TeeStövchen

Warum Wasser ganz aufkochen und abkühlen lassen?

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Sagt mal, wie ist das denn grundsätzlich bei einem Wasserkocher mit Temperaturvorwahl? Wärmt der kaltes Wasser auf die vorgewählte Temperatur an (z. B. 70°) und schaltet dann ab, oder kocht der erst das Wasser und es muss dann auf die gewählte Temperatur wieder abkühlen? (kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, denn das würde ja dauern).



Ich meine, früher mal irgendwo gelesen zu haben, dass Teewasser immer erst gekocht haben muss und man es danach auf die gewünschte Temperatur abkühlen lassen sollte. Oder ist das ein Mythos? Ist es auch ok, kaltes Wasser nur auf 70° zu erwärmen und es dann sofort zum aufgießen zu nehmen?



Bislang habe ich jedenfalls immer erst das Wasser zum kochen gebracht und es danach abkühlen lassen, bzw. diesen Prozess durch mehrfaches Umgießen beschleunigt. Vermutlich gibt es da auch wieder zig Für-und-Wider-Meinungen, aber das würde mich doch mal interessieren. Wie sind da eure Meinungen bzw. Erfahrungen?


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Wärmt der kaltes Wasser auf die vorgewählte Temperatur an (z. B. 70°) und schaltet dann ab

Genau.

Ich meine, früher mal irgendwo gelesen zu haben, dass Teewasser immer erst gekocht haben muss und man es danach auf die gewünschte Temperatur abkühlen lassen sollte. 

Liest man auch heute noch sehr häufig. Ein Grund dafür konnte ich bisher aber nirgends erblicken. Würde mich daher auch interessieren?

Es ist zumindest eine gute Methode, die Temperatur so durch umleeren (näherungsweise) besser auf den gewünschten Punkt zu bringen, ohne eine Messung durchführen zu müssen.

bearbeitet von theroots

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Haha, Stövchen, selbstverständlich, stell dir mal vor ...



Nicht jeder macht heute noch zuerst ein Feuer mit einem Feuerstein,


wenn er sich ein Wasser kochen will. :thumbup:




Das mit dem Aufkochen hat wohl noch mit unsauberem (verkeimtem, bakteriell verseuchten o.ä.)


Wasser zu tun, in unseren Breitengraden Gott sei Dank kaum mehr anzutreffen.


Es gab ja eine Zeit, wo einige bei uns deswegen fast ausschliesslich Bier getrunken haben,


das war sicherer (in dieser Hinsicht zumindest).



Wenn das Wasser nicht ganz sauber ist, oder eine gewisse Unsicherheit besteht,


ist das bestimmt von Vorteil.


bearbeitet von GoldenTurtle

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Ein Grund dafür konnte ich bisher aber nirgends erblicken. Würde mich daher auch interessieren?

Vielleicht, weil durch das Aufwallen des Wassers beim kochen Kalk entweicht??? Habe ich auch mal früher irgendwo gelesen  :ph34r:

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Das mit dem Aufkochen hat wohl noch mit unsauberem (verkeimten o.ä.) Wasser zu tun.

Wenn das Wasser nicht ganz sauber ist, ist das bestimmt besser.

Gut möglich.. schliesslich steht es auch heute in vielen Ländern nicht gleich gut um die Wasserqualität wie wir es uns hier gewohnt sind.

Vielleicht, weil durch das Aufwallen des Wassers beim kochen Kalk entweicht??? Habe ich auch mal früher irgendwo gelesen  :ph34r:

Und landet danach in Reinform in der Tasse.. sah ich bisher eher als ein Negativpunkt :D

bearbeitet von theroots

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Und landet danach in Reinform in der Tasse.. sah ich bisher eher als ein Negativpunkt :D

Na gut, ist zumindest ein Argument  ;)

Bin jetzt wankend geworden: könnte mir vorstellen, wenn mein derzeitiger Kocher irgendwann den Geist aufgibt, dann auch mal einen mit Temperaturvorwahl anzuschaffen. Hatte ich bislang noch nie und warum nicht mal was Neues ausprobieren?  :D

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Zwei Gründe für das Aufkochen:


- Keime, Bakterien etc.


- Chlor



Beide Gründe sind in Deutschland eher weniger das Problem. Ich koche mein Wasser hier nur aus Gewohnheit auf - Übung macht den Meister, gehört für die Praxis halt dazu :D



In Japan sieht das anders aus, da ist das Wasser im Leitungssystem ziemlich chlorhaltig. Durch Abkochen verdunstet das Chlor, wenn man das abgekochte Wasser nochmal etwa fünf Minuten stehen lässt. Keime können auch problematisch sein, da in Japan oftmals das Wasser noch in einem Tank auf dem Dach zwischenlagert. In der Mittagshitze geht es im Tank dann ordentlich zur Sache, was Mikroorganismen betrifft.


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Kontemplation?



Ich mag die Zeit gerne in der ich auf das Abkühlen des Wassers warte; ich richte die Teeutensilien noch mal neu, wische die Schale mit einem Tuch aus, rücke noch ein wenig am Bambus-Löffel/Besen, schaue in meinen Garten und freue mich.



Themperaturvorwahl, TeeStövchen, ist was für junge Leute, die es eilig haben und noch was werden wollen. Wir ältere Herren sind Reich an Zeit und Erfahrung, also lehnen wir uns gemütlich zurück und lächeln über Leute, die es nicht abwarten können - was nicht abwarten können?


Daß das Ende kommt und man es lächelnd erwarten sollte und nicht atemlos und ausgepumt mit einem Wasserkocher mit Themperaturvorwahl neben sich.


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Themperaturvorwahl, TeeStövchen, ist was für junge Leute, die es eilig haben und noch was werden wollen. Wir ältere Herren sind Reich an Zeit und Erfahrung, also lehnen wir uns gemütlich zurück und lächeln über Leute, die es nicht abwarten können 

Du hast natürlich völlig recht Paul, das war bisher ja auch immer meine Devise.

Also hoffe ich, dass mein alter Wasserkocher noch lange durchhält, so dass ich bei einer Neuanschaffung gar nicht erst in "Versuchung" gerate und wankend werde, über solch modernes Teufelszeug nachzudenken  ;)

Insofern bitte ich, meine etwas weiter oben geäußerte Absicht gedanklich zu stornieren  :lol:

Bin jetzt wankend geworden: könnte mir vorstellen, wenn mein derzeitiger Kocher irgendwann den Geist aufgibt, dann auch mal einen mit Temperaturvorwahl anzuschaffen. Hatte ich bislang noch nie und warum nicht mal was Neues ausprobieren?

Ich weiß, manchmal bin ich trotz meines Alters etwas sprunghaft  :D

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Wenn das Wasser aus einem Wasserfilter kommen sollte, dann ist es aus hygienische Gründen auch nötig, es abzukochen. Steht explizit in der Gebrauchsanweisung von Brita.


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Wenn das Wasser aus einem Wasserfilter kommen sollte, dann ist es aus hygienische Gründen auch nötig, es abzukochen. Steht explizit in der Gebrauchsanweisung von Brita.

Oh, das wußte ich gar nicht (habe ich wohl "übersehen" beim intensiven Studium der Gebrauchsanleitung *hüstel*)! 

Ja, da geht es um die Sache mit der "Verkeimung"  und vielleicht auch um andere Aspekte ... ich mach es eigentlich, oft, nicht immer, so dass ich ein Thermometer in meinen Wasserkocher Stecke und dann ablese wann ich ausschalten kann, gar nicht unbedingt wegen der Geschwindigkeit (früher war das noch Beweggrund) eher weil ich gelesen habe, und mir auch gut vorstellen kann, dass Wasser welches komplett kocht, nicht mehr so "hochwertig" ist ... so wird es auch von http://the-leaf.org/issue%202/wp-content/uploads/2008/03/gong-fu-tea-tips-with-zhou-yu.pdf  Zhou Yu gesehen, der diesen Punkt allerdings auch nicht sooo wichtig findet und bei Wasser, welches verunreinigt sein könnte, auch zum Abkochen zurät. 

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Manchmal ist langsamer besser, speziell bei Gebrauchsanweisungen und beim Ausformulieren von Texten! ;)



"Husch ist Pfusch" und "langsame Arbeit bringt feine Ware" sagt der alte Handwerker.


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Nei, nei, a schöna Kääs isch des:





Wenn das Wasser aus einem Wasserfilter kommen sollte, dann ist es aus hygienische Gründen auch nötig, es abzukochen. Steht explizit in der Gebrauchsanweisung von Brita.







Im Fall einer Abkochaufforderung für das Leitungswasser


von offizieller Stelle ist auch das BRITA gefilterte Wasser


abzukochen. Nach Ende der Abkochaufforderung müssen


die Filterkartusche getauscht sowie die Anschlüsse gereinigt


werden. Es wird generell empfohlen, Leitungswasser für


bestimmte Personengruppen (z. B. immungeschwächte


Menschen, Babys) abzukochen. Dies gilt auch für gefiltertes


Wasser.




@Paul: langsame Ware ... kann auch ein prächtiger Schmarren sein.


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Im Teekurs wurde das so dargestellt, dass sich beim Abkochen die Oberflächenspannung des Wassers verändert.


Ein Wasserläufer z. B. könnte sich auf abgekochten Wasser nicht bewegen und würde untergehen.


bearbeitet von Moni_F

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Im Teekurs wurde das so dargestellt, dass sich beim Abkochen die Oberflächenspannung des Wassers verändert.

Ein Wasserläufer z. B. könnte sich auf abgekochten Wasser nicht bewegen und würde untergehen.

Also das glaube ich erst, wenn ich es gesehen habe. Als Chemiker kann ich in keinster Weise nachvollziehen, wie die Oberflächenspannunng des Wassers (und die sorgt dafür, dass der Wasserläufer nicht untergeht) sich durch kochen und abkühlen verändern sollte. Das einzige was sich m.M.n. ändern kann ist der Gehalt an gelösten Gasen und die Wasserhärte.

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Also, ich als Physiker kann mir durchaus vorstellen, daß sich die Oberflächenspannung durch das Abkochen verändert. Beim Abkochen werden ja Mineralien (auf jeden Fall Kalziumkarbonat) ausgeschieden, und die Oberflächenspannung hängt sehr wohl von der Art und Menge der gelösten Stoffe ab. Ob das für den Wasserläufer ein Problem ist, weiß ich allerdings nicht und hätte auch gewisse Zweifel. Man könnte ja mal probieren, ob er auf destilliertem Wasser laufen kann :)


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Gast Gast195

schlagt mich, meine schulzeit ist schon ne weile her, dachte aber immer das hat mit kohäsions und adhäsionskräften zu tun und ist somit unabhängig vom mineralstoffgehalt.


ich meine im grunde sitzt ja jeder sozusagen auf einem magnetfeld auf seinem stuhl. dachte der wasserläufer nutzt diesen zustand irgendwie.



ps. klasse das wir einen physiker und einen chemiker mit an bord haben :)


bearbeitet von Gast195

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Die Oberflächenspannung hängt schon vom Mineralstoffgehalt ab, in aller Regel steigt sie mit höherem Salzgehalt. Allerdings sind diese Effekte für Wasser mit seiner recht hohen Oberflächenspannung vergleichsweise klein und können eigentlich vernachlässigt werden (ganz im Gegensatz zu oberflächenaktiven Substanzen wie etwa Tensiden in Lösung). 1 °dH entspricht ja gerade mal 0.18 mmol/l Äquivalentkonzentration, insgesamt also recht geringe Konzentrationsbereiche und Schwankungen über die wir hier reden.


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Durch das Kochen von Wasser veraendert sich dessen Struktur glaube ich. Ayurveden empfehlen Wasser mehrere

Minuten, es wird dadurch suesser.

Bei thes-du-japon wird empfohlen das Wasser 3-5min zu kochen, um ihm die temporaere Haerte zu nehmen.

Was damit gemeint ist, weiss ich allerdings nicht.

Peter

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schlagt mich, meine schulzeit ist schon ne weile her, dachte aber immer das hat mit kohäsions und adhäsionskräften zu tun und ist somit unabhängig vom mineralstoffgehalt.

ich meine im grunde sitzt ja jeder sozusagen auf einem magnetfeld auf seinem stuhl. dachte der wasserläufer nutzt diesen zustand irgendwie.

ps. klasse das wir einen physiker und einen chemiker mit an bord haben :)

Das Wort "somit" ist hier nicht angebracht, was willst Du damit sagen? Diese Kräfte hängen doch von der gegebenen Flüssigkeit ab, und auch wässige Lösungen mit unterschiedlichem Mineralgehalt sind in diesem Sinne unterschiedliche Flüssigkeiten. Eine gesättigte KCl-Lösung hat ganz andere Kohäsionskräfte als destilliertes Wasser, um Extreme zu nennen.

bearbeitet von Manfred

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Die Frage im Eingangspost habe ich mir auch schon gestellt - gut, jetzt bin ich erleichtert, dass ich keinen Teefrevel begangen habe, indem ich das Wasser mithilfe eines Thermometers nur bis zur gewünschten Temperatur habe kochen lassen, und werde es auch weiter so handhaben. ;) Und in ein paar Jährchen kommt dann der Wasserkocher mit Temperaturvorwahl.


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Also ich koche auch nicht ganz hoch und lasse dann abkühlen, da der Wasserkocher das eben auch beherrscht mit Tempwahl.



Ich denke, bei gesunden Menschen sollte das nichts ausmachen, wie immer gilt bei Kleinkindern und geschwächten Personen vermutlich etwas anderes.


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Ich persönlich finde auch, dass Grüntee besser schmeckt, wenn man das Wasser erst aufkocht und es dann abkühlen lässt - zumindest bei dem Wasser was ich verwende.


Ich habe auch mal gelesen (weiß nur nicht mehr wo), dass der Grund dafür das Entweichen von im Wasser gelösten Gasen ist.


Klingt ja auch logisch, weil (Grüntee zumindest) ja bei Sauerstoffkontakt oxidiert.


Anders ist es übrigens bei Mate Tee, der schmeckt IMHO deutlich besser, wenn das Wasser NICHT gekocht hat.


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