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Mein erster Purple Pu Erh: Mo Zhen


luke

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Ich habe hier meinen Eindruck über einen Purple Pu Erh niedergeschrieben, der mal wieder aus der typischen Schublade herausfällt. Für alle, die einen Pu Erh bevorzugen, der in die Richtung Grüntee geht, ist dieser Tee das Richtige. Aber leider bietet de Bezugsquelle noch keine Möglichkeit, Tee über das Internet zu kaufen. Wer hatte von Euch schon mal das Vergnügen?


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Aha, ahnte ich doch, dass zĭ紫 da irgendwo reingehört. Das 'Mo' von Mo Zhen kann ich mir nicht erklären.


Die Beschreibung des Tee klingt interessant, aber irgendwie frage ich mich da schon, ob es denn auch wirklich Puer ist.


Aber die Frage ist ja völlig untergeordnet - Hauptsache: es schmeckt!



@chris: wollen wir das böse "Z..."-Wort nicht lieber meiden? So langsam bekomme ich Panik, dass Du und William demnächst Nachschubprobleme haben könntet.


:o


Da möchte ich jegliche Aufmerksamkeit vermeiden ... wer weiß, wer hier alles mitliest?


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Eine Frage an Euch Pu Erh-Experten: Was macht einen Pu Erh zum Pu Erh? Wo liegt der Hauptunterschied eines Sheng zu einem Grüntee? Ich frage deshalb, weil es ja auch anderswo losen Pu Erh zu kaufen gibt. Ich habe ja schon den Guide von Chenshi gelesen, aber wenn ich mich richtig erinnere, dann ähnelt die Herstellung einander sehr. Es kann ja nicht nur das Pressen zu einem Fladen sein, oder? Ich habe auch mal gelesen, dass es die Unterart Qingmao sein muss.



Klaus, ich schicke Dir den Rest davon.


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Hallo luke,



was ich bisher als Definition dafür gelesen habe, was in China heutzutage als Puer-Tee bezeichnet werden darf:


1. die Teeblätter stammen von Pflanzen der 'Großblatt' Daye 大叶 Varietät (d.h. Camellia sinensis var. assamica, die in ausgewachsenem Zustand zu 'hohen Bäumen' qiaomu werden, d.h. einen erkennbaren Stamm haben).


2. die Teeblätter werden in der Sonne getrocknet


3. der Tee kommt aus Yunnan (an anderer Stelle sogar zu lesen, dass der Tee aus dem Gebiet des Flusses Lancang/Mekong stammen muss).



Die Definition hat für mich ein paar Fragezeichen:


ad 1. wie sieht es mit den Teepflanzen in Jingmai aus, die traditionell kleinere Blätter haben - gelten die auch noch als Daye? Oder meine geschätzten Tees aus Daxueshan und Tengzi, die von Camellia sinensis var. thaliensis gefertigt werden - sollen das keine Puer sein? Wie es mit der Purpurvariante aussieht, ist die nächste Frage zu diesem Punkt.


ad 2. halte ich für völlig unglaubwürdig, dass ein kleiner Teebauer seinen Maocha nicht als profitablen Puer verkauft, auch wenn er an regnerischen Tagen heißluft statt Sonnenstrahlen zum Welken genommen hat. Ist hier eigentlich das Welken gemeint oder das Trocknen des ansonsten fertigen Maocha? Da habe ich schon Quellen für beide Deutungen gefunden.


ad 3. man liest an diversen Stellen, dass Birmesen und Laoten ihren Maocha über die Grenze bringen, um ihn in Xishuangbanna an die großen Produzenten zu verkaufen. Und wenn im Nordwesten Vietnams nach genau diesem Verfahren von wildwachsenden Bäumen ein Tee produziert wird, habe ich kein Problem damit, diesen als "Puer" zu kaufen, solange die genaue Herkunft angegeben wird.



Soweit die formelle Definition, die schon eine gewisse Abgrenzung zu Grüntees aus Yunnan bietet.



In meinen Augen ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Sheng Maocha und Grüntee aber das Shaqing 杀青   (Stoppen der Oxidationsenzyme durch Erhitzen):


Damit die natürliche Reifung während der Lagerung eines Sheng gut funktioniert, muss man genau das richtige Maß an Temperatur und Dauer beim Shaqing finden. Zu wenig, und der Tee entwickelt sich immer mehr Richtung Schwarztee innerhalb weniger Jahre nach der Reifung, statt typischen Sheng-Charakter zu zeigen. Zu viel Hitze, und der Tee bekommt unerwünschte Röstnoten. Zu langes Shaqing und der Maocha wird defacto ein Grüntee, weil auch Inhaltsstoffe zerstört / konserviert werden, die eigentlich während der Reifung den Umwandlungsprozess durchlaufen sollten.



Wir haben in unserem Sortiment einen Grüntee aus Yunnan (Grünteekampagne, Nr. 597 - in meinen Augen völlig unter Wert verkauft), dessen feuchte Blätter viel mehr nach jungem Sheng als nach üblichen Grüntees aussehen. Geschmacklich hat er zwar ein paar Parallelen zu mildem Sheng, schmeckt aber eindeutig nach Grüntee.



Genaueres zur Herstellung, insbesondere dem Shaqing, habe ich auf den Infoseiten von Bannacha gefunden, wo auch 'traditionell' und 'modern maschiniert' vorgestellt werden. Auch die Blogs von Yunnan Sourcing, Tea Urchin und wieder mal William haben weiterführende Infos.


Die Auswirkung von schlechtem Shaqing thematisiert Hobbes im Half-Dipper gelegentlich, wenn er einen unbefriedigenden Tee verkostet hat.



Viel Spaß beim Stöbern!


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Viele Punkte hat Gero ja schon angesprochen, 



Gebiete waren laut meinen Recherchen nur Xishuangbanna und Lincang - damit würden einige Pu-erh Tees streng genommen keine Pu-erh Tees sein (entspricht aber eingermaßen Mekongeinflussgebiet)



Die Trocknung ist auch eine Sache: Sonne geht oft nicht, dann wirds in Hallen mit Feuer gemacht -> daher kommen dann bei einigen auch der Rauchgeschmack. War aber laut meinen Quellen egal für die Definition. Sonne ist besser, Feuer muss halt öfters als Ersatz herhalten.



Mit den der Blattgröße ist auch sowas: Blattgrad eins ist so klein... da weiss ich beim besten Willen nicht was daran "groß" sein soll. Aber zum Glück wird das nicht auch normiert sonst sind wir bei sowas wie der EU-Bananenkrümmungsverordnung.

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Entschuldigt die späte Antwort. Ich komme in letzter Zeit nicht so häufig zum Schreiben, dabei hätten es die Beiträge verdient. Geros Definition ist ja eigentlich simpel, wird aber anscheinend nicht wirklich konsequent angewendet. Das Shaqing schmeckt man sehr häufig heraus, vor allem wenn Rauch im Spiel war. Die dürften dann ja alle nicht unter dem Namen verkauft werden. Ich habe auch schon bei William einen Tee gefunden, der aus einem anderen Kultivar gemacht wurde. Erfährt der Begriff eventuell eine Bedeutungsveränderung? Oder sehen wir hinter der Definition auch einen Interessenkonflikt zwischen Teebauern, die den traditionellen ("wahren") Pu Erh herstellen und Nachahmern, welche sich auf die Machart konzentrieren? Mir soll es recht sein. Ich bin ein Anhänger der Vielfalt. Die Definition ist andererseits aber so schwammig, dass selbst die Einhaltung der drei Kriterien eine enorme Varianz der Endprodukte ermöglichen würde, oder? Der vorliegende "Pu Erh" wäre aber allein wegen seiner Blätter disqualifiziert.


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An einem traditionell hergestellten Pu-Erh sind eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen wie etwa Penicillium chrysogenum, Rhizopus chinensis und Aspergillus clavatus beteiligt.

Quelle: Wikipedia

Ich habe mich mal mit der Herstellung von Grüntee und Pu Erh beschäftigt. In der Herstellung sehe ich wirklich viele Parallelen, aber es gibt natürlich auch Unterschiede.

Nach dem Pflücken folgt das Welken: Für Maocha wird kein besonders langer Zeitraum dafür eingeräumt, für Long Jing 8-10 Stunden. Dabei verlieren die Blätter des letzteren schon 30% ihrer Feuchtigkeit.

Danach folgt das Rösten: Für Maocha wird wohl immer noch überwiegend eine Pfanne mit Holzfeuer erhitzt, beim Long Jing i.d.R. eine elektrische Pfanne. Bei beiden Tees ist größte Vorsicht wichtig, damit der Tee nicht verbrennt. Bei Maocha muss außerdem auch das Feuer genauestens kontrolliert werden, damit die Pfanne nicht zu heiß wird.

Bei Maocha folgt jetzt das Rollen der Blätter. Das kann je nach Teemeister unterschiedlich ausfallen. Dadurch treten anscheinend die verbliebenen Säfte aus und der Tee wir etwas klebrig. Bei Long Jing gibt es scheinbar nicht diesen Schritt, da er schon zu trocken ist (10% Feuchtigkeit sind danach noch in den Blättern enthalten). Dafür bekommt dieser für 40-60 Minuten Zeit zum Abkühlen.

Nun folgt die Sonnentrocknung beim Maocha um die verbliebene Feuchtigkeit aus den Blättern zu ziehen. Optimal ist ein sonniger Tag. Aber im Sommer bzw. in der Regenzeit kann es gut sein, dass man dafür auch ein Woche braucht. Dabei leidet aber die Qualität des Tees. Von Pfannen als Alternative habe ich nichts gelesen. Der Long Jing wird nach dem Abkühlen sortiert und bei 60-70°C ein weiteres Mal für 20-25 Minuten geröstet und ist dann fertig.

Der Maocha hingegen muss noch in geschlossenen Tüten/Beuteln reifen. Dabei kann man wohl auch eine Menge falsch machen, da falsche Lagerung laut William zu einem rauchigen Geschmack führen kann.

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  • 2 weeks later...

Hallo Lukas,


ich hab ihn schon getrunken. Der Pu-Erh hat geschmacklich mehr Ähnlichkeit mit einem Grüntee. Mich erinnert er an den China En Shi Yu Lu -Pine-Needle. Ich empfand ihn bei allen Aufgüssen sehr konstant im Geschmack.


Noch mal's Danke für dein Probe, wenn ich wieder mal was neues habe sende ich dir etwa.


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  • 2 weeks later...

Scheinbar kann Purple Pu Erh auch ganz anders sein.


Eben habe ich drüben bei Teachat einen Beitrag gefunden:



"Hatte wieder etwas 2012 Yunnan Sourcing 'Ye Sheng Cha' Wild Tree Purple Tea aus Dehong.


Wenn man weiß, was einen erwartet, kann es eigentlich ganz nett sein; obgleich der Geschmack von geräucherter Makrele mit süßem Nachgeschmack wohl der Gewöhnung bedarf."


Original: click



Ich schmeiß mich weg, der Herr kann formulieren!  :lol: 


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