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Ich möchte sehr gerne das Thema neu aufrollen. Wir haben in den vergangenen Jahren viel über Wirkungen etc. geschrieben ..

vor 16 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Bei der schönen Wärme war heute ein prächtiger Shou genau das Richtige! 

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vor 16 Stunden schrieb doumer:

ein Shu? heute? Du bist echt ein harter Hund :D 

vor 15 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Weisst du, antizyklisch ... wie die Beduinen ... die haben da was verstanden. Die Chinesen denken anders.

vor 2 Stunden schrieb Krabbenhueter:

Aus meinem energetischen Gefühl heraus würde ich sagen dass der Shupuerh wärmt. Ich würde einen sheng gushu ganz jung bevorzugen. 

Der erfrischt mich mit seinen Zitrusnoten. 

vor 35 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Aber das ist doch einfach der traditionelle chinesische Ansatz ... ich bemerkte immer mehr, wie sehr die Psyche, Erwartungshaltungen etc. in der Wahrnehmung diverser Dinge mitspielen. Ich habe erst gerade gestern mich bei Teefreunden darüber ausgelassen ... ich verstehe immer mehr, warum X. und Yu über Dinge wie Wirkung, Cha Qi etc. nicht gerne sprechen - sie halten es für esoterisch, und ich stimme ihnen immer mehr zu.

Beispiel gefällig?

 

 

Mein persönliches Fazit:

Beim Tee geht es einfach um den Genuss, die Freude, das Miteinander, hin zu richtigen Freundschaften, oder auch mal alleine den Frieden zu geniessen.

 

PS: Und um noch ein wenig auszuholen, weshalb ich denke, dass überhaupt dieses ganze Tamtam gemacht wird, die Menschen vom Hundertsten ins Tausendste gehen:

Die ganzen intellektuellen Ansätze sind riskant, weil sie auf die eine oder andere Weise vom Herzen weg führen, wenn ihnen der Bezug zur persönlichen Nähe fehlt - darum sage ich eben, ist der Genuss in der Teekultur so eng mit dem Miteinander verwoben, denn wie andernorts erläutert wird, "Erkenntnis bläht auf, Liebe baut auf" - so viel ist nur Hörensagen, irgendwelche Erkenntnisse, ob denen der Mensch sich wichtig fühlt ... weshalb? Weil so oft genau richtige Freundschaften fehlen, wo man wirklich echt sein kann und so angenommen, geliebt ist, und wenn das fehlt, definieren sich fast alle über Anerkennung - das geht in einem Hobby wie Tee genauso wie beim Sport, Autos, Frauen, was auch immer - ich kann davon selbst ein Liedchen singen.

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Also ich bewege etwas Taijiquan auf ganz niedrigem Niveau. Das bedeutet nicht willentlich erzeugen, eingehende Kraft annehmen und umleiten usw... Deshalb beobachte ich nur und  werte nicht nach TCM und so. Für mich zählt, was ich in meinem Körper wahrnehmen kann. Und dort habe ich diese Beobachtungen feststellen können

 

Zitat: 

 

Mag sein, ich merke schon in meinen Fingern, Armen, wenn ich japanische Grüntees getrunken habe. Letztens nach einer Gyokuro Sitzung war mir richtig kalt, so dass ich mich danach mit einem wärmenden Tee wieder angewärmt habe. Weißer Tee ist bei mir auch extrem. Sheng eher weniger deutlich.

Und ich habe gerade im Mai sehr mit den beiden Richtungen Shu und Sheng in der Richtung probiert, weil ich wärmendes brauchte. 

Also ich sage, jeder sollte mal abwechselnd für sich die Sorten Probieren und dann beobachten, wie das innere Gefühl ist.

Erwartungshaltung kann sein, dass man sich darauf festlegt. Aber dann könnte ich mich auch genau entgegengesetzt festlegen. Was hätte ich davon. Besser entspannt beobachten ohne zu bewerten...

 

Und deshalb werde ich bestimmte Tees weniger oder in geringeren Mengen trinken, wenn sie mir vom gesundheitlichen für das heiße Wetter her unangenehm erscheinen.

Wie gesagt, wenn ein anderer andere Beobachtungen hat, kann er sich auch anders verhalten.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

ich verstehe immer mehr, warum X. und Yu über Dinge wie Wirkung, Cha Qi etc. nicht gerne sprechen - sie halten es für esoterisch, und ich stimme ihnen immer mehr zu.

Jein, es gibt interessante Studien, die aufzeigen, das die Gefühlsebene sehr stark durch die Trinktemperatur beeinflusst wir. In sehr kurzen Worten, warmes Trinken - eher "warme" Gefühle (Liebe, Freundschaft), kaltes Trinken - eher "kalte" Gefühle (Distanziertheit). So einfach, wie geschrieben, ist es aber auch wieder nicht. 

Qi an sich ist für mich ein Erklärungmodell, das uns Langnasen verschlossen ist, schwer zugänglich ist. Es ist ein Versuch einer Umschreibung für Dinge, die damals einfach nicht besser erklärbar waren.

Man sollte nicht immer alles wörtlich nehmen.

bearbeitet von Cel

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Mal ganz schlicht gefragt: Wenn ich einen Tee zubereite und trinke, von dem ich nichts weiss und dann ohne irgendwelche Erwartungen spüre, wie er auf mich wirkt - ist das, was ich merke dann Einbildung? Und wenn ich diesen Tee dann immer mal wieder trinke und er immer ähnlich auf mich wirkt - ist das dann auch Einbildung?

Wenn das alles nur Einbildung ist, wie Pflanzen auf einen wirken können, wie sind dann Heilwirkungen zu erklären, z.B. beruhigende Wirkungen von Lavendel, Baldrian oder Melisse? Auch die sind mehr oder weniger wirksam, unter welchen Bedingungen etwas gewachsen ist, wann etwas geerntet wurde und je nach Weiterverarbeitung. Warum sollte das bei Camelia Sinensis anders sein? Was daran ist der Esoterik zuzuschreiben?

Nochmal anders, wenn auch hinkend verglichen: Einer trinkt eine Flasche Rotwein und merkt wenig, der nächste fühlt sich nach zwei Schlucken beschwipst.

Nur weil der ein oder andere auf etwas unterschiedlich reagiert oder auch gar nichts spürt, heisst es nicht, dass es etwas nicht gibt. Und wenn ein Tee einfach nur schmeckt, ist es ja auch wunderbar. Um Gülden Kröts Worte aufzugreifen, ich empfinde es nicht so, dass es zum Herzen hinführt, wenn man etwas regelrecht negieren muss. Mir fehlt auch irgendwie das Verständnis dafür, was an Erkenntnissen und Erfahrungen grundsätzlich schlecht sein soll. Seltsam wird es, wenn man mit irgendwelchen Erfahrungen prahlen müsste - meinst du das @GoldenTurtle? Kann man, doch was hat man davon? Eben. Doch das Negieren  und große Beschwichtigen, wie unwichtig dies oder das sei, führt doch in die gleiche Richtung, die du mit Nichtprahlen etc. vermeiden versuchst.

Vielleicht habe ich es auch falsch verstanden, ich muss jetzt jedoch ein verirrtes Krabbeltierchen raus bringen.

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Geschrieben (bearbeitet)

@Cel Korrekt, aber die durchschnittliche Reaktion auf die Trinktemperatur fällt unter einen anderen Punkt.

@Raku Selbstverständlich gibt es wissenschaftlich belegbare Wirkungen, Koffein und Theanin, um die wohl Relevantesten hervorzuheben, allerdings stehen diese ebenfalls mit der individuellen Psyche im Zusammenspiel.

Cha Qi meint allerdings etwas anderes, etwas wissenschaftlich nicht messbares: die (übermittelnde) Lebenskraft des Tees, und um das geht es mir in diesem Thema ausschliesslich.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 14 Minuten schrieb GoldenTurtle:

@Cel Korrekt, aber die durchschnittliche Reaktion auf die Trinktemperatur fällt unter einen anderen Punkt.

@Raku Selbstverständlich gibt es wissenschaftlich belegbare Wirkungen, Koffein und Theanin, um die wohl Relevantesten hervorzuheben, allerdings stehen diese ebenfalls mit der individuellen Psyche im Zusammenspiel.

Cha Qi meint allerdings etwas anderes, etwas wissenschaftlich nicht messbares: die (übermittelnde) Lebenskraft des Tees, und um das geht es mir in diesem Thema ausschliesslich.

Moin,

ich würde vermuten, dass da viel Konditionierung reinspielt. Bin ich davon überzeugt, dass ein Tee eine gewisse Wirkung auf mich haben wird und kultiviere ich diese Erwartung noch durch ein meditatives Ritual wie eine Teezeremonie werde ich in den meisten Fällen den erwarteten Effekt spüren. Wie bei einem Placebo ist dieser Effekt bestimmt nachweisbar, aber nicht "messbar" oder quantifizierbar. Das Ganze geht dann in Richtung Autosuggestion wie autogenes Training und das ist extrem wirkmächtig. Wie das Ganze so wirklich genau funktioniert ist aber alles Andere als klar. Ich würde also unterstellen wollen, das ein Großteil des Cha Qi eher das Chi/Qi des Trinkenden ist. Der Tee wirkt dabei (abgesehen von der offensichtlichen und Nachweisbaren Psychoaktivität durch GABA, Theanin und Koffein) als meditativer Katalysator. Soweit meine Interpretation :D

mfg Illo

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Ich nehm das noch ins entspr. Thema:

vor 6 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich behaupte wirklich, das ist zu 95% Selbsttäuschung. Dieser ganze Fokus auf Energien und so geht dermassen am echten Leben vorbei.

@topic: 16er Mannuo gs von Yu in der Tasse ... sehr guter Sheng. 

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Die Bilder von Shou und Sheng hab ich als optisches Material mal drinnengelassen ... ich würde wetten, dass sich alleine durch die Optik bei manchen Gefühle einstellen, die ihr beim Trinken der Wirkung zuordnen würdet.

vor 5 Stunden schrieb Krabbenhueter:

Mag sein, ich merke schon in meinen Fingern, Armen, wenn ich japanische Grüntees getrunken habe. Letztens nach einer Gyokuro Sitzung war mir richtig kalt, so dass ich mich danach mit einem wärmenden Tee wieder angewärmt habe. Weißer Tee ist bei mir auch extrem. Sheng eher weniger deutlich.

Und ich habe gerade im Mai sehr mit den beiden Richtungen Shu und Sheng in der Richtung probiert, weil ich wärmendes brauchte. 

Also ich sage, jeder sollte mal abwechselnd für sich die Sorten Probieren und dann beobachten, wie das innere Gefühl ist.

Erwartungshaltung kann sein, dass man sich darauf festlegt. Aber dann könnte ich mich auch genau entgegengesetzt festlegen. Was hätte ich davon. Besser entspannt beobachten ohne zu bewerten...

Der letzte Abschnitt beinhaltet mehrere interessante Punkte: Ja, man kann es umkehren - denke mal intensiv, heute wird mich der Sheng aber richtig erwärmen, da trinke ich lieber einen kühlenden Shou.

Unbeeinflusst wahrzunehmen, was wirklich da ist, ist mMn eine hohe Kunst, ob nun bei Tee oder Menschen.

Wirklich in den Tee eintauchen und unbeeinflusst geniessen zu können..

vor 6 Minuten schrieb Illoran:

Ich würde also unterstellen wollen, das ein Großteil des Cha Qi eher das Chi/Qi des Trinkenden ist. Der Tee wirkt dabei (abgesehen von der offensichtlichen und Nachweisbaren Psychoaktivität durch GABA, Theanin und Koffein) als meditativer Katalysator. Soweit meine Interpretation :D

Interessant, etwas ähnliches wurde auch mir mal klar, dass Tee wie ein Spiegel der Seele ist.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor 38 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Cha Qi meint allerdings etwas anderes, etwas wissenschaftlich nicht messbares: die (übermittelnde) Lebenskraft des Tees, und um das geht es mir in diesem Thema ausschliesslich.

Das ist mir schon klar, dass Du das meinst, doch mit den obigen Worten ist es leichter zu fassen. Und um bei dem Heilkräuterbeispiel zu bleiben: Es ist nicht alles wissenschaftlich messbar, das ganze Kraut wirkt auch anders, als der jeweils extrahierte Stoff.

 

vor 12 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Dieser ganze Fokus auf Energien und so geht dermassen am echten Leben vorbei.

 

Es geht meines Erachtens ausschliesslich um Energie. Leben ist Energie. Und wäre in den Pflanzen keine Energie, sondern tote Materie, würde hier keiner sich dem Umstand des Teetrinkens widmen.

 

Worauf möchtest Du eigentlich hinaus?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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PS: Moment, das mit dem Kühlenden und Wärmenden will ich echt noch ein wenig auseinandernehmen ... das hört man so oft, fast schon an jeder Strassenecke ... als ihr dies das erste Mal hörtet, fandet ihr es nicht sonderbar? Aber dann beginnt man es zu glauben ... aber denkt ihr wirklich, dass die winzige Menge unterschiedlicher Wirkstoff, chemisch gesehen, solch eine sogar gegenteilige Wirkung auf den Körper haben sollte, dass man fast einfriert vom einen Tee und einen anderen trinken muss, um sich wieder aufzuwärmen?!? Es stammt ja auch noch von der gleichen Pflanze ... ich sage euch: 95% Selbsttäuschung oder Autosuggestion, um den bereits von Illo angewärmten Begriff zu verwenden.

Und wenn die These dieses Teeprofessors aus Yunnan stimmt, und es sich bei altem Sheng (zumindest mehrheitlich) um Oxidation denn um Fermentation handelt, ist TCM diesbetreffend einerlei ad absurdum geführt, weil dann wäre alter Sheng als (zumindest mehrheitlich) kühlend einzustufen. Aber das ist mir einerlei egal - ich bin überzeugt, es sind nur optische und gustatorische Assoziationen auf irgendwelche gedachten Wirkungen.

Und wie gesagt: ich spreche nicht von nachweisbaren Wirkungen von Koffein, Theanin etc., sondern von unnachweisbaren Wirkungen wie Lebenskraft, kühlend, wärmend etc.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb Raku:

Worauf möchtest Du eigentlich hinaus?

Unvollständig:

1. Ich bin ein Freund der exakten Wissenschaft, aber nicht der gesponserten Wissenschaft, die von Unternehmen vordefinierte Resultate beweisen soll (dabei wurde bereits nachweislich etliche Male betrogen).

2. Der Mensch ist ein Wesen, das in erstaunlich hohem Masse auf Glauben basiert, funktioniert.

3. Ich hasse Manipulation und finanzielle Ausbeutung von Menschen, besonders von jenen mit ernsthaften Problemen - ja, neben der Politik arbeiten so manche mit den Ängsten, Sorgen und Problemen der Menschen, ja, auch in Religionen wird dies häufig ausgenutzt, tue dies oder das, gebe dies oder das, damit du das von dir gewünschte erhältst - viele mögen über die Einfältigkeit jener Menschen lachen, nur dass diese ironischerweise an ebensolche Versprechungen nur aus einem anderen Kreis glauben, und da sind wir u.a. auch beim Tee, wie viele hoffen dadurch gesund zu werden, klar, nicht nur Tee, es ist eine lukrative Branche, und auch TCM spielt da wacker mit, ich weiss nur leider von Leuten, die sich seit Jahren behandeln lassen, und denen geht es nicht gut.

4. Und darum möchte ich mit all diesen unhaltbaren Behauptungen zumindest beim Tee ein wenig aufräumen, und den Fokus wieder ungetrübt auf das Geniessen und die Gemeinschaft ausrichten, wie es ursprünglich auch war in der Teekultur, denn echte Freundschaften und das Leben richtig zu geniessen, das tut dem Menschen gut.

Nachtrag zu Punkt 3: Und das hat mich immer mehr stutzig gemacht, wie sehr fast überall mit Glauben gearbeitet wird, und wie wenig das mancherorts hinterfragt wird - aber das Schlimme ist eben, dass man durch dieses ganze Hinterherrennen immer neuer Versprechungen am Horizont die notwendigen Veränderungen im Leben genau verpassen kann.

bearbeitet von GoldenTurtle

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Geschrieben (bearbeitet)

Mal eine (naive) Frage, ist dieses Cha Qi auch in anderen Teekulturen ausserhalb der chinesischen (wenn man die überhaupt so verallgemeinern kann) verbreitet? In der japanischen wäre mir jetzt nichts dergleichen bekannt, aber da kratze ich auch nach jahrelanger Beschäftigung immer noch an der Oberfläche. Meinem bisherigen Verständnisses nach würde ich in der cha no yu (Teezeremonie) die sozialen Aspekte von größerer Bedeutung einschätzen als eine Wirkung auf Geist bzw. Körper. Wie gesagt, da kann ich auch falsch liegen, da mein Wissen noch nicht so vertieft ist. 

bearbeitet von seika

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Ich habe meine Erfahrungen gemacht. Und gerade bei weißem Tee waren diese erschreckend deutlich. Erst danach habe ich angefangen auch etwas dazu nachzufragen und zu lesen. 

Aber ich vertrage auch nicht so viel Koffeein und trinke deshalb oft wenig oder und leicht. Deshalb sind meine Erfahrungen auch gering einzuschätzen.

Qi im Sinne Qigong und TCM sehe ich materialistisch. Ein Vorstellungsbild wird mit dem Körper verbunden. Wenn ich meine Arme hebe und dabei bestimmte Vorstellungen habe, entspanne ich bestimmte Muskellinien und Faszienstrukturen. Dadurch entstehen Gefühle. Es würde mir schwer fallen diese Muskeln direkt und einzeln nacheinander zu entspannen und zu bewegen. 

Das ist wie beim Computer, ob ich Maschinensprache oder Windows Oberfläche benutze. Keiner wird behaupten, dass kleine Bildchens durch die Drähte der Computerchips geschoben werden. Strom oder nicht Strom, das ist hier die Frage ...

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vor 11 Stunden schrieb Raku:

 Und wäre in den Pflanzen keine Energie, sondern tote Materie, würde hier keiner sich dem Umstand des Teetrinkens widmen.

Ähm doch hier, ich.
Ich trinke Tee nicht weil dort Energie gespeichert sein soll, was ich nicht glaube, sondern weil er mir schmeckt und ich Freude daran habe.

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Das finde ich eine sehr gute Beobachtung @seika. Scheint schon sehr auf die chinesische Kultur gemünzt zu sein, die Qi-Sache. Ich mein, das ist ja eines der zentralen Elemente der chinesischen Metaphysik, und für einen Westler sehr, sehr schwer zugänglich. Drum versuch ich's gar nicht erst.

Andererseits: In konkreterer Hinsicht ist Cha Qi für mich das ganze Spektrum der Wirkung auf den Körper. Und das  ist dann wohl in großem Umfang abhängig vom Weltbild. Wenn man ein streng materialistisches Weltbild hat, dann wird man natürlich nur an mechanischen / chemischen Aspekten interessiert sein. Wenn man andere Dynamiken, sag ich mal, in seine Perspektive einschließt, wie feinstoffliche, dann wirds komplizierter. Das kommt vermutlich dem chinesischen Konzept von Qi schon näher.

Ich persönlich steh da etwas in der Mitte. Bin sozusagen feinstofflicher Agnostiker *g* Mit dem, was landesüblich als Esoterik bezeichnet wird, hab ich nichts am Hut, aber ich bin stellenweise schon skeptisch, was zu strikten Materialismus angeht. Auch das materialistische Weltbild fußt stellenweise auf Dingen, die angenommen werden, aber nicht bewiesen sind. Aber grad das Thema Qi wird wohl fast komplett subjektiv bleiben. Da kommt die Agnostik ins Spiel - es ist schlicht nichts, worüber ich entscheiden muss. Ich nehm's als Achtsamkeitsübung, so genau wie möglich wahrzunehmen, was ein Tee mit mir macht. Objektiv ist das keinesfalls, denn die vorbestehenden Ideen prägen sehr stark unser Erleben, da kommt man nur mit Doppelblind-Tests raus.

Dennoch bin ich zufrieden damit, es wahrzunehmen, und da gibt es eben Tees mit sehr starken Effekten, und welche, die fast frei sind davon. Ja, wenn man mir einen etwas gehobeneren Plantagen-Sheng gibt und mir den glaubwürdig als Hyper-Gushu präsentiert, dann werde ich vermutlich darauf reinfallen, und mehr Qi spüren als andersrum. Aber letztlich muss ich nicht entscheiden, was davon 'echt' ist, was davon Koffeein oder L-Theanin ist. Ich hab am meisten davon, wenn ich mich hinsetz, diesen Tee trink und so präsent wie möglich bin.

Mir scheint, dass zu strikter Materialismus einem diese Magie manchmal rauben kann. Aber das ist natürlich ein angreifbares Statement 9_9

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vor 4 Stunden schrieb Krabbenhueter:

Und gerade bei weißem Tee waren diese erschreckend deutlich.

Beim weissen Tee soll der Theaningehalt aufgrund der schonenden Verarbeitungsweise besonders hoch sein.

vor 11 Minuten schrieb miig:

Ich nehm's als Achtsamkeitsübung, so genau wie möglich wahrzunehmen, was ein Tee mit mir macht.

Ja, aber ... :D ... das habe ich hunderte Male an Teerunden mit Teefreunden gemacht, und genau das bringt es auf den Punkt: da ist der innere Fokus auf der Wirkung statt auf dem reinen Genuss und dem freudigen Miteinander, das ist der Unterschied, und ich habe bemerkt, wie dieser innere Fokus auf Wirkung am eigentlichen Leben vorbeispielen kann - und ich war gut darin vieles wahrzunehmen, aber ich denke es war viel eine Projektion der Seele, eine Art Spiegelung in der Teeschale. 

Hingegen wirklich etwas hingegeben und tiefgehend geniessen zu können ist eine Kunst.

@Krabbenhueter Der Fokus auf die Wirkung ist ja genau etwas wertendes, keine reine Achtsamkeit, kein reines Sein.

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Geschrieben (bearbeitet)

Weiß nicht - vielleicht verstehen wir andere Dinge darunter. Was klar ist, ist, dass Tee für mich nicht in dem Maße eine soziale Dimension hat wie für dich, weil ich nur ein paarmal im Jahr Teefreunde treffe, die ein ernsthaftes Interesse am Tee haben. Es kommt schon öfter mal vor, dass ich mit "Amateuren" Tee  trinke, das ist dann auch ein sehr schönes Miteinander, auch wenn diese nicht so richtig in der Materie drin sind. Aber da ist es dann meistens sinnvoller, einen einfacheren Tee zu wählen.

In jedem Fall - man muss halt immer überlegen, was im Zentrum steht. Wenn ich mit Leuten zusammen Tee trinke, bekommt meistens der Tee nur einen geringeren Anteil der Aufmerksamkeit, zwangsläufig. Sobald man beginnt, sich zu unterhalten, zu interagieren, bindet das eben einen Großteil unserer mentalen Ressourcen. Die Alternative ist dann, schweigend, und letztlich auch wieder meditativ, den Tee zusammen zu trinken. Das ist toll, aber dafür brauchts die richtigen Leute, die dem etwas abgewinnen können / wollen.

Es wurde beispielsweise mit Peter von pu-erh.sk in beeindruckender Weise so verwirklicht. Peter ist ein erfahrener Meditierender und hat das in unser Zusammensein mit eingebracht: Vor dem Trinken saßen wir ca. eine Viertelstunde schweigend da, dann wurde das Wasser auf die Kohlen gestellt. Nachdem es kochte, hat er 1-2 Tassen gegossen, die auch noch schweigend getrunken wurden. Und erst dann gab er ein Signal, dass man jetzt sprechen kann. Das klingt erstmal seltsam, aber wenn man da mal etwas in einen Rhythmus gekommen ist, dann ist es eine ganz neue Dimension des Teetrinkens.

vor 3 Stunden schrieb GoldenTurtle:

wie dieser innere Fokus auf Wirkung am eigentlichen Leben vorbeispielen kann

Der Teufel steckt halt im Detail - es geht beides. Ich würde sagen, wenn der Fokus die Gestalt einer gekonnt ausgeführten Achtsamkeitsübung hat, dann kann er in einer unvergleichlich direkten Art mit dem Leben an sich verbinden. Man kann aber natürlich auch vor dem Leben flüchten, ins Innerliche. Da muss man sich immer anschauen, wie es konkret abläuft und praktiziert wird.

bearbeitet von miig

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vor 3 Stunden schrieb miig:

Es wurde beispielsweise mit Peter von pu-erh.sk in beeindruckender Weise so verwirklicht. Peter ist ein erfahrener Meditierender und hat das in unser Zusammensein mit eingebracht: Vor dem Trinken saßen wir ca. eine Viertelstunde schweigend da, dann wurde das Wasser auf die Kohlen gestellt. Nachdem es kochte, hat er 1-2 Tassen gegossen, die auch noch schweigend getrunken wurden. Und erst dann gab er ein Signal, dass man jetzt sprechen kann. Das klingt erstmal seltsam, aber wenn man da mal etwas in einen Rhythmus gekommen ist, dann ist es eine ganz neue Dimension des Teetrinkens.

Ich muss sagen, dass mich das Treffen damals sehr beeindruckt und meine Tee-Praxis auch nachhaltig beeinflusst hat! Ich habe zwar nicht die Möglichkeit mit Holzkohle zu arbeiten (offenes Feuer in einer Mietwohnung mit Rauchmelder = schwierig) aber deshalb habe ich mir ja mein Pseudo-Furo gebaut: In den Tetsubin kommen ca. 150ml Wasser, die langsam über 15 - 20 Minuten erhitzt werden, in denen ich zur Ruhe kommen kann - dann gibt es einen Aufguss und es werden ca. 100ml nachgefüllt (eben die verbrauchte Menge - Kännchen + etwas zum übergiesen) die über ca. 10 Minuten wieder auf Temperatur gebracht werden. Die Zeit nutze ich dann um in mich zu hören und zu sehen, was der Tee mit Geist und Körper macht, wie er sich entwickelt und wie er nachklingt - bis das leise beginnende Singen des Tetsubins den nächsten Aufguss ankündigt. So vergehen 2h wie nichts und wie @miig sagt bekommt das Tee trinken so eine ganz neue, meditative Dimension - diese extreme Entschleunigung tut dem Tee sehr gut. (Da man dafür natürlich entsprechend Zeit und Ruhe braucht, ist mir das nur am WE möglich, daher sind mit Samstag und Sonntag Vormittag quasi heilig ;) ) 

vor 3 Stunden schrieb miig:

Ich würde sagen, wenn der Fokus die Gestalt einer gekonnt ausgeführten Achtsamkeitsübung hat, dann kann er in einer unvergleichlich direkten Art mit dem Leben an sich verbinden. Man kann aber natürlich auch vor dem Leben flüchten, ins Innerliche. Da muss man sich immer anschauen, wie es konkret abläuft und praktiziert wird.

Das von mir zuvor beschriebene Vorgehen klingt zunächst mal sehr nach innen gerichtet, was prinzipiell natürlich auch korrekt ist - es geht hierbei nicht unbedingt darum, sich konkret auf etwas zu fokussieren sondern einfach zu erleben, überhaupt mal ohne Ablenkung hinzuhören was kommt und geht denn da in einem - dass die Eindrücke dann ggf. klarer/deutlicher wirken ist natürlich ein schöner Nebeneffekt. Wenn man nun aber jemand hat (und es ist eben nur in kleiner Runde möglich, die notwendige Ruhe zu gewährleisten - am intensivsten ist es zu zweit), mit dem man diese Eindrücke vorbehaltlos teilen kann, da es kein "richtig" oder "falsch" gibt, hat das hingegen etwas sehr verbindendes, was das Innere nach außen trägt - eine wirklich tolle, tiefgreifende Erfahrung, die mir deutlich lieber ist als ein freudiges Miteinander in großer (lauter) Runde (was natürlich auch sehr schön sein kann, keine Frage, aber eben nicht diese Tiefe erreicht). 

So gesehen ist Tee für mich in gewissem Sinne ein Katalysator - etwas das die Macht hat, sowohl die interne als auch die externe Welt in hohem Maß zu beeinflussen (siehe oben, ob die Energie nun im Tee an sich steckt oder er eher als eine Art Objektiv fungiert, der gewisse Dinge sichtbar macht ist da eigentlich fast schon unerheblich) - und letztlich doch nur eines bleibt: Tee :) 

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vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Beim weissen Tee soll der Theaningehalt aufgrund der schonenden Verarbeitungsweise besonders hoch sein.

 

Und wie wirkt sich das auf mein Temperaturempfinden in den Armen und Händen aus?

vor 4 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ja, aber ... :D ... das habe ich hunderte Male an Teerunden mit Teefreunden gemacht, und genau das bringt es auf den Punkt: da ist der innere Fokus auf der Wirkung statt auf dem reinen Genuss und dem freudigen Miteinander, das ist der Unterschied, und ich habe bemerkt, wie dieser innere Fokus auf Wirkung am eigentlichen Leben vorbeispielen kann - und ich war gut darin vieles wahrzunehmen, aber ich denke es war viel eine Projektion der Seele, eine Art Spiegelung in der Teeschale. 

Hingegen wirklich etwas hingegeben und tiefgehend geniessen zu können ist eine Kunst.

@Krabbenhueter Der Fokus auf die Wirkung ist ja genau etwas wertendes, keine reine Achtsamkeit, kein reines Sein.

Da sehe ich den Unterschied zwischen unseren Arten der Wahrnehmung.

Ich setze keinen Fokus, meine Aufmerksamkeit ist breit und offen. Allerdings stellt sich später nach dem Teegenuss das temperierte Gefühl im Körper ein, von allein, ohne das ich expliziet darauf achten würde.

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Am 20.6.2019 um 18:20 schrieb Krabbenhueter:

Temperaturempfinden

Zu den Temperaturprognosen diese Woche soll einmal nur so viel gesagt sein:

Exzellentes Wetter für ein paar kräftige Runden Gushu Shou! :thumbup:

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vor 9 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Zu den Temperaturprognosen diese Woche soll einmal nur so viel gesagt sein:

Exzellentes Wetter für ein paar kräftige Runden Gushu Shou! :thumbup:

Daran erkennt man den Meister:

ich finde es nicht so leicht, einen Shu Puerh als Gushu zu erkennen.:ph34r:

Und für mich lieber einen japanischen Sencha, " aber verbrennen sie ihn nicht" ...

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vor 4 Stunden schrieb Krabbenhueter:

ich finde es nicht so leicht, einen Shu Puerh als Gushu zu erkennen.:ph34r:

Haha :thumbup: zugegeben, das zeigt sich etwas anders als bei Sheng, wir haben uns auf dem Forum wahrsch. auch noch nie ausführlich darüber unterhalten, was das Besondere an einem Gushu Shou ausmacht ... und zudem gibt es dies auch nicht zuhauf.

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