tee-Gschwender fast gegen über hat sie es nicht leicht,  und so habe ich sie einige Tage später gefragt ob sie auch "besseren Pu-Erh" über ihren Großhändler für mich bestellen kann.
      Gestern gab sie mir drei Beutel mit jeweils relativ viel Pu-Erh (drei verschiedene Sorten, leider alles nur Shu) …
      den ersten, mit der Aufschrift „ China Pu Erh Tuo Cha“ ^^ habe ich gestern verkostet.
      Aussehen: ein sehr dunkles, festes Stück von einem kleinen Toucha.
      Setting: Vorher gelüftet am Fenster für 20 min,  6 g  in  100 ml Porzellan-Gaiwan. Nur etwas von den losen „Krümeln“ im Beutel,  die größte Menge jedoch vorsichtig aus dem festen Teil gelöst.

      0.1. Waschen:  15 sekunden, 90 Grad warmes Wasser,  wenig Wasser
      0.2 Waschen:  15 sekunden 80 Grad, Gaiwan halb voll mit Wasser (die Waschwasser-Temperaturen hatten keine große Absicht, eigentlich wollte ich nach der hier: >http://china-cha-dao.com/blogs/news/8379278-puerh-tea-brewing-technique-lesson-by-douji-ceo-mr-chen beschriebenen Methode machen … hab dann aber auf „wie es gerade passt“ umgeschwenkt. 
      1. Aufguss: 15 Sekunden , voll kochendes Wasser 
      Geruch : leicht süß, in Ansätzen: Feige, Datteln
      Konsistenz / Mundgefühl: sehr dickflüssig, voll. Ganz hinten dennoch irgendwie leicht wässrig und nicht rund.
      Geschmack: Süßlich,  Erde (war zu erwarten), die Shu unangenehmen Shu-Aromen von dem Tee neulich (siehe Oben) hallen nur leicht nach … wären mir die Kompost-Aromen von dem losen Pu-Erh den ich neulich hier gekauft habe nicht mehr so präsent ... würde mir es vielleicht gar nicht auffallen.
      Das war das allererste Tässchen, ab da ging es steil bergab.
      Oh … Jetzt, beim letzten Tässchen des ersten Aufgusses kommt doch klar das wohl bekannte billig Shu Aroma durch ... wenn auch nicht so negativ… wobei ?!… doch … dieser (furchtbare) Nachgeschmack… oh Teegott hilft mir!  Wenn man ein mal einen halb gereiften Sheng probiert hat ( und das habe genau 1x gemacht bisher   ) oder auch einen richtig bzw. ziemlich guten Shu (auch das habe ich bisher genau 1x gemacht)  will man doch sowas nicht!? 
      Mal sehen wie der nächste Aufguss schmeckt.
      2. Aufguss: ( 20 Sekunden, kochendes Wasser)
      Erste Tässchen: ... weniger süß, weniger Kompost
      Staub legt sich auf die Zunge, habe mehr befürchtet ... Süße meldet sich zurück, wenn auch nicht so stark wie bei aufguß 1.
      Letztes Tässchen: Erde, Laub, weder bedrohlich noch schön...
      3. Aufguß
      Wässrig, erdig, billige Süße.
      Fast vergesse ich für einen Moment all die Geschmackswelten von Pu-Erh, die ich bisher bereist habe und frage mich was ich an dieser Teesorte „Pu-Erh“ nur finde...  aber vor allen Dingen Dank des 2006 Yiwu und des "Xiao Hu Sai 2014" die ich neulich getrunken habe,  besinne ich mich wieder.
      Ich kippe den Rest weg …
      Fazit leider: da trinke ich lieber Wasser.
      Schulnote für diesen Tee: eine glatte 5 ... hätte man sich bei dem Namen "China Pu Erh Tuo Cha" schon denken können   
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