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Gewöhnungseffekt, Verträglichkeit von Pu Erh Tee


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Hallo Zusammen,

Vorweg: Ich trinke erst seit ein paar Monaten regelmäßig Pu Erh Tee. Aber mit jedem Monat liebe ich das Zeug mehr. Einziges Problem - ich vertrage den Tee scheinbar nicht so gut. Meine Frage richtet sich nun an die erfahrenen Pu Erh Trinker. Besteht Hoffnung, dass sich der Körper im Laufe der Zeit an den Tee gewöhnt? Kann ich ihn, sozusagen, desensibilisieren? 
 

Vor einiger Zeit hatte ich mit „Magenbeschwerden“ zu kämpfen und es auf meinen hohen Teekonsum, im speziellen aber auf Pu Erh Tee, zurückgeführt. Die Probleme bestanden aus Magenstechen das etwa nach 1 - 2 Stunden nach dem Konsum einsetzte. Das ist nun verschwunden. Was ich aber nun feststelle ist ein unangenehmes und starkes Hungergefühl, dass sich nach dem Konsum von Pu Erh einstellt. Dabei ist es egal ob junger oder älter Sheng Pu Erh ( bei Shu habe ich die Probleme nicht, zum Glück, denn den mag ich auch). Ich habe das auch bei anderen Teesorten wie Felsentees, Grüntee und manchen anderen Oolongs. Aber deutlich stärker bei Sheng Pu Erhs. Selbst wenn ich etwas dazu oder danach oder davor esse kommt das Hungergefühl, wenn auch weniger stark.

Wie geht es euch also damit? Und was hat sich im Laufe der Zeit verändert. Wie habt ihr euern Kosum angepasst?

Danke und viele Grüße!

Bearbeitet von 3beinigespferd
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Ich bin zwar kein erfahrener Pu Erh Trinker, merke aber auch besonders nach einer "großen" (1L) Pu Erh Session, dass ich hunger bekomme. Das ist aber nicht immer gleich stark und manchmal gibt es auch Tage, bei denen das nicht so ist. Die sind aber eher die Ausnahme. Zusätzlich hängt es dann auch vom Tee und der vorherigen Mahlzeit ab, wie stark der Effekt ist.

Es ist natürlich so, dass Tee den Stoffwechsel beschleunigt. Für diesen Effekt wird er ja auch nach größeren Mahlzeiten gerne getrunken. Dagegen helfen tut denke ich einmal, nicht zu hoch dosieren. Ich bleibe eigentlich immer bei 4-5g Tee pro Tag. Zum Anderen sollte eine proteinreiche Ernährung länger satt halten. Kohlenhydrate werden zu schnell verstoffwechselt. Ich weiß nicht, ob ich da eine Ausnahme bin, aber wenn ich z.B. nur Nudeln mit etwas Gemüse und Sauce zum Mittag esse, habe ich nach 2 Stunden wieder hunger. Egal wie groß die Portion war.

Ich habe den Effekt jedoch auch schon bei anderen Tees wahrgenommen, wenn ich die Teeblätter nach der Mittagspause nochmal heißer oder länger aufgieße. Ich weiß nicht, ob das dann daran liegt, dass zu wenig Abstand zur Mahlzeit bestand, oder ich dadurch nochmal eine ordentliche Ladung irgendwelcher Stoffe aus den Blättern hole. Wenn durch das "Totbrühen" der Blätter kommt, dann gäbe es da meiner Meinung nach auch eine Parallele zu Pu Erh, denn dort ist die Grenze ab wann der Tee fertig getrunken ist, nicht so deutlich, wie z.B. bei einem Sencha oder bei Yanchas.

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Puer aber auch Tee allgemein senken den Blutzuckerspiegel. Als Folge dessen bekommt man Hunger.

Von Puer kenne ich von vielen Leuten, dass er eigentlich nicht jung getrunken werden sollte. Auf Dauer gibt das Magenbeschwerden. Inwiefern das so wissenschaftlich bestätigt ist, weiß ich nicht. Gerade da die modernen Puer Tees eher dazu tendieren jung getrunken zu werden. Jedoch kenne ich von einigen chinesischen Freunden, die gerne jungen Puer trinken, dass sie immer wieder einige Pausen brauchen, also nicht jeden Tag jungen sheng trinken.

Ich persönlich trinke kaum jungen Puer, da er mir besonders auf den Magen schlägt. Ältere Puers hingegen scheinen keine Probleme zu machen (traditional storage, taiwan, malaysian storage).

Vielleicht mal kräftige blends oder sowas wie Lao Banzhang mit Kunming storage (meine Meinung zu Kunming storage ist aber auch generell nicht gut). Vielleicht sind ja deine älteren Tees, die du probiert hast und Probleme hattest mit dry storage.

Was helfen sollte sind ein paar leichte Snacks während und vor allem vor dem Tee trinken. Vor dem Teetrinken gut essen und währenddessen bieten sich Nüsse (Studentenfutter) oder kleine Reiskuchen an.

Des Weiteren glaube ich kaum, dass sich der Körper desensibilisiert. Gerade bei Puer habe ich und auch Leute mit denen ich mich unterhalten habe die Erfahrung gemacht, dass es eher schlimmer wird. Damit meine ich, dass der Körper eher sensibler im Hinblick auf Magenverstimmung wird. Aber das zeigt für mich persönlich auch, ob der Tee gut ist oder nicht.

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Das kenne ich im übrigen auch und hat mich, soweit ich mich erinnere, bei jeden sheng ereilt... mal mehr man weniger hunger danach oder schon während der Session. 

Seit ein paar Wochen achte sehr auf meine Ernährung (gesundheitliche Gründe, hat nichts mit Tee ansich zu tun) und da habe ich durch Zufall festgestellt, dass seit dem ich mich ballaststoffreich ernähre, also auch brav meinen Berg gemüse esse, und "nicht nur das Fleisch", kommt der kleine Hunger mit dem Sheng Genuss nicht mehr zusammen. Ich könnte mir vorstellen, wenn sheng den Blutzuckerspiegel senken sollte wirken die Ballaststoffe, wie ja immer propagiert wird, stabilisierend. Ist nur mal so ein Gedanke. Vielleicht hat das der ein oder andere auch schon beobachtet?

Bearbeitet von Siebenschläfer
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Geschrieben (bearbeitet)

Danke für die Tipps !
Meine Sheng‘s liegen zwischen 2006 - 2018 aber ich kann nichts zu den Lagerbedingungen sagen. Jüngere Sheng’s haben mich bisher geschmacklich nicht so angesprochen und ich habe es, aufgrund meiner anfänglichen Magenbeschwerden, gleich vermieden mich mehr mit ihnen zu beschäftigen. 

Es hilft auch zu lesen, dass es wohl einigen ähnlich geht, was die Empfindung von Hunger während und nach des Konsums angeht. Ich werde einfach weiter an verschieden Stellschrauben drehen, bis es sich verbessert - Timing von Mahlzeiten und Snacks, Dosierung, Temperatur, Sorten etc. - das ist ja schonmal was. 

Was die Theorie mit dem Blutzucker angeht, bin ich skeptisch. Zwar habe ich auch gelesen, dass der regelmäßige Konsum von Tee positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel haben kann aber das bezieht sich doch wohl eher auf längere Zeiträume. 
Ob der Konsum von Tee den Blutzucker unmittelbar während des Konsums oder in einem Zeitfenster von einigen Stunden senkt (und somit Hunger auslöst) ist eine andere Frage. Müsste sich aber mit einem Messgerät einfach überprüfen lassen. Wenn dem so wäre müsste es reichen einfach ein Stück Traubenzucker zu essen um ihn wieder hochzufahren. Zudem müsste der Effekt (Blutzuckerabfall= Hunger) dann doch bei allen Tees auftreten und hier merke ich eindeutige Unterschiede. Weißer Tee zum Beispiel löst bei mir kaum diesen Hunger aus und die meisten Teetrinker scheinen ihn ja gut zu vertragen. Ich tippe daher eher, dass es etwas mit den Gerbstoffen im Tee zu tun haben könnte und habe mich schon gefragt ob bestimmte Snacks hier besonders gut geeignet sind diese Stoffe zu binden bevor sie ihr Unheil anrichten. Z.B. Reispuffer oder Weißbrot? 
 

Edit:

Ok, ich merke es ist kompliziert und übersteigt meine Kenntnisse. Wie ich gerade gelesen habe sind es die Gerbstoffe, die den Blutzucker beeinflussen können. Ich frage mich aber nun trotzdem wie hier der Mechanismus bzgl. des Hungers funktioniert. Ich trinke einen gerbstoffreichen Tee, die Gerbstoffe lassen meinen Blutzucker unmittelbar abfallen und mein Gehirn schaltet den Hunger ein? 

Im Ergebnis ändert sich nichts. Tee macht also scheinbar hungrig und ich muss ausprobieren was hilft. Es interessiert mich nur wie es funktioniert.

Bearbeitet von 3beinigespferd
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