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Schönen Abend zusammen,

ich hätte mal eine Frage an die Botaniker unter euch :)

Es geht um die genau Einordnung/Zuuordnung der Teepflanze. Soweit ich ich es richtig verstanden haben gibt es bei der Gattung Camellia vier Untergattungen zu denen auch die Untergattung Thea fällt. Sofern ich im Bilde bin, wird aber nur  Camellia sinensis ssp. als Teepflanze bezeichnet.

Zählen dann andere Teestrauchgewächse aus der Untergattung Thea wie Camellia taliensis nicht zu denTeepflanzen? Gibt es hier starke morphologische und biochemische Unterschiede?

Soweit ich mich erinnere gab es die Tage auch eine Diskussion in der es um Blüten oder Blätter ging, welche als Tee bezeichnet wurden aber wohl keine waren.

Wie eng ist denn hier die Abgrenzung, dass nur Camellia sinensis ssp. als Teepflanze bezeichnet wird?

 

Vielen Dank im Voraus

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Am 1.10.2016 um 23:26 schrieb chuuka ichiban:

Zählen dann andere Teestrauchgewächse aus der Untergattung Thea wie Camellia taliensis nicht zu denTeepflanzen?

Vermutlich findest du nirgends so viele Liebhaber der Camellia taliensis wie hier. :lol:

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Zitat

Camellia taliensis (大理茶) ist eine endemische Art der Familie der Theaceae, welche nur in der chinesischen Provinz Yunnan sowie in den angrenzenden Gebieten von Myanmar, Laos und Thailand vorkommt. Sie wurde nach der Volksgruppe der Dai (Thai) benannt, da diese traditionell mit dieser Pflanze verbunden sind [1]. Blätter dieser wildwachsenden Teebäume werden von der lokalen Bevölkerung für die Herstellung von Pu-Erh verwendet. Pu-Erh von alten Bäumen (Gushu) ist besonders bei Sammlern und Teekennern beliebt.

http://teapedia.org/de/Camellia_taliensis 

 

vor 2 Stunden schrieb T-Tester:

 

Vermutlich findest du nirgends so viele Liebhaber der Camellia taliensis wie hier. :lol:

:D

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Danke euch beiden :)

Weil dahin zielte meine Frage ursprünglich ab. Woher diese strenge Einteilung kommt das nur Camelia sinensis ssp als Teepflanze gilt. Die anderen Pflanze der Gruppe Thea aber nicht. Oder liegt das nur an den oberflächen Quellen die ich gelesen habe?

Grüße

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@chuuka ichibanleider weiss ich zu dem Thema nichts... aber sicher gäbe es hier Menschen die sich damit gut auskennen... 

lustiger weise gerade bei Bannacha hier http://www.bannacha.com/en/19-jinggu gesehen ... 

Zitat

Jinggu is a county of Pu Er, in the center of Yunnan. Inside this county, a small town called Xiao Jinggu is home to very old tea trees and natural tea gardens. Two varieties of tea grow there: the usual Camellia Sinensis and the less known Camellia Taliensis which grows very large leaves and make a very fragrant kind of Pu-erh tea called Da Bai Cha (大白茶).

 

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danke @TaoTeaKing

Mich würde einfach interessieren, ob das historisch so Gewachsen ist, oder ob man einfach nur von Camellia sinensis ssp. als Teepflanze spricht, weil die anderen noch zu "unbekannt" sind? Wohingegen ich das aufgrund der hier zahlenmäßig großen Fraktion der Camelia taliensis trinker irgendwie nicht glauben kann. Zumal ja dann keine großartigen morphologischen wie biochemischen Unterschiede bestehen sollten.

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vor 2 Stunden schrieb chuuka ichiban:

Wohingegen ich das aufgrund der hier zahlenmäßig großen Fraktion der Camelia taliensis trinker irgendwie nicht glauben kann.

Sorry, war ein Insider-Witz, weil wir hier - gemessen an der Anzahl der im Forum aktiven Mitglieder - eine größere Pu Erh-Fangemeinde haben als es der deutsche Teemarkt erwarten ließe. 

bearbeitet von T-Tester

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Also es gibt schon den einen oder anderen Tee aus taliensis, ich habe auch zumindest einen Weisstee aus Knospen von alten Bäumen davon.

Tees aus Mutanten Arten (wahrsch. von sinensis assamica ausgehend) sind zur Zeit noch ziemlich in (purple leaf).

Aber die meisten Tees sind aus sinensis sinensis oder sinensis assamica. Aber es gibt, verhältnismässig sehr selten, auch Tees aus noch anderen Kamelien Arten. Ich meinte irgendwelche Hinterwäldler machen auch noch was aus einer japonica Art?!

Auf einer Kamelienausstellung habe ich mal Fotos geknipst und hier hochgeladen, daraufhin hat doch @Key einen Bericht über verschiedene für Tee verwendete Kamelien Arten geschrieben. Meinte ich zumindest! Muss irgendwo sein.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Es gibt eine ganze Menge an Sorten, die als Teepflanze bezeichnet werden. Ist natürlich eine Definitionssache, was man noch als Teepflanze bezeichnen möchte und was nicht. Camellia Sinensis var. sinensis und Camellia Sinensis var. assamica sind die Sorten, die wirtschaftlich am meisten Bedeutung haben und wo die Definition als Teepflanze eindeutig ist.

Die Pflanze sollte von der Gattung Camellia sein und sowohl Theanin als auch Coffein besitzen. Ich denke das kann man so als Mindestvorraussetzung stehen lassen. Darüber hinaus steht dann wohl die Eignung in Sachen Geschmack und allgemeine Verträglichkeit im Mittelpunkt. Botaniker interessiert die Eignung als Teepflanze eher weniger, wenn sie Sorten zu den jeweiligen taxonimischen Gattungen, Untergattungen, Sorten, usw einordnen. Ich denke Taxonomie und Eignung als Teepflanze muss man getrennt sehen. Das sind einfach zu unterschiedliche Angehensweisen. Die Bauern in Yunnan und Laos werden kaum einen taxonomischen Schlüssel haben. Die sehen eine Pflanze die nach Teepflanze aussieht und schneiden sich ein paar Ableger und gut ist.

Ich habe mal für den Zweck um bei Händlern nach Samen anzufragen eine Liste erstellt. Bei allen Sorten habe ich zumindest die Behauptung gelesen, dass sie als Pflanze zur Teeproduktion im klassischen Sinne geeignet seien. Ich kann weder dafür garantieren, dass es bei allen Sorten davon stimmt, noch dafür, dass manche Sorten nicht nur alternative Namen für andere sind (Wo ich es weiß, habe ich die Sorten in einer Zeile genannt). Es gibt dort auch ein paar taxonomische Ungereimtheiten. Hier die Liste (ohne Gewähr):

C. sinensis
C. sinensis var. bohea
C. sinensis var. Assamica
C. sinensis var. Assamica Kitam
C. sinensis var. Assamica Dehongensis
C. sinensis var. waldenae
C. sinensis var. publilimba
C. formosensis
C. taliensis
C. crassicolumna (var. multiplex, var shangbaensis,..)
C. irrawadiensis
C. grandibractiata
C. kwangsiensis
C. gymnogyna
C. tachangensis
C. ptilophylla
C. parvisepaloides
C. manglaensis
C. sinensis var. parvifolia (var. cambodiensis)

 

Vom Yunnan Agricultural Institute hab ich gehört, dass sie über 40 Sorten identifiziert haben die als Teepflanzen nutzbar sind. @Cha-Shifu, besitzt du die Auflistung oder die botanischen Kriterien?

 

Nachtrag: Ich freue mich über jeden zusätzlichen Namen ;) 

bearbeitet von Dao

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Nachtrag - hier ist eines der erwähnten Themen mit dem einen oder anderen lesenswerten Detail oder Kommentar:

Und es sind eine oder mehrere Varietäten der sasanqua (verschiedene im gelinkten Beitrag geknipst), aus deren Blätter auch Tee produziert wird. Bei den japonica weiss ich es aktuell nicht, wäre aber möglich.

@Dao Ach das Yunnan Agricultural Institute ist doch bestimmt dauerteadrunk.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 6 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Ach das Yunnan Agricultural Institute ist doch bestimmt dauerteadrunk.

Wir doch auch :D Was bringt es uns Trunkenbolden was aufzutischen, was von sinnigeren Geistern geschaffen wurde? :P

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Danke @Dao

Wo hast du denn die Liste her, was sind deine Primärquellen?

Meine Frage rührt daher das Wachira et al. von der Tea Reaserch Foundation of Kenya (Tea in Health and Disease Prevention 2013) dazu folgendes schreiben.

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B978012384937300001X

Zitat

Indeed, though most non-tea Camellias, e.g. C. irrawadiensis, C. taliensis, C. reticulata, C. pitardii, C. saluensis, C. sasanqua, C. japonica, C. lutescens, C. kissi, C. caudata, C. rosaeflora, C. hongkongensis, C. cuspidata, superficially resemble tea, they either lack caffeine or produce weak infusions which may not pass as quality tea.

Zitat

Tea is, however, the most important of all Camellia spp. both commercially and taxonomically. Though the other non-tea Camellia’s are not widely used to produce the brew that goes into the cup that cheers, several species, e.g. C. taliensis, C. grandibractiata, C. kwangsiensis, C. gymnogyna, C. crassicolumna, C. tachangensis, C. ptilophylia, are used as sources of tea-like beverages in parts of China, which indicates that the economic potential for beverage production from additional underutilized species is very great.

Zitat

Because of the aforementioned, the liquors of C. irrawadiensis and C. taliensis lack the quality of tea. All F1 interspecific hybrids created between these two species and C. sinensis have also failed to produce a tea of commercially acceptable quality.

Jetzt erklärt mir das bitte mal einer genau. :ph34r: Oder habe ich das einfach nur im gesamtenKontext  falsch verstanden?

 

Grüße

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Die Quellen für die Liste habe ich mir nicht aufgeschrieben, da ich die Liste primär zum Eigennutz und nicht zur wissenschaftlichen Aufarbeitung erstellt habe. Ein großer Teil der Einträge wurde von mir aus wissenschaftlichen Artikeln zusammenkopiert. Die Artenvielfalt Yunnans ist bei Forschern kein Geheimtipp mehr, sodass man in vielen Artikeln vermerke findet, dass einige der oben genannten Sorten von der lokalen Bevölkerung Yunnans zur Teeproduktion genutzt wird.Manche habe ich jedoch auch in Blogs und Reiseberichten von Teehändlern gefunden.

Was die Verwertbarkeit zur Teeproduktion angeht, muss man einfach feststellen, dass grüner und schwarzer Beuteltee nach Standardgeschmack am wirtschaftlichsten ist. Der Geschmack von Pu-Erh-Liebhaber ist dann für die meisten Teeproduzenten - insbesondere solche mit Fokus auf den Westen - viel zu speziell. Es wird ja auch bei Pu-Erh viel in Belnds gepackt. Man stellt sich also Geschmackskomponenten zusammen, wobei ein ungewöhnliches Geschmacksprofil den Preis bei Liebhabern heben kann. Kommerziell ist das natürlich nicht gewünscht. Dabei sind allgemein zugängliche Geschmäcker und Sortenreinheit (wegen maschineller Verarbeitung) viel wirtschaftlicher. Aber auch bei Pu-Erh hat die Wirtschaftlichkeit im letzten Jahrhundert Einzug gehalten, sodass der Großteil der Produktion auf einheitlichen Feldern in Reih und Glied mit erprobten Teesorten, die gleich und gut wachsen, stattfindet.

Die oben genannte C. ptilophylia ist übrigens in der Betrachtung um Tee zu produzieren, der von Natur aus Koffeinfrei ist. Also ist das letzte Wort auch in der Wirtschaft noch nicht gesprochen. Aber warum wirtschaftliche Ideen ausplaudern, bevor sie Marktreif sind? ;)

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@Dao vermutlich hast du recht. Ich dachte nur das es einen vielleicht einen differenierteren wissenschaftlichen Diskurs über die Kultivierung und Botanik von Camellia ssp.gibt. Du hast aber definitv recht! Auch bei vielen Studien hinsichtlich der gesundheitlichen Aspekte und Inhaltsstoffe nur nach grünem oder schwarzem Tee unterschieden wird. Nicht aber nach Herkunft, Verarbeitung und Infusionszeit. Hier muss noch etwas mehr Aufklärung betrieben werden. :P

Vielleicht lässt sich ja in Zukunft auch in der Fachwelt mal darüber mehr lesen. Ansonsten muss man vermutlich einfach mal selbst in die entsprechenden Gebiete fahren und etwas Feldforschung betreiben:D

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vor 3 Minuten schrieb chuuka ichiban:

@DaoVielleicht lässt sich ja in Zukunft auch in der Fachwelt mal darüber mehr lesen. Ansonsten muss man vermutlich einfach mal selbst in die entsprechenden Gebiete fahren und etwas Feldforschung betreiben:D

Stell ein Team zusammen, ich mach mit und arbeite dann an der Degustation :P

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:thumbup:sehr schön, ich werde daran arbeiten ;)

vielleicht ergibt sich ja was eines Tages

Ich muss auf jeden Fall erst mal die über 100 Artikel in Tea and Health in Disease Prevention durchbekommen, dann sprechen wir uns wieder :P

bearbeitet von chuuka ichiban

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