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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


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Nach einem nervigen Tag hatte ich am Abend eine erholsame Session mit dem '12er Baotang von EoT (Überraschungssample von @doumer). Die Wahl fiel bewusst auf diesen Tee, weil er schon in der ersten Sitzung eine entspannende Wirkung und eine sehr ordentliche Ausdauer bewiesen hatte. Beides sind Eigenschaften, die mir heute gelegen kamen.

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Das trockene Blatt riecht krautig-würzig. Nach dem Waschgang verströmt es einen etwas erdigen Geruch und ich nehme eine Stallnote wahr, deren Provenienz ich bei der Lagerung bzw. Reifung verordne. Insgesamt ist das Aroma zwar kräftig und robust, aber nicht besonders auffällig oder expressiv.
Seine Stärke zeigt der Tee (neben der schon angesprochenen entspannenden Wirkung) am Gaumen: Der Geschmack ist würzig-kräftig, mit einer Eukalyptus-artigen Note. Das sorgt für ein pfeffriges und gleichzeitig erfrischendes Gefühl im Rachen. Die Atemwege werden frei. Beim Ausatmen nach dem Schlucken kehren die Aromen aus dem Bouquet wieder, nun aber viel potenter. Das Aroma des Tees versteckt sich, sozusagen, zunächst im Aufguss und tritt erst am Gaumen zu Tage, dafür dann aber mit ordentlich Wucht (ich habe auch recht wuchtig dosiert, mit fast 8g auf 110ml).
Eine dezente, an Trockenpflaumen erinnernde Süße zieht sich durch die Session. Auch und vor allem ist da jedoch ein deutliches, dabei wohldosiertes Maß an Bitterkeit. Knackige Tannine, die noch lange nach dem Schlucken das Zahnfleisch stimulieren, runden den würzig-kräftigen Charakter des Tees ab.

Auch wenn ich schon Shengs hatte, die mir geschmacklich mehr zusagen: Dieser hier lohnt sich allein wegen seiner kräftigen und beruhigenden Art.

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Shuppin Gyokuro aus Yame via @teekontorkiel Ein Gyokuro, bei dem kaum Wünsche offen bleiben. Das Umami ist intensiv, jedoch nicht komplett überlagernd, so dass die feine Süsse des Tees schön

Live-Grüsse von einer kleinen Teerunde mit Diz 🥳

Wie versprochen: Bio Darjeeling Flugtee 2020 Puttabong DJ4 First Flush via Teekontor Kiel: ( Jorn Riel, Das Haus meiner Väter, TB Unionsverlag, beschreibt einen nachahmenswerten Brauch der Inuit

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Gut, Shibo hält das Fähnchen hoch für richtigen Tee, bei den aktuellen Beiträgen (ausserhalb dieses Themas) könnte man ja meinen das Forum verkommt zu einer Art von Bubble Tea Beratungsstand.

Bei mir ist gerade das Wasser auf Betriebstemperatur ... ich dachte heute ausnahmsweise an einen Oolong ... der fette Vorsitzende singt mir häufig sein Lied auf den Oriental Beauty, da kamen mir meine Röst-Experimente mit der taiwanesischen Röstmaschine, die ich vor etwa 4, 5 Jahren von mlc ausgeliehen bekam in den Sinn. Da hab ich eben so 200, 300g Oriental Beauty geröstet. Der Tee sollte sich inzwischen mit meiner teilweise yanchamässigen Röstung eigentlich harmoniert haben. Aber den lass ich vorsichtshalber wohl lieber zuerst den fetten Vorsitzenden verkosten und nehm einen von Atong gerösteten Oriental Beauty (sowas gibts tatsächlich!), Jahrgang 09 meinte ich, fällt bei Atong aber wohl eher in die Kategorie "Experimente". 🤣

@Diz wie sind die Ergebnisse deines kürzlichen Herumröstens?

PS: Ich hab mal den ca. 2015 wahrsch. stärkstgerösteten Batch des 13er OBs aufgemacht:

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Uff, uff, uff ... den hab ich beinahe verkohlt (ich hoff der Ausdruck gilt nicht als rassistisch heutzutage).

Ich probier mal. 🤖🤌

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Das fällt mir jetzt fast etwas schwer zu glauben, denn im Duft hat er etwas leicht verbranntes, und ich habe übles erwartet (nach dem Motto Augen zu und durch) ... aber siehe an, in der Tasse war es entfernt einem sehr stark gerösteten Yancha vergleichbar, und tatsächlich gut trinkbar, zwar kein Karamell, aber er weisst doch eine Süsse auf, und auch das Seidige fehlt, dafür hat er noch eine gewisse Frucht. Das macht auch Sinn, denn die karamellene Seide entwickelt sich durch sehr langes und verhältnismässig heisses rösten - nicht so heiss wie ich es bei diesem Batch gemacht habe, aber dafür war der Batch war auch viel kürzer. Das war ein extremer Testlauf, andere Batches hab ich auch weniger heiss, dafür länger gemacht, und damals bei einer relativ frischen Verkostung und Vergleich mit einem OB von Atong hat doch tatsächlich ein Teehausbesucher solch eine Version bevorzugt. 🤣

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Ich hab die Beiden gerade mehr oder weniger parallel getrunken und geb gerne zu, mir gefällt der 09er von Atong mit Holzkohle geröstete besser als mein 13er, ein vollmundigeres Erlebnis, der 09er war auch teurer als der 13er und wahrsch. besseres Pflückgut, obwohl wie doch noch angemerkt werden muss ich den von Atong in der guten Zhuni Zwieback aufgiesse und den von mir im neutralen Glas, und letzterer zudem eine viel kleinere Menge und dafür länger ziehen lassen und nur wenige Aufgüsse.

 

Das ist für Oolong tendenziell ja eher auch ein Nachteil.

 

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Am 27.10.2020 um 11:52 schrieb GoldenTurtle:

wie sind die Ergebnisse deines kürzlichen Herumröstens?

Der Weisstee hat profitiert beim Oolong hat es aber nicht mehr geholfen. Der düngt jetzt die Balkonpflanzen :ph34r:

Bearbeitet von Diz
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Ancient Tree White von Hojo
Ein Gu Shu Weißtee aus Lincang. Das verwendete Material kommt aus einem Teegarten, der in einer beachtlichen Höhe von 2100-2200m liegt.
Der Pflückgrad 1B2L liefert hier ein ziemlich uneinheitliches Bild:

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Geschmacklich spiegelt sich das wider in einer etwas ungestümen, vegetabilen Laubnote, die immer mal wieder durchblitzt. Besonders beim Riechen an den feuchten Blättern ist das der Fall. "Widerspiegeln" meint hier übrigens keine angenommene Kausalität, aber die Assoziation passt.

Das war es aber auch schon der Kritik, denn ansonsten hat der Tee viel gutes zu bieten. Olfaktorisch und gustatorisch befinden wir uns irgendwo zwischen Yunnan Moonlight White und Darjeeling 1st Flush, wobei man schwer davon ausgehen kann, dass es sich hier um var. assamica handelt. Er ist aromatischer als die mir bekannten Moonlight Whites und hat gleichzeitig einen beeindruckend dichten Körper, der sogar einige Gu Shu Shengs alt aussehen lässt. Und dieses Fazit ziehe ich trotz der kleinen Samplegröße von <4g.

Akira Hojo hatte mir drei Samples zu meiner Kyusu beigelegt. Alle drei waren wirklich gute Tees. Das möchte ich hier einmal ausdrücklich stehen lassen.

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Am 11.10.2020 um 22:01 schrieb Lateralus:

Für diese Experimente habe ich ja die Gratisbeilage zu meiner Bestellung, denn die ist mir zu unsubtil.

Lucy hat mir möglicherweise um mit dir mitreden zu können davon auch noch eine Probe zukommen lassen, welche gestern angekommen ist. Ich hab den jetzt noch nicht verkostet, aber bereits ein Sniff hat mir gereicht um dich verstehen zu können. Hier triffst du gleich schon im Duft, obwohl der Shou 2017 produziert wurde, noch auf eine typische Wo Dui Fermentationsnote, welche von einer verhältnismässig feuchten Fermentation stammt. Der eigene Cozy Shou von Lucy hingegen ist, obwohl mehrere Jahre jünger, schon viel freier davon, wurde mMn aber auch mit grösserer Sorgfalt resp. Treffsicherheit produziert.

Einerseits verfliegt diese Note in beiden Fällen mehr und mehr, aber wenn sie so intensiv ist wie in dem Fall vom Sample, kann das je nach Lagerung 10 Jahre dauern. Da er lose ist sollte es aber bei oxidativer Lagerung (ganz unten beschrieben) bereits in 2, 3 Monaten, spätestens in 5-6 schon einiges besser sein. Bei mMn getroffener produzierten Shou in diese Note bereits von Beginn an weit sanfter und viel besser in den Gesamtgeschmack eingebunden, so dass sie viele mit etwas Gewohnheit auch frisch nicht stört.

Auf jeden Fall, ich denke wenn du hin und wieder am Cozy rumsüffelst wirst du dich mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr an solch ein gut eingebundenes, sanftes Wo Dui gewöhnen.

Beim anderen würde ich bspw. die Samplepackung offen in einem Holzschrank mal ein paar Monate stehen lassen, der braucht mMn noch etwas auszulüften.

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Nachtrag @Lateralus

Dieses Muster finde ich wirklich etwas zwiespältig. Erstens wird von "Classic Menghai ripe pu-erh tea" gesprochen, und von "ripe tea professionals in Menghai" ... was für mich irgendwie den Eindruck erweckt von einer gewissen Nähe zur Menghai Factory, resp. einer Abstammung davon. Aber diese würde so feines Pflückgut nie so stark resp. so feucht fermentieren - meine Meinung. Die gehen mMn viel besser auf das Pflückgut ein und verstehen es auch viel besser, wie man bestimmte Nuancen herauskitzelt.

PS: Und Lucy mangelt es wirklich nie an Leuten, die scheinbar jeden Tee den sie trinken mit der vollen Punktzahl bewerten.

So nach dem Motto:

I don't really like this and that about this tea, but hey it's tea and it smells at least better than poop. Five stars (at least)! 

PS: This is my first tea, but I have already written an important book about tea culture called "Peeing in bubbles".

Bearbeitet von GoldenTurtle
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2019 Bulang Shan Ku Cha @TKK 

Ich hatte schlichtweg keine Lust, einen Bing auszupacken, so hat es mich zum einzigen losen Sheng in meinem Bestand geführt, von Olivier Schneidör. Ich kenne mich mit dem Namen und der Vita dahinter nicht aus und weiß nicht, was der sonst so baut, aber hier ist etwas sehr sorgfältiges mit dem winzig kleinem Schritt vor der Langeweile... Zu der es nicht kommt, weil dieser Tee eine unglaubliche Energie entfaltet. So ein bißchen wie von einem TaiChi-Meister am Augenlid in die Höhe gehoben - ich weiß, wovon ich rede. 
Wow. 

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Nachdem Anima mehrere Mal Shou der Fuhai Factory empfohlen hat (nicht zu verwechseln mit der Fohai Factory, dem Vorgänger der Menghai Factory), da er es gerne etwas weniger fermentiert mag, habe ich endlich mal so einen Aspiranten im Tässchen. Rein optisch würde ich dem Muster zwar keine geringere Fermentation attestieren, vom Geruch und Geschmack her allerdings schon. Der Fladen scheint ziemlich hart gepresst zu sein. Dennoch ein leckerer Tee mit interessanten Alterungsnoten.

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Pang Mapha Mae Hong Son Moonlight White via FL
Ernte: Frühjahr 2020

Wieder ein weißer Tee, diesmal ein Moonlight White aus der Region Mae Hong Son in Nordthailand. William beteiligt sich dort an einem Projekt, welches der lokalen Bevölkerung helfen soll, eine nachhaltige Teeproduktion aufzubauen. Heute war eine der Früchte dieser Zusammenarbeit, angeboten unter Williams Farmer Leaf Label, in meiner Schale.

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Ein untypischer Weißtee, der mit verhaltener Aromatik, dafür aber mit einem intensiveren, mäandernden Nachgeschmack/ Huigan daherkommt. Auch der Körper ist ziemlich ordentlich, wenn auch nicht mit der Kraft des weiter oben besprochenen Gushu Weißtees von Hojo vergleichbar.
Untypisch für einen Weißtee ist auch das Aromenprofil, welches sich mit seiner Herbe und deutlichen Mineralität (betont durch eine dezente, angenehme Adstringenz im Nachgeschmack) von den üblichen, gefällig süß-fruchtigen Vertretern dieser Gattung abhebt. Am prominentesten wahrzunehmen ist eine leicht rauchige Note von grüner Paprika, welche dem Tee das notwendige Maß an Verspieltheit verleiht, sodass er bei aller Austerität nicht fade wirkt.

Insgesamt ein ordentlicher Tee. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht, aber lohnenswert ob seiner Eigenheiten.

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Wieder zurück am heimischen Teetisch mit einem Mitbringsel aus Freiburg: Einem 2020er Yibang Gushu von Yu Jinsong.
Macht viel Spaß, der Tee :)

Im Geschmack sanft herb und würzig mit etwas Mineralität, zeigt er sich angenehm vielschichtig.

Was mich aber am meisten begeistert, ist der fantastische Nachgeschmack. Wo gleich ab dem ersten Aufguss plötzlich die kräftige Süße und manchmal sogar bitzelnde Fruchtigkeit von Wildkirsche herkommt, wird wohl ein Geheimnis des Tees bleiben, finde ich sie im eigentlichen Geschmack zu dem Zeitpunkt gar nicht.
Bei den späteren Aufgüssen kann ich ehrlich gesagt nicht unterscheiden, ob die Süße nun auch im Geschmack zu finden ist oder es noch Nachgeschmack der vorhergehenden ist. Spielt ja letztlich auch keine Rolle, Hauptsache sie ist da. Und das nicht nur einmal, kommt doch auch lange nach dem Leeren des Schälchens immer wieder mal zum Vorschein :) 


Ein schöner Kandidat ist der Tee auch für den Teebecher (Schälchen wäre untertrieben) von Li Jiao, den ich bereits mit allen möglichen Tees ausprobiert habe. Die verstärkende Wirkung auf so manche Geschmacksnoten ist nicht von der Hand zu weisen und im Blindtest von Mittrinkenden bestätigt. Eine schöne Bereicherung, auch um alte Bekannte mal etwas anders zu erfahren. Nicht von einer anderen Seite, auch nicht wie mit einem geschmacklichen Makro-Objektiv. Vielleicht eher so, wie der Unterschied von einer 4:3-Röhre auf einen 16:9-HD-Schirm. Ein gut produzierte Streifen kann darauf noch mehr fesseln. Man nimmt aber auch besser wahr, was man ggf. nicht unbedingt so deutlich sehen möchte. 

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Bei mir hat sich ein kleines Wochenend-Kickoff-Ritual etabliert. Unter der Woche ist es mir eigentlich nach der Arbeit zu spät für Tee, daher ist eine Tasse hochwertiger Tee das Erste was Freitags das Wochenende einläutet.
Es ist zu lange her, dass ich japanischen Grüntee in meiner Tasse hatte, und daher fiel die Wahl heute auf den wunderschönen Sencha Maeno von yutaka.
Nach so langer Zeit wiedermal Sencha zu trinken bringt mich fast an den Ort zurück als mir ein sehr guter Freund zum ersten Mal Sencha kredenzt hat. Es war einfach Liebe auf den ersten Schluck. 

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vor 6 Minuten schrieb nemo:

Teebecher (Schälchen wäre untertrieben) von Li Jiao,

In der Tat sehr interessant, was Ihre Schalen so für Nuancen bringen. Ich benutze meine nicht immer, um mir den Aha-Effekt zu erhalten, aber der Vergleich mit ihr überrascht doch immer wieder aufs Neue.

 

vor 8 Minuten schrieb nemo:

2020er Yibang Gushu von Yu Jinsong.

Darf man erfragen, wie dieser Tee bepreist ist? 

Ich habe mir etwas vom 2020er Yishan Mo von Yu gegönnt, der mit deutlich über einem Euro pro Gramm schon recht üppig bepreist ist. Aber er ist es wert.

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vor 18 Stunden schrieb Shibo:

Pang Mapha Mae Hong Son Moonlight White via FL
Ernte: Frühjahr 2020

Wieder ein weißer Tee, diesmal ein Moonlight White aus der Region Mae Hong Son in Nordthailand. William beteiligt sich dort an einem Projekt,

Bai Cha Thai wurde von Martin Vagabundo (was für ein Name!) gegründet. Und da Martin gelernter Bierbrauer ist trau ich ihm auch zu aus Kamellien ein anständiges Gebräu herzustellen 😋

Bearbeitet von KlausO
Name korrigiert
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2016 We go high von W2T

Bei diesem Tee handelt es sich um ein Blend verschiedener Regionen und um ehrlich zu sein, hab ich keine Ahnung was drin sein könnte - der Tee verwirrt mich. Er ist nicht schwer oder hat eine intensive Textur, wirkt aber trotzdem irgendwie "suppig"-voll und auch geschmacklich verhält es sich ähnlich: primär süß und adstringent mit einem etwas sauren, bitteren Beigeschmack gibt es im Hintergrund noch eine Vielzahl an nicht wirklich klar zu erkennenden Facetten, die von floral, nussig, ledrig bis muffig reichen (süßes Sauerkraut?). Facettenreich ist zwar prinzipiell schön, aber hier ist es irgendwie zu viel auf einmal bzw. zu sehr vermischt - wie wenn man zu viele Farben auf einmal zusammenmischt: heraus kommt ein trübes Braun. Schade, die Qualität des Materials scheint gut zu sein, es gibt ein durchaus spürbares Qi (wofür es auch einen ordentlichen Bonus in der Bewertung gibt) aber der Tee an sich hat keine Klarheit oder definierten Charakter - allerdings muss man auch beachten, dass er mit 4 Jahren aktuell in die "awkward phase" geht - nicht jeder Tee kann das gut.

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vor 5 Minuten schrieb doumer:

allerdings muss man auch beachten, dass er mit 4 Jahren aktuell in die "awkward phase" geht - nicht jeder Tee kann das gut.

Ja, nee, ich kenn den schon länger, hab von dem mehrere Muster gekriegt und fand diesen nie gut, immer irgendwie nichtssagend, traut sich nicht zu seiner Meinung zu stehen (hat möglicherweise nicht mal eine), steht nur so in der Gegend rum und guckt ins Nichts.

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Am Vormittag habe ich gleich aus Neugier das erste Sample meiner EoT-Bestellung probiert:
2018 EoT House Lao Cong Shui Xian

Da ich vor gut fünf Jahres das letzte Mal einen Yancha getrunken habe, war ich von diesem doch gleich begeistert. Normalerweise bin ich kein Fan von gerösteten Aromen, hier jedoch ist diese Note sehr schön und mild in das süßlich, mineralische Gesamtbild eingebunden. Auffallend sind der lange Nachgeschmack und eine präsente Energie von Beginn an.

Gut möglich, dass ich in Zukunft weiter in die Yancha-Welt eintauchen werde und ab und zu mal den Sheng reifen lasse.

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vor einer Stunde schrieb Shibo:

Tolle Fotos, @enjoi

Hast recht Shibo, ich hab beim Überfliegen gedacht die sind bestimmt von Anima, oder von Lateralus, wenn der möglicherweise mal auf Anima's Wunsch eingegangen ist und was mit Hintergrund gemacht hat. Aber siehe da, die sind ja von weder noch!

@topic: Wie Gary bemerkte ist Laotongzhi 2015 beim ersten Batch des 7578 eine ausserordentlich gelungene Fermentation geglückt. Der Tee ist zwar nicht sehr ergiebig, aber er brilliert bei den ersten paar Aufgüssen geradezu vor sich hin.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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2017 Guafengzhai autumn gushu

Mal wieder ein schöner Sonntagstee. Wie beim Rareness5 autumn ist es hier quasi nicht zu erahnen, dass es sich um eine Herbsternte handelt. Schönes sattes, mundfüllendes Aroma. Langer, süßer Nachhall. Apetittanregend und entspannend.

Der Hakeme Pitcher mit den Schalen hat genau die richtige Größe, für das Fassungsvermögen des Zhuni Kännchens. Die Kürbisform passt wunderbar zur Jahreszeit.

Einen schönen Sonntag, euch allen. :)

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Auch Dir einen schönen Sonntag noch :)

Zu Deiner Frage weiter oben: Auch dieser Tee lag zumindest bei der mitgenommen Probe preislich etwas über einem Euro pro Gramm. Für meinen Geschmack (weniger kräuterig-herb, dafür mehr Frucht und Süße insbesondere im Nachgeschmack) profitiert er aber auch von einer niedrigen Dosierung. Passt also ;)

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2018 Lucky Puppy von W2T

Ein weiterer Blend aus verschiedenen Regionen, der jedoch einiges besser macht als der 2016er We go high: während dieser trüb und braun wirkt, scheint es hier einen etwas klareren roten Faden zu geben. Der Tee startet voll mit einer dichten Textur, die mich an einen Lao Man E erinnert, gepaart mit einer leichten Bitterkeit, die sich aber schnell im Abgang in eine Süße wandelt, was ebenfalls an LME erinnert, zumindest die süße Varietät. Ansonsten dominiert klar eine Yiwu-artige Süße, die jedoch mal mit fruchtigen, mal gemüsigen Noten gepaart ist, was etwas diffus/planlos wirkt. Interessant ist, dass auch dieser Tee deutlich älter wirkt als nur 2 Jahre - was aber natürlich auch einfach daran liegen kann, dass er in China gereift ist, schließlich bin ich ja doch sehr auf die Reifung im Westen geprägt, da ich Pu meist frisch kaufe. Das Qi des Tees ist angenehm entspannend und nicht kopflastig, was gegen Naka oder ähnliches spricht und die Aussage von Paul stützt, dass es sich um qualitativ hochwertiges Material handelt. Dennoch: obwohl der Tee mehr Stringenz hat als der "We go high", hat er keinen natürlich wirkenden Charakter wie es ein Tee hat, der nur aus einer Region stammt, wie z.B. der 2020 Unicorn (oder von einem echten Single Origin Sheng ganz zu schweigen). Er bietet zwar durchaus ein weites Spektrum und es tut sich auch viel zwischen den einzelnen Aufgüssen, aber es fehlt einfach an Klarheit und Tiefe, was ich von einem wirklich guten Sheng erwarte - vielleicht bin ich auch einfach zu sehr an nicht-geblendete Shengs gewöhnt.

Ein Gedanke zu Blends: evtl. brauchen Blends auch erst ein paar Jahre, bis sie Ihre Stärke ausspielen können? Quasi wenn durch die Reifung der schizophrene Charakter des Tees mehr "zusammengekittet" wird. Bei dem 2004er Yunnan Arbor Wild und dem 2005 Yunnan Arbor Ancient von Liming handelt es sich ja auch um Blends und das sind beides für meinen Geschmack unglaublich gute Tees und die klassischen Nummern-Tees der großen Fabriken sind ja auch erst nach Jahrzehnten trinkbar. Es wäre spannend zu wissen, wie dieser Tee in 10 Jahren wirkt...

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Die Verkostungsphase der EoT-Bestellung läuft weiter. Nachdem ich gestern Abend den 2020 Secret Forest Wild getrunken habe, folgte heute der 2020 Yiwu Jiu Miao.

Ich hatte gestern große Vorfreude auf den ersten 2020 Sheng und der Secret Forest hat mich nicht enttäuscht. Bereits das Aroma beim Öffnen der Packung war vielversprechend. Der Geschmack war frisch, fruchtig (Zitrone, Traube), süß, klar, voll und mit schönem Nachklang. Irgendwie hat er mich an den Naka 2019 von prSK erinnert (jedoch um einiges süßer) – ich kann mich aber auch täuschen. Weitere Runden mit dem Tee werden es zeigen…

Der Yiwu Jiu Miao, welchen ich heute in der Kanne hatte, hat mir jedoch nicht zugesagt. Er startet sehr verlegen, wie ein leichter Grüntee mit Sheng-Noten im Hintergrund. Nach den weiteren Aufgüssen ist eine bittere Note hinzugekommen, welche den Mundraum leicht zusammenzieht und die Zunge samtig erscheinen lässt. Zum Schluss kommt ein dezenter Stall-Charakter auf und der Tee wird runder. Ich bin schon auf die weiteren 2020 von EoT gespannt.


Bilder der Session mit dem Yiwu:

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    • Von Tim20
      Hallo,
      Ich bin derzeit 20 Jahre alt und studiere. Ich habe vor ein paar Monaten mal mit dem Tee trinken angefangen und mir gefällt es wirklich sehr. Und natürlich habe ich mich auch schon selber über Tee Zubereitung, Kannen usw informiert. Hauptsächlich trinke ich grünen Tee, jedoch bin offen für anderes. Derzeit trinke ich gerne den Japan Bancha vom Tee Gschwender und demnächst kommt auch meine erste Kyusu  Bisher habe ich aber auch nur die grünen Teesorten vom Tee Gschwender probiert (habe schon einige vom Tee Gschwender probiert, da der Tee Gschwender bei uns in Mannheim auch immer kleine Probierpakete anbietet). 
      Soviel erstmal zu meiner Person.
      Nun wollte ich mich mal schlau machen, was es sonst noch für gute Teeläden gibt (online oder lokal) und wollte mal hier ins Forum reinfragen ob jm vielleicht sogar aus Schwetzingen oder nähe Mannheim kommt und mir einige lokale Teeläden empfehlen kann? Aber auch online Teehändler wären vor allem in diesen Zeiten sehr interessant. Vor allem ein Online Handel der mehr Zubehör hat als Tee Gschwender (welches natürlich auch ein gutes P/L hat). 
      Ich freue mich über jede Antwort. 
       
    • Von chenshi-chinatee
      Es ist mal wieder soweit, das eindecken für Weihnachten ist angesagt. Und die Pilzjagd vorbei 😄
      15% bis kommenden Montag mit dem Gutscheincode "blackfriday20"
      Viel Spaß beim Shoppen!
    • Von teewelt
      Zum Beispiel stellt in Deutschland Jan Kollwitz solche Keramik her. Schau mal auf die Seite www.jankollwitz.de. Das könnte für Dich interessant sein.
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    • Von Dave888
      Hallo Allerseits, 
      nach längerer - und etwas frustrierender - Suche nach einem Buch über japanischen (gerne auch zusammen mit chinesischem) Tee hoffe ich auf Rat aus dem Forum.
      Ich suche ein umfassendes Buch über die verschiedenen Teesorten (und dies möglichst detailliert). Gerne auch mit tips zur Zubereitung, aber: keinen Bildband, keine Teegeschichten, keine kulturhistorische Abhandlung und keine Buch über Teezeremonien. Auf Deutsch scheint es nichts zu geben. Kann mir jemand einen entsprechendenden Titel auf englisch empfehlen. Ich würde mich SEHR freuen!
      Viele Grüße, David
    • Von Torya
      Liebe Tee Community,

      ich wusste gar nicht, dass es so ein tolles Forum wie dieses hier gibt, welches aktuelle Beiträge enthält. Ganz tolle Inhalte.  Der Tee ist so gut und das soll keine offensichtliche Werbung sein. Er ist mit Guayusa und im Grobschnitt

      Seit einigen Jahren mache ich schon Sport (gehe laufen und ins Fitness). Daher habe ich auch angefangen, regelmäßig, meist am Morgen, Tee zu trinken. Dieser hydriert nicht nur, sondern liefert dem Körper auch essentielle und belebende Nährstoffe. Leider gab es nie eine Teemarke, mit der ich mich als junge Person identifizieren konnte. Vor 2 Wochen hat mir jmd. von sipcult, einem jungen Tee Startup aus Deutschland erzählt. Ich habe mir sofort deren Tee bestellt und war begeistert.

      Überzeugen kann ich euch nicht, das macht jeder für sich selbst. Allerdings unterstütze ich dieses junge Unternehmen sehr gerne, da der Tee zwar höherpreisig, allerdings natürlich und trotzdem extrem lecker ist. Absolute Empfehlung. Bitte mehr davon!

      Die Webseite findet ihr unter <Spam entfernt - Admin>

      Ganz liebe Grüße und habt einen schönen Wochenstart!
      Eure Tory
      Was haltet ihr davon und welche Lieblingsteemarke habt ihr?
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