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Chinesische Grüntees 2022


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Haargenau pünktlich zum chinesischen Qing Ming Fest sind die ersten frischen Grüntees vom Pandaflüsterer eingetroffen! Yippie! 🥳

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Die Grüntees sollten also mit Sicherheit pre-Qing Ming sein. 😅

Flüchtige Verkostungseindrücke sollten demnächst folgen, ich hatte bei der Ankunft nur eben schon ne Runde mit einem 8 Jahre selbstgereiften Yin Zhen begonnen.

@Diz Gibts ein paar Worte zum Produzenten?

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Geschrieben (bearbeitet)

Ja, nur falls das nicht allen klar war - gerne dürfen in dem Thema auch Grüntees anderer Produzenten und Händler besprochen und verglichen werden. Wär schön auch mit Fotos.

Mit welchem der 3 oben hättet ihr als erstes begonnen und weshalb?

Nach reiflicher Überlegung und weil ich gestern einen Weisstee hatte (da kam für mich daraufhin nicht gleich ein Gelbtee in Frage) mache ich mich nun zuerst über den Zhu Ye Qing her, obwohl diesem eine für Grüntee sehr gute Lagerfähigkeit nachgesagt wird, möchte ich diesen doch ganz frisch verkosten. Gereiften hab ich nämlich noch. 😅

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Optisch: extrem fein gepflückt, durchschnittlich sind die Sprossen inkl. Stängelansatz wohl nicht mal 1cm lang

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Bild: Tanz erste Runde im Gaiwan bei knapp über 60°

In der Tasse: sehr feingliedrig, die Aromatik beginnt quasi mit Nichts oder aus dem Nichts, entfaltet sich aber nach und nach auf eindrückliche Weise im Gaumen und klingt dann sehr schön aus.

2. Aufguss: Nun kommen die Aromen direkter und der Nachhall bleibt länger; es beginnt nicht mehr aus dem Nichts, sondern mit grünen Noten, vornehmlich um dem Namen des Tees Ehre zu machen Bambusnoten, es gibt aber noch immer eine Aromenentwicklung im Gaumen, aus den grünen Noten ersteigen sanfte Anklänge von Litschi und Guave, um danach aber wieder grün abzuebben.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Und hier noch ein paar Fotos vom Men Huang Prozess welcher für die Gelbtee Herstellung verwendet wird. Die Teeblätter werden dabei in Tücher eingepackt und für mehrere Stunden eingepackt liegen gelassen damit eine Fermentation eintritt. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt bis der gewünschte Fermentationsgrad erreicht wurde.

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vor 3 Stunden schrieb Diz:

Der Panda ist zur Zeit beschäftigt mit dem Einkauf von Maocha und dem Pressen der Fladen. Er hat aber vorher schon ein paar Fotos vom Meng Ding geschickt.

Oha, auf die Verbindung war ich zuvor gar nicht gekommen ... aber stimmt, der Panda stammt ja aus Sichuan ... dann machts natürlich Sinn, bei den Grüntees auf Sichuan zu setzen (dort gibts ja auch mehr als genug spannendes), denn diese Connection könnte da durchaus von Vorteil sein.

Und selbst wenn er auf dem Standesamt wäre, würde der ja noch die eine oder andere Tee-Frage beantworten. Wir müssen mal wieder wenns bei denen Mitternacht ist aktuelle Maocha-Preise von irgendeinem Dorf in Yiwu nachfragen. 😅

Übrigens Diz, falls du es nicht gemerkt haben solltest, die neuen Grüntees hast du noch gar nicht auf dem Shop. 🤣

@Bok Das meinte ich z.B. wegen jemandem vertrauen können: Diz ist seit Jahren quasi ein Partner vom Panda (ein Pu Produzent) - wenn da jetzt z.B. auch beim Grüntee jemand ihn in seinem Namen bescheissen würde, z.B. ne schlechtere spätere Ernte als eine frühere ausgeben würde, dann würde sich das für ihn nur kurzfristig auszahlen - langfristig hat er aber viel mehr davon, wenn er einen zufriedenen Händler wie Diz auch weiterhin beliefern kann.

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vor 10 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Übrigens Diz, falls du es nicht gemerkt haben solltest, die neuen Grüntees hast du noch gar nicht auf dem Shop. 🤣

 

Endlich Jemand der das Wesentliche anspricht 👍 
@Diz gäbe es da eigentlich eine budgetschonende Variante des Versands nach Ö?

Zurück zum eigentlichen Thema: Auf meine Morima Bestellung warte ich noch immer. Bin mir aber auch etwas uneins was genau die verschickt haben....
Versandstatus: "Die Stadt Zhengzhou wurde an Spediteure für den Transport übergeben"

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vor 13 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Übrigens Diz, falls du es nicht gemerkt haben solltest, die neuen Grüntees hast du noch gar nicht auf dem Shop. 

Ja... Habe gerade viel um die Ohren. Da sind auch ein paar 2021 Pu die noch nicht aufgeschaltet sind 9_9

vor 2 Stunden schrieb Lateralus:


@Diz gäbe es da eigentlich eine budgetschonende Variante des Versands nach Ö?

@Formosa Wulongnimmt manchmal Tees für uns mit und verschickt die dann ab Deutschland mit DHL.

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vor 16 Stunden schrieb Diz:

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Zurück zum Tee ... genauer gesagt zum Meng Ding Huang Ya ... und dies, obwohl es sich dabei um ein Gelbtee handelt, aber wie Gabo doch immer wieder in der Vergangenheit anmerkte, wird viel nur noch Gelbtee genannt, aber effektiv wie Grüntee verarbeitet.

Wie mal in irgendwann, irgendwo erwähnt, birgt die Herstellung von echtem Gelbtee Facetten von Weisstee, von Grüntee, ja sogar zu ca. 5-10% Ansatzweise von Shou (eine ganz geringe Fermentation), aber dennoch kommt da doch noch eigenständiges dazu, was mir bisher noch nie so in der Schale gelandet ist.

Bereits im Duft der aufgegossenen Blätter stieg mir heute eine für Grüntee unbekannt intensive Röstnote in die Nase.
Der Tee hat eine bitterere "Aggressivität" als Weisstee (nicht in einem negativen Sinne, es ist nur schwierig dies anders auszudrücken), und dennoch kann man eine entfernte Verwandtheit mit Weisstee wahrnehmen.

Gelbtee sehe ich als das Resultat einer Suche nach Balance zwischen den Welten:
Anteile der Spritzigkeit von Grüntee kombiniert mit Anteilen der Nachhall-Wärme von Weisstee, dazu etwas Röstung und einen Hauch Fermentation ergibt Gelbtee.

Fazit: Teekenner sollten solch einen echten Gelbtee zumindest einmal probiert haben.

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Geschrieben (bearbeitet)

Heute steht die Verkostung vom Gan Lu an - und der Name bedeutet ja, ohne irgendeine Übersetzungshilfe zu verwenden, "süsses Grün" ...

Zu dem Namen kommt mir aber etwas anderes in den Sinn, das ich zum Verständnis edler Grüntee-Pflückungen einmal noch etwas detaillierter ausführen wollte:

Der alte, kaiserliche Gong Ting Pflückstandard, nämlich nur die feinsten Spitzen, ergibt einen weniger süssen und weniger fruchtigen Tee als wesentlich günstigeres, reiferes Pflückgut - sondern die feinsten Pflückungen ergeben einen aromatisch feingliedrigeren, "meditativeren", komplexeren, hauptsächlich bitterkeitsbetonten Tee, aber mit Nebenschauplätzen, wo bspw. auftretende Fruchtnoten jedoch nur Nebenrollen spielen - im Gegensatz zu Tees aus ausgereifterem Pflückgut, wo sich die Rollenverteilung umstellt. Für Anfänger sind also die teuersten Tees gar nicht die Besten, ihnen gefallen Tees aus reiferem Pflückgut, die eine viel grössere Fruchtbetonung haben, in aller Regel wesentlich besser. Beim obig abgelichteten Zhu Ye Qing, der etwa dem Gong Ting Pflückstandard entspricht (ebenso wie bspw. Jin Jun Mei Hongcha), kam hinsichtlich der Komplexität sehr beispielhaft die Aromenwandlung im Gaumen zum Vorschein, was ein wichtiger Aspekt der Komplexität im Tee ist.

PS: An anderer Front tut sich auch tolles - Gabriele scheint es dieses Jahr zu gelingen, einen bei uns seltenen, evtl. noch nie in solch einem guten Grade angebotenen Grüntee zu sourcen, den ich mir bereits letztes Jahr für sein Sortiment gewünscht habe - aber mit dem Tee gab es "Probleme". Ich verrate noch keine Namen, darüber dreht Gabriele, so wie ich ihn kenne, bestimmt ein Video - nur dass der Grüntee aus dem etwas nördlicheren China stammt, und man dort mit der Frühlingsernte natürlich etwas später dran ist als im südlicheren China. Und zu den "Problemen" - es hat sich herausgestellt, dass der Name, unter dem ein ähnlicher Tee bei mehreren Händlern im Westen angeboten wird, in aller Regel von viel geringerer Qualität ist, und der Name in China als reiner, preiswerter Export-Grosshandel-Grüntee produziert wird, jedoch das eigentliche, hochqualitativere "Original" in der westlichen Welt scheinbar von keinem einzigen Schwein angeboten wird. Ich habe heute schon ein Foto davon gesehen, und er sah etwa genauso aus wie derjenige, welchen ich vor ein paar Jahren als Glücksfall aber nur ein einziges mal zufälligerweise kriegen konnte.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

der Name bedeutet ja, ohne irgendeine Übersetzungshilfe zu verwenden, "süsses Grün"

Um mal 'ne Korinthe zu kacken: der schreibt sich mit 露 lù und nicht 绿 lǜ - 甘露 Gan Lu ist also 'süßer Tau' (oder noch dicker aufgetragen 'süßer Sirup'). Spassigerweise ist - wenn ich denn richtig informiert bin - 甘露 Gan Lu auch noch die chinesische Übersetzung von Lakritze, was dann schon eher in Richtung 'Sirup' passt.

Jedenfalls - das 露 lù findet sich auch im Yu Lu, dem 'Jadetau' aus Enshi - 玉露. Was sich wiederum Japanisch 'Gyokuro' ausspricht ...

In der Tat wird ein hochklassiger Mengding Gan Lu einen Neuling, den der Name 'Süßer Tau' zum Kauf verführt hat, wohl eher enttäuschen. Die Süße ist sehr dezent und eher Hintergrund 'trockener' und herber Akzente. Das oben fett geschriebene kann ich durchaus unterschreiben ...

Über Deine PR-Aktion sehe ich mal großzügig hinweg. Auch, wenn Du da - ich muss es einräumen - einen Keim der Neugier gesetzt hast. Warten wir mal, ob er Wurzeln schlägt ... <_<

   
Bearbeitet von SoGen
temporäre Legasthenie
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@SoGen Danke für die sprachlichen Ausführungen - 'süßer Tau' oder vielleicht süsslicher Tau würde den Tee tatsächlicher zutreffender beschreiben!

Erste Verkostungs-Eindrücke zum obig erwähnte Gan Lu:

1. Aufguss: Er macht seinem Namen ehre und beginnt initial mit einer klaren, aber nicht penetranten, sondern luftigen Süsse,
gepaart mit einer beachtenswerten Wärme, die sehr schön in den Nachhall übergeht und in einer grünen Note ausklingt.

Es erinnert mich an die Küche hochgelobter Köche - wenige Details gekonnt herausgearbeitet, nicht zu viel aufs Mal, so dass man sich ausgiebig auf die einzelnen Facetten konzentrieren kann.

Ich gehe davon aus, dass sich in den folgenden Aufgüssen in der 2. Geige klarer deutbare Fruchtnoten herauskristallisieren werden.

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Das Pflückgut karikiert sich beinahe selbst.
Es ist dermassen fein, dass man es im aufgegossenen Zustand beinahe mit einem CTC verwechseln könnte.

2. Aufguss: bei 60° nun einiges länger gezogen (die Dosierung ist aber auch eher gering) ... weist doch klare Bitterkeit auf, die darauffolgenden Fruchtnoten gehen nun etwas in Richtung Papaya und Guave, aber nicht so klar festlegbar, mehr "etwas" in diese Richtung und auch eher dezent.

Wie gesagt, je feiner die Pflückung, desto mehr fordert ein Tee Aufmerksamkeit, belohnt diese aber auch.

vor 28 Minuten schrieb SoGen:

Über Deine PR-Aktion sehe ich mal großzügig hinweg. Auch, wenn Du da - ich muss es einräumen - einen Keim der Neugier gesetzt hast. Warten wir mal, ob er Wurzeln schlägt ... <_<

🤣 ... unterdessen meine ich sowas weit weniger als Werbung, weil es mir gar nicht mehr darum geht, irgendwas dafür zu kriegen, sondern ich finde es selbst spannend, was da wohl für eine Qualität kommen wird und teile das interessehalber.

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@SoGen Noch ein Nachtrag zum letzten Punkt: eigentlich ist es sogar andersherum - es war ja mein persönliches Anliegen, dass dieser Grüntee in guter Qualität gegen den Westen hin verfügbar wird, und diesen Wunsch versucht Gabriele mit einigem Aufwand in China durch verschiedene dortige Kontakte zu erfüllen. Wenn es klappt, kannst du sehen, weshalb dies mein Wunsch war..

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Am 6.4.2022 um 21:16 schrieb GoldenTurtle:

Übrigens Diz, falls du es nicht gemerkt haben solltest, die neuen Grüntees hast du noch gar nicht auf dem Shop. 🤣

Die neuen Tees sind jetzt online und auch zwei 2021er Bulang Gushu welche vergessen gingen.
Hier der Link zu Zhu ye Qing: https://www.teamania.ch/zhu-ye-qing/

vor 23 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Für Anfänger sind also die teuersten Tees gar nicht die Besten, ihnen gefallen Tees aus reiferem Pflückgut, die eine viel grössere Fruchtbetonung haben, in aller Regel wesentlich besser.

Das habe ich mir im nachhinein auch gedacht. Beim Bestellen ist halt einfach der Nerd in mir durchgegangen und ich wollte nur die exklusivsten Tees haben. 9_9

Bearbeitet von Diz
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