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Liebe Teefreunde

Ich behaupte, wahrer Genuss von ganzem Herzen ist etwas göttliches, den aber kaum jemand kennt.

 

Zuerst muss aber einmal geklärt werden, was wahrer Genuss nicht ist:

- Ausschweifendes Exzess-"Geniessen" mit was auch immer ist kein wahrer Genuss, sondern ein Fluchtverhalten

- die ständige Begierde nach etwas neuem, sei es an einer Teerunde mit den Gedanken während dem einen Tee schon beim Nächsten zu sein, oder unzufrieden und undankbar immer einen neuen Tee kaufen zu wollen, statt jene zu schätzen die man hat, ist das Gegenteil von wahrem Genuss - man erkennt es auch daran, dass einem der Tee den man nicht hat als besser oder begehrenswerter erscheint als jene die man hat

- durch das Mitteilen des Genusses bei anderen Anerkennung suchen, d.h. konkret nicht für sich selbst geniessen, sondern für andere

 

Wahrer Genuss ist:

- innerer Frieden

- Dankbarkeit und zufriedene Freude, die nicht etwas anderes möchte

- Liebe zum Detail

- mit ungeteilter Aufmerksamkeit da sein

- in den Genuss wirklich eintauchen, auch in das Drumherum ... z.B. wie wohl die Sträucher oder Bäume aussehen, was wohl der Teebauer für ein Kerl ist und auf was er wohl bei der Produktion geachtet hat, was ihm beim Tee wohl wichtig ist, etc. ... aber auch eintauchen in die Geschmackswelten, an was einen die Geschmacksfacetten erinnern, achten auf Veränderungen im Nachhall, auf Veränderungen in den verschiedenen Aufgüssen etc.

 

Was sind eure Gedanken dazu?
Wie geniesst ihr? Was habt ihr dabei gelernt?

 

Als optische Untermalung des Beitrages ein altes Bild vom Gallier (also auf dem Bild ist nicht der Gallier, er hat wohl geknippst):

Gushu-bai-ying-shan-farmer-800x450.jpg

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Genuss ist Wertschätzung.

Egal welches Produkt, egal welche Qualität, wenn ihm Wertschätzung entgegengebracht wird, genießt man es. Gegenteilig, schätzt man es nicht wert, kann man es nicht genießen.

 

Genuss ist Entbehrlichkeit.

Die inflationäre Verfügbarkeit eines Produkts, der häufige Konsum dessen, verhindert die Genussfähigkeit. Man benötigt Abstand, Begierde muss wachsen. Sonst ist es nur noch ein alltägliches Konsumgut.

 

Genuss ist Unvernunft.

Wer genießt, soll keine Gedanken an Gesundheit, Zeit oder Geld verschwenden. Genuss funktioniert nicht mit angezogener Handbremse oder der nörgelndem Stimme im Hinterkopf „das ist aber nicht gut für dich!“

 

Genuss ist Hingabe.

Freude an Utensilien und Handlungen zur Verwendung oder gar Nutzungsfähigkeit als essentiellen Bestandteil anzusehen und sie sogar zu zelebrieren statt als Notwendigkeit oder Lästigkeit wahrzunehmen ist ein essentieller Bestandteil zur Genussfähigkeit.

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Ein schönes Teema!

Da wir uns hier in einem Forum über Tee befinden und auch Du den Genuss ja anhand des trinkens von Tee mit allem drum und drann beschrieben hast, möchte ich mal einen Gedanken äußern wie uns der Tee dabei helfen kann, zu genießen.

Wie du schön und anschaulich beschreibst, ist immer dann kein großes Glück, kein Genuss möglich, wenn wir von - in uns allen vorhandenen Tendenzen- aus dem Moment, und dem, was wir grad genießen wollten, gerissen werden. Das sind sowohl Hoffnungen und Befürchtungen (da diese uns dazu zwingen uns mit vergangenem und zukünftigen zu beschäftigen, was dann den Raum des Momentes völig ausfüllen kann) und damit verbunden, aber noch grundlegender Begierden und Abneigungen (was dazu führt, dass wir ständig versuchen den Moment nach unseren Maßstäben zu verbessern oder zumindest zu bewerten).

Glück und Genuss wird meines Erachtens dann ermöglicht, wenn sich dieser im Moment auch frei entfalten kann, wenn also der Raum des geschehens nicht schon mit allerlei Gedanken, Vorstellungen davon "wie es sein sollte" und absichten dieses selbstgebaute "Ideal" zu verwirklichen vollgestopft ist. Unsere (soziale) Welt verleitet uns sicherlich ständig dazu sich in diesen Gedanken- und Gefühlswelten zu verstricken, jedoch gibt es viele Konzepte und Methoden die versuchen, das Erleben wieder für die Erlebnisse zu öffnen.

Der Tee kann dabei (wie im Zen-Buddhismus z.B.) als eine Art "Anker" benutzt werden, um die ständig getriebene und umherspringende Aufmerksamkeit einfach mal in den Moment des geschehens bekommen zu können. Der Tee und sein feiner Gaschmack, bei dem man richtig hinschmecken muß um ihn ganz zu erfassen, kann sozusagen als Objekt dienen, auf dem der Geist ruhen kann. Auch der Ort an dem man diesen genießen möchte ist bestenfalls nicht allzu aufdringlich gestaltet. Das Grün welches in der Natur ja häufiger mal so "rumsteht", ist dafür gut geeignet. Die Geräusche von fließendem Wasser oder dem Wind in Blättern ebenso. Auch die Gesellschaft von geschätzten Menschen (mit denen man vielleicht eine Weile mal nur den Genuss teilt und sonst wenig und wenn nur positiv redet) unterstützt das schaffen eines solchen Raumes, indem sich genuß ganz ausbreiten kann. Im Zen sagt man, dass dabei der Tee die überstrapazierten Gschmacksnerven reinigt, die Natur das Sehen, die Geräusche das Hören und die gute und reduzierte Kommunikation die Rede. Hat man mit all dem Erfolg, verweilt der Fokus/die Aufmerksamkeit/ das Erleben ganz im Moment und ohne dass man es fossiert hat, wird alles viel intensiver wahrgenommen und es ensteht eine Freude darüber bzw. ein Genuss davon.

Ich selbst bin kein Zen, allerdings finde ich die Methode sehr praktikabel und die darin vertetene Sichtweise ist wohl nicht nur dort zu finden..

Bei jedem Schluck Tee den Geschmack als Teil eines Momentes wahrzunehmen, an dem man nichts verändern möchte, den man einfach nur voll und ganz erlebt, das kann man wohl als Genuss bezeichnen (und wird hiemit auch getan!). Der Genuss der sich in einem leeren Erlebnisraum ausbreiten kann ist dabei vielleicht wie ein Tee der in einem weichen, dauberen Wasser ziehen kann (im Gegensatz zu einem Tee der in einer Müllermlich-Erdbeer zieht...)

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Ich gestehe, ich musste schon beim Titel innerlich grinsen ;)

Warum hohe Schule, warum wahrer Genuss? Dass ihn nur wenige kennen sollen, klingt im wörtlichsten Sinne esoterisch und mir zu elitär. Warum soll es immer nur von ganzem Herzen oder gar nicht gehen? Als es dann sogar göttlich wurde, konnte ich mir auch das äußerliche Grinsen nicht mehr verkneifen. Wohlgemerkt bei allem Respekt für den Themenersteller.

Kann man Genuss nicht einfach bodenständig betreiben und fassen als die schlichte Freude, die man z. B. in unserem Fall bei einem guten Tee empfindet?

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@GoldenTurtle da bin ich auch gespannt!

mal das vermutlich provokantere Thema zuerst, Unvernunft.

Mir fällt spontan kein Genussmittel ein, das nicht in den 3 Aspekten, oder anderen, einen negativen Impact hätte. Zu ungesund, zu teuer, zu zeitintensiv. Die tatsächlichen Auswirkungen mag jeder für sich anders bewerten, wie das ganze Thema an sich nicht subjektiver sein könnte.

Beispiel Gesundheit: Ich fröhne Genussmitteln, die unbestritten gesundheitlich schädlich sind. Dessen muss man sich grundsätzlich bewusst sein. Im "today's wee dram"-Thread hast du es eh angesprochen: Vorsicht beispielsweise mit Alkohol. Diese Frage stelle ich mir vor dem Genuss. Geht das Gläschen heute noch? oder war es die Woche/den Monat schon zu viel? Hier muss man ehrlich zu sich sein. Habe ich mich aber entschieden, dass es ok ist, belastet es mich während dem Genuss nicht mehr. Hier gebe ich mich dem Drink hin, um beim Beispiel zu bleiben. Bei Alkohol ist es nun so, dass eine gewisse Dosis gesundheitlich (laut Studien, aber die Diskussion wollte ich hier nicht führen) nicht ins Gewicht fällt. Bei Tabak ist es anders: jeder Zug an Zigarre oder Pfeife ist schon einer zu viel. Und dennoch gebe ich mich dem hin. Ich für mich gewinne in diesem Moment Lebensfreude, die mir gut tut. Glück ist unbezahlbar.

Komme ich zu dem Schluss, dass ein Genussmittel nicht gut tut - zu ungesund ist, zu viel kostet, ich während dem Genuss was vermeintlich sinnvolleres hätte tun können -, kann ich nicht genießen, weil es mich in letzter Instanz auch automatisch zu Genuss ist Wertschätzung führt.

Ein Hoch auf die (gelegentliche) Unvernunft!

Und dieses "gelegentlich" führt zur Entbehrlichkeit. Ich muss ein Genussmittel auch mal entbehren können, damit wieder ehrliche Freude daran wachsen kann. Sonst grenzt es an Sucht.

 

Zwischenzeitlich ist mir noch (Genuss ist...) Imperfektion oder auch frei von Erwartungen eingefallen. Da bin ich mir aber selbst nicht so sicher. Genausowenig aber wie Genuss sei Perfektion. Vielleicht meinst du, @Mr. Tee, dasselbe?

vor 22 Minuten schrieb Mr. Tee:

wenn also der Raum des geschehens nicht schon mit allerlei Gedanken, Vorstellungen davon "wie es sein sollte" und absichten dieses selbstgebaute "Ideal" zu verwirklichen vollgestopft ist

 

Bezogen auf unseren Tee richte ich mir zu Beginn alles her, Teebrett, Kännchen, Schälchen, Wasserkocher usw. und mache es mir bequem. Zu dem Zeitpunkt verspüre ich Vorfreude, und habe mich aus unterschiedlichen Gründen für einen bestimmten Tee entschieden.

Ab diesem Zeitpunkt bin ich aber nicht mehr frei von Erwartungen. Ich erwarte ein gewisses Geschmacksprofil. Dieses darf selbstverständlich in einem Spektrum ("Fehlerschlauch") variieren, wie eben die Zubereitung von mal zu mal etwas besser gelingt oder eben nicht. (siehe Thema "Diva Sencha"). Ich bin lediglich frei von Erwartungen, was das letzte Quäntchen betrifft, auch ein imperfekt zubereiteter Tee kann mir aber Genuss bereiten, solange die Imperfektion eben nicht in einem totalen Ausfall resultiert.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb goza:

Genuss ist Unvernunft.

Wer genießt, soll keine Gedanken an Gesundheit, Zeit oder Geld verschwenden. Genuss funktioniert nicht mit angezogener Handbremse oder der nörgelndem Stimme im Hinterkopf „das ist aber nicht gut für dich!“

Dazu möchte ich explizit kontern:

vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

- Ausschweifendes Exzess-"Geniessen" mit was auch immer ist kein wahrer Genuss, sondern ein Fluchtverhalten

... und Flucht (vor sich selbst, vor Problemen, statt sich effektiv daran zu machen Dinge zum Besseren zu verändern, um bereits vor dem Genuss auf ein Lebensgefühl der Freude über das Leben zu kommen, und nicht erst durch den Genuss eines Genussmittels) führt meistens zu einer Form von Sucht, einer emotionellen Abhängigkeit, aber mit stetig abnehmender positiver Wirkung, und darum wenn man solch Genuss als Ausgleich für ein ungelöstes Defizit betreibt (Masslosigkeit ist hierbei mMn ein Erkennungsmerkmal), ist folgender Punkt zur entgegengesetzten Aufrechterhaltung der positiven Wirkung notwendig:

vor 2 Stunden schrieb goza:

Genuss ist Entbehrlichkeit.

Die inflationäre Verfügbarkeit eines Produkts, der häufige Konsum dessen, verhindert die Genussfähigkeit. Man benötigt Abstand, Begierde muss wachsen. Sonst ist es nur noch ein alltägliches Konsumgut.

Disclaimer: Das ist nur eine Teeorie. ✌️

@nemo Immerhin schön hab ich dich mit dem Thema gleich mehrfach erheitert. 🤣

bearbeitet von GoldenTurtle

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Heiterkeit ist immer gut :) Trotzdem sind die Fragen ernst gemeinte Diskussionsbeiträge und sollten das Thema keinesfalls ins Lächerliche ziehen. Mir ist wirklich nicht klar, warum Du den Genuss so hoch ansetzt.

Stimmen wir überein, dass Genuss auf Sinneswahrnehmungen beruht? Wenn ja, sind diese prinzipiell nicht etwas sehr natürliches und eigentlich für jedeN unmittelbar zugänglich?

 

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vor 13 Minuten schrieb nemo:

Kann man Genuss nicht einfach bodenständig betreiben und fassen als die schlichte Freude, die man z. B. in unserem Fall bei einem guten Tee empfindet?

das ist zu profan für ein Genussmittel-Forum. was erlaube Struuunz?!?

Spaß beseite, mal als Hintergrund zu meinen Einlassungen: im Büro steht für den täglichen Konsum ein kleines Setup aus Wasserkocher, Shiboridashi usw.  Trotz der Ablenkungen, des nicht möglichen vollen Konzentriertseins empfinde ich Freude; ergo "bodenständiger Genuss" (?)

Aber dann gibt es am Wochenende die Genuss-Momente, von denen ich oben gesprochen habe - demnach der (erstrebte) "wahre Genuss". Ausgewählte Tees im "großen Setup mit allem Pipapo". Mit Ruhe, Gelassenheit, Zelebrierung.

Hier differenziere ich klar.

 

Als kurzweilige Lektüre zum Thema habe ich folgendes gefunden:

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2014/genuss/die-geschmacksfrage

 

 

 

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vor 24 Minuten schrieb GoldenTurtle:

- Ausschweifendes Exzess-"Geniessen" mit was auch immer ist kein wahrer Genuss, sondern ein Fluchtverhalten

Auch Übermut und Neugierde können Motivation für Exess sein (es muss nicht unbedingt eine Flucht sein)..

vor 39 Minuten schrieb goza:

Vielleicht meinst du, @Mr. Tee, dasselbe?

Ja, glaube schon :)

vor 9 Minuten schrieb nemo:

Stimmen wir überein, dass Genuss auf Sinneswahrnehmungen beruht? Wenn ja, sind diese prinzipiell nicht etwas sehr natürliches und eigentlich für jedeN unmittelbar zugänglich?

Naja, es ist ja etwas mehr als das. Eine vorgefertigte Meinung davon, wie der Tee jetzt gleich zu schmecken hat z.B., führt zu einer völlig unterschiedlichen Bewertung des Sinneseindrucks. Er schmeckt wie ein guter Sencha, es ist aber ein Gyokuro. Die Erwartung des geschmacks "Gyokuro" wurde enttäuscht => kein Genuss. Hätte man einen Sencha erwartet: Gleicher Tee, andere Erwartung => Genuss.

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Klar, das war nicht alles, aber ich wollte lieber Schritt für Schritt vorgehen. Und wenn wir hier schon unterschiedliche Ansichten hätten, würde ich lieber erstmal die klären wollen. Die Verarbeitung von Sinneseindrücken, die "Bewertung" derselben, usw., das käme alles noch im Anschluss.

@goza

 

Ich störe mich wohl grundsätzlich am Begriff des "wahren" Genusses. Für mich gibt es graduelle Abstufungen und kein entweder wahr oder falsch. Ich sehe das alles auch nicht holistisch. Ich kann auch nur einzelne Aspekte eines Tees genießen, wie Geschmack oder Wirkung danach.

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vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

- Ausschweifendes Exzess-"Geniessen" mit was auch immer ist kein wahrer Genuss, sondern ein Fluchtverhalten

Hier sollte man zunächst einmal definieren, was, oder besser wieviel Genuss denn „ausschweifend“ ist. Außerdem ist mir die Aussage das wäre ein Fluchtverhalten zu pauschalisierend.

vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

die ständige Begierde nach etwas neuem

Hmm, die ist schon häufig da, weil es eben so unglaublich viel zu entdecken gibt. :)

Allerdings sind die Tage, an denen ich Menschen viel neidete, schon lange vorbei... Ich blicke entspannt auf die größte Teebibliothek des Westens in Zürich, und bin zufrieden mit dem was ich habe. ;) Was allerdings nicht heißt, das ich nicht gerne viel Neues probiere und dafür auch Geld investiere.

Ich genieße entspannt. Oft zu zweit, was für mich ein wesentlicher Teil meines Genusses geworden ist. Meine Liebe zu Tee wird geteilt und ich kann mich stetig darüber austauschen, oder eben auch einfach zu zweit still genießen. Das ist schön. :)

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Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb goza:

im Büro steht für den täglichen Konsum ein kleines Setup aus Wasserkocher, Shiboridashi usw.  Trotz der Ablenkungen, des nicht möglichen vollen Konzentriertseins empfinde ich Freude; ergo "bodenständiger Genuss" (?)

Aber dann gibt es am Wochenende die Genuss-Momente, von denen ich oben gesprochen habe - demnach der (erstrebte) "wahre Genuss". Ausgewählte Tees im "großen Setup mit allem Pipapo". Mit Ruhe, Gelassenheit, Zelebrierung.

Dein Beispiel aufgreifend würde ich zwischen-resümieren: Genuss ist potentiell immer möglich, es ist aber augenscheinlich sehr abhängig davon wieviel Raum bzw. Bewusstsein man dem zur Verfügung stellt, was man als "Genussmittel" auserkoren hat.

Wärend einer wichtigen Besprechung bekommt man vielleicht grade mal am Rande mit, dass der Tee ganz lecker ist. Im Büro ist schon ein bisschen mehr Raum für den Genuss und wenn du beschreibst, wie du das Tee-trinken dann am Wochenende geardezu zelebrierst und ritualisierst, dann könnte man sagen: dass du den Tee metaphorisch gesagt auf ein Podest im Raum deiner Wahrnehmung stellst, diesen schön herrichtest und dann dem Tee deine Aufmerksamkeit zuwendest. Wenn drumherum nichts mehr zu verbessern ist, kann man sich voll auf den Tee konzentrieren.

Also kann man schonmal festhalten, dass der Genuss davon abhängig ist, wieviel Aufmerksamkeit und Bewusstsein man dem schenkt und schenken kann, was man genießen möchte. Die Erwartungen daran stehen dem Genuss nur dann im Wege, wenn sie enttäuscht werden. Dass glaube ich tritt je mehr ein, desto konkreter die Erwartungen sind. Eine Vorfreude ist da sehr unkonkret und sicher kein Hindernis.

So genug philosophiert für den Moment. Jetzt erstmal genießen 😄 !

bearbeitet von Mr. Tee

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vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

- die ständige Begierde nach etwas neuem, sei es an einer Teerunde mit den Gedanken während dem einen Tee schon beim Nächsten zu sein, oder unzufrieden und undankbar immer einen neuen Tee kaufen zu wollen, statt jene zu schätzen die man hat, ist das Gegenteil von wahrem Genuss

...

- mit ungeteilter Aufmerksamkeit da sein

Das klingt so, als ginge es Dir da um Gegenwärtigkeit also das Verweilen im Hier und Jetzt. Bei den folgenden Zitaten hört sich das für mich auch so an:

vor 4 Stunden schrieb goza:

Genuss ist Hingabe.

Freude an Utensilien und Handlungen zur Verwendung oder gar Nutzungsfähigkeit als essentiellen Bestandteil anzusehen und sie sogar zu zelebrieren statt als Notwendigkeit oder Lästigkeit wahrzunehmen ist ein essentieller Bestandteil zur Genussfähigkeit.

 

vor einer Stunde schrieb nemo:

Stimmen wir überein, dass Genuss auf Sinneswahrnehmungen beruht? Wenn ja, sind diese prinzipiell nicht etwas sehr natürliches und eigentlich für jedeN unmittelbar zugänglich?

 

Bei meinem Genusserleben ist das ein zentraler Bestandteil. So finde ich, Erinnerungen können durchaus angenehm sein, Vorfreude kann durchaus angenehm sein, und gleichzeitig wird beides bei mir durch das Erleben in der Gegenwart getoppt. Deswegen ist das für mich auch die Kunst, vollkommen in der Gegenwart zu sein und zu genießen. Mit dem Streben nach einem Bewusstsein des Ichi-go ichi-e ("Einmal, eine Begegnung").

Den Tee von gestern kann ich danach ohnehin nicht mehr trinken, auch wenn es die gleiche Sorte aus der gleichen Packung ist. Das kann mir helfen, mich auch von Erwartungen frei zu machen, die ja das vollständige Einlassen auf den Tee vor mir verhindern und so den Genuss beeinträchtigen können.

Genuss braucht daher auch nicht das Besondere und gleichzeitig lässt sich das Besondere genießen, es ist für mich nur keine Voraussetzung dafür. Also ich sehe Genuss da nicht im Gegensatz zu Alltäglichem. Vielmehr ist es für mich der größte Genuss, wenn ich es auch schaffe, das Alltägliche zu genießen, weil ich dann aus einer Fülle heraus wahrnehmen kann.

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vor 7 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Wahrer Genuss ist:

- innerer Frieden

- Dankbarkeit und zufriedene Freude, die nicht etwas anderes möchte

- Liebe zum Detail

- mit ungeteilter Aufmerksamkeit da sein

- in den Genuss wirklich eintauchen, auch in das Drumherum ...

Das höre ich von jedem 08/15 Kiffer wenn er einen Jolly dreht. :D

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vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi:

Hier sollte man zunächst einmal definieren, was, oder besser wieviel Genuss denn „ausschweifend“ ist. Außerdem ist mir die Aussage das wäre ein Fluchtverhalten zu pauschalisierend

Ja, interessante Frage, was ausschweifend ist. Vielleicht ist es eine Möglichkeit, sich der Angelegenheit eher vom Fluchtverhalten zu nähern. Das braucht auch gar nicht von außen bewertet zu werden. Es besteht ja die Möglichkeit, mit Offenheit bei sich zu reflektieren, ob der Genuss im Vordergrund steht oder ob der nur etwas anderes ersetzen soll, was fehlt.

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Geschrieben (bearbeitet)

Ich wollte noch wichtiges ergänzen, was bislang in dem Thema unbeachtet blieb:

Der Duft ... für die Chinesen ist traditionell der Duft etwas sehr wichtiges beim Tee-Erlebnis ... angefangen beim Duft der Duft der trockenen Blätter ... aber nicht nur, auch die Kanne mit heissem Wasser aufwärmen, abgiessen, riechen wie die der Ton der Kanne duftet ... und die trockenen Blätter rein, Deckel drauf, leicht schütteln, und nun den Duft der leicht feucht gewordenen Blätter in der heissen Kanne ...

Und nicht nur Geschmack und Duft ... geniessen mit allen 5 Sinnen:

- das Hören ... das Plätschern des Wassers in den Wasserkocher, das Aufkochen, der Klang des Reibens in Kreisen vom Deckel auf der leeren Kanne, der Klang des Eingiessens in Kanne und Tassen, das bei gewissen Tassen einem hohen Singen gleicht ...

- das Sehen ... die Ästhetik der Blätter, wie wurde verarbeitet ... die Schönheit des Töpferhandwerks ... auf was wurde dabei vom Töpfer besonders geachtet ...

- der Tastsinn ... die Haptik der Kanne und der Tassen, die Hitze des Wasserkochers, die Rauheit des Tones, die Ledrigkeit oder sonstigen Beschaffenheiten der nassen Teeblätter ... 

PS: Ergänzend zum Klang ... ich mache um Kannen einzuschätzen im noch trockenen Zustand gerne ein schnelles "Klingenkreuzen" mit dem Deckel darüber, um zu hören wie metallisch auf diese Weise der Ton klingt.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ja diese Vielfalt gehört für mich auch dazu, so etwas wie den Duft und auch die anderen genannten Dinge zu genießen (Klang, etc.). Die Vielfalt hat auch den Vorteil, dass die Aufmerksamkeit gar nicht auf einer einzigen Sache zu liegen braucht und wenn es nicht gelingt dabei zu bleiben, dann gibt es keinen Genuss. Vielmehr ist der Genuss auch dann noch da, wenn die Aufmerksamkeit vom Duft auf den Geschmack wandert. Das bringt mir auch Leichtigkeit.

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vor 19 Stunden schrieb Teeknospe:

Die Vielfalt hat auch den Vorteil, dass die Aufmerksamkeit gar nicht auf einer einzigen Sache zu liegen braucht und wenn es nicht gelingt dabei zu bleiben, dann gibt es keinen Genuss. Vielmehr ist der Genuss auch dann noch da, wenn die Aufmerksamkeit vom Duft auf den Geschmack wandert. Das bringt mir auch Leichtigkeit.

Da tangierst du ein Thema, auf das ich ursprünglich gar nicht hinauswollte, aber es scheint mir unausweichlich wenn ich echt darauf antworten möchte, weil das Leben so ineinander verwoben und verstrickt ist. Wen nichts spirituelles interessiert soll nicht weiter lesen. Und jeder darf und soll glauben was er möchte – das ist nur meine Meinung.

Zu wissen wie es richtig wäre kann geradezu ein Problem darstellen, wenn man versucht nach dem Schema dann alles richtig zu machen und alles korrekt einzuhalten, dann ist es eben auch kein Genuss, kein echtes Leben.
Darum ist der wahre Genuss für mich tatsächlich eine hohe Schule und etwas spirituelles @nemo.
Paulus schreibt, der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig (2. Korintherbrief 3:6).
Was bedeutet das?
Für mich ist gelernten Wissen, wie etwas richtig und gut wäre kein Gesetz das es zu erfüllen und einzuhalten gilt, sondern Hinweise, die auf das wahre Leben aus dem eigenen Herzen hinweisen, dass man dort die guten und schönen Verlangen sucht und findet, Verlangen nach echtem Leben, nach Liebe, nach Freude, nach Friede … und denen nachzugehen und in Freiheit wahren Genuss im ganzen Leben findet. So weit, so gut. Nur gibt es da meiner persönlichen Auffassung nach noch ein klitzekleines Problemchen mit der Schlechtigkeit des eigenen Herzens - der Mensch will von Natur aus das Schlechte oder wenn das Gute, dann aus einem schlechten Antrieb, ist dabei ironischerweise aber nicht mal sich selbst wichtig, liebt also weder sich, noch die Anderen, noch die Natur, noch sonst irgendwas, will es nur haben für sich, aber liebt es nicht wirklich, sondern wenn er es hat, will er am liebsten gleich wieder was anderes. Wenn man dann durch Anstrengung (z.B. durch die Ausrichtung auf Regeln wie Moral, Achtsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit oder sogar Nächstenliebe) versucht besser zu werden, ist es nur aufgesetzt, unecht. Wenn man mal ganz ehrlich mit sich selber ist muss man doch zugeben, dass man in Wahrheit ein elender Egoist ist der nicht mal sich selbst liebt. Ich sehe es so, man braucht Erlösung von diesem dummen Egoismus, eigentlich von sich selber, um das Leben wirklich lieben zu können. Vor langer Zeit wurde deshalb den Menschen die Hoffnung auf ein neues Herz gegeben, das aus tiefstem Verlangen das Gute und Schöne aus reinen Antrieben möchte und das Leben und alles wirklich rein liebt und sich nicht mehr anstrengen muss um gut zu sein (Hebräerbrief 8,8-10). Aber erst durch die Austilgung von Schuld und Scham aus dem eigenen, abgestumpften Gewissen, kann der Mensch Zugang finden und eins werden mit der Liebe zu allem, die Gott selbst ist, zuerst einmal indem er selbst bei Ihm bedingungslose Annahme findet, aber für eine bedingungslose Annahme braucht es eine vollumfängliche Vergebung die auf einem stellvertretenden Opfer beruht, denn Gott ist Liebe aber ebenso Gerechtigkeit (1. Johannesbrief 4:16, Psalm 89:15, Jesaja 59:1-2, Römer 3:20 + 5,9-10, Hebräerbrief 10:14-22).

bearbeitet von GoldenTurtle

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Ich gebe zu, dass ich noch nicht wirklich verstanden habe, was die Ausführungen letztlich mit Genuss zu tun haben, würde es aber gerne. Da ich bei ein paar Punkten ganz andere Ansichten habe, frag ich einfach mal bei der anscheinend größten Differenz nach, die sich als grundlegendes Paradigma durch Deine Überlegungen zu ziehen scheint:

vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

der Mensch will von Natur aus das Schlechte

Eine, wie ich finde sehr traurige Sichtweise. Ich glaube an genau das Gegenteil und würde es auf verschiedenste Arten begründen. Da Du christlich argumentierst: Glaubst Du nicht, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat und die Menschen nur durch die Schlange versucht und zum Schlechten verführt werden?

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Manchmal glaube ich, @GoldenTurtle, dass Du Deine Aussagen bewusst pauschalisierst, bzw. allgemeingültig formulierst, um Antworten zu provozieren... ;)

vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

der Mensch will von Natur aus das Schlechte

Diese Aussage ist nicht nur traurig, sondern, m.E., Humbug. Auch aus christlicher Sicht.

Die Bibel in dieser Art und Weise auszulegen, das passt eher in die Zeit des Mittelalters...

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Bei Faden wie diesem hier finde ich es ungemein schwierig zu erkennen, ob euch das ernst ist und wo ihr damit hinwollt.

Ein paar Anmerkungen zur Begründung: 

Am 12.5.2020 um 11:18 schrieb GoldenTurtle:

Wahrer Genuss ist:

- innerer Frieden

[...]- in den Genuss wirklich eintauchen, auch in das Drumherum ... z.B. wie wohl die Sträucher oder Bäume aussehen, was wohl der Teebauer für ein Kerl ist und auf was er wohl bei der Produktion geachtet hat, was ihm beim Tee wohl wichtig ist, etc. ... aber auch eintauchen in die Geschmackswelten, an was einen die Geschmacksfacetten erinnern, achten auf Veränderungen im Nachhall, auf Veränderungen in den verschiedenen Aufgüssen etc.

Hervorhebung von mir: Einen Begriff (wahren Genuss) mit einem weiteren erläuterungsbedürftigen Begriff ( innerer Frieden) zu erklären ist für das Verständnis nicht hilfreich. Was ist innerer Frieden? Ist damit Genuss unmöglich, wenn ich Streit mir meiner Freundin hatte? Stellt sich innerer Frieden ein und ich muss auf diesen Zustand warten oder gibt es bestimmte Dinge ich tun kann um diesen zustand zu erreichen?

Warum ist es überhaupt wichtig was der Teebauer gedacht hat? Warum nicht was die Familie dachte als sie die Plantage vor 300 Jahren zum ersten Mal pflanzte? Warum nicht was der Teehändler beim Zusammenstellen der des diesjährigen Programm dachte?
Nehmen wir an das hat eine Bedeutung: Ich denke der Teebauer dachte: Hoffentlich erfreut sich jemand an meiner Handwerkskunst und genießt diesen Tee mit Freunden. Morgen denke ich aber der Teebauer dachte: So ein Dreckwetter heute, ich wünschte ich müsste heute keinen Tee pflücken, sollen sie am Tee ersticken. Und jetzt? Oder geht es darum, dass ich Teemeister x mal kennen lernen durfte und wir ein wirklich aufschlussreiches und angenehmes Gespräch hatten und jetzt, da ich seine Teephilosophie kenne weis ich viel besser zu schätzen was in der Tasse ist. Da ist doch eine gehörige Portion Projektion dabei. Ganz nebenbei: Das ist doch die alte Diskussion um Werk und Künstler. Kann ich ein Werk von Goethe genießen? Er ist schließlich tot und wir können ihn nicht mehr fragen.

Am 12.5.2020 um 12:54 schrieb goza:

Genuss ist Wertschätzung.

Egal welches Produkt, egal welche Qualität, wenn ihm Wertschätzung entgegengebracht wird, genießt man es. Gegenteilig, schätzt man es nicht wert, kann man es nicht genießen.

Genuss ist Entbehrlichkeit.

Die inflationäre Verfügbarkeit eines Produkts, der häufige Konsum dessen, verhindert die Genussfähigkeit. Man benötigt Abstand, Begierde muss wachsen. Sonst ist es nur noch ein alltägliches Konsumgut.

Genuss ist Unvernunft.

Wer genießt, soll keine Gedanken an Gesundheit, Zeit oder Geld verschwenden. Genuss funktioniert nicht mit angezogener Handbremse oder der nörgelndem Stimme im Hinterkopf „das ist aber nicht gut für dich!“

Genuss ist Hingabe.

Freude an Utensilien und Handlungen zur Verwendung oder gar Nutzungsfähigkeit als essentiellen Bestandteil anzusehen und sie sogar zu zelebrieren statt als Notwendigkeit oder Lästigkeit wahrzunehmen ist ein essentieller Bestandteil zur Genussfähigkeit.

Wie verhält sich das mit dem unvernünftigen Konsum? Kostet der Pu erh weniger als ein Euro pro Gramm wird das nichts mit dem Genuss? Der ausschließlich bittere 4 Euro pro 100g Grüntee wird ein Genuss, wenn ich ihn wertschätze? 

Entbehrlichkeit: Der Lao Banzang Frühling. Begehrtes Gut? Ja! Verfügbarkeit des Produkts? Glückssache! Also Genuss. Der Yiwu 2009 Plantagentee. Begehrtes Produkt? Bei guter Lagerung vielleicht. Verfügbarkeit des Produkts? Darfs gleich ein ganzer Tong sein? Also eher kein Genuss?

Wie trenne ich Begierde von Vorfreude und prime ich mich nicht sehr stark, wenn der Lao banzang das sehr seltene Gut ist, dass so schnell nicht in die Tasse kommt? Das geht doch mit Sicherheit auch nicht mehr als Entbehrlich durch, oder? Genauso prime ich mich, wenn nur der daily drinker Plantagenyiwu in der Tasse ist.

 

Am 12.5.2020 um 19:48 schrieb GoldenTurtle:

Und nicht nur Geschmack und Duft ... geniessen mit allen 5 Sinnen:

- das Sehen ... die Ästhetik der Blätter, wie wurde verarbeitet ... die Schönheit des Töpferhandwerks ... auf was wurde dabei vom Töpfer besonders geachtet ...


Mal ganz stumpf und provokant: Das ist aber auch ein Pech für Blinde, niemals den wahren Genuss erfahren zu können.

 

Dann werden in einem Faden Wahrheit, Spiritualität, Religion und die Natur des Menschen nicht nur verhandelt, sondern beliebig dazwischen hin und her gesprungen. Wie soll da noch jemand hinterherkommen? Dann macht doch bitte klar, ob Genuss für euch von einer externen göttlichen Entität gegeben ist und für uns Sterbliche nie in Gänze erfasst werden kann oder, ob Genuss mit unseren Sinneseindrücken zusammenhängt, also subjektiv aus dem Individuum begründet ist. Dann wäre wenigstens von beginn klar um was es hier geht.

Also ist der Faden eine ernsthafte Verhandlung, Begriffsbestimmung, philophische Auseinandersetzung für euch? 

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hier gehts doch nur darum, was ein einzelner mit Genuss verbindet und diesen für sich definiert. Es wird hier sicher keine mathematische Formel rauskommen, mit der das Geheimnis des Genuss (oder Glück, innerer Frieden, ....) beschrieben werden kann.

aber gerne exerziere ich deine Beispiele mich betreffend durch.

vor 9 Minuten schrieb Getsome:

Kostet der Pu erh weniger als ein Euro pro Gramm wird das nichts mit dem Genuss?

du sollst keinen Gedanken an Geld während dem Genuss verschwenden. das betrifft auch "zu billig".

vor 12 Minuten schrieb Getsome:

Der ausschließlich bittere 4 Euro pro 100g Grüntee wird ein Genuss, wenn ich ihn wertschätze? 

ist er ausschließlich bitter - was du in dem Fall dann nicht magst - schätzt du ihn nicht wert. Umgekehrt wird ein Schuh draus: auch ein Tee, der nicht mit Vielschichtigkeit glänzt, kann zum Genuss werden, wenn du es zulässt, und ihm damit Wertschätzung entgegenbringst.

vor 15 Minuten schrieb Getsome:

Entbehrlichkeit: Der Lao Banzang Frühling. Begehrtes Gut? Ja! Verfügbarkeit des Produkts? Glückssache! Also Genuss. Der Yiwu 2009 Plantagentee. Begehrtes Produkt? Bei guter Lagerung vielleicht. Verfügbarkeit des Produkts? Darfs gleich ein ganzer Tong sein? Also eher kein Genuss?

@GoldenTurtle war auch der Meinung, dass es für Genuss keinen Abstand braucht. Für ich eben schon. Wenn ich jeden Tag 'ne Cohiba quarze, wird das für mich Gewohnheit und ich kann keinen "wahren Genuss" daraus ziehen. Nicht dass sie mir weniger schmecken würde, aber es halt irgendwann "normal". Verknappe ich das Angebot (künstlich, weil ich bewusst Abstand suche), freue ich mich, wenn ich denn dann doch zu ihr greife, umso mehr (siehe oben "bodenständiger Genuss" vs. "wahrer Genuss"). Schwappt ein bisschen in das Wertschätzungsthema rein. Ständig verfügbaren Genussmitteln räume ich nicht die Wertschätzung ein, die sie verdienen.

Es ist nicht damit gemeint, dass das Produkt an sich knapp ist und dadurch genusswürdiger sei.

 

Stay openminded!

 

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@goza: Danke für deine Antwort.
Ok, wenn es nur darum geht was eine Person ganz persönlich mit Genuss verbindet oder dafür braucht oder wie auch immer, dann bin ich wieder bei euch und brauche auch niemanden mehr nach Begründungen für eine Aussage fragen. Begriffe wie "wahrer Genuss" haben einen Allgemeingültigkeitsanspruch und dafür würde ich schon sehr gerne eine Begründung lesen.

Aber wie gesagt, bei einer rein subjektiven Genussdefinition ist nichts davon notwendig.
Wenn ich deine Antworten richtig verstehe, dann sehe ich da einen Zirkelschluss. Genieße ich den Tee, dann treffen die von dir genannten Bedingungen zu. D.h. ich habe den Tee wertgeschätzt, ich war unvernünftig. Genieße ich den Tee nicht, dann trifft mindestens eine der Bedingungen nicht zu. Bsp.: ich war nicht unvernünftig genug. Also aus empfunden genuss folgt Genuss nach Definition.
Bei dem Beispiel mit den Teepreisen scheint es mir so zus ein, dass eine Zuschreibung wie der Preis keinen Einfluss nehmen soll oder besser: Eine solche Zuschreibung existiert für mich überhaupt nicht. D.h. es ist immer eine Blindverkostung, korrekt? Welche Rolle spielt dann überhaupt der Tee? Denn Entbehrlichkeit, Hingabe, Unvernunft und Wertschätzung betreffen mich oder meine Geisteshaltung und nicht den Tee?

Ich lese mir das morgen mit frischen Kopf nochmal durch :)

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