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Reiseberichte Darjeeling und Nepal


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Namaste!



Weil Ihr Teetalker mir so gute Wünsche auf meine Reise mitgeschickt habt, möchte ich mich bedanken, indem ich direkt auf Reiseberichte in meinem Blog hinweise.


Es gibt jetzt ein erstes inhaltliches Thema:


Teeanbau in Darjeeling - > CLICK



Als nächsten Beitrag möchte ich gezielt über das Pflücken schreiben (wie oft greift eine Pflückerin zu? wieviel Tee ergibt das? wo sind die Probleme in Darjeeling und wo in Nepal?).


Wenn Ihr konkrete Themenwünsche habt, welche Aspekte der Teepraxis in Darjeeling und Ostnepal ich beleuchten soll, schreibt mir das gerne hier dazu - sicher werde ich einige Blogeinträge mit den Reiseerlebnissen füttern können.


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Sehr schoener und informativer Beitrag. Eine Frage habe ich direkt zur Bio-Zertifizierung, ich hoffe, du kannst sie beantworten. Auf einem japanischem Blog habe ich letztens gelesen, dass es die japanische Zertifizierung (ich nehme an es geht um JAS) in der Regel erst nach 5 Jahren Bio-Anbau gibt. Weisst du wie lange der Zeitraum in Darjeeling und Nepal ist?

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Hallo Gero,


schön daß man sich was wünschen darf.


Ich bin immer interessiert am menschlichen/allzumenschlichen. Was essen die Leute, was trinken die Menschen - außer Tee - wie verheiraten sie ihre Kinder, welche Witze erzählen sie sich, lesen sie Zeitung, können sie überhaupt lesen, wenn ja was für Bücher lesen sie, vor was fürchten sie sich, von was träumen sie, an was glauben sie?


Zu viele Fragen?


Paul


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Hallo seika,



wie lange die Zertifizierung dauert, hängt von dem Standard ab, nachdem man sich zertifizieren lässt. Es ist also nicht relevant, ob man Bio-Kräutertee in Indien, Deutschland oder Japan anbaut, sondern ob man sich nach JAS, EU-Bioverordnung oder NOP (US-Standard) zertifizieren lässt ... und ob man die Auditoren auf Anhieb überzeugt.


3 -5- Jahre sind das Minimum.



Hallo Paul,



zu den von Dir angesprochenen Themen habe ich auch reichlich Bilder und Fragen gestellt - habe also entsprechendes Material. Etwas wird schon in den nächsten Beitrag zum Pflücken einfließen.



Hallo Klaus,



genau genommen habe ich sogar 3 Teepflanzen auf der Reise gesetzt ... aber nur ein Foto ist etwas geworden. :(

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Hallo Gero,

 

was soll man zu solchen Reiseerfahrungen sagen - da kann man ja nur neidisch werden seufzende-smilies-0009.gif.

 

Großartig geschrieben und toll bebildert! (Am besten gefällt mir das Foto von deiner eigenen Teepflanze mit dem Namensschild - das kannst du später deinen Enkeln zeigen ;) )

 

Beste Grüße

Edited by TeeStövchen
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  • 2 weeks later...

Endlich geht es weiter! Nun ist ein Beitrag über das Pflücken und Menschen in den Teegärten gekommen, den Ihr bei Interesse hier findet: click



@Conny: bei meinen Bildern ist nichts dabei, ich muss mal durch die Bilder der anderen Reiseteilnehmer sehen. Die kann ich ja nicht ohne weiteres veröffentlichen aber vielleicht beim Treffen mal zeigen.


Aus der Erinnerung grob geschätzt ist das größere Blatt eines erntereifen shoots (two leaves and a bud) bei reinen Sinensis-Pflanzen ca. 3-5cm lang, bei den Hybriden ganz variabel 4-10cm und bei reinen Assamica 8-12cm. Aber es sind nunmal Naturprodukte, da gibt es also auch bei den shoots eines einzigen Busches ganz unterschiedliche Größen.

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Hallo Gero,



vielen Dank für den schönen Beitrag. Die cm-Angaben sind genau das, was mich interessiert hat. Fotos brauche ich dann nicht unbedingt - schön anzuschauen wären sie aber natürlich trotzdem. Bis zu 12 cm bei reinen Assamica ist ja richtig viel, hätte ich kürzer geschätzt. Gibt es orthodoxe Assamtees, die noch vollständige two leaves and a bud in der Größe haben? Das wäre ja mal ein spannender Tee ... Weiß da zufällig jemand etwas drüber?


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"orange pekoe" besteht aus ganzen blättern, aber ich hab noch nie solch grosse blätter darin gesehen, trink aber auch kaum assam.



annähernd solch grosse, ganze blätter hab ich bisher nur in oolongs gesehen. die pu-erh trinker finden diese grösse wohl auch in guten tees, und die preiswerten tees aus ceylon, die für die samowar-zubereitung verwendet werden, haben auch teilweise grosse.


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Die Verarbeitung in einer typischen Schwarzteefabrik (Indien, Nepal) sieht ganze Blätter gar nicht vor. Selbst bei den guten Blattgradierungen (S)FTGFOP sind das, was nur durch das gröbste Sieb der Sortinganlage gefallen ist. Was noch nichtmal durch das gröbste Sieb der Anlage fiel, rutscht in eine Kiste, die zur Zerkleinerungsmaschine getragen wird (AUA!!). Was die Zerkleinerungsmaschine ausspuckt, passt dann wiederum ins Raster - ist also kein ganzes Blatt mehr.



Key hat schon ganz richtig Puer angesprochen - dafür werden ja reine Assamica-Blätter verwendet. Einmal hatte ich tatsächlich im Gaiwan ein komplettes Blatt, das so lang war wie meine Handfläche.


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Selbst für die besten Blattgrade werden die Blätter zerkleinert? Naja, aber braucht man bei Schwarztee wohl auch meistens, irgendwie muss das Oxidationsenzym ja mit dem Sauerstoff in Berührung kommen. Wird dann wirklich so genau überwacht, dass nur two leaves and a bud in den Tee kommt? Sieht danach ja keiner mehr so genau ... 



Auf so einen Pu'Er mit Riesenblättern habe ich auch mal Lust! Wird Pu'Er eigentlich immer aus Assamica-Sträuchern gemacht, oder gibt's den auch als Sinensis-Variante?


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Es gibt einen staatlich definierten Standard für Tees, die sich "Puer" nennen dürfen:


1. Aus Yunnan (nach einigen Quellen: Aus dem gebiet um den Fluss Lancang)


2. an der Sonne getrocknet (wenn das streng kontrolliert würde, gäbe es kaum Puer auf dem Markt)


3. von der Da Ye Variante der Teepflanze



Diese Da Ye (=Großblatt) Variante ist diejenige, die Qiaomu Bäume hervorbringt - im Gegensatz zu den Büschen ohne klaren Stamm, wie man sie bei den reinen Sinensis-Pflanzen findet.


Auch wenn es innerhalb der Da Ye Variante Unterarten mit kleineren Blättern findet (z.B. in Jingmai), handelt es sich (meist, Ausnahme kommt später) um die ursprüngliche Version der Camellia sinensis var. assamica. Die Ausnahme als eine Großblatt-Sorte in der Präfektur Lincang (z.B. am Daxueshan zwischen Mengku und Yongde) ist die Camellia sinensis var. thaliensis. Die Thaliensis spielt aber kaum eine Rolle für die kommerzielle Puer-Produktion, daher kann man im Großen und Ganzen sagen, dass Puer von Assamica-Pflanzen stammt.



Zurück zum eigentlichen Thema Darjeeling und Nepal: die Zerkleinerungsmaschine, die ich meine, kommt erst nach dem Trocknen. Wenn der Tee direkt aus dem Trockner kommt, hat man darin wunderschöne große Blätter ... die aber nicht ins Gradierungssystem passen und daher zerkleinert werden, auch wenn es mir das Herz zerreisst.


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die Zerkleinerungsmaschine, die ich meine, kommt erst nach dem Trocknen. Wenn der Tee direkt aus dem Trockner kommt, hat man darin wunderschöne große Blätter ... die aber nicht ins Gradierungssystem passen und daher zerkleinert werden, auch wenn es mir das Herz zerreisst.

das deckt sich mit dem, was ich bisher bei mein DJ und nepalesischen tees beobachtet hab.

nur mit "orange pekoe" und der beschreibung "ganzes blatt" kam ich da immer durcheinander...

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Und der Tee wird zerkleinert, damit er in die britischen Teebeutel passt? Oder sich gut mit anderen Sorten zu Breakfast-Mischungen kombinieren lässt? Gehört wohl bei diesen Teesorten dazu. 



@ Gero, danke für den Ausflug zu den Varianten des Teestrauchs, finde ich sehr spannend das Thema. 


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  • 3 weeks later...

Lange hat es mal wieder gedauert, aber endlich ist es vollbracht:



Hier ist der dritte Teil meines Berichts - diesmal  geht es um die Verarbeitung der Blätter.



Beizeiten kann ich hier noch etwas rundherum zu den nicht direkt teebezogenen Erlebnissen der Reise schreiben. (Bestattungszeremonie ganz öffentlich mit tobender Affenhorde - Fliegen mit Buddha-Air - Ernährung in Nepal - ...)


Aber das hat hoffentlich noch etwas Zeit.


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Gerom ein seht interessanter und informativer Artikel. Man spürt Deine Freude das alles zu erleben und das erzeugt Feude.

Das es leider auch anders geht findet man hier:

http://shuimeitang.ch/blog/
http://www.teeshop.de/blog.php?osCsid=15lt01tspp6n310000924rdsl1
http://www.teehaus.com/blog/?
http://www.teahouse.de/tee-blog/

Diese Teefreunde haben alle gemeinsam mit Meng-Lin Chou aus Zürich vor kurzem eine Teereise unternommen. Es ist sehr spannend die verschiedenen Reiseeindrücke nebeneinander zu lesen und darauf zu achten, was dem Einzelnen wichtig war, was er beschreibt und abbildet.

"Kolonialismus im Reisen,  Schreiben und Denken der Post Postmoderne im 21. Jahrhundert am Beispiel  von "Einkaufsreisen" europäischer Teefreunde in Asien" ;)

Falls jemand seine Doktorarbeit über dieses Thema schreiben will, schenke ich ihm den Titel.

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