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Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3


Joaquin

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Ich mache es heute mal kurz:
Laos Ban Komaen Gushu 2017 von Olivier Schneider via Tee-Kontor Kiel

ein süß-fruchtiger Sheng, der viel reifer wirkt als sein Alter es vermuten lässt. Die ersten Assoziationen sind Weintraube und Hagebutte, dann gesellt sich ein angenehmer, leicht säuerlich erdiger Geruch hinzu. Der Duft der feuchten Blätter im Kännchen geht schon in eine holzige Richtung und auch am Gaumen legt sich kurz eine holzig-trockene Ebene über die vorherrschende Süße. Im Abgang wird es dann wieder richtig süß, TKK beschreiben den Abgang ganz treffend mit "an Rohrzucker erinnernd".
Das Huigan ist markant und lange anhaltend, aber anders als bei den meisten mir bekannten Shengs hat es eher einen wärmenden denn einen kühlenden Charakter. Auch wenn der Tee eine eher leichte Textur hat, wirkt das Gesamtpaket rund und gut ausbalanciert. Dazu kann ich eine erfreuliche Ausdauer auf der Haben-Seite verzeichnen.

Der Tee ist mir rundum sympathisch.

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Shuppin Gyokuro aus Yame via @teekontorkiel Ein Gyokuro, bei dem kaum Wünsche offen bleiben. Das Umami ist intensiv, jedoch nicht komplett überlagernd, so dass die feine Süsse des Tees schön

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Live-Grüsse von einer kleinen Teerunde mit Diz 🥳

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vor 8 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Hat sie unterdessen auf Flussschlamm gewechselt und verwendet nicht mehr Stauseeschlickschlamm?

Nun sei mal nicht päpstlicher als der Papst... ;)

vor einer Stunde schrieb cordyceps:

Ich hatte ja 7g in meinem 100ml Kännchen und werde die restlichen 7g in einem anderen Kännchen am Wochenende aufgießen

Um welche Kännchen handelt es sich denn? Sollte das zuerst verwendete Kännchen ein unglasiertes aus Osteuropäischer Produktion gewesen sein, könnte ich mit vorstellen, dass es schon einen ordentlich "mutenden" Effekt gegeben habe könnte. 

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vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi:

Nun sei mal nicht päpstlicher als der Papst... ;)

Ja wie denn nun? 😅
Ist doch möglich dass sich da was geändert hat, ich weiss auch nicht alles.

PS: Im Übrigen weiss ich auch nicht, was der Papst zu der Katze auf dem Bild in meinem vorherigen Beitrag sagen würde.

PPS: Von der für ihn möglicherweise haarsträubenden Übersetzung ganz zu schweigen. 🤣👌
Nur für wer sich für mehr dazu interessiert:

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Die heutige Verkostung; 15er Bingdao gs, aber nicht von der ollen Ma, sondern vom Jeep ... mit dem gestern angesprochenen, Yunnan-lokalen Dai Gaiwan:

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Der Sheng zeichnet sich zu Beginn (wo ich gerade bin) durch eine sehr schöne, fruchtig-milde Wärme aus, umwoben von einer Note, die mich an englischen Butterkeks erinnert.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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@Shibo dein Bericht zum 2016er Gulan hat mir keine Ruhe gelassen, weshalb ich den dann prompt gestern mal in einem (relativ) neutralen Setup (Zhuni-Kännchen + glasiertes Schälchen) hatte - und ich war in der Tat sehr erstaunt, wie stark sich das Ergebnis zu meinen Notizen von Mai unterscheiden! Im Bizen-Kännchen von Duchek ist der Tee sehr viel gefälliger, er wird abgerundet und unangenehme Facetten kaschiert. Hier wirkt er im Vergleich tatsächlich etwas unrund - zwar nach wie vor keine Barbecue-Sauce aber deutlich aggressiver mit mehr Bitterkeit und für einen Jingmai von William sehr ungewohnt ruppige Facetten. Alles in allem zwar nicht schlecht, aber der Tee ist definitiv in der "awkward phase" und gehört nicht zu denen, die diese mit Bravour meistern - mal schauen wie er in einem Jahr oder so wirkt :)

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Mein Erstwerk, bitte seid gnädig! 🙂
Heute gabs bei mir den „Golden Eyebrows (Jin Jun Mei)“, bezogen von Teewald, Dresden.
5g, 115 ml Gaiwan + Tasse, beide Porzellan

Das trockene Blatt verströmt im gewärmten Gaiwan den Geruch von doppelt gebackenen Roggenbrot und erdigen Kräutern. Das Brot ist recht dominant und ist für mich das allesprägende Motiv dieses Session.
Nach dem ersten Aufguss (~90°C/30s) hat es das feuchte Blatt wiederum mit dem Brot, ist das aber erst mal durch die Nase durch, bleibt interessanterweise ein ordentlich fruchtiges Aroma von Waldmeister(?) und Kirschbrause sowie eine Sirupsüße über. Dieses fruchtige Aroma erinnert mich doch stark an einige Aromahopfen. Der Sud ist braun mit dunkelgrünen Einschlag.
Das Aroma des Suds ist ähnlich brotig, fruchtig aber runder und süßer. Geschmacklich ist der erste Aufguss keine große Entdeckung, insgesamt ähnlich zum Aroma. Texturtechnisch etwas dünn, leicht trocken und irgendwie schal (wenns das beim Tee gibt). Hintenraus eine leichte mentholfrische.
Zweiter Aufguss (~90°C/30s) war Geschmacklich dann etwas zu stark. Körpergefühl war eher auf der beruhigenden, wärmenden Seite aber so richtig hat er bei mir nicht eingeschlagen, war mir vom Körper her zu leicht/dünn. Beim dritten Aufguss bin ich dann auf 95°C/25s. Interessanterweise kamen dann am Deckel und im nassen Blatt dann Kreuzkümmel und Kurkuma dazu (auch dieser leichte Muff den man da bekommt) und das Aroma wurde etwas erdiger mit (Speise)pilzen, insgesamt trockener. Ich bin dann bei den 95°C geblieben und habe die Ziehzeiten erhöht. Beim fünften Aufguss hats dann für mich gepasst. Solides Tee-Aroma, der Abgang nun von der Mentholnote für mich Richtung schwarzer Pfeffer verschoben (Kombination aus höherer Temperatur, höherer Trinktemperatur?). Der Sud ist farblich bei Bernstein. Danach kommt nichts mehr dazu.

Aso, Wertung: Haut mich nach meinem ersten Versuch an dem Tee nicht vom Hocker. Da werde ich noch etwas experimentieren müssen.

Bearbeitet von Ferdinand
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@doumer
Schau an, spannend! Hattest du den '15er in letzter Zeit nochmal im Kännchen? Den fand ich ja ziemlich gut. Allerdings auch viel FL-typischer und damit für mein Gefühl ganz anders im Charakter als der '16er.

Dementsprechend würde ich auch nicht davon ausgehen, dass der '16er in einem Jahr mit dem '15er jetzt vergleichbar sein wird. Vielleicht haben die ruppigen Facetten ja noch Potential für die langfristige Reifung. Bis der Tee wirklich rund ist, wird vermutlich noch einige Zeit verstreichen.

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Ein Anji Bai Cha von unserer Grüntee-Koryphäe @SoGen. Vielen Dank für das Sample. :)

Hier merkt man sofort, dass der Aufwand einer korrekten Lagerung sich lohnt. Der Tee schmeckt, als wäre er erst vor ein paar Tagen geerntet worden, ganz große Klasse!

Im Gegensatz zum Anji Bai Cha von nannuoshan, finde ich diesen hier etwas voller und körperbetonter. Allerdings liegt die letzte Verkostung des Tees von nannuoshan auch schon ein paar Monate zurück. Zudem wird hier auch das Kännchen eine Rolle spielen, aber sei's drum...

Ein sehr leckerer Tee, welcher mich für kurze Zeit in den Frühling zurück versetzt hat. Dieses Feeling war das Highlight der Session. :)

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2020er Naka Qiao Mu von TTpl

Von den vier 2020er Shengs von Milena und Wojciech ist das der jüngste, was das Alter (angegebene) Alter der Bäume anbelangt - diese werden aber explizit als qiaomu (乔木 oder 喬木) bezeichnet, das heißt "große Bäume", wobei hier jedoch gemeint ist, dass die Teebäume frei wachsen dürfen und nicht zurückgeschnitten werden - nicht zu verwechseln mit auch immer wieder auftauchenden gaogan (高杆) also den sehr hohen Bäumen, die nur weit oben Blätter haben (wobei man natürlich sagen kann, gaogan ist eine Spezialform von qiaomu).

Interessant ist, dass dieser Tee deutlich frischer/jünger wirkt als der Walong oder der Yiwu - wobei das aber auch an dem Charakter des Tees liegen kann, da der Farbe nach dieser auf die selbe Art verarbeitet wurde, wie die anderen. Jedenfalls bekommt man hier auf der Geschmacksebene viel geboten: eine sehr schöne, Naka-typische Bitterkeit, leicht herbe Fruchtnoten und eine schön volle Süße - insgesamt wirkt der Tee "heller" und leichter (aber nicht schwächer!) als der Walong, was mich etwas an weiße Pfirsiche erinnert. Der Tee hat auch ziemlich Power - interessanterweise aber kein all zu stark wirkendes Qi: man merkt zwar schon eine Sammlung im Stirnbereich, aber eher dezent und zum Glück auch nicht unangenehm, wie es bei manchen Nakas manchmal der Fall ist. Für mich ein wirklich guter Naka, dem zwar die Tiefe und Ruhe eines Gushus fehlt, aber sonst ein top Naka-Paket abliefert - dafür ist er mit knapp 0,4€/g auch sehr fair bepreist.

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@Shibo das hatte ich noch ganz vergessen zu beantworten: nein, den 2015er hatte ich schon eine Weile nicht mehr - wenn ich mit den frischen Shengs durch bin, kommt der aber sicher auch mal wieder an der Reihe ;) 

@topic: heute wieder einer der extrem im Trend liegenden Tees von einer angesagten Boutique (sorry, konnt ich mir nicht verkneifen, ist nicht böse gemeint :D ) 2020er Secret Forest Gushu von TTpl

Das letzte der 2020er Samples stammt leider aus der Bing-Mitte+Unterseite, entsprechend gewinnt das Blatt keinen Schönheitspreis (wobei laut Beschreibung die Blätter ohnehin eher klein sind) und neigt evtl. zu etwas mehr Adstringenz, wie es bei einem Sample von anderer Stelle der Fall wäre. Die genaue Herkunft wird nicht bekanntgegeben (daher auch der Name des Tees), lediglich dass es im Nordosten von Xishuangbanna an der Grenze zu Laos sein soll - prinzipiell bevorzuge ich es zwar, möglichst genaue Angaben zu einem Tee zu haben, aber das Gespräch mit Paul von W2T vor einer Weile (siehe erster Absatz hier) hat mich fehlenden Informationen gegenüber etwas milder gestimmt - lieber keine Infos als falsche Infos.

Der Tee ist jedenfalls von ganz anderem Charakter als die übrigen drei 2020er von Milena und Wojciech - dieser scheint anders produziert worden zu sein, da er deutlich grüner wirkt, der etwas dämpfender Alterungs-Schleier (insbesondere beim Yiwu und Walong spürbar, wenn auch nicht negativ gemeint) ist hier nicht vorhanden, was sich auch schon in der Farbe des Aufgusses bemerkbar macht. Der Tee startet zwar etwas verhalten, öffnet sich dann aber schnell in einen sehr frischen, von einer schönen, intensiven Bitterkeit dominierten Charakter. Allerdings ist dieser weniger sommerlich-fruchtig wie bei dem Naka sondern sehr tief moosig-waldig grün mit leichten Zitrus-Noten, die zwar im Abgang direkt einer frischen Süße weicht aber diese weiterhin begleitet - insgesamt wirkt er fast wie eine Produktion von Peter, so sehr unterscheidet er sich meiner Meinung nach von den übrigen 2020ern. Auf jeden Fall ist das Qi des Tees besonders hervorzuheben: Mit Abstand am intensivsten von den 2020ern und das auf eine sehr angenehme Art - zwar nicht ganz so "stoner"-mäßig wie beim 2019er Rareness 5 von prSK aber ebenfalls sehr entspannend: man fühlt sich schwer und geerdet. Dazu macht der Tee richtig frei in der Brust und wie z.B. beim 2017er Yiwu Guoyoulin von EoT spürt man die Kraft, die im Tee steckt und dass es sich nicht um ärmliche Plantagen-Pflänzchen handeln kann. Ein toller Tee!

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Bearbeitet von doumer
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Ich hätte die Notes vielleicht nicht lesen sollen - der 2020er Secret Forest Gushu von TTpl steht heute für mich auch nochmal auf der To-Do-Liste.

[Sarkasmus] Wenn ich das so lese glaube ich inzwischen, dass entweder TTpl einen falschen Tee in mein Sample-Tütchen gepackt hat oder ich Corona-postiv war und deswegen bei dem Tee nichts geschmeckt oder gefühlt habe...

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Heute wird dann also mal dieser 07ner Fu Zhuan der Xiangyi Factory aus Hunan verkostet, der aus wildem Pflückgut besteht.
In Hunan haben sie, wenn ich mich richtig erinnere, eine eigene Unterart des Teestrauches, es gibt aber auch Assamica, die sie dereinst aus Yunnan importierten.

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Aufnahme aus der Perspektive eines Messerstechers

Die Form des Ziegels passt zum Bambusbrett, das ist bereits ein gutes Zeichen,
viel besser als die ollen Shengs, die zumeist die Quadratur des Kreises versuchen.

Goldgelbe Aufgussfarbe, ähnlich einem ordentlich oxidierten Tiefland Taiwan Oolong.

Der Tee weisst eine anfängerfreundliche, natürliche Süsse auf, die bei Sheng nun wahrlich schwer zu finden ist,
höchstens Huangpian kommen manchmal, aber meist nur ansatzweise in diese Richtung.

Für den fortgeschrittenen Teeliebhaber ist diese Süsse erfreulicherweise mit mineralen Noten durchwobenen.

Nun kommen wir zu den besonderen Stärken dieses Tee für fortgeschrittene Teeliebhaber.
Was Starkaufgüsse angeht bin ich kein Kind von Traurigkeit.
Ich habe schon so manches, junges Sheng Long Zhu beim ersten Aufguss 5 Minuten ziehen lassen.
Zugegeben, es war überbittert, ich konnte es gut trinken, aber es war schon überbittert - ich mache das auch nicht mehr.
Nun, dieser Fu Zhuan weisst eine geringere Bitterkeit auf als ein Sheng.
Dadurch kann man mit diesem Tee viel stärkere, quasi Essenz-Aufgüsse anstellen, entfernt vergleichbar mit traditionellem Gyokuro, ohne dass dieser überbittert. Dadurch treten anstelle der Süsse als Kopfnoten eine fruchtige Säure auf, aber relativ weit entfernt von derjenigen vom Fenghuang Oolong, dann spielt die Mineralität, und dann tritt die Süsse auf und lässt eine warme Note im Nachhall.

Für mich ein erfreulicher Tee und eine schöne Abwechslung in der Tee-Welt.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Heute wird dann also mal dieser 07ner Fu Zhuan der Xiangyi Factory aus Hunan verkostet, der aus wildem Pflückgut besteht.
In Hunan haben sie, wenn ich mich richtig erinnere, eine eigene Unterart des Teestrauches, es gibt aber auch Assamica, die sie dereinst aus Yunnan importierten.

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Aufnahme aus der Perspektive eines Messerstechers

Die Form des Ziegels passt zum Bambusbrett, das ist bereits ein gutes Zeichen,
viel besser als die ollen Shengs, die zumeist die Quadratur des Kreises versuchen.

Goldgelbe Aufgussfarbe, ähnlich einem ordentlich oxidierten Tiefland Taiwan Oolong.

Der Tee weisst eine anfängerfreundliche, natürliche Süsse auf, die bei Sheng nun wahrlich schwer zu finden ist,
höchstens Huangpian kommen manchmal, aber meist nur ansatzweise in diese Richtung.

Für den fortgeschrittenen Teeliebhaber ist diese Süsse erfreulicherweise mit mineralen Noten durchwobenen.

Nun kommen wir zu den besonderen Stärken dieses Tee für fortgeschrittene Teeliebhaber.
Was Starkaufgüsse angeht bin ich kein Kind von Traurigkeit.
Ich habe schon so manches, junges Sheng Long Zhu beim ersten Aufguss 5 Minuten ziehen lassen.
Zugegeben, es war überbittert, ich konnte es gut trinken, aber es war schon überbittert - ich mache das auch nicht mehr.
Nun, dieser Fu Zhuan weisst eine geringere Bitterkeit auf als ein Sheng.
Dadurch kann man mit diesem Tee viel stärkere, quasi Essenz-Aufgüsse anstellen, entfernt vergleichbar mit traditionellem Gyokuro, ohne dass dieser überbittert. Dadurch treten anstelle der Süsse als Kopfnoten eine fruchtige Säure auf, aber relativ weit entfernt von derjenigen vom Fenghuang Oolong, dann spielt die Mineralität, und dann tritt die Süsse auf und lässt eine warme Note im Nachhall.

Für mich ein erfreulicher Tee und eine schöne Abwechslung in der Tee-Welt.

Sehr hübsch!
Aber wie bekommt man den so einen Prügel überhaupt wech? :D Ich nehme an, da kommt ein Teil in den Schrank zum Lagern...zu den anderen drölf Hunan-Shens aus wildem Pflüggut, die dort ebenfalls noch meditieren. Ein Mensch kann doch nur eine endliche Menge an Tee pro Tag konsumieren o.O

Bearbeitet von Ferdinand
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vor 5 Stunden schrieb Ferdinand:

Ich nehme an, da kommt ein Teil in den Schrank zum Lagern...zu den anderen drölf Hunan-Shens aus wildem Pflüggut, die dort ebenfalls noch meditieren.

Ja, nee, so viel aus Hunan hab ich gar nicht, dieser 1kg Brick ist zugegeben ganz ordentlich, der chillt mit ein paar anderen Tees in einem grossen Bambuskorb, aber sonst hab ich hauptsächlich Muster von anderen Hunan Tea Factories. Scott schwört ja stets auf die Gaojiashan Factory, eine noch junge Factory in Hunan, aber Xiangyi konnte mich persönlich von den verschiedenen Factories bisher am meisten überzeugen, es ist auch eine der ältesten Factories in Hunan.

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Die letzten Wochen habe ich sehr oft den Jingmai Gushu Ziegel 90er von dKdTs im Kännchen, ein Shou. Den Tee hatte ich vor Jahren schonmal und dieser Brick wurde rückblickend wohl aus Nostalgie gekauft. In Erinnerung hatte ich den Tee mit einem gereiften, holzigen, leicht süßem Charakter und einem garstigen Nachgeschmack.

Im Gaiwan war der Tee auch nicht besonders und so lag der Brick seit einem dreiviertel Jahr unangetastet herum, weshalb er zum zuerst erzwungenen dritten Daily Drinker während der Arbeit wurde. Da kam die Tokoname Kanne zum Einsatz und darin war der Tee überraschend gut. Fruchtsüße in Richtung roter Beeren mit leicht cremiger Textur. Die Holz- und Lagerungsnoten sind im Vergleich zum Gaiwan abgeschliffen. Der Tee lässt sich deshalb angenehm neben der Arbeit trinken, aber ich merke, dass Shous weiterhin ein Rätsel sind. Dieser Tee macht nichts falsch und hat auch keinen unangenehmen Geschmack mehr, lässt sich angenehm trinken, aber es kommt auch keine Begeisterung auf. 

 

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Damit auch mal Kräuteraufgüsse, also Dinge die einem geschenkt werden, weil das Umfeld weiß man trinkt Tee, zum Zuge kommen:

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Landfrauentee, Pfefferminze mit Blumen und weiteren Kräutern. Schmeckt als sei dem Pfefferminztee ein wenig Zucker beigegeben worden. Kann man trinken, ist aber mehr fürs Auge.

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Wie versprochen war der 2020er Secret Forest von TTpl nochmal im Wasser. Keine 7g mehr sondern nur noch 6,2g (TTpl hat wohl leider weniger als 14g insgesamt verpackt) und diesmal in einem unglasierten Kännchen.

Es mag ein Placebo-Effekt sein aber tatsächlich stellte sich ein minimales Qi ein. Entspannend aber sehr schwach, vielleicht nur Einbildung weil ich mir ein starkes Qi gewünscht hätte.

Geschmacklich auch diesmal frisch, grün, süß und im Gegensatz zum fast vor fruchtig-beeriger Süße strotzendem Geruch der warmen, trockenen Blätter eher flach. Nach 10 Aufgüssen habe ich aufgehört, wir wurden keine Freunde ;)

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Ein ganz anderes Kaliber hatte ich bereits @doumerund mit seinem Wasser sowie Eisenkannen-Setup genossen: 2014 Long Lan Xu von EoT. Sein Sample von ca. 8g habe ich vor ein paar Tagen nochmal bei mir im glasierten Kännchen probiert.

Die trockenen, warmen Blätter sowie die gewaschenen Blätter verströmen dumpf-erdige Noten, z.T. leicht citrusartig.

In der Tasse ein schön samtig-voller Tee mit bitter-fruchtigen Noten und lang anhaltender Süße. Zum Teil leicht holzig-harzige Noten in den Aufgüssen und später eine sehr dominante würzige Süße und etwas in den Hintergrund tretende Bitterkeit sowie moderate Adstringenz im Nachhall.

Ein sehr schöner Tee mit toller Bitternote!

 

Und noch ein TTpl Tee aus dem großen Sampler: 2013 Ku Zhu Shan Gushu. Auch hier wanderten 7g in das glasierte Kännchen von Petr Sklenička. Relativ "enttäuschend" im ersten Eindruck wenn man die trockenen, warmen sowie gewaschenen Blätter auf sich wirken lässt: schwach-dumpf.

Der erste Aufguss liefert aber schon ein ganz anderes Bild: ein dunkler, leicht trüber Aufguss mit einer dominanten Bitternote die sich in eine schwere Süße wandelt. Auch die nächsten Aufgüsse bieten eine volle Textur mit würzigen Noten nach Waldhonig und einer Bitterkeit die sich in langanhaltende würzige Süße wandeln.

Eine entspannende Session bei der sich der Tee hinter meiner Stirn gemütlich gemacht hat.

 

Und zum Abschluss der heutige Tee (und damit fast letzte Sample aus der @doumer Kiste ;) ) der 2018 Lao Man E von HQF.

Die trockenen, warmen und gewaschenen Blätter verströmen eine leichte scharf-bittere Tabaknote mit feuchtem Heu und Honig. Die Aufgüsse werden durch eine würzige und ansprechende Bitterkeit dominiert. Insgesamt ein sehr schöner Tee aber im Vergleich zum Long Lan Xu eine deutlichere Bitternote und weniger komplexer Gesamteindruck. Ich würde hier wohl eher den Long Lan Xu bevorzugen.

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Grüsse an euch mit einem schön gereiften Sheng aus einer glücklicherweise in China nicht sehr beliebten, natürlichen, subtropischen Guangzhou Lagerung (sehr häufig ist die Lagerung dort erheblich luftentfeuchtet, dry and clean genannt, wobei das clean sich zusätzlich darauf bezieht, dass der Raum ausschliesslich zur Lagerung von Tee verwendet wird und abgeschlossen ist, u.a. hinsichtlich Insekten, aber natürlich auch wegen sonstigen Fremdgerüchen).

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Bearbeitet von GoldenTurtle
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Wenn ich einmal im Jahr früher Feierabend machen kann, ist Weihnachten nicht weit - das hab ich natürlich gleich genutzt, um mal etwas "anderes" aufzubrühen: ein Hwangcha aus Hadong.

Auch wen Hwang-cha "gelber Tee" bedeutet, haben koreanische gelbe Tees eher etwas von einem Hongcha, da sie sehr stark oxidiert sind. Technisch gesehen ist es eigentlich auch kein Huangcha, weil die Verarbeitung nicht nach dem "men huan" Prozess stattfindet, der einen Huangcha ausmacht - beim Hwangcha fehlt der initiale sha qing Schritt (weshalb er auch kein Oolong ist) und statt dem Welken in Papier/Tuch trocknet der Tee langsam in einem Haufen, bevor er geröstet wird. In Korea selbst wird Hwangcha als "bu-bun-balhyocha" (부분 발효차, übersetzt: "teilweise oxidierter Tee" (wobei oxidiert auch fermentiert bedeuten kann, da balhyo beispielsweise auch für fermentierte Lebensmittel wie Kimchi verwendet wird)) kategorisiert, das "gelb" im Namen kommt hier (wie bei einem Hongcha) von der Aufgussfarbe.

Jedenfalls stammt dieser Tee von Pflanzen aus dem Hwagae Tal in der Nähe von dem Berg Jiri - das besondere daran ist, dass die Vorfahren dieser Pflanzen im 9. Jahrhundert aus China eingeführt wurden und seither durch Samen vermehrt wurden und nicht anderen importierten Pflanzen gekreuzt, weshalb sie ein eigenes Geschmacksprofil haben (sollen - sonderlich viel Vergleichsmöglichkeiten habe ich leider nicht).

Der Tee an sich gefällt mir jedenfalls sehr gut, scheint auch von höherer Qualität zu sein als die Version aus 2016, die ich mal hatte: starke Parallelen zu einem Hongcha insbesondere was eine leichte Malzigkeit betrifft (was normalerweise nicht so mein Fall ist, da aber sehr dezent hier recht angenehm), süße Röstnoten und eine ganz leichte nussige Note, die mich etwas an ein Porridge erinnert. Besonders gut gefällt mir die cremige, weiche Textur des Tees, die ihn deutlich von normalen Hongchas unterscheidet - schöne Sache, allerdings mit 0,67€/g auch nicht unbedingt ein Schnäppchen...

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vor 40 Minuten schrieb doumer:

Berg Jiri

🤣 Tee von dort müsste Jiri ja fast zwingend anbieten!

vor 40 Minuten schrieb doumer:

bu-bun-balhyocha

Ich erinnere mich, Anima hat sich doch vor einem Weilchen auch mal in diesen Gefilden getummelt!

vor 40 Minuten schrieb doumer:

schöne Sache, allerdings mit 0,67€/g auch nicht unbedingt ein Schnäppchen

Südkorea hat halt ähnlich wie Japan einen sehr hohen Eigenverbrauch, reguliert dies aber afaik nicht durch Querimporte zur Steigerung der "Eigenproduktion", was gerne zu vergleichsweise höheren Preisen führt, wenn es auch ziemlich preiswerten Grüntee von Südkorea gibt. Die Sache ist knifflig, hochwertige Produkte sind ja auch in Japan rein japanisch, davon ist auszugehen. Warum es hingegen diesen preiswerten Grüntee aus Südkorea gibt, ist mir irgendwie ein Rätsel.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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    • Von Krabbenhueter
      Ich kann mir schon denken, dass meine Idee mal wieder einige beunruhigen wird.
      Aber da ich Tees nicht wegwerfen kann (außer die stark aromatisierten, die ich geschenkt bekomme) versuche ich doch auch welche aufzubrauchen.
      Heicha ist eigentlich interessant aber je nach Sorte, für mich, öfters getrunken auch etwas "einseitig".
      Und da ich einige auf dem Teefestival gekauft hatte, habe ich nun begonnen, sie mit etwas Shu Puerh im Verhältniss 50/50 oder 75/25 einzumischen.
      Jetzt habe ich also zwei Aromen zusammen, die sich unterscheiden aber für mich oft auch etwas ergänzen.
      Als Puerh habe ich grad den Drachenkissen oder einen vergleichbaren, etwas kleinteiligeren aber schön kräftigen benutzt.
      Das ist für mich schon wichtig. Einen schlechten Tee kann man durch Mischen nicht mehr hin bekommen und versaut sich nur den anderen guten dabei.
      Und das trinke ich dann, wenn es mehr um das Tee zubereiten und trinken zwar in Ruhe aber ohne dieses "intensive Beschäftigen damit" geht.
    • Von Risheehat
      Liebes Forum,
      es gibt ein neues Buch namens Teatrip im Verlag Slanted Publishers. Das Buch stammt aus den Federn der Personen hinter dem Shop teekenner.de.
      Meine Freude auf fundierte deutschsprachige Literatur zum Thema Tee ist ebensogroß wie die Scheu, das Buch zu bestellen. Wie seriös ist ein Teebuch, dass von Shopbetreibern geschrieben wurde und in dem ausgerechnet auch die Tees vorgestellt werden, die der Shop sortimentiert? Läuft das Buch nicht auf eine inhaltliche Tendenz zu Gunsten des eigenen Geschmacks der Autoren und zu den von ihnen gehandelten Tees hinaus?
      Natürlich ist Urteil über das Buch ohne Lektüre nicht möglich. Wie lauten Eure Einschätzungen zu dem Buch? Hat es vielleicht schon jemand in der Hand gehabt oder sogar gelesen?
      Ich freue mich auf Rückmeldungen!
    • Von CHAYTEEWELT
      Hallo Liebe Freunde,
       
      mich würde mal interessieren welcher Mischung Ihr am Besten findet und wieso?
      Ich persönlich liebe den Mix von Minze, Ingwer, Himbeere und Apfel. Sehr gesund und gleichzeitig sehr fruchtig. Man kann das Ganze natürlich auch mit grünem Tee kombinieren. 

      Gibt im gesamten eine wirklich leckere Kombination aus Kräuter und Früchte. Ich bin auf eure Kombinationen gespannt. 
       
      Gerne könnt Ihr euch auch mal im Tee Online Shop von CHAY PREMIUM TEEWELT umschauen und vielleicht findet Ihr euren neuen Lieblingstee:
      chay-teewelt
       
       
      Liebe Grüße
       
      CHAY PREMIUM TEEWELT
    • Von Krabbenhueter
      Ich freue mich, nun endlich diesen neuen und interessanten online Teeshop vorstellen zu können:
       
      TEEPAVILLON
       
      Yi-Chun Hwang kommt ursprünglich aus Taiwan, lebt jetzt in Berlin und in ihrem Onlineshop gibt es eine feine Auswahl an hochwertigen Taiwan Oolongs, die direkt von den Teebauern aus den besten Anbaugebieten Taiwans importiert werden.
      Sie ist schon längere Zeit im Teegeschäft unterwegs und hat einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit diesen Tees.
       
      Ich selbst habe schon einige ihrer Tees probiert.
      (Bei ihr Tee zu trinken macht einfach Spaß und ich finde immer etwas Interessantes zum Kaufen).
       
      https://teepavillon.com/
       
      Einfach mal reinschauen und probieren.
       
    • Von PatchFace
      Moin! Ich bin auf der Suche nach einem Onlineshop, in dem ich gute Kannen finde. Ich suche speziell eine kleine Kanne für eine Person und werde darin hauptsächlich Japanischen Grüntee trinken! Desertieren suche ich dazu eine Kanne für Großblättrigen Tee. 
      bin relativ neu in dem Gebiet besitze zur Zeit einen Gaiwan und ein Glaskännchen von den Tea-addicts. 
       
      Danke für eure Zeit! 😊😊
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