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Kann man jungen Sheng bedenkenlos trinken?


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traditionell ist es aber auch so (und anscheinend kommen darauf jetzt auch gewisse Händler in kunming die mir das im vertrauen gesagt haben) dass sheng nur gereift getrunken werden soll und eher nicht dafür bestimmt ist in rauen mengen roh/jung getrunken zu werden - wegen großer gesundheitsrisiken - sondern eben eine weitere fermentierung braucht um "fertig" und bekömmlich zu sein (~min 15 jahre in gutem klima). sheng ohne den aspekt lagerung/reifung zu sehen ist problematisch meiner meinung nach und eine jüngste Verwirrung. modernes processing dass die teekuchen entweder grüner oder mehr wie oolong macht versuchen eben diesem dilemma zu entgehen - auf kosten des reifungspotentials.

dass es wahrscheinlich eine gewisse temperatur braucht um eine fermentation überhaupt in Gang zu bringen ist sicherlich richtig - die Feuchtigkeit spielt glaub ich nicht so sehr eine rolle wie temperatur - ein punkt der bei puerh lagerung zu diskutieren wäre und viel zu sehr außer acht gelassen wird meiner meinung nach -  kunming ist nicht sooo trocken, aber eben sehr sehr kühl. 20 jahre kunming sind eben höchstwahrscheinlich nicht 10 jahre taiwan/malaysien.... das sind einfach grundverschiedene wege einer puerh reifung mit unterschiedlicher betonung auf fermentation/oxidation (und wahrscheinlich anderer faktoren).

 

 

in kennerkreisen spricht man glaub ich von Temperatur von über 25 oder 27 grad celsius wo man dann signifikante Unterschiede bei der lagerung bemerkt.

Bearbeitet von Toha0652
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wahrscheinlich kein thema für diesen thread und ich hab noch kein research gelesen aber es ist wohl soweit ich weiß anecdotal evidence von vielen teehändlern in china, erfahrenen teetrinkern - die haben grundsätzlich alle freunde oder bekannte mit solchen problemen wegen zu rohem puerh. herzprobleme, verdauung - magen, etc etc. und die können auch kein grünes zeug mehr trinken ohne stark intensive bauchkrämpfe zu bekommen.
aber im gegenteil - die überwiegende mehrheit der studien die von positiven gesundheitseffekten berichten (wenn nicht alle?)  - wurden mit shou gemacht übrigens.

und ein verkäufer hat meinem freund nicht umsonst im wortlaut gesagt: "sei froh - du kannst den tee mit deinem geld bezahlen, ich bezahl ihn mit meiner gesundheit".

aber klar... anecdotal und manche haben auch nen magen aus eisen wie scheint. trotzdem das marketing mancher händler von quasi "oh young sheng is für die harten kerle" ist sehr problematisch.

gibt wirklich genügend geschichten wenn man mal in den frequentierteren foren und chats und communities nachfragt.

aber hat wohl nix mit grenzwerten zu tun, denn bei gereiftem und altem puerh tritt dies ja nicht auf und die haben bestimmt nicht weniger schwermetalle oder sonst was :D

Bearbeitet von Toha0652
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Ok, davon hab ich auch schon gehört. James von TeaDB hat mal davon gesprochen, dass er mit jungen Pu's Schwierigkeiten hat. 
Mir ist das bisher einmal untergekommen. Pu, keine 6 Monate alt und im 120ml Gaiwan gebrüht. Viele junge Pu's kommen mir aber nicht aggressiv genug vor. Da aber auch zu viel Kaffee Schwierigkeiten machen kann, liegt es u.U. am Umfang des Konsums.

Aber du hast recht, hier ist der falsche Ort dafür.

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@Toha0652 Sprichst du vom Magen? Das hat auch viel mit Übersäuerung von nicht optimalen Ess- und Trinkgewohnheiten zu tun.
Hier mein Beitrag zu gesundem und ungesundem Teekonsum: https://g-kroet.blogspot.com/2014/12/man-kann-schnell-auch-zu-viel-tee.html

Gut zu wissen: reifere Blätter (bspw. Shou Mei Weisstee oder Huang Pian Sheng) sind i.d.R. dem Magen bekömmlicher, und fermentierte Blätter natürlich ebenfalls - die Oxidation bei Rottee bringt dem Magen weniger als Fermentation.

Aber: Es gab mal eine Zeit in China, in der man Tees generell erst ab einer Ablagerung von einem Jahr trank, auch Grüntee, und dies nicht nur wegen dem Magen, sondern auch wegen der Psyche - zu frische Tees galten als verwirrend o.ä. ... ich persönlich habe etwas wahrgenommen, lange bevor ich dies aus der chinesischen Zeitgeschichte gewusst habe, dass manche junge Shengs unruhig wirken, wie eine unruhig flackernde Kerze, aber nach einiger Zeit ruhiger werden - darum halte ich das mittlerweile auch grundsätzlich so, dass ich insb. Sheng frühestens nach der Ablagerungszeit von einem Jahr trinke.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Am 7.11.2021 um 10:05 schrieb Toha0652:

...traditionell ist es aber auch so (und anscheinend kommen darauf jetzt auch gewisse Händler in kunming die mir das im vertrauen gesagt haben) dass sheng nur gereift getrunken werden soll und eher nicht dafür bestimmt ist in rauen mengen roh/jung getrunken zu werden - wegen großer gesundheitsrisiken...

vor 3 Stunden schrieb GoldenTurtle:

@Toha0652 Sprichst du vom Magen? Das hat auch viel mit Übersäuerung von nicht optimalen Ess- und Trinkgewohnheiten zu tun.
Hier mein Beitrag zu gesundem und ungesundem Teekonsum: https://g-kroet.blogspot.com/2014/12/man-kann-schnell-auch-zu-viel-tee.html

... ich persönlich habe etwas wahrgenommen, lange bevor ich dies aus der chinesischen Zeitgeschichte gewusst habe, dass manche junge Shengs unruhig wirken, wie eine unruhig flackernde Kerze, aber nach einiger Zeit ruhiger werden - darum halte ich das mittlerweile auch grundsätzlich so, dass ich insb. Sheng frühestens nach der Ablagerungszeit von einem Jahr trinke.

 

"Gewisse Händler ... im Vertrauen"

"Hier mein Beitrag zu gesundem und ungesundem Teekonsum..."

"...wie eine unruhige flackernde Kerze..."

Zu hübsch diese Formulierungen!

P.S. @GoldenTurtle wir haben vergangenes Wochenende die 2021 er Tees von Yu probiert; einmal haben meine Neonröhren in der Werkstatt geflackert - lag das etwa am Tee?;)

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@GoldenTurtle @Paul@Getsome@Toha0652: ich hab mal die Diskussion über jungen Sheng ausgelagert - ihr könnt weitermachen :D

 

Also ich bin so über die letzten Jahre immer weiter dazu hingedriftet, jungen Shen zu trinken. Jung heißt, 0-2 Jahre, meistens schon so um ein Jahr rum. Und das ist etwas, das ich außerordentlich gut vertrage.

Ich trink meinen Tee fast jeden Tag morgens vor dem Frühstück, was ja schon aus Magensicht nicht so schonend ist wie andersrum. Täglich japanischer Grüntee ging mir auf den Magen, und auch Schwarztee ist schnell mal belastend geworden mit den Bitterstoffen. Nicht so beim Sheng. Gut,  so richtig knackfrischer Sheng ist schon streng - hrhr. Aber schon nach drei, vier Monaten entspannt sich das deutlich.

Wobei ich schon den Eindruck hab, dass es drastisch von der Qualität abhängt. Ich bin ja kein Gueyshuey-Jünger, aber trink jetzt schon durchaus solide Mittelklasse. Da kriegt man halt schon Pflanzen, die nicht total extrem bewirtschaftet werden und keine blutjungen Plantagenstauden sind. Trinkt mal nen typischen Factory-Sheng mit 3 Monaten - viel Spaß :D (Typisch, weil ja auch bei den Factory-Tees ein Trend zu höherer Qualität festzustellen ist).

Insofern bin ich da noch nicht ins Flackern gekommen, und das, obwohl ich in der Hinsicht durchaus keinen unzerstörbaren Magen hab.

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danke für die öffnung eines neuen topics! zum titel ist nur zu sagen, dass dies keineswegs nur jungen sheng betrifft, sondern auch jedenfalls grüne oolongs, die wenig bis nicht geröstet oder oxidiert sind!

es handelt sich hier nach meinem verständnis möglicherweise um die auswirkungen des coffeins auf den magen (siehe https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6546540/); man kann es auch als TCM (wärmend, kühlend) ding abtun, trotzdem häufen sich die erzählungen darüber, und es gilt durchaus als "common knowledge" in vielen foren und auch in asien.

zudem handelt es sich hier wohl nicht etwas, was unbedingt mit einem jahr "ablagerungszeit" beiseitigt wäre. es geht hier womöglich um 15 jahre+ in guten lagerbedingungen. 15 jahre kunming ist womöglich auch noch zu wenig. dazu fehlt mir aber persönlich die erfahrung um jetzt die genauen bedingungen für bekömmlichen sheng zu postulieren. das möchte ich auch gar nicht.

ein bekannter händler in kunming sagte mir folgendes darüber:
(ich möchte nicht dass seine identität hier öffentlich gemacht wird also versuche ich alles zu vermeiden was darauf rückschlüsse zulässt und werde deshalb nur frei aber möglichst sinngemäß übersetzen)

"hier in yunnan bieten immer mehr verkäufer shou statt sheng an. viele leute bekommen magenprobleme von jungem sheng [...] das marketing dass frischen puerh tee als etwas für den hardcore trinker verkauft ist sehr unehrlich. manche sensiblen menschen können wirkliche gesundheitsprobleme bekommen. junger sheng ist zu grün. selbst von alten bäumen. [...] man muss vorsichtig sein und vorher fetthaltige nahrung oder mehr fleisch essen. die meisten mönche hier in kunming die ich kenne und vegetarier sind können keinen jungen sheng trinken. manche trinken ausschließlich 15+ jahr alten tee oder nur schwarztee oder shou. [...] auch alle forschung zum thema, wie puerh für die gesundheit förderlich ist, haben sich nur mit shou beschäftigt. ich habe noch keine forschung dahingehend über sheng gesehen. ich selbst trinke auch manchmal gern jungen sheng aber man sollte sich der möglichen risiken bewusst sein."

dies ist natürlich keine einzelmeinung - siehe auch hier inklusive kommentare: http://www.marshaln.com/2008/05/thursday-may-8-2008/

und wird auch eigentlich in allen foren immer wieder besprochen - beispielsweise hier: https://www.teachat.com/viewtopic.php?t=5551 (und auch auf reddit)

der blog von goldenturtle hat auf jeden fall den richtigen ansatz. essen vor dem sheng oder grünen oolong trinken auf jeden fall! würde auch immer die blätter waschen um das extra koffein oder andere inhaltsstoffe die noch nicht durch fermentation oder oxidation oder rösten in bekömmlicheres aufgespalten wurden etwa zu verringern. ebenso sollte man gut auf seinen körper hören und es wohl in der dosierung nicht übertreiben. dass das jetzt mit einer generellen übersäuerung des körpers zusammenhängt würde ich nicht sagen. da ist die faktenlage in der wissenschaft ja auch trotz studien eher dünn wass diese hypothese angeht. das kann man so sehen. muss man aber vielleicht auch nicht.

gute ratschläge jedenfalls von goldenturtle meiner meinung nach.
die dosis macht wohl das gift :) und ich trinke auch sehr gern manchmal jungen sheng. dann aber nie auf leeren magen.

 

Zitat

Wobei ich schon den Eindruck hab, dass es drastisch von der Qualität abhängt. Ich bin ja kein Gueyshuey-Jünger, aber trink jetzt schon durchaus solide Mittelklasse. Da kriegt man halt schon Pflanzen, die nicht total extrem bewirtschaftet werden und keine blutjungen Plantagenstauden sind. Trinkt mal nen typischen Factory-Sheng mit 3 Monaten - viel Spaß :D (Typisch, weil ja auch bei den Factory-Tees ein Trend zu höherer Qualität festzustellen ist).

das könnte auch sein. obwohl das meiner meinung nach wie im ersten posting erwähnt auch sehr von der verarbeitung abhängen kann.
moderne verarbeitung poduziert sheng ja mehr im sinne von grüntee oder oolong also entweder zu viel shaqing oder lassen ihn zu lange oxidieren. vor allem einige taiwanesischen boutiques sind hier definitiv schuldig, aber auch die factories (changtai, xg, etc.) ziehen hier eindeutig nach. auch womöglich eine ungenügendes rounian spielt hier eine rolle.
moderne junge shengs sind viel trinkbarer als junge shengs früher (habe ich mir sagen lassen). das schränkt vielmehr das alterungspotential ein, macht sheng aber womöglich durchaus bekömmlicher und so kurzfristig schmackhaft dass man ihn gerne auch jung trinkt.
bei zu grüner verarbeitung (zu langem shaqing) kann dieser tee aber dann sehr bald im geschmack abnehmen oder abgestanden schmecken - wie eben 3 jahre alter grüntee. bei "pulong" (zu viel oxidation) hat der tee zwar gute schwarzteenoten im geschmack, hat aber spätestens nach 15 jahren je nach storage auch schon stark abgenommen - man sieht dies zum beispiel bei mid 2000 changtai produktionen. 65th anniversary edition zum beispiel. solchen tee würde man wahrscheinlich nicht zum aufbewahren kaufen.

 

Zitat

aber auch die factories (changtai, xg, etc.) ziehen hier eindeutig nach.

dazu hier ist auch das noch relevant: http://teapotnews.blogspot.com/2021/01/a-new-xiaguan.html?m=1

 

 

Bearbeitet von Toha0652
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@miig: Danke fürs Verschieben.

@Toha0652: Danke für die Links. Die Foumsdiskussion ist interessant, lässt mich aber immer noch mit Fragen zurück. Natürlich, wenn man einen Tee nicht verträgt, sollte man den nicht mehr trinken. MarshalN's Blogpost ist von 2008. Zu der Zeit habe ich Pfefferminztee getrunken, wenn überhaupt. Ich kann also nicht beurteilen, ob sich die jungen Shengs zu der Zeit und die jungen Shengs, die jetzt auf dem Markt sind, in Blatt und Produktionsmethode gleichen. 

 

Mittlerweile sind zu viele "Gesundheitsmeldungen" an mir vorbeigezogen als, dass ich den Eindruck habe in irgend einer Weise tätig werden zu müssen. Wir hatten schon: "Kaffee trocknet aus". Untersuchungen bestätigen zwar grundsätzlich einen Effekt. Allerdings nimmt man deutlich mehr Wasser beim Kaffee trinken auf, als man mehr durch Kaffeekonsum ausscheiden würde. 
Wenn mir jemand erklären könnte, was der junge Sheng im Körper auslöst, könnte ich mich besser in das Thema reinversetzten. "Der Sheng hat mir den Magen verdorben", sorgt nur für mehr Fragen. Dauerhaft oder vorübergehend? Was ist verdorben oder kaputt? Ist der Tee hauptverantwortlich? Ist es die Kombination mit anderen Lebensmitteln?

Ich fühle mich an Glutenunverträglichkeit erinnert. Arte hat eine Doku dazu. Die Brotzubereitung im Bäckerhandwerk, sorgt dafür, dass sich Gluten umwandelt. Das hat glaube ich etwas mit der Gehzeit der Teige zu tun. Jedenfalls führt dieses Brot bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit nicht zu den Schwierigkeiten die sie mit industriell gefertigtem Brot haben.

 

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das mit dem allgemeinen unsinn um "gesundheitsmeldungen" zu vergleichen (wobei ich die resignation dahingehend verstehen kann) ist doch etwas leicht weggewischt.
festzuhalten ist, dass es jedenfalls unzählige erzählungen davon gibt. hier nur eine weitere:

die fragen ob es dauerhaft ist oder nicht - manche meinen ja - dafür hab ich nicht genug information um das zu beantworten.

der effekt scheint bei vielen aber sehr reproduzierbar und linear zu passieren. auch mein vater hatte sehr starke magenkrämpfe nach grünem oolong auf leeren magen. es scheint jedenfalls so zu sein, dass je älter man ist, desto anfälliger man dafür wird. alle älteren teeexperten die ich zumindest kenne haben freunde die probleme damit haben. kunming, hong kong, taiwan, egal wo.
 

es könnte sein dass "Epigallocatechin gallate" dafür verantwortlich ist. jüngere shengs und grüne oolongs die eher anstringent sind...
siehe: https://hojotea.com/en/posts-156/

aber meiner meinung nach tappt man generell noch im dunkeln und so schlussfreudig wie hojo bin ich nicht dass ich mich jetz auf einen inhaltsstoff beschränken würde.

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Ich kann und will den Leuten nicht ihre Erfahrungen absprechen.
Nach deinem letzten Post ist eben ein Unterschied, ob man sagt: "Junge und grün produzierte Tees können zu Magenkrämpfen führen" oder "Von jungen und grün produzierten Tees ist generell abzuraten, weil sie zu gesundheitlichen Problemen führen". 

Der Verweis auf "Epigallocatechin gallate" ist Gold wert, danke.

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vor 18 Stunden schrieb Paul:

P.S. @GoldenTurtle wir haben vergangenes Wochenende die 2021 er Tees von Yu probiert; einmal haben meine Neonröhren in der Werkstatt geflackert - lag das etwa am Tee?

Das ist doch ganz leicht zu verstehen - deine alten Röhren mussten in der Vergangenheit so viel zwielichtiges mit ansehen, dass sie vor Freude flackerten, als endlich einmal etwas korrektes in deinem Tässchen war.

vor 12 Stunden schrieb Toha0652:

magenkrämpfe nach grünem oolong

Bei solchen Stichworten geht es um das Thema Bekömmlichkeit, welches etliche Produzenten ausser Acht lassen, um besonders blumige/fruchtige Resulte zu erzielen. Bekömmlichkeit ist (abgesehen von der Übersäuerung durch schlechte Essgewohnheiten und einer unverhältnismässigen Tee-Menge pro Tag) beim Tee selbst als Resultat von mehreren Komponenten zu sehen, hauptsächlich aber ob ein Kultivar auch entsprechend weiterverarbeitet wurde oder nicht. Für Grüntee-Kultivare wurde viel auf Bekömmlichkeit hin explizit für diese Verarbeitungsweise gezüchtet - etliche Teekultivare hingegen bspw. im Oolong-Bereich sind aber nicht dafür gedacht, so grün getrunken zu werden (wobei eine grüne Verarbeitungsweise obendrein beim gemeinen Fussvolk fälschlicherweise als generell gesund gilt), sondern diese Kultivare erfordern eine traditionelle Verarbeitung, bspw. mit Welken, Oxidation, Röstung etc. Bei Sheng zeigt z.B. ein grüner oder trüber Aufguss, dass er nicht entsprechend weiterverarbeitet wurde. Ich habe in diesem Beitrag schon vor einem Weilchen verschiedenes darüber geschrieben.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 14 Stunden schrieb Diz:

Ja!

Meinungen von Jungshenghändlern zählen in dem Thema doch nicht. 😋

PS: Ich hatte erst gestern mit mlc einen kurzen Austausch darüber - sie meint ein halbes Jahr sei ein guter Richtwert (auch geschichtlich gesehen). Bspw. wurde auch in Japan zu Ryukyu Zeiten Grüntee ein halbes Jahr nach der Ernte abgelagert.

vor 21 Stunden schrieb Toha0652:

ahhh sehr guter blogpost mr. kroet! mit freude gelesen!

Danke der freundlichen Worte, es ist aber doch schon mehr als 6 Jahre her, beim Überfliegen habe ich das eine oder andere entdeckt habe, was ich heute nicht mehr ganz so sagen würde, und anstelle von Herbe würde ich von Adstringenz sprechen.

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Die Frage ist halt auch mal wieder, wovon reden wir denn genau? Für die meisten wäre ja wahrscheinlich "junger Sheng" etwas bis 5 Jahre, wenn nicht etwas mehr. Diese Tees halte ich für höchst trinkbar, wenn die Qualität stimmt.

Aber bei so richtig knackfrischen Tees, die man ja so schnell gar nicht bekommt, ist mir schon aufgefallen, dass sie strenger auf dem Magen gehen können. Das ist nach dem halben Jahr aber m.E. bereits erledigt. Somit ist es irreführend, zu sagen, junge Shengs sind problematisch.

Der kluge Olivier Schneider unterscheidet zwischen "jungen" und "frischen" Shengs (jeune / primeur). Und hat hier allgemein kluge Sachen zu sagen zu dem Thema:

http://www.puerh.fr/en/article/to_understand_fresh_puerh.htm

"Frisch" ist natürlich wieder ein problematischer Begriff, weil er nicht neutral ist. Da wird es wohl wieder Ärger geben, weil Menschen meinen, nicht mehr frisch ist ja dann auch nicht mehr gut, wie es bei Lebensmittel üblicherweise verstanden wird.

Deshalb hat er auch nicht frais geschrieben, sondern primeur. Das wird wohl im Deutschen eher mit "früh" übersetzt, z.B. bei Frühobst. Früher Sheng - das gefällt mir gut.

 

Bearbeitet von miig
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Am 8.11.2021 um 19:00 schrieb Toha0652:

es handelt sich hier nach meinem verständnis möglicherweise um die auswirkungen des coffeins auf den magen (siehe https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6546540/); man kann es auch als TCM (wärmend, kühlend) ding abtun, trotzdem häufen sich die erzählungen darüber, und es gilt durchaus als "common knowledge" in vielen foren und auch in asien.

Hab die Studie nicht gelesen - kannst du kurz umreißen, was darin steht?

Mit allgemein anerkannten Dingen ist es halt so eine Sache, nicht wahr... die menschliche Wahrnehmung ist da enorm anfällig für Gruppeneffekte. Das sieht man schon bei den enormen Falschergebnissen, die auch nur bei einfach blinden Studien auftreten.

Ich persönlich hab meine Zweifel daran, dass es am Koffein liegt. Ein Gegenbeispiel ist sehr hochwertiger Grüntee, der ja meistens aus den jüngsten, zartesten Knospen gewonnen wird. Diese enthalten meines Wissens das meiste Koffein, und dennoch sind sie bei entsprechender Teequalität so verträglich, dass sie auch mit 90 Grad oder heißer aufgegossen noch gut verträglich sind.

Das ist aber dann wieder die Qualitätsfrage - ich spreche hier von Tees für 30€/100g und aufwärts.

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vor 8 Stunden schrieb miig:

Aber bei so richtig knackfrischen Tees, die man ja so schnell gar nicht bekommt, ist mir schon aufgefallen, dass sie strenger auf dem Magen gehen können.

Also mit dem Panda zusammen trinken wir jeweils pfückfrischen Maocha und das in Unmengen. Habe es gut vertragen aber das variiert wohl von Person zu Person. Ausserdem war es ja auch immer hochwertige Ware was sicher auch einen Einfluss hat ;)

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