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Amen, @miig.

Am 19.6.2019 um 23:09 schrieb GoldenTurtle:

allerdings stehen diese ebenfalls mit der individuellen Psyche im Zusammenspiel.

Na, dann freut es mich doch sehr, dass die Psyche von vielen Teetrinkern im Rahmen der Teezui beim Genuss des Rareness 5 gleich ausgeschlagen hat. ;)

In manchen Tees hat man es einfach, dieses Qi. Und in vielen eben nicht.

Ich persönlich wähle die Momente, in denen ich diese Wirkung spüren möchte, sehr sorgfältig aus, und sie sind dann doch eher selten.

Trotzdem, in einer Runde, zusammen mit Menschen, welche diesen Genuss und dieses Gefühl zu schätzen wissen, ist es einfach schön solche wirkungstechnisch intensiven Tees zu genießen.

Deswegen war die Rareness 5 Runde für mich die Schönste bei der Teezui. :) Das im Übrigen "gestoneteste" Gesicht bei dieser Runde, hatte wohl meine bessere Hälfte, die sich nun wirklich noch nicht mit diesem Thema beschäftigt hat, was wohl auch wieder ein Indiz für den Tee ist, und nicht für eingeredete/eingebildete Wirkungsgefühle... ;)

 

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vor 9 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Haha :thumbup: zugegeben, das zeigt sich etwas anders als bei Sheng, wir haben uns auf dem Forum wahrsch. auch noch nie ausführlich darüber unterhalten, was das Besondere an einem Gushu Shou ausmacht ... und zudem gibt es dies auch nicht zuhauf.

Das würde mich auch sehr interessieren. 

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vor 2 Stunden schrieb doumer:

den 2015er Huazhu Gushu von prSK der erst nach 4 Jahren plötzlich mit einer ungeahnten Kraft aufgewartet hat, die vorher nicht abzusehen war

Brillantes Beispiel ... denkt einmal ganz scharf darüber nach ...

Ich spreche bei Tees bewusst nicht mehr über die Wirkung, höchstens, dass er mir gut tut - ich möchte den echten Genuss nicht mehr durch Kopfspielereien trüben.

vor 43 Minuten schrieb GoldenTurtle:

langatmiger Produzierte brauchen häufig eine Anlaufzeit von einem Jahr nach der Pressung

In diesem Fall sprach ich von der Vollmundigkeit.

 

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 8 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Ich spreche bei Tees bewusst nicht mehr über die Wirkung

Naja, du machst Andeutungen, die du nicht weiter ausführst/erklärst (siehe Gushu Shu) ;) 
Das ist natürlich einfach...

vor 8 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Brillantes Beispiel ... denkt einmal ganz scharf darüber nach ...

So what? Ich glaube nach wie vor nicht, dass die Aufgusstemperatur o.ä. sich in meinen Armen bemerkbar macht - zumal wie @Anima_Templi bereits erwähnt hat das Phänomen von mehreren Personen beobachtet wird. Irgendetwas ist da, ich behaupte nicht zu wissen was es ist aber es ist nicht nichts - und das zu ignorieren wäre jammerschade, dann kann man auch gleich Kaffee oder sonst was trinken...

bearbeitet von doumer

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Zu Gushu Shou andernorts und später ... das Ei will noch ausgebrütet werden.

 

Zurück zum Thema:

Das Ganze hat viele Geschichten. Eine will ich hier erläutern: Viele Teerunden mit Diz haben mich schon lange stutzig gemacht. Teefreund F. und ich konnten Diz mit dem derbsten Zeug oft einheizen, von Laobanzhang über Bohetang bis Mansonggong ... Diz' Standardantwort über Jahre: "Spüre nichts." Und während sich William im Teedelirium auf der Couch gewälzt und uns gefragt hat, woher wir bloss solchen Tee haben, sagte Diz ungefähr: "Machen wir noch ne Runde?" Früher dachte ich, es handele sich bei Diz um einen "Obelix-im-Zaubertopf"-Immunitätsfall ... aber nein ... er selbst gab unlängst die Antwort: "Ich denke ich bin ziemlich imun gegen Tee Esoterik. Das liegt daran, dads ich grundsätzlich skeptisch bin 😬"

Ich habe es neulich mehrfach selbst bemerkt, Tee, der mich früher geflasht hat, war vollkommen easy und gemütlich, als ich ihn einfach nur genossen habe.

Nun ist es aber doch noch etwas komplizierter, denn wie gesagt, 5%:

Man kann sich auf Wahrnehmungen konzentrieren und sie so psychisch teils dramatisch verstärken. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Ich persönlich finde die Ausrichtung darauf nicht gut und am Leben vorbei, das viel mehr in Genuss und wahren Freundschaften zu finden ist.

Also es gibt grundsätzlich wirksame Komponenten wie eben Koffein ... aber dann gibt es, was ich seit Jahren in meiner Teebewertungsskala mit 10% bewerte:

"Wirkung (psychische und körperliche, sowie umgebende Mystik betr. Gegend, Sorte, Hersteller, Geschichte, etc.)"

Ich werde künftig das ", sowie" durch ein "durch" ersetzen.

Das spielt mehr mit, als es euch lieb ist. Die Psyche ist interessant, wenn z.B. durch Erfahrung bei einem Produzenten es vermehrt zu Wirkungswahrnehmungen kam, spitzt sich die positive Erwartungshaltung zu. Zudem, wenn ein grosser Sammler wie doumer auf die Wirkung eines Tees schwört, sind neue Verkoster ebenfalls bereits darauf ausgerichtet (wenn sie es nicht verstehen, sich nicht beeinflussen zu lassen - allerdings wirklich echt zu sein ist nicht so einfach, aber das ist ein anderes Thema), und dies alles funktioniert wie oben erwähnt als Verstärker, auch wenn es sich nur um die Wirkung von Koffein handeln sollte.

Symptomatisch ist der Fall, den ich im vorherigen Beitrag als brillantes Beispiel betitelt habe, mit der erst nach 4 Jahren erscheinenden Qi-Wirkung: nehmen wir einmal an es gäbe sie - wie sollte diese plötzlich entstehen - wenn ja klar nicht durch Fermentation, muss sie schon von Anfang da sein, sie kann sich doch nicht 4 Jahre lang verstecken - also muss diese psychisch, evtl. durch eine Art von Spiegelung entstanden sein.

bearbeitet von GoldenTurtle

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vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Das liegt daran, dads ich grundsätzlich skeptisch bin 😬"

Und das ist jetzt plötzlich Fakt? Wenn man skeptisch ist, gibt es kein Qi? Weil man schwarze Löcher nicht sehen kann, gibt es sie nicht? Oh warte, da ist kürzlich doch ein Bild aufgetaucht (die Kontroversen mal außen vor gelassen) - Mist, jetzt bin ich aber in Erklärungsnot! Steile These: vielleicht war die Temperatur zu niedrig, um in deinem Erklärungsmodell zu bleiben?

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Ich habe es neulich mehrfach selbst bemerkt, Tee, der mich früher geflasht hat, war vollkommen easy und gemütlich, als ich ihn einfach nur genossen habe.

Vielleicht bist du einfach nur von all der Liebe und Freundschaft zu  abgelenkt? Vielleicht braucht es einfach etwas mehr Ruhe und Achtsamkeit? Außerdem habe ich schon oft genug betont, dass Qi nichts messbares, immer konstantes ist - mal ist es mehr, mal weniger ausgeprägt. Deswegen muss es ja nicht gleich Esoterik sein - mit Esoterik habe ich nämlich absolut nichts am Hut und würdest du mich kennen wüsstest du, dass ich im Bezug auf alles sehr skeptisch bin - aber was sich reproduzierbar erleben lässt ist für mich keine Esoterik - subjektiv ja sicher, aber das ist ja etwas anderes.

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Man kann sich auf Wahrnehmungen konzentrieren und sie so psychisch teils dramatisch verstärken. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. 

Natürlich, wenn man sich auf etwas konzentriert, nimmt man es stärker war - wäre ja auch paradox, wenn nicht! 

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Ich persönlich finde die Ausrichtung darauf nicht gut und am Leben vorbei, das viel mehr in Genuss und wahren Freundschaften zu finden ist.

Begründung? Genuss wovon? Ich genieße die Wirkung die ein guter Pu auf mich hat sehr - ansonsten würde ich ja was anderes trinken - also mache ich es doch richtig, oh Meister, weil ich mich auf den Genuss konzentriere? Und: die Konzentration auf Liebe und Freundschaft ist doch das selbe in Grün.

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Das spielt mehr mit, als es euch lieb ist. Die Psyche ist interessant, wenn durch Erfahrung bei einem Produzenten es vermehrt zu Wirkungswahrnehmungen kam, spitzt sich die positive Erwartungshaltung zu.

Schließe nicht von dir auf andere - ich versuche immer möglichst ohne Erwartungen an einen Tee ranzugehen und bewusst nicht  nur "ultra seltenen Whatever von Mrs. Z an den sonst eh keiner rankommt aber mein Freund mir gesagt hat, dass er gut ist" zu trinken, sondern ebenso einfache Tees. So kann ein Tee von dem ich weiß, dass er nicht Gushu ist und aus einer Region stammt, mit der ich eigentlich nicht so viel am Hut habe, genau so meine Maximalbewertung haben wie ein Gushu Tee, der fast das 20-fache kostet. Kann nicht, ist auch so, siehe hier - das einzige was gleich ist, ist der Händler (denn selbst der Produzent vor Ort ist ein anderer), und mit großartig Mystik und Co war da auch nix (die Seite im Shop ist leider inzwischen nicht mehr online).

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Zudem, wenn ein grosser Sammler wie doumer auf die Wirkung eines Tees schwört, sind neue Verkoster ebenfalls bereits darauf ausgerichtet (wenn sie es nicht verstehen, sich nicht beeinflussen zu lassen - allerdings wirklich echt zu sein ist nicht so einfach, aber das ist ein anderes Thema), und dies alles funktioniert wie oben erwähnt als Verstärker, auch wenn es sich nur um die Wirkung von Koffein handeln sollte.

Wie auch schon oft diskutiert ist die Wirkung nicht bei jedem immer gleich - ich habe nie etwas gegenteiliges behauptet - sollte ich deswegen gar nichts darüber schreiben, obwohl es für mich ein wichtiger Bestandteil des Pu-Genusses ist? Aber im Grund gilt dein Argument zwecks Beeinflussung für alles was wir schreiben, sagen und tun - also hilft nur eins: Teetalk schließen und Teeblogs verbieten. Und ganz ehrlich - das alles nur Koffein sein soll ist absoluter Humbug - warum spür ich dann nichts bei Tees die mehr Koffein haben wie Matcha? Oder Energydrinks? Oder reinem Koffein? Abgesehen davon, dass die Wirkung so extrem unterschiedlich ist. Und implizit allen anderen Leuten zu unterstellen, dass man da nur Koffein und Wassertemperatur spürt hat wenig mit liebe und Freundschaft zu tun...und reichlich anmaßend zu denken, man könnte einfach so etwas einfach mit Koffein erklären, woran sich schon viele vor einem vergeblich die Zähne ausgebissen haben.

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Symptomatisch ist der Fall, den ich im vorherigen Beitrag als brillantes Beispiel betitelt habe, mit der erst nach 4 Jahren erscheinenden Qi-Wirkung: nehmen wir einmal an es gäbe sie - wie sollte diese plötzlich entstehen - wenn ja klar nicht durch Fermentation, muss sie schon von Anfang da sein, sie kann sich doch nicht 4 Jahre lang verstecken - also muss diese psychisch, evtl. durch eine Art von Spiegelung entstanden sein.

Ein brillantes Beispiel gegen dein eigenes Koffein-Argument - wenn es wirklich eine physische Substanz sein soll, die all das bewirkt, woher kommt plötzlich die erhöhte Konzentration? Die zudem nachweisbar sein müsste. 
Das die Psyche oder sonst etwas beteiligt ist: klar, das ist durchaus wahrscheinlich - habe ich bei meinem Beitrag auf der letzten Seite ja auch ganz klar gesagt, dass es sich ggf. nur um eine Art "Linse" handelt, die bereits vorhandene Dinge sichtbarer macht. Aber ganz offensichtlich macht irgend etwas irgendwas...und aus Ermangelung eines besseren Begriffes nennen wir es eben Qi - so einfach ist das. Ob es sich dabei um eine Substanz handelt oder nicht ist mir dabei herzlich egal. 
Gegenthese: Die Freundschaft und Liebe von der du immerzu sprichst gibt es eigentlich gar nicht, weil es nicht von Anfang an da ist und man es nicht unterm Mikroskop sehen kann - folglich existiert weder Liebe noch Freundschaft. Aber ich habe da natürlich auch eine entsprechende Erklärung für: Das ist die Auswirkung von der Umgebungstemperatur - wenn man sich lange genug bei der selben Temperatur am selben Ort aufhält, glaubt man plötzlich es besteht so etwas wie Freundschaft oder Liebe zu dem anderen! So muss es sein - wenn die Aufgusstemperatur Qi ist, ist die Umgebungstemperatur offensichtlich Liebe. :D 

 

OK Spaß bei Seite: offensichtlich wird man dich eben sowenig davon überzeugen können, dass es Qi  gibt, wie man mich davon überzeigen kann, dass es einen Gott gibt - und da man beides weder beweisen noch wiederlegen kann, ist das durchaus auch ein passender Vergleich. Der Schlüssel dazu, warum ich trotzdem sehr gute Freunde habe, die an Gott glauben und warum die Freundschaft (in beide Richtungen) funktioniert, ist Respekt - jedem das seine ohne dem anderen etwas aufzwingen oder als falsch abstempeln zu wollen. Was passiert, wenn man sich über Fragen bei denen es kein Richtig und Falsch gibt zu engstirnig miteinander auseinandersetzt, haben all die Glaubenskriege unnötigerweise bewiesen.
Ich denke, so sollten wir es auch hier handhaben: wer nicht glaubt, dass es ein Qi im Tee gibt, möge bei künftigen Posts die entsprechenden Stellen bitte ignorieren, im Gegenzug muss auch niemand von seinem "falschen" Glauben abgebracht werden :) 

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@GoldenTurtle

Findest Du nicht, dass Du an das ganze Thema Qi etwas zu subjektiv heran gehst?

Ich finde deine Erklärungen interessant, und auch die Selbsterkenntnis, dass es bei Dir einfach zu viel war, und dir das nicht gut getan hat.

Aber so ist es doch im Endeffekt mit allen Genussmitteln. Ob Alkohol, Zucker oder dergleichen. Ein Überkonsum schadet auf Dauer eben.

Aber wenn man sich gelegentlich einen Tee gönnt, dessen Wirkung außerordentlich ist, ist dagegen doch nicht unbedingt etwas einzuwenden, oder?

Auch wolltest Du ja explizit durch den Genuss solcher wirkungsstarken Tees einen leistungssteigernden Effekt erzielen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe...?

Dies will, denke ich, der Großteil nicht unbedingt..  ;)

Deswegen ist ein etwas objektiverer Ansatz bei diesem Thema nicht verkehrt, denke ich. :)

bearbeitet von Anima_Templi

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Cha Qi ist wohl einer der un-objektivsten Sachverhalte schlechthin. Ich würde aber auch darauf hinweisen wollen, dass der Placebo-Effekt in beide Richtungen funktioniert: Wenn man einer Sache gegenüber sehr skeptisch eingestellt ist, bzw. überzeugt ist, dass nichts spürbares auftritt, dann erhöht das natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass man nichts spürt.

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Über die Jahre habe ich eine sehr hohe Anfälligkeit für Bestätigungsfehler und voreingenommene Meinungen, bei allen Hobbies die etwas mit Genuss zu tun haben, bemerkt. 
Das ist bei Wein, Whisky und Zigarren so, ich wüsste nicht warum es beim Tee anders sein sollte.

Dinge die ganz klar zu schmecken sind wenn man weiß was man gerade zu sich nimmt, sind plötzlich gar nicht mehr so deutlich wenn es sich um eine Blindverkostung handelt. Mir scheint, dass hier ein bestimmter Händler Tees mit besonders hohem Qi vertreibt. Es müsste doch sehr einfach sein, wenn ein Qi-Skeptiker einem Qi-Verfechter div. Tees zubereitet, unter denen sich welche mit angeblich hohem Qi und welche ohne Qi befinden. Das kann man ja gottlob bei Tee sehr einfach sogar als Doppelblindtest machen. Es gibt doch genug Teetreffen unter euch, besteht da kein Interesse an solchen Tests? Dabei lernt man ja nicht nur eine Menge über Tee, sondern viel mehr über sich selbst.

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Eine kleine Anekdote meinerseits zum Thema:

Im Büro trinke ich gelegentlich mal genussvoll einen Sheng, um des Nachmittags eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Meist für mich alleine, manchmal aber auch mit der ein oder anderen Kollegin aus unserem Mini-Team. Dank winzigem Gaiwan und Schälchen in fast schon homöopathischer Dosis, insbesondere wenn wir zu zweit trinken.

Neulich hatte ich dann eine in unserem Team neue Kollegin zu einer Runde Tee eingeladen. Geschmacklich hat ihr ihr erster mittelalter Sheng wohl ganz gut gefallen, aber das war es dann auch. Getreu dem Rat meiner Qigong- und Kampfkunstmeister bleibe ich, u. a. beim Thema Qi, im Umgang mit Persone, die damit nichts zu tun haben, gern weitestgehend "inkognito" und habe mich daher auch nicht auf dieser Ebene mit ihr unterhalten.

Als sie am nächsten Morgen dann in mein Büro kam und sagte, sie müsse sich mal mit mir unterhalten, habe ich schon schlimmes befürchtet und nicht erwartet, dass es um den Tee vom Vortrag gehen sollte. Um es kurz zu machen: Sie fragte mich dann, was das denn für ein komischer Tee gewesen sei. Sie habe die ganze Heimfahrt über im Auto einen so klaren Kopf und kribbelndes, befreites Gefühl in Händen, Armen und Oberkörper gehabt und sei darüber ganz erstaunt gewesen.

Das war dann also mein neuester Blindtest zum Thema Tee und Qi ;) Nicht die erste Erfahrung in dieser Richtung und bestimmt auch nicht die letzte...

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Ja @nemo, das ist mir auch schon öfter so gegangen mit Leuten, die nichts großes erwatet haben. Ich weiß noch, wie ein Familienmitglied von mir von einem handgemachten Dong Ding so verbrezelt war, dass er nur noch Blödsinn geredet hat :lol:. Das war wirklich herrlich.

Zwei Gedanken dazu: 1) Auf jeden Fall ist so etwas sehr unterschiedlich von Person zu Person. Solche Effekte treten keineswegs konsistent auf - manchmal passiert's, manchmal nicht.

2) Das Problem mit "Cha Qi" ist natürlich auch, dass die ganze chinesische Metaphysik (Lebensenergie etc etc) mit reinspielt. Das ist eine Sache, die sehr viel mehr zu Mißverständnissen animiert, als wenn man nur von psychologischen Wirkungen spricht.

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Ich glaube dass Du da zwei ganz zentrale Punkte ansprichst, @miig
. Insbesondere da wir mit dem menschlichen Körper kein objektives Messwerkzeug haben und es (nicht nur) beim Tee immer um eine situative Interaktion von Körper und aufgenommenem Qi geht, scheint mir das Verstehen und auch die Wahrnehmung dessen oft nicht so einfach zu sein. Umso mehr, wenn wir es mit einer vergleichsweise subtilen Wirkung zu tun haben, die einen nicht gleich umhaut, wie es vielleicht Glas Hartalk würde. Wobei es ja auch z. B. beim Alkohol unterschiedliche Wahrnehmungsschwellen bei und Auswirkungen auf Personen oder in unterschiedlichen Situationen gibt. Klar, hier können wir den Alkoholgehalt mit unseren objektiven Messgeräten wissenschaftlich feststellen, was beim Qi so natürlich nicht funktioniert.

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Ja. Und doch gibts ja schon beim Alk die lustigsten Dinger. Das kennen ja viele Leute, dass man als nüchterne Person mit lauter betrunkenen zusammen ist, und dann irgendwann genauso besoffen ist... obwohl man gar nichts getrunken hat! Auch als "Contact High" bekannt.

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Ja, unsere Psyche spielt uns eine Menge Tricks:

  • Probanden denen über angelegte Elektroden "Elektroschocks" zugefügt werden (obwohl in Wirklichkeit nicht ein Elektron durch den Körper geschickt wird) klagen über Schmerzen die sogar mit Messwerten belegbar sind.
  • 10-20% der Placebokontrollgruppen bei klinischen Tests klagen über die Nebenwirkungen (welche wieder messbar und daher real sind) über die sie zuvor informiert wurden.
  • Leute schlucken kleine Kügelchen und heilen damit tatsächlich etwas
  • Zufällig, von komplett Ahnungslosen, gesetzte Akupunkturnadeln erzielen die gleiche Wirkung wie vom Großmeister korrekt gesetzte Nadeln

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Eine gute Auflistung, @Lateralus
 als skeptische Erwiderung :D Kann man erstmal so stehen lassen.

Natürlich aber auch klar, dass z. B. eine ausschließliche Betrachtung der GERAC-Studien nicht den gesamten Forschungsstand  zu einem Themenfeld widerspiegeln kann ;)

Woran ich beim Lesen Deiner Stichpunkte als erstes denken musste: Bei all diesen spielen Erwartungen (Placebo / Nocebo) eine Rolle. Hab aber auf verschiedenen Feldern, z. B. die oben beschriebene Anekdote, konkrete Effekte bei mir oder anderen Menschen erlebt, bei denen keine Erwartungen "eingepflanzt" wurden, die diese hervorgerufen haben, und die ich gut mit dem Qi-Konzept erklärt bekomme und sonst nicht.

Was mir hierbei aber auch unbedingt wichtig ist klarzustellen: Nur weil ich Qi für mich als Erklärungskonzept nutze, bedeutet das nicht, dass ich Andere von dessen Existenz überzeugen will. U. a. weil ich selbst nur Amateur in dem Thema bin und z. B. die Frage, inwieweit Qi eine Substanz ist, auch für mich noch nicht zufriedenstellend geklärt habe.

bearbeitet von nemo
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Am 30.6.2019 um 17:44 schrieb nemo:

Neulich hatte ich dann eine in unserem Team neue Kollegin zu einer Runde Tee eingeladen. Geschmacklich hat ihr ihr erster mittelalter Sheng wohl ganz gut gefallen, aber das war es dann auch. Getreu dem Rat meiner Qigong- und Kampfkunstmeister bleibe ich, u. a. beim Thema Qi, im Umgang mit Persone, die damit nichts zu tun haben, gern weitestgehend "inkognito" und habe mich daher auch nicht auf dieser Ebene mit ihr unterhalten.

Als sie am nächsten Morgen dann in mein Büro kam und sagte, sie müsse sich mal mit mir unterhalten, habe ich schon schlimmes befürchtet und nicht erwartet, dass es um den Tee vom Vortrag gehen sollte. Um es kurz zu machen: Sie fragte mich dann, was das denn für ein komischer Tee gewesen sei. Sie habe die ganze Heimfahrt über im Auto einen so klaren Kopf und kribbelndes, befreites Gefühl in Händen, Armen und Oberkörper gehabt und sei darüber ganz erstaunt gewesen.

Aber, ich habe nachgedacht, vielleicht hat ihr es auch so gut getan, weil es ihr so gefallen hat mit dir gemeinsam Tee zu trinken.

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vor einer Stunde schrieb nemo:

Eine gute Auflistung, @Lateralus
 als skeptische Erwiderung :D Kann man erstmal so stehen lassen.

Natürlich aber auch klar, dass z. B. eine ausschließliche Betrachtung der GERAC-Studien nicht den gesamten Forschungsstand  zu einem Themenfeld widerspiegeln kann ;)

Woran ich beim Lesen Deiner Stichpunkte als erstes denken musste: Bei all diesen spielen Erwartungen (Placebo / Nocebo) eine Rolle. Hab aber auf verschiedenen Feldern, z. B. die oben beschriebene Anekdote, konkrete Effekte bei mir oder anderen Menschen erlebt, bei denen keine Erwartungen "eingepflanzt" wurden, die diese hervorgerufen haben, und die ich gut mit dem Qi-Konzept erklärt bekomme und sonst nicht.

Was mir hierbei aber auch unbedingt wichtig ist klarzustellen: Nur weil ich Qi für mich als Erklärungskonzept nutze, bedeutet das nicht, dass ich Andere von dessen Existenz überzeugen will. U. a. weil ich selbst nur Amateur in dem Thema bin und z. B. die Frage, inwieweit Qi eine Substanz ist, auch für mich noch nicht zufriedenstellend geklärt habe.

Ich praktiziere nun schon ein Weilchen Qigong (und in durchaus verwandter Art Gongfu Cha), so dass ich aus meiner persönlichen Erfahrung dem letzten Absatz hinzufügen möchte, dass Qi als körperlich-sensitive Erfahrung erst durch Ablegen von Erwartungshaltungen wahrnehmbar wird. Deswegen noch eine Anmerkung: es ist nicht gut, darüber zu sprechen und dabei Erwartungshaltungen zu wecken, die dann entweder durch psychische Konditionierungen eine Wirkung entfalten, die die Erwartung verifizieren (was allerdings nicht heisst, dass die Erwartung eine angemessene war). Oder umgekehrt - die Erwartungshaltungen sind nicht fruchtbar und sie gelten damit als falsifiziert. Unglücklicherweise das dahinterstehende Konzept - hier: Qi - auch. Das verschließt vor erwartungsfreien Wahrnehmungen und ist fast noch schädlicher (imSinne: schade, wenn einem so etwas entgeht) als die Selbsttäuschung.

Just my 2 cents ...

_()_

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Mag sein, @GoldenTurtle. Der grundsätzliche Skeptiker in mir, der sagt, "So etwas wie Qi ist nicht mit westlicher Wissenschaft nachweisbar, daher existiert es nicht und ist höchstens ein Erklärungskonzept aus Zeiten, in denen es keine besseren gab", geht aber ehrlich gesagt aktuell eher in die Richtung, die spürbaren Effekte, die ich jetzt dem Qi zuschreibe, "nur" als Summe des Zusammenspiels von Koffein, Katechinen, etc. zuzuordnen und es rein biochemisch zu erklären. Die Wirkung ausschließlich psychologisch zu begründen, so wie ich einige Deiner diesbezüglichen Posts auffasse, fühlt sich nicht wirklich richtig für mich an.

Getreu dem Motto, der wahre Skeptiker sollte auch seinen eigenen Zweifeln zweifelnd begegnen, und aufgrund von Erlebnissen in anderen Bereichen, halte ich trotz alledem an der Überzeugung fest, dass Qi, wenn auch keine real existierende "Substanz", so doch definitiv zumindest ein für mich auch in der heutigen Zeit noch erklärungsstarkes Konzept darstellt, dass auf wesentlich mehr Segmente des Lebens anwendbar ist als nur auf den Teegenuss.

Noch eine Rückfrage an Dich: Wenn Du schreibst, dass auch Herr Yu und Frau Chou den Begriff Qi in Bezug auf Tee zu vermeiden suchen, kannst Du etwas dazu sagen, worauf sie die unterschiedlichen Wirkungen der verschiedenen Tees zurückführen, die man zum Beispiel auf der Homepage des Shuitang lesen kann?

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Wenn Du das bei passender Gelegenheit machen würdest, wäre das natürlich sehr toll und interessant zu erfahren. Vielen Dank im voraus dafür :)

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