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Perfekte maschengröße für Teesieb


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Hallo zusammen, 

Ich trinke hauptsächlich grünen, schwarzen und weißen Tee benutze zur Zubereitung eine gewöhnliche Glaskanne. Ich möchte nun ein neues Teesieb aus Stahl kaufen, allerdings nicht zur Zubereitung, sondern nur zum filtern des Tees, wenn ich ihn aus der Kanne ins Glas gieße. 

Dazu habe ich vier Fragen:

1. Was ist die ideale maschengröße für Grüntee/Weißtee? 0,4 mm ist zu weit und lässt kleine Teilchen durch, die in der Tasse deutlich zu sehen sind. Ich plane nun, ein Sieb mit 0,2 mm Maschengröße zu bestellen. Hat jemand Erfahrung, ob das fein genug ist? Gibt es überhaupt feinere? 

2. Ab wann ist die Maschengröße zu fein? Teefilter lassen ja die gesunden Teilchen nicht durch, aber weiß jemand, ab welcher Maschengröße das der Fall ist? 

3. Warum gibt es Siebe mit gröberen Maschen? Haben große Maschen für andere Teesorten einen Vor- oder Nachteil? Gibt es ein Argument dafür, neben einem feinen Filter für Grüntee noch einen Filter mit 0,4 mm Maschengröße im Haus zu haben, oder kann ich ein Sieb mit 0,2 mm auch für schwarzen Tee oder Früchtetee verwenden, ohne dass dies irgendwelche Nachteile gegenüber beispielsweise einem Tee-Ei hat? 

4. Da grüner und weißer Tee mit Metall ungünstig reagiert, würde ich Tee nicht in einem Metallsieb aufgießen. Für schwarzen Tee ist das meines Wissens nach aber kein Problem. Für Früchtetee ist das wohl auch in Ordnung, richtig? Gibt es noch weitere Teesorten, die nicht in Metall zubereitet werden sollten? 

Vielen Dank! 

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Hallo,

mal grundsätzlich zur Thematik Metall und grüner Tee - es kommt auf die Qualität des Metalls an. Bei einem blindverkosteten Grüntee den Kontakt mit modernem Edelstahl herauszuschmecken, ist schon eine gustatorische Herausforderung, die nur Wenige bewältigen dürften. Insbesondere, wenn sich der Kontakt auf den Abguss beschränkt. Trotzdem benutze ich dieses Material (dessen geschmacksneutrale Eigenschaft Resultat seiner typischen Oberfläche ist) eigentlich nur noch für einen (eher seltenen) Fukamushi oder in meinem Reiseset - nämlich als Panoramasieb in einer Banko Kyusu. Es hat nur ein paar Jahre gedauert, und das Edelstahlsieb hatte komplett eine schwarzbraune Farbe - von den Teeablagerungen, die sich darauf festgesetzt hatten, ohne die Funktion des Siebs damit merklich einzuschränken. Seitdem ist da ohnehin kein Kontakt zwischen Teeaufguss und Metall mehr.

Dessenungeachtet bin ich kein großer Freund von Filterung; bei Grüntee genügt mir ein gut gearbeitetes Keramiksieb. So schön die klare Farbe des gefilterten Tee ist, ich persönlich ziehe es vor, dem Tee beim Einschenken in die Tasse mit den letzten Tropfen etwas 'Würze' hinzuzufügen - also Teestaub. Natürlich darf man nicht Überwürzen - das fängt mit dem nicht zu schwungvollen Abgießen in die Servierkanne an (so dass nicht mehr festes Material als nötig die Kanne verlässt) - und wenn in der Servierkanne (die sinnvollerweise offen sein sollte) noch zu viel Satz ist, landet der mit den letzten Tropfen im Abwassergefäß. Letzteres passiert insbesondere bei Resten, wenn das Blattmaterial schon stark mit Bruch durchsetzt ist. Da ist man dann auch drauf gefasst und lässt vielleicht ausgleichend etwas kürzer ziehen.

Ansonsten gibt es ja auch Grüntees, für die eher eine 'milchige' Tasse typisch ist. Bei einem guten Bi Luo Chun beispielsweise entsteht die durch Pekoe, also Flaum, von dem die Knospen dieses Kultivars ansehnliche Mengen entwickeln. Wirklich gute Röstmeister bekommen es hin, dass dieser Flaum eine leicht karamellartige Note annimmt. Es wäre eine Kulturschande, so etwas wegzufiltern ... just my 2 cents ...

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vor 8 Minuten schrieb SoGen:

Hallo,

mal grundsätzlich zur Thematik Metall und grüner Tee - es kommt auf die Qualität des Metalls an. Bei einem blindverkosteten Grüntee den Kontakt mit modernem Edelstahl herauszuschmecken, ist schon eine gustatorische Herausforderung, die nur Wenige bewältigen dürften. Insbesondere, wenn sich der Kontakt auf den Abguss beschränkt. Trotzdem benutze ich dieses Material (dessen geschmacksneutrale Eigenschaft Resultat seiner typischen Oberfläche ist) eigentlich nur noch für einen (eher seltenen) Fukamushi oder in meinem Reiseset - nämlich als Panoramasieb in einer Banko Kyusu. Es hat nur ein paar Jahre gedauert, und das Edelstahlsieb hatte komplett eine schwarzbraune Farbe - von den Teeablagerungen, die sich darauf festgesetzt hatten, ohne die Funktion des Siebs damit merklich einzuschränken. Seitdem ist da ohnehin kein Kontakt zwischen Teeaufguss und Metall mehr.

Dessenungeachtet bin ich kein großer Freund von Filterung; bei Grüntee genügt mir ein gut gearbeitetes Keramiksieb. So schön die klare Farbe des gefilterten Tee ist, ich persönlich ziehe es vor, dem Tee beim Einschenken in die Tasse mit den letzten Tropfen etwas 'Würze' hinzuzufügen - also Teestaub. Natürlich darf man nicht Überwürzen - das fängt mit dem nicht zu schwungvollen Abgießen in die Servierkanne an (so dass nicht mehr festes Material als nötig die Kanne verlässt) - und wenn in der Servierkanne (die sinnvollerweise offen sein sollte) noch zu viel Satz ist, landet der mit den letzten Tropfen im Abwassergefäß. Letzteres passiert insbesondere bei Resten, wenn das Blattmaterial schon stark mit Bruch durchsetzt ist. Da ist man dann auch drauf gefasst und lässt vielleicht ausgleichend etwas kürzer ziehen.

Ansonsten gibt es ja auch Grüntees, für die eher eine 'milchige' Tasse typisch ist. Bei einem guten Bi Luo Chun beispielsweise entsteht die durch Pekoe, also Flaum, von dem die Knospen dieses Kultivars ansehnliche Mengen entwickeln. Wirklich gute Röstmeister bekommen es hin, dass dieser Flaum eine leicht karamellartige Note annimmt. Es wäre eine Kulturschande, so etwas wegzufiltern ... just my 2 cents ...

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Vielen Dank! 

Ich bin prinzipiell auch kein Freund des Filterns. Der einzige Grund, warum ich es in Betracht ziehe ist, dass der "Teestaub" bei einigen Teesorten ja in der Tasse angeblich weiter ziehen soll, was nicht immer erwünscht ist. Vielleicht ist diese Behauptung aber Unsinn. 

Was mich immer noch interessieren würde ist, ob - falls ich mich doch entscheide zu sieben - eine sehr feines Sieb für irgendeine Teesorten Nachteile hat, bzw. warum es überhaupt Siebe mit großen und kleinen Maschen gibt. 

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vor einer Stunde schrieb HJ0001:

warum es überhaupt Siebe mit großen und kleinen Maschen gibt. 

Siebe mit einer größeren Maschenweite eignen sich besser zum schnellen Abgießen und für großblättrige Tees. Wenn Du einen großzügig dosierten Oolong abgießt, lässt sich ein grobmaschigeres Sieb möglicherweise leichter handhaben. Es kommt aber immer auch auf die verwendete Aufgusskanne an: Was hat die für eine Tülle, wie groß ist sie und hat sie eventuell zusätzlich noch ein integriertes Keramiksieb. Ich würde mir darum aber auch nicht zu viel Kopfzerbrechen machen. Ein kleines feinmaschiges Teesieb wie dieses (https://www.teewald.de/produkt/kleines-teesieb-filter-metall/) kostet knapp vier Euro. Das ist ja keine so große Anschaffung. Für die kleinteiligeren japanischen Tees würde ich so etwas bestellen und ausprobieren, ob Du es auch für andere Tees verwenden möchtest. Falls nicht, kannst Du ja immer noch ein zusätzliches zweites Sieb kaufen. Und falls Dir das Metall nicht angenehm ist, gibt es ähnliche Siebe auch aus anderen Materialien, die sind dann halt meistens ein kleines bisschen teurer.

vor einer Stunde schrieb HJ0001:

dass der "Teestaub" bei einigen Teesorten ja in der Tasse angeblich weiter ziehen soll, was nicht immer erwünscht ist. Vielleicht ist diese Behauptung aber Unsinn.

Alle Teepartikel, die mit abgegossen werden, ziehen natürlich weiter. Das muss nicht schlimm sein. Es ist aber ein Grund, warum man Tee bald nach dem Aufgießen trinken und nicht zu lange stehen lassen sollte.

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vor 13 Stunden schrieb teewelt:

Siebe mit einer größeren Maschenweite eignen sich besser zum schnellen Abgießen und für großblättrige Tees.

Das weist auch auf den mE problematischen Aspekt eines Abseihens mit starker Filterung (durch ein entsprechend engmaschiges Sieb) hin - das Abgießen verlangsamt sich und damit wird die Ziehzeit dementsprechend unpräzise. Das ist ein Kompromiss, den man da eingeht, man muss da halt die für das eigene Empfinden passende Gewichtung finden. Selbst wenn man nur das Keramiksieb des Aufgussgefäßes nutzt, ist das dann entsprechend vorsichtige und achtsame Abgießen nur wenig schneller (mit Ausnahme des genannten Panoramasiebs) - aber eben auch unpräziser als das Abseihen.

vor 13 Stunden schrieb teewelt:

Alle Teepartikel, die mit abgegossen werden, ziehen natürlich weiter. Das muss nicht schlimm sein. Es ist aber ein Grund, warum man Tee bald nach dem Aufgießen trinken und nicht zu lange stehen lassen sollte.

So ist es. Das ist das, was ich mit 'Würzen' gemeint habe - wobei sich die Wirkung dieser 'Würzung' zeitabhängig verstärkt. Klar, dass die Tasse da nicht lange 'rumstehen sollte. Einschenken, Riechen, Trinken. Ich kühle den Abguss allerdings auch mithilfe eines Kühlgefäßes (yuzamashi) herunter, bevor das Umgießen in Serviergefäss und schließlich Tasse den Abguss auf angenehme Trinktemperatur bringt (und ihn beiläufig mit Luftsauerstoff versetzt, was die Entfaltung der Aromen unterstützt). Da braucht man nicht warten oder womöglich pusten, umrühren oder sonstigen Schabernack treiben, bevor man das Zeug 'runterkriegt.

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Danke wieder für die Antworten!

Mir geht es bei der Frage auch um gesundheitliche Aspekte. Papierfilter lassen ja beispielsweise die gesunden Schwebeteilchen des Grüntees kaum durch. Ich kann mir einfach noch nicht genau vorstellen, welche Maschengröße zu klein ist. Ich konnte nirgendwo Angaben finden, welchen Durchmesser diese "gesunden Teilchen" denn etwa haben.

Derzeit nutze ich dieses Sieb:

https://www.amazon.de/DINGHENG-Abtropfschale-Rostfreies-Griffgestaltung-Tee-Schalen/dp/B079LW1XZ5

Die Maschengröße ist leider nicht in mm angegeben, aber es scheint mir die handelsübliche zu sein, obwohl dort "sehr fein" steht. Ich nehme an, dass diese die Schwebeteilchen ohne probleme durchlässt. Liege ich da richtig, oder ist das Sieb für grünen und weißen Tee zu fein? Vielleicht mache ich mir darüber zu viele Gedanken und jedes handelsübliche Sieb ist großmaschig genug.

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