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Ich bin immer wieder begeistert, wie unterschiedlich Tee wirken kann. Damit meine ich die unmittelbare bzw. kurzfristige Wirkung, die meistens psychisch (beruhigend, anregend) und körperlich (wärmend) ist. Bei einigen Tees ist es fast interessanter, wie sie wirken, neben dem Geschmack.

Von cha qi, tea drunkness usw. ist schon viel geschrieben worden, aber auf welche Wirkstoffe lässt sich das runterbrechen? Im Endeffekt müssten es Koffein (anregend), Theobromin (anregend-euphorisierend), Theanin (beruhigend) und die zahlreichen Gerbstoffe (beruhigend auf Magen-Darm) sein. Sind Tees wirklich so unterschiedlich in ihrer Zusammensetzung dieser Wirkstoffe, dass sie so extrem unterschiedlich wirken? Es gibt soviel Facetten von kribblig-anregend, euphorisierend, beruhigend bis zu benommen. Gerade bei Puerh ist es erstaunend wie vielfältig die Wirkweisen sind. Welche Rolle spielen dabei beim (Post)fermentieren bzw. altern entstehende Stoffe bzw. wie entwickeln sich die Wirkstoffe dabei (Koffein wird weniger, Theobromin müsste steigen)? Gibt es weitere Wirkstoffe, die ich übersehe?

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In meinem Buch über grünen Tee ist eine Tabelle die den Theaningehalt einiger Tees zeigt (in mg/100g):

Matcha 1170 bis 2260

Gyokuro Mittelwert 1480

Sencha 612 bis 1280

Oolong Mittelwert 588

Beschatt5ete Tees haben einen höheren Theaningehalt, Fermentierung reduziert den Theaninanteil. Leider ist da kein Wert für schwarzen Tee, da das Buch nun einmal von grünem Tee handelt.

 

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vor 14 Minuten schrieb Manfred:

Matcha 1170 bis 2260

Interessant, dass Matcha einen so hohen Theanin-Gehalt hat, wahrscheinlich auch viel Koffein, da er doch sehr anregend ist. 

vor 17 Minuten schrieb Manfred:

Fermentierung reduziert den Theaninanteil.

Reduziert die Oxidation oder die mikrobielle Fermentierung den Theanin-Gehalt? Shou-Puerhs erlebe ich zB. eher beruhigend. 

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  • 3 weeks later...

Hi Blickwinkel,

interessantes Thema! 

Was mir spontan noch einfallen würde: zumindest von EGCG (Epigallocatechingallat) ist bekannt,  dass wohl auch eine Bindung an den Cannabinoid-Rezeptoren erfolgt.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19897346

Ob das zu psychoaktiven Wirkungen führt muss natürlich bezweifelt werden - wobei ja tatsächlich die Gesamtheit der Inhaltsstoffe teilweise anders wirkt als die jeweiligen Einzelbestandteile - imho nicht zu unterschätzen. Vielleicht gibt's hierbei ja noch Experten 😄 vermutlich wirds im Endeffekt dann doch nur das Zusammenspiel aus den bekannten Xanthinen sein...😅

LG

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PS: noch ein (unqualifizierter) Nachsatz: in Grüntee findet sich ja auch Diphenylamin 🤔 zumindest deren Derivate wurden damals (lt. Wiki in den 60'er Jahren) als 'Antidepressiva' genutzt - vielleicht gibt's ja auch hier wieder Experten bzgl. Wirkung/Löslichkeit/Plausibilität 😄 

Edited by Athamas
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