TeeBär

Wasserfilter bei dh unter 8,4 sinnvoll und Keimbelastung

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Hallo,

ich fragte mich, ob ein Tischwasserfilter (Brita, BWT usw.) ein Zugewinn an Geschmack für mich bringt.

Die Wasserhärte beträgt bei mir weniger als 8,4 dh (laut Info vom Wasserwerk)

Zum Testen habe ich mir ein solches Gerät (BWT mit Magnesiumzugabe) gekauft.

Bringt es nun was für meinen Geschmack?

Ich kann es nicht eindeutig beantworten.

Zuerst meinte ich ja. Auch das pure gefilterte Wasser schmeckte „weicher“.

Ein Test wo ich nicht wusste in welchen Glas sich das gefilterte Wasser ist, brachte das gegenteilige Ergebnis. Ich meinte das ungefilterte Wasser schmecke „weicher“.

Alles nur Einbildung?

Oder wirklich bei meiner vorherrschenden Wasserhärte eine unnütze Vorgehensweise, das Wasser zu filtern?

Auch soll aus dem Leitungswasser Stoffe die da nicht reingehören (Metalle, Medikamentenrückstände, Pestizidrückstände)  rausgefiltert werden.

Taugen solche Tischfilter überhaupt dazu?

Einige sagen ja andere nein.

Wenn man etwas recherchiert, findet man Berichte und Tests, das gerade solche Tischwasserfilter nach den Filtern eine teils wesentlich höhere Keimbelastung aufweisen als vorher.

 

 

Was denkt ihr?

bearbeitet von TeeBär

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Ich nutzte über mehrere Monate die Wasserfilterung von Brita bei einer durchschnittlichen Wasserhärte von 18 bis 20 °dH im Raum Berlin-Brandenburg. Gemäß den Anwendungsempfehlungen habe ich das Filtersystem ausschließlich mit kaltem Wasser befüllt und den Filter nach maximal drei Wochen ausgetauscht. Außerdem habe ich den Tischfilter mit eingesetzter Kartusche ausschließlich im Kühlschrank aufbewahrt.

Eine geschmackliche Veränderung des Wassers war allerdings nicht festzustellen.

Zum Einen ersetzen sog. Ionenaustauscher die im Wasser vorhandenen Anionen und Kationen durch andere Ionen. Insbesondere seien hier Calciumionen genannt, die für die Kalkbildung verantwortlich sind. Die Ionenaustauscher sorgen also in der Tat dafür, dass das Wasser weicher wird. Das hat zwar keine (oder allerhöchstens sehr geringfügige) Auswirkungen auf den Geschmack des Wassers aber sehr wohl beeinflusst es das Mundgefühl. Wie allgemein bekannt sein dürfte, wird zur Zubereitung von Tee und Kaffee auch ausdrücklich weiches Wasser empfohlen. Denn die zum Teil komplexen Aromen leiden unter zu hartem Wasser.

Zum Anderen soll ein Aktivkohlefilter ungewünschte Spurenstoffe wie Rückstände von Pestiziden oder Medikamenten herausgefiltert werden. Das Leitungswasser in Deutschland ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel. Es hält sich zwar hartnäckig das Gerücht, dass das Leitungswasser verunreinigt sei. Regelmäßige und unabhängige Untersuchungen beweisen aber stets das Gegenteil. Deswegen ist der Gewinn eines Aktivkohlefilters für das Leitungswasser marginal.

Die gesundheitlichen Risiken, die von einem solchen Aktivkohlefilter aber ausgehen können, sollten nicht unterschätzt werden. Denn der Filter arbeitet nach dem Prinzip der Adsorption. Ungewünschte Stoffe werden auf seiner Oberfläche abgelagert. Dieses Funktionsprinzip und die Tatsache, dass nach einem Filtervorgang stets Restflüssigkeit in der verschlossenen Kartusche verbleibt, führen zur Keimbildung. Um eine Keimbildung zu verringern, setzt Brita auf den Einsatz von Silber. Dieses Schwermetall wirkt aber nicht nur antibakteriell sondern wird auch an das gefilterte Wasser abgegeben.

Zusammenfassend muss man sagen: In Anbetracht der möglichen gesundheitlichen Risiken und der mit dem Filtersystem einhergehenden Kosten, erscheint der Nutzen eher marginal bis zweifelhaft.


Um für die tägliche Zubereitung von Tee aber nicht auf weiches Wasser verzichten zu müssen, greife ich seit einiger Zeit auf das Mineralwasser von Black Forest zurück. Es ist ein deutsches Mineralwasser aus dem Schwarzwald, welches wahlweise in Kunststoff- oder Glasflaschen gekauft werden kann.

bearbeitet von Timo

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An meinem alten Wohnort beträgt die Wasserhärte auch über 20°, da wird der Tee geschmacklich durchaus verbessert. Ohne den Filter hat man, besonders bei Schwarztee, eine dicke, unappetitliche Schicht auf dem Tee und kaum mehr Aroma.

An meinem jetzigen Wohnort habe ich glücklicherweise mittelhartes Wasser, das auch ganz ohne Behandlungen guten Tee ergibt. Ich weiß nur dass es mittelhart ist, kenne nicht den genauen Wert. Jedenfalls kommen ganz feine Nuancen manchmal nicht so gut zur Geltung, dafür bekommen die Tees einen schönen Körper und manche Noten werden davon ja auch gekräftigt. Für einen superzarten, knallgrünen Shincha oder einen Highend-Darjeeling First Flush würde ich womöglich ab und zu weicheres Wasser verwenden, aber alles was nicht so extrem ist kommt super weg.

Deswegen, @TeeBär, natürlich kannst du gerne ausprobieren, Blindtests ergeben da viel. Ich würde aber sagen, bei deinem Wasser kannst du auch ganz entspannt ohne Filter klarkommen.

 

P.S.: Siehe auch hier:

 

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      Tee-Forschung: Aus diesem Grund wird Grüner Tee durch stilles Mineralwasser noch viel gesünder
      19. Januar 2019
      https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/tee-forschung-aus-diesem-grund-wird-gruener-tee-durch-stilles-mineralwasser-noch-viel-gesuender-20190117437140
      .... und hier geht es zur besagten Studie:
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      ----
       
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