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In letzter Zeit hatte ich bei einem jungen Sheng mehrfach Sessions, in denen der Aufguss ungewohnt trübe war. Das hat mich an den Beitrag hier erinnert und ich würde gerne nachfragen, ob jemand dem Rätsel, bzw. dessen Lösung etwas mehr auf die Spur gekommen ist.

Es ging bei mir um Blätter aus einem einzelnen Kuchen. Dieser war nachgekauft und zuvor hatte ich das Problem nicht. Auch waren nicht alle Sessions mit dem neuen Kuchen trüb. Ebenso direkt anschließende, bzw vorangegangene Sessions mit anderem Tee, aber gleichem Wasser und Aufguss-/Trinkzubehör.

Da das Blattgut eher fest gepresst ist, hatte ich teilweise größere Stücke in der Kanne hatte, um die Blätter nicht unnötig zu zerbrechen. Vielleicht enthielt es im Inneren Brösel und Krümel, aber richtig aufgefallen ist mir da auch nichts.

Gibt es Eurerseits noch Vermutungen oder Teeorien zu dem Phänomen?

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Ja, trübe Aufgüsse seien ein Hinweis darauf, dass der Maocha nicht genügend "gekocht" (so sagen die Chinesen) wurde im Wok (wir würden eher sagen nicht durchgebraten), entweder zu niedertemperaturig oder zu kurz. Gleichmässigkeit zu erzielen, dass die Menge überall durch ist, ist hierbei auch wichtig.

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vor 3 Stunden schrieb nemo:

Teeorien

:D

Ja, das mit dem ungenügenden "Kill Green" als Ursache trüber Aufgüsse wird öfter so gesehen. Ich bin ja da skeptisch, hatte einige sehr schöne Tees, die qualitativ inallen Hinsichten gut waren, aber trübe Aufgüsse ergaben. Somit tendiere ich persönlich dazu, die Klarheit des Aufgusses nicht unbedingt als Qualitätsmerkmal zu sehen, aber das sehen viele anders.

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Gustatorische :)

Tolles Aroma, Körper, Qi.... einfach wertige Tees. Zuletzt wars beim 2019 Farmerleaf Ao Ne Me so. Für mich ein sehr schöner Tee, aber definitiv eine trübe Tasse :)

 

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Dank Euch schon mal recht herzlich für Eure Rückmeldung!

Das unzureichende Kochen eines Teils des Blattguts als Ursache würde dann wohl auch den geschmacklichen Unterschied zu den klaren Aufgüssen erklären, bei denen wohl Blätter in der Kanne landeten, die korrekt gewokt wurden.

Ich muss sagen, dass mir die trüberen Aufgüsse geschmacklich bei weitem nicht so gut gefallen haben, wie die klaren, sodass ich sehr froh darüber bin, dass die überwiegende Mehrheit klar und die trüben glücklicherweise die Ausnahme sind.

bearbeitet von nemo

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Ich hatte schon ähnliche Erlebnisse, interessanterweise bei einem Farmerleaf-Sample. 

Der 2019er Jingmai Ai Ban brachte mir in drei Sessions einen ordentlichen Tee, bei einem allerdings war der Aufguss trüb und außerdem signifikant schlechter... Da hab ich mich schon gefragt, wie die Produktion wohl vonstatten gegangen ist. Vielleicht sind Blätter erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzu gegeben wurden, oder so...

William entwickelt sich positiv weiter, was seine Tees angeht, aber meinen Geschmack trifft er noch zu selten - und dann auch nur bei teuren Produktionen :ph34r:... Der Jingmai Single Trees z.B. ist, m.E., deutlich besser.

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Ja, wirklich spannend das Ganze. Auch Dir vielen Dank, @Anima_Templi

Neben @GoldenTurtle s Erklärungsansatz passen Dein Hinweis auf die ansonsten gegebene Wertigkeit, @miig , und die angebrachte Parallele zu Williams Tees aber auch ganz gut.

Nicht direkt zu sagen, um welchen Tee es konkret geht, war natürlich Absicht und hatte zwei Gründe. Einerseits sollte der ansonsten großartige Tee keinesfalls in ein schlechtes Licht gerückt werden, und zum anderen hatte ich mir solch einen verallgemeinebaren Austausch gewünscht. Um die Katze aber mal aus dem Sack zu lassen: Quell meiner Verwunderung war der Rareness 4. Und nur um es noch einmal ganz klar zu sagen: Er ist einer meiner Highlights aus 2019 und ich bin sehr froh, noch einen gesunden Vorrat von ihm zu haben, um ihn ganz in Ruhe weiter unter gründlicher Beobachtung zu haben ;)

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vor 15 Stunden schrieb miig:

Tolles Aroma, Körper, Qi.

Miig, weisst du ich fragte nach weil du qualitativ in allen Hinsichten geschrieben hast, jedoch den langfristigen Aspekt hierbei ausser acht lässt, der aber bei Sheng äusserst relevant ist. Genau diesbezüglich ist man nämlich skeptisch, dass ein zu wenig durch in eine weniger gute spätere Entwicklung resultieren kann, bis möglicherweise zum gefürchtete Erblassen nach mehreren Jahren.

Um mal noch parallel auf dieses Thema einzugehen ...

... es kann sein, dass z.B. Stanik ein guter Mittelweg gelungen ist, von eher knapp durch und der Vorteil davon ist, dass effektiv feische Aromen geschont werden, aber vielleicht doch auch langfristig gesehen genügend ... es wird sich zeigen ... aber es ist ein Spiel mit dem Feuer ... Yu und auch Scott (heutzutage) gehen einfach deutlich auf Nummer sicherer, was auch hinsichtlich der Bekömmlichkeit seine Vorteile hat. Hierzu ist noch zu sagen, dass Yu eine Erfahrung aufweist, die von manchen möglicherweise unterschätzt wird - er hat bereits ums Millennium rum für einen der ganz grossen Staatsbetriebe aus bestimmten Gegenden Sheng produziert.

Und bei Stanik möchte ich noch anmerken, dass man mMn diesbezüglich noch nicht von einer Konstanz sprechen kann, ich finde gerade der 19er Jahrgang weist Unterschiede auf (ich kenne Shengs von ihm aus den Jahren 13, 14, 15, 16 und 17 - und erst 17 ging ein wenig in die Richtung).

HQF finde ich diesbezüglich wirklich interessant (HQF kommt ja auch aus dem Erfahrungsschatz eines grossen Staatsbetriebes hervor), wie bei Shengs von Yu kann es regelrechte Dornröschenschlafphasen nach der Produktion geben, aber nach 1, 2 Jahren können die dann wunderbar auftun, zumindest was ich bisher kenne. Leider sind HQF und Yu etwa auf dem gleichen Preisniveau.

vor 21 Minuten schrieb GoldenTurtle:

und der Vorteil davon ist, dass effektiv feische Aromen geschont werden

Sollte heissen: frische ✌

Aber feische Aromen sind auch nicht schlecht! 😁

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle:

jedoch den langfristigen Aspekt hierbei ausser acht lässt

Das stimmt. Ich hab definitiv noch nie darauf geachtet, ob trüb aufgießende Shengs schlechter altern. Schon allein, weil ich nicht genug Tees beim Altern beobachtet hab, und der besagte Ao Ne Me ist ja auch noch ziemlich jung. Und auch, weil ich schlecht noch nicht sehr viel Aufmerksamkeit darauf verwendet hab, ob dieser Zusammenhang besteht.

Was dann noch dazu kommt, ist dass ich generell weniger weit im Premium-Segment unterwegs bin als der Schnitt der Shengisten hier im Teetalk. Ich trink ja eher die Brot- und Butter Shengs zwischen 10 und 20€ auf 100g, die dann auch nicht ganz so ausführlich degustiert werden.

Meine Vermutung ist, dass es eine ganze Reihe an Dingen gibt, die zu einem trüben Aufguss führen können. Sehr plausibel, dass problematisches Sha Qing einer der Gründe ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch andere Faktoren gibt, die dafür in Frage kommen, und die weniger mit der Qualität an sich zu tun haben. Davon gehe ich aus, aber das ist reine Spekulation meinerseits, ohne dass ich dafür besondere Quellen hätte...

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