VanFersen

Bienenwachs und Kannenbehandlung???

11 Beiträge in diesem Thema

Gestern hab ich durch Zufall einen russischen jungen Töpferkünstler gefunden und seine Kannen gefallen mir sehr, was mich aber sehr irritiert hat ist, dass er seine Kannen außen mit Bienenwachs behandelt - so etwas habe ich noch nie gesehen! Ist das in manchen Fällen üblich bzw. hat das nicht sogar einen negativen Einfluss, da es sich in diesem Fall um porösen Ton handelt. Mit Google Translate konnte ich seine russische Antwort so interpretieren, da es sich hier um keinen Yixing Ton handelt, müsse man für den nötigen optischen Effekt etwas mit Bienenwachs nachhelfen.

 

Unbenannt.png

bearbeitet von VanFersen

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 21 Minuten schrieb VanFersen:

at das nicht sogar einen negativen Einfluss, da es sich in diesem Fall um porösen Ton handelt.

Würde mich wundern wenn man da einen Unterschied merken würde. 

Cel gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ist wie bei einem verschrumpelten Schuh, da muß man auch manchmal mit Schuhpolitur ran.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe mal auf dem Trödel eine Jadekanne gefunden, die auch mit einem Wachs behandelt war, auch innen. Ich hab sie daraufhin weggegeben, weil ich die Vorstellung einen Wachsbelag auf meinem Tee zu haben, einfach nur ekelig fand. Das war vor etlichen Jahren, rückblickend hätte ich vor allem die dazu gehörenden Teeschalen behalten sollen. 

Angeblich gibt es auch Yixing Kannen, die mit Wachs behandelt sein sollen. Sobald das Wachs warm wird, wird es flüssig und vermutlich auch klebrig. Mich würde das nicht ansprechen. Aber vermutlich verschwindet alles, wenn man die Kanne vor Gebrauch auskocht. Die Frage ist nur, verändert sich dann die Oberfläche optisch oder vom Griff her? Bzw. warum muss der Keramiker die Oberflächen seiner Kannen mit Wachs "aufhübschen"?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@tatea: Wachs geht mit Auskochen nicht weg. Hast Du mal Kerzenhalter vom Christbaum ausgekocht? Vielleicht, wnn Du sie in Aceton auskochst, könnte das funktionieren (für die Jadekanne). Bei einer porösen Kanne wird man Wachs (ich denke da vor allem an Bienenwachs) nicht vollständig entfernen können.

tatea gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

vor 34 Minuten schrieb Manfred:

@tatea: Wachs geht mit Auskochen nicht weg. Hast Du mal Kerzenhalter vom Christbaum ausgekocht? Vielleicht, wnn Du sie in Aceton auskochst, könnte das funktionieren (für die Jadekanne). Bei einer porösen Kanne wird man Wachs (ich denke da vor allem an Bienenwachs) nicht vollständig entfernen können.

Ja, @Manfred so hab ich das eigentlich auch gesehen und deshalb habe ich mich von der Kanne getrennt (naja, besonders schön fand ich sie auch nicht).

Ich kenne es vom Batiken her, wo man mit Wachs stellen in Textilien bemalt die dann von einer Färbung ausgespart werden. Da musste zum Schluß das Wachs mit Benzin entfernt werden und dazu musste man die Stoffe in die professionelle Reinigung geben.

Auch wenn Bienenwachs nicht giftig ist, für mich passen Wachs und Teekannen nicht zusammen!

Manfred gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ist natürlich schon obskur. Jetzt gibts ja zwei Möglichkeiten:

1. Der Typ hat keine Ahnung und macht Blödsinn

2. Der Typ hat echt Ahnung und einen guten Grund, weshalb er das tut.

Ich könnte mir rein theoretisch vorstellen dass das Wachs nicht bis nach innen vordringt, bin da nicht tonerfahren genug um zu sagen wie porös Ton ist. Ich kenne es halt von der Holzbehandlung her - wenn man etwas will das wirklich einzieht und in die Tiefe geht, dann nimmt man Öl, und wenn man die Oberfläche versiegeln will (ohne einen Lack zu nehmen), dann kann man mit Bienen- oder Carnubawachs drübergehen, um eine relativ belastbare und wasserabweisende Oberfläche zu erhalten. Von dem her könnte ich mir vorstellen dass das Wachs außen bleibt und nicht bis zum Tee kommt. Das ist aber Spekulation und ich finde es immernoch seltsam...

Da wäre es halt mal interessant, @VanFersen, einige Infos zu haben zum Töpfer. Womöglich lässt sich dann etwas gezielter spekulieren ob es ein verwirrter Amateur oder ein mit Geheimwissen beschlagener Profi ist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ist er - lukceramics - wie gesagt vom handwerklichem her sehen seine Stücke echt hübsch aus und er hat, finde ich, talent. Aber das mit dem Wachs will mir einfach nicht in den Kopf. Gibt auch kurze Videos auf diesem Instagram wo er genau das zeigt, was er mit dem Wachs auf der Kanne macht, obwohl der Grund dennoch nicht ersichtlich ist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Vielleicht sind seine Kannen nicht dicht?? :D

Ich schätze mal, der Grund kann wohl kaum in der Geschmacksverbesserung des Tees zu suchen sein.

Wenn das Wachs nur von Aussen auf die Kanne aufgetragen wird, spricht es dafür, dass es etwas mit der Ästhetik der Kanne zu tun hat. Wachsaufträge und Beimischungen in der Malerei schaffen einen sanften Glanz und geben den Farben mehr Tiefe und Schmelz. Mit Sicherheit haben sie bei Keramik auf den unglasierten Ton einen ähnlichen Effekt und geben u. U. auch ein angenehmeres samtiges Gefühl beim Anfassen der Ware.

@VanFersen, was ist denn das für ein Foto, welches Du da eingestellt hast? Im Hintergrund ist eine Yixing Kanne mit angeknackstem Deckel? Und vorne die beiden Kannen sind von dem Keramiker, um den es geht? Ist das Foto bei ihm aufgenommen?

Ich hab mir seine Sachen jetzt mal auf Instagram angesehen.

Da wird auch ein Filmchen gezeigt, wo er die Kanne in eine weisse Flüssigkeit taucht, vermutlich ist das eine Emulsion, also irgendein Fett/Wasser Gemisch?

Naja, giftig wird das Ganze schon nicht sein... insofern, wenn Dir die Kannen gefallen, würde ich das nicht als Hindernis sehen :)

Seine Teekannen scheinen mir deutlich inspiriert von der historisch ersten Yixing Kanne von Gong Cun.

http://blog.asiansecrets.co/art-of-chinese-tea-the-history-of-yixing-teapots/

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe gerade mal in meinen schlauen Maltechnik-Büchern über Bienenwachs nachgelesen: Bienenwachs dient (zumindest in der Malerei) auch als Dampfsperre. Man kann es verseifen (das hat aber mit normaler Seife nichts zu tun, keine Sorge), so dass es dann als Emulsion vorliegt. Möglicherweise verwendet er ja wirklich einen Ton, der dem der Blumentöpfe ähnlich ist und in den ohne Wachs zu viel Feuchtigkeit eindringt? Was auf die Dauer zu unschönen Kalk- oder Teeflecken führen könnte? 

Auf alle Fälle ein bisschen eigenartig...

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich denke auch dass es nur mit der Optik zu tun hat. 

Glaube nicht dass der Wax bei einem dichten, heiß gebrannten Ton irgendwie so tief einziehen könnte, dass er eventuell im Inneren mit Tee in Berührung kommen könnte.

Aber ist natürlich reine Spekulation.

Ich dachte er möchte damit nur den Schuppeneffekt hervorheben, weil bei den Mustern so die Konturen besser zur Geltung kommen.

Zu dem Thema fällt mir noch was ein...

Jian Shui-Kannen haben ja auch oftmals einen gewissen Glanz. Gelesen habe ich dass die Kannen poliert werden. Wird dabei eventuell auch Wachs oder ähnliches verwendet, oder kommt der Effekt nur nurch mechanischen Abrieb?

Wir haben doch hier bestimmt ein paar Leute die da Näheres wissen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden