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Geschmacksbestimmung mal andersherum...


Matsch

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Ich hab mal in einem Weinratgeber die Beschreibung "schmeckt wie Kerosin" gefunden (und das sollte auch noch positiv sein?!?). Sollte eine Unterkategorie von mineralisch sein...

Manchmal fragt man sich ja schon, was die Leute schon alles probiert haben.

Oder um es mit den Worten des "Held der Steine" zu sagen:

"Die ham doch alle Lack gesoffen." (Sinngemäß zitiert)

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Naja, das ist ja alles relativ,  es würde sich wahrscheinlich kaum einer Erde, Moos oder Holz in den Mund schieben. Dennoch sind diese Geschmacksrichtungen was sehr schönes. Urin war ja wenn ich mich recht erinnere angelehnt am Stallgeruch,  dem man durchaus was abgewinnen kann. So sehr Ironie dazu Spaß macht, gerade diese Vielfalt macht den Tee ja letztlich aus.

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vor 22 Stunden schrieb Matsch:

Ist die unterschiedliche Ausprägung von rauchig dann abhängig von der Intensität oder Dauer der Röstung bzw. des Kochvorgangs?🤔

Das hängt eher davon ab, wieviel Rauch versehentlich in die Teemasse hineingekommen ist. Ich erinnere mich noch an meinen Besuch in Zürich 2017. Ich war da auch bei einem Teetreffen im Shui-Tang. Ich hatte einen Lao Ban Zhang von 2009 mitgebracht, den wir u.a. verkosteten. Anwesend waren neben Meng-Lin Shou, der Inhaberin, und mir @GoldenTurtle und @Diz. Als wir den Tee verkosteten Merkte @GoldenTurtle sofort an, daß da eine rauchige Fehlnote vorhanden war, die offenbar beim Kochen des Tees darin hängengeblieben war. Ich weiß nicht, ob der Tee jetzt besser ist, ich hatte voller Stolz über den günstigen Preis einen ganzen Bing für 236 US-$ bei Yunnan Sourcing gekauft. Das meiste habe ich noch...

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vor 1 Stunde schrieb Manfred:

Urin riecht ja eigentlich wenig

Das kann ich aus der beruflichen Praxis bestätigen. Neben der Ernährung beeinflusst auch das Trinkverhalten.

vor einer Stunde schrieb Manfred:

Als wir den Tee verkosteten Merkte @GoldenTurtle sofort an, daß da eine rauchige Fehlnote vorhanden war,

Das ist für mich eine Kunst, die Unterscheidung zwischen Fehlnote und gewollter Rauchigkeit. VielleIcht hat der LBZ auch prinzipiell keine rauchige Note. Ich hab noch nie einen getrunken. Hatte Menglin kein "funktionierendes " Pendant da?

Ich mag dezente Rauchigkeit  eigentlich ganz gerne,  beim Liming BigGreenTree 2011 fand ich es wie gesagt sogar richtig gut.

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vor 1 Stunde schrieb Matsch:

Hatte Menglin kein "funktionierendes " Pendant da?

Hatte sie. Ein himmelweiter Unterschied.

P.S. Ich habe den anderen Tee dann gekauft. Ein Restchen müßte noch da sein, und damit auch die Information über den Jahrgang.

vor 2 Stunden schrieb Paul:

allein für isis sollte nisi stehen

Und statt absendibus sollte siche absentibus stehen.

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  • 2 Wochen später...
Am 12.9.2023 um 19:49 schrieb Matsch:

Das ist für mich eine Kunst, die Unterscheidung zwischen Fehlnote und gewollter Rauchigkeit

Scheinbar ist es wirklich prinzipiell eine Fehlnote, aber eine teilweise akzeptierte oder sogar auch gemochte...

https://deathbytea.blogspot.com/2017/01/causes-for-sour-flavors-in-puerh-tea.html?m=0 (mal eben aufgeschnappt:))

Zitat

Puerh-Sammler sind es gewohnt, diesen Verarbeitungsfehler als „normal“ hinzunehmen, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist. „Zurückgezogener Rauch“ entsteht nicht durch unsachgemäße Fermentation, sondern durch eine Bedingung, die dem Teeblatt während des Wok-Prozesses des Chaqings auferlegt wird, um die Oxidation der Teeblätter vor dem Pressen zu stoppen. Eine weitere Ursache für Rauchentwicklung ist, wenn das Chaqing in einem geschlossenen, verrauchten Raum durchgeführt wird, sodass die Gerüche der Holzverbrennung die Blätter durchdringen. Ich bin traurig, wenn ich das probiere, weil ein schönes Blatt vielleicht nie die Chance bekommt, das zu sein, was es sein soll. Armes Blatt, nun ja, nichts verloren und nichts gewonnen. Dennoch sind viele Sammler so sehr an Saibling- oder Raucharomen gewöhnt, dass dies als normaler Zustand akzeptiert wird. Tatsächlich haben viele Menschen gelernt, es zu mögen. Hin und wieder gefällt es mir auch, auch wenn ich denke, dass es ein Manko ist.

 

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Apropos Rauchigkeit.

Ich hatte heute einen 2004er Song Pin Hao  Sheng. Dieser war sehr würzig, wie Tabak und hatte auch eine rauchige Note, die an Asche erinnert hat. Insgesamt hat es mich an Zigarrettenrauch erinnert und daher konnte ich nicht viel von dem Tee trinken, denn ich bin Nichtraucher und mich stört der Gestank von Zigaretten sehr.

Ob das ein schlecht gelagerter oder schlecht produzierter Sheng war, kann ich nicht beurteilen. Es kann auch sein, dass er nur eine rauchige Fehlnote hatte und durch die Würze erst die Ähnlichkeit zu Zigaretten hergestellt hat.

Eigentlich auch schade, denn ansonsten hatte der Tee Potenzial.

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Ich glaub Aschegeschmack ist eher eine Fehlnote, ich kann mir nicht vorstellen, dass das gewünscht ist. Vielleicht kommt die Assoziation zu Zigaretten, weil gleichzeitig ein Tabakaroma vorhanden war, welches ja scheinbar ,für sich genommen, gewollt sein kann oder zumindest zu guten Ergebnissen führt. Siehe Hier.

Würde mich wirklich interessieren, der beschriebene Tee mit dieser ganz speziellen Tabak Note. Ich war mal Raucher vor Jahren, kenne die Aromenfülle von Tabak also im Grunde, aber im Pu hat ich sowas bisher noch nicht. 

Bearbeitet von Matsch
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Wirklich großartig geschrieben, auch der schöne Gedanke Tabak auf diesem Wege nochmal wieder näher zu kommen. Ich mag die Tabakaromen an sich sehr gerne, auch wenn mir der Bezug zur Kindheit fehlt, konnte ich dem immer etwas abgewinnen. Das Aroma ist schon besonders, ähnlich wie bei Kaffee sehr komplex. Ich hab den 90er Baoyan Jincha von Puerh.uk hier, den mag ich wirklich sehr gerne. Der hat für mich neben dem wirklich schönen Geschmack ein spektakuläres qi. Tabaknoten hab ich bisher nicht auf dem Schirm gehabt, werd ich nächstes mal genauer hinschmecken. 

 

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  • 3 Wochen später...

Der Anlass für diesen Thread war ja, Ideen zu bekommen für verschiedene Geschmacksrichtungen bzw. Aromen und das Anhand von Beispielen.

Eine große Hilfe für diesen Ansatz ist für mich das Aromarad von Kyarazen.

Es gibt dort wirklich schöne und detaillierte Beschreibungen plus Zuordnung zu Tees. Damit bekommt man ein kleines Werkzeug an die Hand um Teebeschreibungen etwas objektiver zu gestalten.

Der Blog insgesamt ist eine Bereicherung.

Bearbeitet von Matsch
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Hilfreich ist Aromarad allemal. 

Je nach dem, wie viel Emphase man auf "objektiv" legt, wird daraus eine sehr verkrampfte Veranstaltung. Man ist sehr stark an die eigene Erfahrungswelt gebunden. Kardamom habe ich noch nie bewusst pur, sondern immer nur in Verbindung mit etwas anderem zu mir genommen. Ab und zu einen Abgleich der eigenen Assoziationen mit der Realität vorzunehmen, ist sicherlich hilfreich und auch spaßig, wenn man auf sowas steht. Das habe ich vor einiger Zeit mit dunkler Schokolade gemacht. Aller Wahrscheinlichkeit nach, kommt bei mir die Assoziation "dunkle Schokolade" durch die Kakobitterkeit zustande. Diesen oder einen ähnlichen Prozess für viele weitere Assoziationen anzustrengen, würde mir persönlich zu sehr in Arbeit ausarten. Jedenfalls zur Zeit.

Außerdem habe ich ein paar Bauchschmerzen, da die Informationen zur Entwicklung recht spärlich sind: "It too about a year’s conceptualization and testing, and by no means is an “absolute” wheel as everyone’s from different ethnicities, different olfactory and taste sensitivity/taste preferences etc. You can actually use this tea wheel as a base and adjust it if need be." Da zum "testing" nichts bekannt ist, ist "objektiv" womöglich optimistisch gewählt. 

Beispiel: Mir fehlt Thymian in der Liste, Möglichkeit 1) Thymian gibt es nicht in der Teewelt und ich fantasiere mir was zusammen, Möglichkeit 2) Es liegt am Kulturraum, meine Thymianassoziation, ist durch etwas anderes im Rad abgedeckt, usw. ... Nehmen wir an 2) wäre die korrekte Erklärung, das Rad wird auf den Kulturraum angepasst, dann wird es mit dem gemeinsamen Bezugspunkt zusehends schwieriger und erst einmal deutlich subjektiver. 

 

Kann mir jemand erklären, wieso "Fire Element" konzeptionell bei "Bitter" eingeordnet ist?

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