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Ich bin mir nicht sicher ob ich die Unterschiede zwischen Kamairicha und Tamaryokucha verstehe. So wie ich das sehe, wird die Oxidation bei beiden durch erhitzen in der Pfanne gestoppt und beide werden nicht nadelförmig gerollt.

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Das wegfallen des Rollens ist es, was den Tamaryokucha grundsätzlich ausmacht. Er kann in der Pfanne erhitzt (gebraten), als auch gedämpft sein (was ihn dann auch zum Guricha macht, weil zwei Begriffe ja nicht reichen ;)). Tamaryokucha kommt überwiegend aus Kyushu.

Kamairicha ist immer gebraten ("pan-fired").

bearbeitet von goza
geröstet ersetzt durch gebraten

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wenn man die regional-bedingten Bezeichnungen mal außer acht lässt:

Tamaryokucha = ungerollt

Kamairicha = ungerollter, gebratener Grüntee nach chinesischer Art. Ist er gerollt, ist es Kamanobicha :P

Guricha = ungerollter, gedämpft ("gedämpfter Tamaryokucha")

 

Ist halt alles etwas überlappend. Ein Kamairicha wäre bspw. immer auch ein Tamaryokucha, ein Tamaryokucha kann aber nicht immer ein Kamaricha sein.

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Tamaryokucha bezieht sich auf die Blattform, d.h. es ist nicht nadelförmig sondern gekräuselt. Der Begriff ungerollt könnte zu Verwechslungen führen, weil häufig das Kneten auch als Rollen bezeichnet wird. Während Kamairicha sich auf die Produktionsweise, trockene Erhitzung (also ohne Dampf), bezieht.

Hier wird der Begriff Tamaryokucha erklärt: http://gruen-tee.com/tamaryokucha-gruen-tee-sorte/
Hier wird der Begriff Kamairicha erkärt: http://gruen-tee.com/kamairicha-gruentee-sorte/

 

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Vielleicht noch als Ergänzung, in Japan wird unterschieden zwischen: mushi-sei tamaryuokucha (蒸し製玉緑茶), also gedämpften Tamaryokucha, und kamairi-sei tamaryokucha (釜炒り製玉緑茶), pfannengebratenen Tamaryokucha. Das wäre meines Wissens die korrekte Auszeichnung. Im heutigen Sprachgebrauch hat sich allerdings eine Verschiebung hin zum gedämpften ergeben hat. Wenn nichts anderes als Tamaryokucha gegeben ist, z.B. auf einer Teepackung, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um einen bedampften handelt. 

Edit 

Noch was zum Rollen. Beim mushi-sei Tamaryokucha wird meines Wissens das finale Rollen = seijū (精揉), um die Blätter in Nadelform zu bringen, nicht bzw. anders ausgeführt als bei der Sencha-Produktion. Der vorherige Arbeitsschritt jūnen, der ebenfalls als Rollen bezeichnet werden kann, wird hingehend durchgeführt. Tamaryokucha = ungerollt kann daher etwas irreführend sein, wie von @teekontorkiel bereits angemerkt. 

bearbeitet von seika

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    • Von Raku
      Immer mal wieder taucht das Thema auf und ein paar Mal hatte ich bereits den Gedanken gehabt, ein paar Überlegungen hierzu zu posten. Nachdem es jetzt gerade aktuell durch die beiden Interviewveröffentlichungen von der letzten Teezui mit @Joaquin, @Ann und @Pazuzu auch um dieses Thema ging, greife ich das hiermit mal auf. Ich sehe das eigentlich recht unkompliziert, was auch der Grund ist, weshalb ich es bisher dann doch unterlassen hatte, einen Thread zu eröffnen, doch anscheinend gibt es ja Diskussionsbedarf?
      In meinem Leben traf ich verhältnismässig auf mehr Frauen, als Männer, die sagen, dass sie Tee trinken. Wenn ich jedoch überlege, welche Art Tee sie dann trinken, woher sie ihn beziehen  und wie sie den zubereiten, dann ist es fast immer der Supermarkttee und eine große Glas- oder Porzellankanne. Wirklich tiefer in die Materie steigen die, denen ich ausserhalb des Teeforums begegnet bin, eigentlich nicht ein und das höchste der Gefühle ist dann Tee aus einem Teefachgeschäft zu kaufen.
      Die Art, wie hier bei den aktiven Forumsmitgliedern Tee genossen wird, ist doch eine viel tiefer gehende, Tee wird erlebt, zelebriert und gelebt.
      Und hier gibt es die nächsten Unterschiede der Herangehensweise. Alles was hier mit dem Vergleich von Teesorten und -Arten, der Zubereitung, dem Messen von Gramm und Temperaturauswahl, das Definieren von welcher Kanne mit welcher Größe, Form und Materialart, dem Anbau, Herkunft und all diesen Feinheiten angeht, ist eine sehr Technische bis Wissenschaftliche. Ich gehöre zu der Art Frauen, die das im Ansatz interessant und auch sehr informativ findet, doch dann langweilt es mich einfach. Es ist nicht mein Zugang, ich bin einfach kein Wissenschaftler und es ist nicht das, was mich am Tee erfreut.
      Es gibt immer mal wieder Frauen, die hierher in den Teetalk finden. Nicht immer ist das die Fraktion der Gesundheitsteetrinker oder Freunde aromatisierter Beutelteekreationen. Da gab es auch diejenigen, die spirituell an das Thema Tee herangegangen sind oder den Teeweg gehen und sich mit Teezeremonien im klassischen Sinn  befassen. Hier sind zwar auch Männer, die diesen Weg gehen, doch - so sehe ich das - sind das Teile des Lebens, die man erfahren muss und über die man weniger schreibt. Vor einigen Wochen ging es auch mal in dem Video einer jungen Frau um Spiritualität und Tee und das Video versuchte etwas zu vermitteln, was man eben schwer in Worte fassen kann und das wird dann dem Thema schwer gerecht.
      Es wurde angemerkt, dass der Ton hier mitunter ein rauher sei. Das wundert mich, gerade, als ich vor ein paar Jahren anfing, hier im Teetalk zu lesen, empfand ich gerade das Miteinander und die Art, wie man sich hier artikuliert, doch sehr viel zarter und angenehm altmodisch, gerade im Vergleich zu anderen Foren. Ich habe mich erst lange Zeit später selber angemeldet, mittlerweile hat sich die Hauptbesetzung der Aktiven und auch die Art der Kommunikation etwas  geändert, doch bis auf ein paar wenige Ausnahmen, geht es hier doch sehr umgänglich zu. Ausserdem kann ein Gewitter auch reinigend sein und ist mitunter auch mal notwendig. Wer sich mal längere Zeit in einem Katzenforum aufgehalten hat, wo der Frauenanteil bei ca. 99,5 % liegt, der lernt ganz andere Umgangsformen kennen. Doch das sind Erfahrungen aus einem früheren Leben.
      Es ist also aus meiner Sicht heraus nicht das Thema, das so wenig Frauen mitschreiben lässt, sondern die Art der Herangehensweise an den Tee. Selbst bei meinen eigenen Beschreibungen habe ich mich von dem leiten lassen, wie es hier im Forum gängig ist, was aber eigentlich nicht mir selbst entspricht. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich relativ wenige Tees selber vorstelle, denn während ich trinke möchte ich mich auf den Tee einlassen und das Fotografieren, Notizen machen und überlegen, lenkt mich zu sehr vom für mich Wesentlichen ab und artet geradezu in Anstrengung aus. Sehr angenehm empfand ich deshalb die schon einige Wochen zurückliegende Beschreibung von @Frau Mahlzahn.
      Ich will keinesfalls aussagen, dass dieses oder jenes besser sei, ich finde auch nicht, dass irgendwas verändert werden soll. Es wäre fatal, würden das Forum nun mehr Frauen als aktive Mitglieder aufweisen, aber dafür auch eine steigende Anzahl von Offtopicthemen und viele Katzenfotos (jaja, ich habe selber welche gepostet, aber mit Tee!) und das Forum dadurch seinen Charakter verlieren. Jeder soll sein, wie er ist und seinen Teeweg gehen, wohin er ihn führt. Es ist nur ein Gedankengang, warum hier manches so ist, wie es ist. Man kann hierher finden, in diese spezielle kleine Welt und daran teilhaben und eben jeder so, wie es für ihn richtig ist. Es wird heutzutage so viel zu erzwingen versucht, hier und da geregelt und sinnlose Quoten eingeführt. Dabei kann es so einfach sein.
      Was zusammenpasst, kann sich finden.
    • Von Zockerherz

      Händler: www.tee-kontor-kiel.de
      Teesorte: Kuri Kamairicha Kadota
      Preis: derzeit 12,90 € je 100g 
      Dosierung: 5g auf 150 ml
      Wassertemperatur: 80 °C
      Wasser: gefiltertes Leitungswasser
      Ziehzeit alle Aufgüsse 60 Sekunden
      Heute habe ich mir für meine Teevorstellung de Kuri Kamaricha Kadato von Teekontor Kiel ausgesucht. Kamairicha ist mittlerweile eine Japanische Rarität, da die Teeblätter im Vergleich zu den meisten anderen Japanischen Grünteesorten nicht gedämpft, sondern trocken erhitzt werden.
      Der Geruch beim öffnen der Tüte ist leicht streng würzig mit einer Note von Kamille. Das Blattgut ist großenteils einheitlich und lässt sich auch in einer Shibo mit Löchern im Deckel abgießen, ohne dass ein Feinsieb benötigt wird. Entgegen der Empfehlung auf der Verpackung habe ich den Tee nicht 40-50 Sekunden, sondern volle 60 Sekunden ziehen lassen bei ca 80 - 85°C.
      Geschmacklich ist der Tee tatsächlich eine Art kleine Offenbarung. Er schmeckt ähnlich wie ein Sencha, aber der Kamairicha ist hier ein Stückweit würziger und auch herber im Abgang. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das nicht doch an der längeren Ziehzeit lag. Die Beschreibung zart-nussig würde ich hier ebenfalls so unterschreiben. Eine fruchtige-süße habe ich nicht unbedingt wahrgenommen.
      Ich habe 3 schöne Aufgüsse mit 60 Sekunden bei 80 °C hinbekommen. Der 4. war schon recht wässrig aber immer noch Ok.
      Definitiv ein Interessanter Tee. Wer eher würzige Grüntees mit einem herben Abgang mag, der sollte sich diesen Tee mal zum Gaumen führen.  
    • Von Zip
      Hallo zusammen,
      Habe letzte Woche drei Tees plus Probe von Thés du Japon bekommen und würde sie gerne zum Tausch anbieten, da ich geschmacklich nicht so angetan bin wie beim letzten mal und zudem noch mehr Grütee bekommen werde. Da sollen die schönen Blätter nicht bei mir alt werden... Es handelt sich um zwei Senchas (ein fukamushi) sowie einen Tamaryokucha. Alle Beutel sind noch fast voll (2x50g, 1x100g), die Probe ist noch ungeöffnet (den hatte ich schon^^).
      Bei Interesse einfach schreiben!

       

      Liebe Grüße und prosit!




      Christian
    • Von Ahasja
      Vor kurzem habe ich den neuen Shop "Tea Crane" gefunden und habe mir direkt eine kleine Auswahl an Samplern bestellt - vor allem weil ich dort einen Tamaryokucha vom Asatsuyu-Kultivar gefunden habe. Mit großer Erwartung habe ich den Tee nun eben zum ersten Mal aufgegossen.
      (Eine kurze Vorbemerkung: Wie es auch auf "thés du japon" empfohlen wird, wird auch hier empfohlen das Wasser vorher 5 Minuten lang abzukochen. Ich will demnächst mal sehen, was der geschmacklich Unterschied wäre. Da ich hier aber nur eine kleine Probe habe, habe ich wie gewöhnlich mein gefiltertes Wasser benutzt und dieses nicht aufkochen lassen, sondern nur bis zur gewünschten Temperatur erhitzt.)


      Den ersten Aufguß habe ich wie vom Verkäufer empfohlen gemacht: 3g für 100ml, 60 Sekunden, 70°C. Das Ergebnis war fantastisch. Ich habe zwar keine für Tamaryokucha typische Mandelnote herausgeschmeckt. Aber es ergab einen klaren gemüsigen, leicht grasigen Geschmack, der deutlich definiert auftrat und mit angenehmer Süße den Mund füllte. Dabei gab es keinerlei Bitternis. Der Nachgeschmack war lange anhaltend und mir floß wortwörtlich das Wasser im Mund zusammen. Und so sah der erste Aufguß aus:

      Nachfolgend habe ich beim zweiten Aufguß wieder 70°C verwendet, aber nur ganz kurz, ein paar Sekunden ziehen lassen. Der präsente Geschmack im Mund war abgeflacht, nur der Nachgeschmack war noch vergleichbar mit dem ersten Aufguß:

      Beim dritten Aufguß habe ich dann die Temperatur auf 75°C erhört und 30 Sekunden ziehen lassen. Aber es war nur noch ein Schatten vom ersten großartige Aufguß vorhanden.

      So bin ich am Ende sowohl begeistert als auch enttäuscht. Der erste Aufguß war großartig - ein großartiges Erlebnis, das den Wunsch nach mehr gegeben hat. Aber die folgenden Aufgüße konnten diesem Wunsch nicht mehr entsprechen.
    • Von AndreH
      Hallo,
       
      ich hatte die Tage bei Yuuki-Cha bestellt und hielt das Paket tatsächlich nach 4 (!) Tagen in meinen Händen. Mehr aus Neugier hab ich 2 Packungen Kamairicha mitbestellt. (Organic Miyazaki Tokujo Kamairicha und Organic Miyazaki Kamairicha Okumidori). Der wird dort als eigene "Sorte" neben Sencha, Gyokuro usw. aufgeführt, obwohl ich bis dato noch nie was davon gehört habe. Außer, dass der Tee total "selten" und "toll" ist, fand ich, dass es sich um einen "traditionally pan-fired Japanese green tea" handelt. Auch wenn ich mir nur wage vorstellen kann, was das bedeutet. 
      Hat also jemand ein paar Infos und Erfahrungen für mich? Ich habe ihn noch nicht geöffnet, weil ich gerade an 4 Dosen von 100 - 180g Größe trinke und dort erstmal etwas "Luft" schaffen will. Ich hab gerade Sencha, einen Fukamushi und einen Gyokuro offen. Ich will es nicht übertreiben...
      Also, wer hat da was für mich?
      Ach so: In welche geschmackliche Richtung geht denn der Spaß? Ich mehme es nicht so genau, aber wenn das ein halber Schwarzer ist (pan-fired klingt irgendwie danach), dann will ich den vielleicht nicht in meiner sencha-kyusu aufbrühen? Ich hab eine für Gyokuro und eine für alle möglichen Senchas. Die für Gyo eigentlcih nur wegen der Größe...
      Danke.
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