Zum Inhalt springen

Einstieg Shu Pu erh - auf der Suche nach Fruchtigkeit


Empfohlene Beiträge

Ich tauche seit Kurzem in die Welt der Shu Pu erhs ein. Angefangen hat es mit einem Tee von Tea-addicts https://www.tea-addicts.de/pu-erh-tee/strawberry-fields-2019/. Die Fruchtigkeit hat mir, neber weichen Erdigkeit und angenehmen Süsse ohne Bitterkeit und Adstringenz, sehr zugesagt. Nun habe ich von Tee-excclusive ein paar Shus gekauft und bin gerade am probieren. Beim ersten von Lin Cang fiel mir gleich auf, dass er weniger fruchtiger ist.

Nun bin ich am überlegen, welche Tees ich weiter probieren sollte. Ich hab aufgeschnappt, dass Shus aus dem Westen Yunnans (Bulong, Menghai) deutlich kräftiger sind als die anderen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob damit auch die Fruchtigkeit kommt. Habt ihr einen Tipp, auf welche Regionen oder andere Kriterien ich achten könnte, um einen fruchtigen, gerne trotzdem komplexen Shu zu bekommen?

Link zum Beitrag
vor 13 Stunden schrieb blickwinkel:

Ich hab aufgeschnappt, dass Shus aus dem Westen Yunnans (Bulong, Menghai) deutlich kräftiger sind als die anderen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob damit auch die Fruchtigkeit kommt.

Howdy!

Bei Shou (im Gegensatz zu Sheng) hat das noch viel mehr mit der Verarbeitung zu tun, welche Aromen und Noten aus dem Pflückgut hervorgehoben, ja fast gemacht werden.
Loser Shou einfacher Qualität wird übrigens gerne aromatisiert, weil richtige Frucht, nun ja, der Fermentation eher widerspricht - wenn, dann eine Süsse in Richtung von Karamell oder chinesischer Dattel
Ich kenne den Shou von dem Shop aber nicht, den du oben erwähnt hast, aber da sie schreiben, dass das ihr allererster Shou in ihrem Sortiment ist, weiss ich natürlich nicht, was die sich haben andrehen lassen.
Aber wenn dir Fruchtnoten das Wichtigste sind, bist du in der fermentierten Welt mMn eigentlich falsch - da würde dich die oxidierte Welt (Hongcha) viel mehr willkommen heissen, aber auch Taiwan- und Phoenix-Oolongs.

Dieser Hongcha könnte etwas wirklich interessantes für dich zum Geniessen sein (ich kenne den Tee und den Produzenten).
Wenn du Glück hast, ist dieser auch ähnlich interessant und dabei etwas preiswerter.
Zweiteren Hongcha kenne ich selbst noch nicht, aber wildes Pflückgut von dem Dorf schon - auf jeden Fall bringt die Oxidation von Pflückgut von solch unkultivierten Pu'Er Teebäumen eine betörende, tiefe Fruchtigkeit hervor, in Nase und Gaumen.
Der Preis dieser beiden könnte sich möglicherweise aber auch wieder relativieren, denn ersterer stammt von vermeintlich älteren Bäumen und könnte, sollten sie denn nicht überpflückt sein, sich als ausdauernder beim Aufguss erweisen.

Bearbeitet von GoldenTurtle
Link zum Beitrag
vor 8 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Loser Shou einfacher Qualität wird übrigens gerne aromatisiert, weil richtige Frucht, nun ja, der Fermentation eher widerspricht

Da komm ich nun ins Grübbeln. Bei anderen fermentierten Lebensmittel ist es so, dass das Resultat sauer ist, da Kohlenhydrate in Milchsäure verwandelt wird. Aber sauer ist Shu Tee glaub ich selten, und Fruchtigkeit bedingt wohl Säure (?) Im Grunde beschreibt das Wort "Fermentation" aber nur den Prozess, das Ausgangsmaterial (und Resultat) kann wohl unterschiedlich sein. Vielleicht ist es aber auch die Kombination von erdig und süss, die ich als fruchtig empfinde. Jedenfalls hat es mir sehr zugesagt. Bei fruchtigen Schwarztees hat mich die Adstringenz gestört, aber ich muss sagen, dass ich noch keine Schwarztees in der von dir erwähnten Preiskategorie probiert habe. Ich hab mir den zweiteren Vorschlag jedenfalls vorgemerkt, möchte aber auch weitere Shus probieren (schließt sich ja nicht aus ;)) Auch hab ich vor, in nächster Zeit wieder einmal bei https://nan-yi-tee.de/ vorbeizuschaun, vielleicht ergattere ich dort ein paar gute Teeblätter, der lose Shu dort hat mir aber nicht zugesprochen.

Einen stark oxidierte Oolong hab ich zweimal probiert. Die Kombination süsslich-schokoladig hat mir aber nicht zugesagt. Ich muss auch sagen, dass es mir bei den drei Shus, die ich bisher probiert habe, neben dem komplexen Geschmack auch die Wirkung angetan hat. Irgendwo hab ich gelesen, dass durch die Fermentation das Theabromin gesteigert wird, vielleicht deswegen?

Jedenfalls Danke für deine Empfehlung. Ich bleib dran!

Link zum Beitrag
vor 15 Minuten schrieb blickwinkel:

Bei anderen fermentierten Lebensmittel ist es so, dass das Resultat sauer ist, da Kohlenhydrate in Milchsäure verwandelt wird.

Beim Shou geht es bei der Fermentation ja nicht (oder nur in äusserst geringen Mengen, da nicht mehr vorhanden) um Kohlenhydrate, welche meiner Schätzung wohl mit am schnellsten fermentieren, sondern es ist viel mehr eine kompostartige Fermentation, wie wenn Laub auf dem Kompost zu Erde wird, jedoch wird dieser Prozess nach etwa 55 Tagen absichtlich abgebrochen - ich schätze nach etwa 100 Tagen wäre das Ergebnis etwa Erde. D.h. ich gehe bei Shou von einer Fermentation von knapp 50% aus.

vor 19 Minuten schrieb blickwinkel:

der lose Shu dort hat mir aber nicht zugesprochen.

Loser Shou ist meistens von einfacher Qualität.

vor 25 Minuten schrieb blickwinkel:

Bei fruchtigen Schwarztees hat mich die Adstringenz gestört, aber ich muss sagen, dass ich noch keine Schwarztees in der von dir erwähnten Preiskategorie probiert habe.

Na gut, "fruchtige Schwarztees", das kann viel heissen, Hongcha ist eine grosse Welt - ich schätze aber, du hast noch keinen aus Yunnan gehabt, der aus Pflückgut von wilden Bäumen war.

vor 22 Minuten schrieb blickwinkel:

Einen stark oxidierte Oolong hab ich zweimal probiert. Die Kombination süsslich-schokoladig hat mir aber nicht zugesagt.

Einen stark oxidierten Oolong empfehle ich dir auch keineswegs um eine schöne Fruchtigkeit zu finden, sondern Taiwan Oolongs und Fenghuang/Phoenix Oolongs, die wenig bis höchstens mittel oxidiert sind und sich oft durch schöne Fruchtnoten auszeichnen.

Link zum Beitrag

Wo ich darüber nachdenke, hatte ich schon mal einen Yunnan Gushu Hongcha von Nan-Yi-Tee. Hab mir damals aufgrund des Preises nur 10g gegönnt, ging aber problemlos über 10 Aufgüsse. Ich hab den mild in Erinnerung. Vielleicht gönn ich mir den wieder. Oolongs muss ich wohl noch weiter probieren. Danke für die Tipps!

Link zum Beitrag

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.
Hinweis: Dein Beitrag muss vom Moderator freigeschaltet werden, bevor er sichtbar wird.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

  • Gleiche Inhalte

    • Von krypt.on
      Hallo liebes Forum!
       
      Pro Tag mache ich zwei "Sitzungen" in denen ich meistens Sheng konsumiere (ich habe mal mein "tägliches Werkzeug" als Bild beigefügt, vielleicht interessiert es ja jemanden). Ich nutze einen Gaiwan der 50 ml umfasst und immer um die 3,2 g Sheng. Bei dieser Menge kommt man ja gut und gerne mal je nach Sheng auf ü10 Aufgüsse. Nun meine Frage: Denkt ihr ich nehme in diesen zwei Sessions zu viel Koffein zu mir? Ich habe Angst, dass ich vielleicht zu viel Koffein konsumiere... Als unbedenklich gelten ja 400 mg pro Tag. Nur kann man bei Sheng bzw. Tee im allgemeinen nur schwer sagen wie viel man nun tatsächlich an Koffein konsumiert hat.
       
      Vielleicht kann dieser Post dafür genutzt werden, dass auch ihr hier schreiben könnt wie viel Tee jeglicher Art ihr pro Tag konsumiert. Das würde mich definitiv interessieren!
       
      Beste Grüße 
      k

    • Von GoldenTurtle
      Shu polarisiert wie eigentlich kein anderer Tee.

      Man liebt ihn, oder man hasst ihn.

      Man kann Shu eigentlich nicht nur ein bisschen mögen.

      Der S[c]hu[h] passt, oder er passt nicht - wie beim Aschenputtel.


      Shu-Trinker sind mir daher eine suspekte Laune der Natur. { }


      Was mag sie bewogen haben, in diese finsteren Abgründe herabzusteigen?

      Oder ernsthafter: Kann man einen derart polarisierenden Tee der Persönlichkeit zuschreiben?

      Oder besser formuliert:

      Klingen beim Shu-Genuss jenseits des Geschmacks auch Aspekte der Persönlichkeit an?

      Und gibt es ein rotes Band bei Shu-Trinkern?

      Sind sie alle verwegene Kerle, kein Geschmack zu unerhört, um ihnen nicht zu gefallen?

      Oder aber Pantoffelhelden, die ihre Abenteuerlust in ihrer Tasse ausleben?


      Fragen über Fragen.

    • Von GoldenTurtle
      Ich wollte ja zuerst schweigen, aber das geht einfach nicht.
      Als ich in dem von Paul geposteten Video die Authorin des "weltbesten Teebuches" gemäss der World Cookbook Awards 2020 von einem Sheng als von einem postfermentierten Tee sprechen hörte (und das Video ist nicht alt; 2019), dachte ich mein Schwein pfeifft!
      Das ist vergleichbar wie wenn ein Mathematikprofessor bei der Frage nach 2+2 mit 0 antwortet. Oder möglicherweise gar wie wenn er mit -3 antwortet. Das kann einfach nicht sein. Und unser Paul applaudiert dazu. Soll der Osten über den Westen lachen? Nicht mit mir.
      Diese Aussage ist nicht einfach nur falsch (Shou wird postfermentiert, Sheng nicht), sondern gemäss neuesten Erkenntnissen möglicherweise zu einem hohen Grad sogar doppelt falsch, denn wie ich schon vor einer Weile berichtete ist eine neuere These eines Teeprofessors in Yunnan, dass es sich bei der Sheng Reifung mehrheitlich um einen oxidativen Prozess handelt. Meine persönliche Meinung geht in die Richtung, dass je feuchter das Klima ist, desto höher ist der fermentative Anteil der Entwicklung, jedoch tendiere ich ebenfalls zu der Ansicht, dass eine gewisse Grundfeuchtigkeit erreicht werden muss, damit überhaupt erst einmal eine Fermentation in Gange kommt.
    • Von Anima_Templi
      Ich habe mir doch tatsächlich diese interessante Studie durchgelesen. Bedenken hatte ich vorher nicht und nun noch weniger, was auch an der Konklusion der Studie liegt.
      “Multiple mycotoxins were detected from either or both categories of Pu-erh, but all but patulin and asperglaucide were under the safety limit. For safe drinking, we recommend discarding the first brew.“
      Wer weiß schon, welch übles Kraut zu dieser Studie aus den Tiefen von Taobao gefischt wurde...
      Liebe Pu-Freunde, wascht euren Tee, und gut ist...
  • Neue Themen

×
×
  • Neu erstellen...