Joaquin

Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

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2007 Lao Shu von Chanting Pines

Ein qualitativ hervorragender Shu: Absolut sauber, keinerlei Shu-Muff (wo dui wei) und trotz sehr fester Pressung (oder "zusammenfermentiertem" Material) für ein Shu durchaus schönes, kräftiges Blatt. Wie bei seinem 9 Jahre jüngeren Namensvetter steht der Name auch hier nicht für die Herkunft sondern für das Alter der Teebäume, welche hier offensichtlich hübscher und teurer waren.
Der Tee erlaubt sich keinen Fehler: schwere Textur, super weich und rund, alles sehr wertig und zum Glück kein penetrantes Chanting Pines Storage-Aroma. Und trotzdem ein Tee, der mich langweilt - wie bei leider zu vielen Chanting Pines Tees zeichnet sich der Tee vor allem durch freundliches Nichtssagen aus, als ob sie eine japanisch anmutende Angst davor hätten, sich als Individuum von der Masse abzuheben. Mag sein, dass der Claim des Händlers "One of the finest shou puerh teas you will ever drink." zutrifft, aber bereits morgen erinnere ich mich nicht mehr an den Tee, daher ist das leider wenig wert... auf jeden Fall nicht den aufgerufenen Preis. :( 

(Oder ich bin einfach ein unverbesserlicher Shu-Banause :ph34r:)

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vor 38 Minuten schrieb doumer:

und zum Glück kein penetrantes Chanting Pines Storage-Aroma

Haha, so gings mir mit dem EOT Storage-Aroma!
Das vom Lager in Malaysia. Da gab es eine Note bei diversesten Shengs, die mir einfach nicht gepasst hat.
Aber die ist nach 2, 3 Jahren verflogen, glücklicherweise.
Womöglich haben die in der gleichen Lagerhalle Schweinefett ausgekocht oder so.

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Wie es allem Anschein nach auch bei @chenshi-chinatee der Fall ist, kann ich regnerischen Sonntagen durchaus etwas abgewinnen. Voraussetzung für einen angenehmen Sonntag bei garstigen Wetterverhältnissen ist, dass man nicht zu viel Unliebsames zu erledigen hat. Schon gar nichts Unliebsames außer Haus.
Dann schadet es natürlich auch nichts, den passenden Tee parat zu haben. Und wenige Tees könnten passender sein, als der 2007er Bangwai von Six Famous Tea Mountains aus Chris' Sortiment.

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Er ist einer meiner Lieblingstees in letzter Zeit. Die sauberen, weichen Alterungsnoten lassen an einen Keller voll mit Weinfässern denken, in dem sich der Duft des Holzes und des süßlichen Rotweins zu einem betörenden Aroma vermischen.
Im klaren, milden Geschmack eine schöne Balance aus dezenter Süße und kontrollierter, aber präsenter Adstringenz. Ich mag diese knackigen Tannine, die den Mundraum auf angenehme Weise belegen und für einen langen und intensiven Nachgeschmack sorgen, dabei aber nicht störend im Hals kratzen.

Kein fancy Gushu Boutique Produkt. Einfach ein leckerer, wohltuender, sauber gereifter Sheng zu einem sehr fairen Preis. Klasse!

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vor 5 Stunden schrieb Shibo:

regnerischen Sonntagen durchaus etwas abgewinnen

etwas OT, aber zum Regen muss ich mich melden: leider nicht so viel Regen wie erhofft, die Waldboden ist teilweise immer noch pupstrocken (Soonwald bei Stromberg), immerhin hab es schon ein paar Rotfüsse bei der ersten erfolgreichen Pilzjagd heute nachmittag und eine kleiner Freund der mir den richtigen Weg gezeigt hat:

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Ontopic: Jasmintee von Nanuoshan und TGY aus eigenem Lager

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Geschrieben (bearbeitet)

@goza Was Sencha angeht gehts mir da ähnlich. Kann nicht lange ohne. 😜 

Nach dem Curry heute Abend gibt jetzt aber einen Heritage Dong Ding von Taiwan Tea Craft. 

bearbeitet von seika

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Am Vormittag gab es den Pinglin Bai Mao Hou von @teekontorkiel - bemerkenswerter Tee, der mir noch ein Stück besser gefällt als der Sanxia Bi Luo Chun. Übrigens - der 'echte' (Dongshan) Bi Luo Chun, ein Mingqian Teji von EFUTON,  am 29.03. geordert, ist tatsächlich am Freitag in Frankfurt eingetroffen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder ... Bin mal gespannt, wie lange mich der Zoll jetzt noch warten lässt.

Jedenfalls - beim ersten Tee des Tages lasse ich mich ja grundsätzlich nicht durch Fotografieren oder ähnlich profane Tätigkeiten ablenken, aber am Nachmittag gab es heute den 1993er Anxi Tie Guan Yin von @chenshi-chinatee. Was nicht heisst, dass der keine volle Aufmerksamkeit verdienen würde.

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Ein äußerst leckerer, vielschichtiger Tee. Leicht karamelartige Grundnote, darüber nicht näher identifizierbare gewürzartige Töne. Eine wunderschöne Alterungsnote; die leichte Holzkohlenröstung ist perfekt integriert.

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Wie es sich gehört, in Yixing aufgegossen. Gut 7 gr / ca. 110 ml / 95°C. Nach der langen Lagerung geht er nicht mehr so stark auf wie junge TGYs, so dass man ihn noch etwas stärker dosieren könnte, ohne dass es den Deckel lupft - braucht er aber mE nicht. Leider nicht übermäßig ausdauernd; ab 5. Aufguss werden die Konturen undeutlich und die Intensität beginnt stark nachzulassen. Mit 8 Aufgüssen ist er nach meinem Geschmack ausgereizt (was ja auch durchaus ganz ordentlich ist). Seine (bemerkenswerten) Stärken entfaltet er allerdings in den ersten vier Aufgüssen - da überrascht jeder mit neuen Nuancen, sowohl in der Nase wie auf der Zunge.

Leider seit ein paar Minuten vergriffen ;), sorry. Habe vorsichtshalber Nachschub bestellt, bevor ich ihn hier öffentlich über den grünen Klee lobe, womöglich bin ich ja ein Influenza oder wie das auf Neudeutsch heisst. Selbst gerade mal noch die letzten 30 gr erwischt. Wer zu spät kommt ...

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Ich könnte mich nicht entscheiden ob mir der Pinglin oder der Sanxia besser gefällt. Der Pingling jedoch verlangt meiner Meinung nach höherer Temperatur um sich so richtig zu entfalten.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb SoGen:

Am Vormittag gab es den Pinglin Bai Mao Hou

Schön hast du den mal probiert.
Ich nehme an du spricht davon als Grüntee ausgebaut.
Ich empfehle dir bei Gelegenheit mal nach einem Oriental Beauty aus Bai Mao Hou nachzufragen, wozu er üblicherweise ausgebaut wird.
Ein besonderer Kultivar.
Diese Einfachheit und doch filigran, aber fein verwoben.
Ach, wann kommt dieses doofe Buch von Atong endlich auf deutsch raus.
Da steht so viel interessantes über verschiedene Kultivare und deren Geschichte.
Mal nur so viel, in der japanischen Zeit wurde in Taiwan etwa das Zehnfache an Kultivaren entwickelt, die Japaner waren sehr fleissig resp. fördernd diesbezüglich.
Gut, das ist auch mehr als 50 Jahre her. Unterdessen haben sie leider ihr entdeckerfreudiges Erbe in dieser Hinsicht sträflich vernachlässigt und bauen selbst zu mehr als 2/3 nur noch einen einzigen Kultivar an, der sehr ertragreich ist.

@topic: Hmmm, was hab ich denn heute getrunken? Also zuerst drei späte Übernachtzieher-Aufgüsse (aka Kannen-Reifer) aus drei verschiedenen Kannen ... ein frischer Milan Fenghuang, ein alter Huangpian, und dann noch ein Shou von Scott, den Badass King, wobei zu bemerken ist, dass Scott ein bemerkenswerter Shou-Tüftler ist und punkto Shou unterschiedlichstes fabriziert. Dann einen Jiaogulan probiert, wirkte zumindest geröstet, fast schon etwas smoky, und zu guter letzt einen ziemlich frischen Huangpian, mir sagt das einfach zu, dieser einfache Bauerntrunk.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor einer Stunde schrieb Lateralus:

Der Pingling jedoch verlangt meiner Meinung nach höherer Temperatur um sich so richtig zu entfalten.

Finde ich auch. Ich gieße ihn mit 80° auf, während sich der Sanxia mit 70° besser macht. Wie auch die Dongshan  Bi Luo Chuns (+/- 5°), mit denen er sonst allerdings mE nicht viel gemeinsam hat.

@GoldenTurtle: Danke für den Tip. Der Bai Mao Hou stammt ja, wie der Bi Luo Chun, eigentlich vom Festland (zumindest der Name) - nur nicht aus Jiangsu, sondern aus Fujian. Einer der wenigen überregional bekannten Grüntees aus Fujian, den ich selbst allerdings noch nicht in der Tasse hatte. Mein lokaler Händler hat gelegentlich eine mit Jasmin beduftete Version im Sortiment, aber diese Art 'Veredelung' ist nicht so meins ...  Wird auch zu Schwarztee verarbeitet und nennt sich dann Jin Mao Hou ('goldhaariger Affe' statt 'weißhariger Affe'). Grüntee-direkt hat da einen im Sortiment, allerdings aus Jiangxi.

Was nun den Dongfang Meiren ('Oriental Beauty') angeht, so hatte ich da als Kultivar eigentlich den Bai Hao im Hinterkopf.

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vor 11 Stunden schrieb SoGen:

Der Bai Mao Hou stammt ja, wie der Bi Luo Chun, eigentlich vom Festland (zumindest der Name)

Möglich! Weiss ich zugegebenerweise nicht ... ich hab ja das Buch auf deutsch auch nicht! 🤣

vor 11 Stunden schrieb SoGen:

Was nun den Dongfang Meiren ('Oriental Beauty') angeht, so hatte ich da als Kultivar eigentlich den Bai Hao im Hinterkopf.

Nicht nur, für Oriental Beauty werden verschiedene Kultivare verwendet.

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Es ist zwar keine Tasse und ich kann auch nicht ganz so fachkundig über Tee schreiben wie viele von euch, jedoch teile ich heute auch mal womit ich ziemlich regelmäßig den Tag beginne:

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Hier haben wir es mit einem "Toyo Mukashi Uji Matcha" zu tun, den ich über Mei Leaf in London bezogen habe. Dieser ist wirklich eine komprimierte Ladung Geschmack und Energie und verzeiht daher auch, wenn man ihm unangemessen viel Wasser zuführt (wie auf dem Foto geschehen). Der Matcha ist trotzdem überdurchschnittlich Cremig im Schlürfprozess und hat diesen besonderen Schmelz, der fast daran erinnert, wenn man etwas wie Pistaziencreme oder sehr gute Schokolade auf der Zunge zergehen lässt. Der Geschmack hat viel Tiefe und ein ausgewogenes Geschmacksspektrum welches nicht in eines der Extreme von Bitter oder Süß kippt und schön gleichmäßig die ganze Zunge bedient. Der Effekt ist jedes Mal wieder äußerst belebend und gibt mir diesen besonderen Kick, den ich nur von sehr hochwertigen Matcha oder Gyokuro bekomme. Ich finde die Farbe des Pulvers verrät bereits viel über seine Intensität (sieht auf den Fotos ein wenig blasser aus als in "Wirklichkeit").

 

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Ja, das mit dem schlagen funktioniert tatsächlich sehr gut. Besonders bei dieser Qualität von Matcha, wo nichts von sich aus schon verklumpt...

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Geschrieben (bearbeitet)

Farmer Leaf Jingmai Gushu Herbst 2019

Der Tee verströmt ein zurückhaltend nussig-gemüsiges Aroma. Eindeutig auf der milderen, süßeren Seite. Das Mundgefühl ist sehr schön gehaltvoll, dabei weich und klar, ohne eine nennenswerte Bitterkeit. Wieder nussig, aber eben mehr Cashew denn Walnuss.

Zum Vergleich habe ich von Farmer Leaf nur den 19er Spring Ai Ban. Beide Tees sind sich recht ähnlich, was wohl Williams Verarbeitungsmethodik und dem zwar nicht gleichen, aber wohl doch vergleichbaren Terroir zu verdanken (verschulden?) ist. Während der Herbst-Sheng etwas offen-aromatischer ist als der Ai Ban, punkten beide Tees nicht mit einer überbordenden Aromatik, sondern mit einer gut texturierten Struktur am Gaumen und einem schönen Huigan. Der Ai Ban scheint in diesen Eigenschaften noch einmal deutlich potenter, trotz Shengtai Material.

Die Shengs von Farmer Leaf kommen hier im Forum oft nicht so gut weg. Mir gefallen diese beiden Exemplare ziemlich gut, sie sind aber wirklich teegewordenes Understatement. Das Mundgefühl und Huigan schätze ich sehr, genauso wie die sauber-erfrischende, aufweckende Wirkung. An manchen Tagen passen diese Tees genau und ich wähle sie mit großer Vorfreude für meine Session aus. An anderen Tagen langweilt mich schon allein der Gedanke, mit diesen stoischen Genossen für längere Zeit den Sofatisch zu teilen. Dann wähle ich sie auch nicht aus, sondern suche mir einen Tee, der meiner Stimmung besser entspricht. Auf diese Weise hatte ich bisher nichts als herrliche Sessions mit den beiden Farmer Leaf Shengs.

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bearbeitet von Shibo
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      -Princess Tea
      -Assam Blend
      -Dolce & Banana
      -Karteraki
      -Cretan Summer tea
      -Terra Creta
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