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Gong Fu Cha Videos auf YouTube


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Ein federloser Papagei (am Bauch), ständiges Gequatsche, ein Traum von einem Wasserkessel, Männer die der Hitze trotzen, Artistik pur und kein Gewese.


Zu den großen  Vergnügungen des Internet gehört der Blick über die Schulter anderer Menschen; man kann in die Töpfe der ganzen Welt schauen. Dünngehungerte Modells in Amerika,  dicke italienische Omas kochen, sieden, brutzeln, braten und taiwanesische Männer kochen Tee!


Der Teeweg ist groß und breit, man findet auf ihm viele verschiedene Steine. Einer davon ist:



>http://www.youtube.com/watch?v=AGP5bzGtoE4



Teevideos gibt es viele! Ätherische, engelhafte, zarte, vergeistigte Asiatinnen kredenzen, zelebrieren Gong Fu Cha. Der Arm biegt sich liliengleich, der Ärmel schwebt wie ein Hölderlingedicht. Die Regie der Clips sagt viel über das Frauenbild, sagt aber noch mehr über Chinoiserie und wie mit Träumen Geld gemacht wird.


Ganz anders dieses Video. Leben pur, Realität at its best, man spürt den Dampf der Kessel, die Hitze an den Fingern, die Hektik und den Trubel, ich verstehe kein Wort und gäbe was darum die aufgebrühten Tees zu probieren, allein es bleibt beim Schauen.


Vielleicht habt ihr ja auch Lieblingsteevideos? Ich würde sie gerne sehen.


P.S. Vielleicht kann mir einer der Sprache mächtigen erklären, was der Bursche sagt, wenn er mit dem Holzstab auf die Kannen zeigt und auf das zurückgehende Wasser in der Tülle hinweist.


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Das Video unterscheidet sich völlig von meinem Verständnis von Gongfucha!



Hintergrund: Japaner sind auf Taiwan und drehen diesen Film bei einem Teehändler. Der ist gut vorbereitet auf japanische Kunden und hat diese laminierten Infotafeln auf Japanisch parat.


Er spricht mit seinen Kunden Japanisch, wechselt aber zwischendrin manchmal auf Chinesisch - scheinbar spricht er dann mit Mitarbeitern.



Auf Japanisch erzählt er unter anderem, dass die Kannen sehr einfach zu benutzen seien. Man müsse beim ersten Aufguss auf die Tülle achten: wenn der Wasserspiegel sich erst nach außen wölbt und dann in der Kanne wieder nach unten zieht, ist der Tee fertig - dies dauere so ungefähr eine Minute. Die nächsten Aufgüsse werden sofort abgegossen.


(Tja, wie macht er das mit anderen Tees, die kürzer ziehen sollten? Kannen mit anderem Verhältnis von Volumen zu Tüllendurchmesser verwenden??)



So einfach die Kannen auch zu verwenden sind - die Pflege scheint ihn echt zu überfordern. Patina und Gebrauchsspuren sind ja schön, aber diese fleckig-speckigen Kannen versprechen mir keinen hohen Genuss. Da halte ich es lieber wie Dinostein und sehe mir die Videos von Frau von Beuningen an ... oder die Videos von Stéphane, da kommt eine künstlerische aber nicht gekünstelte Stimmung rüber.



Und wenn ich mir den armen Papagei ansehe, sträubt sich mir das Bauchfell. Das sieht doch enorm nach stressbedingtem Verhalten aus, wo sich einsame Papageien (sind Schwarmtiere!) die Federn ausreißen.


Jener Händler würde keinen Cent an mir verdienen.

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vielleicht habt ihr ja auch Lieblingsteevideos? Ich würde sie gerne sehen.

es gibt einige interessante videos. 

wenn ich die beiden hier sehe, muss ich immer ein wenig schmunzeln, allerdings find ich es auf der anderen seite auch wieder klasse, dass die zwei sich so intensiv mit (jap.) tee beschäftigen:

>https://www.youtube.com/watch?v=dtUxCqUSddA

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@Key



Den unverkrampften Umgang der beiden mit "iced matcha" finde ich sympathisch; das Recht der Jugend auf Veränderung der Tradition und sie scheinen Spaß daran zu haben!



@gero



Danke für Deine Übersetzungen. Mein Verständniss von Gongfucha ist das auch nicht.


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  • 1 month later...
  • 6 months later...

in diesem Thread bin ich ja auch mit dem Video aus dem Eingangsposting angekommen und habe es als mein derzeitiges Lieblingsvideo bezeichnet

danke @Paul für den Verweis zu diesem Thread.

und danke nachträglich @geroha für die Informationen aus der Übersetzung.

ich finde es superspannend, dass Dinostein direkt mit den Videos von Frau von Beuningen folgt auf die geroha sich dann auch bezieht.

Das Video unterscheidet sich völlig von meinem Verständnis von Gongfucha!

[...}


 Da halte ich es lieber wie Dinostein und sehe mir die Videos von Frau von Beuningen an ... oder die Videos von Stéphane, da kommt eine künstlerische aber nicht gekünstelte Stimmung rüber.

Und wenn ich mir den armen Papagei ansehe, sträubt sich mir das Bauchfell. Das sieht doch enorm nach stressbedingtem Verhalten aus, wo sich einsame Papageien (sind Schwarmtiere!) die Federn ausreißen.

Jener Händler würde keinen Cent an mir verdienen.

Mal wirklich abgesehen von dem Papagei, der mir auch sehr unangenehm aufgefallen ist ... gibt es da noch zwei dinge die ich gerne anhand des Videos etwas weiter mit euch diskutieren würde.

Als für mich macht das Video nur im Zusammenhang mit z.b. denen von Frau von Beuningen Sinn.

(Die von Stéphane kenne ich nicht, bzw habe sie grade nicht vorm Auge, deswegen jetzt das beispiel anhand von Frau von B.s videos. mag eine_r eins von

Stéphane verlinken?)

Was mir an dem Video gefällt, ist dass in der alltäglichen Routine, Präzison und Geschwindigkeit, auch eine gewisse Konzentration drin steckt und 'Essenz' deutlich wird, eine gut zubereitete tasse Tee. Da kann man jetzt diskutieren, wo da die Grenzen sind, ob nun wegen der 'Patina/Dreck' der Kännchen, der doch nicht so präzisen Behandlung bzw Vereinheitlichung der Ziehzeiten. und sicher noch einiges mehr.

Selbstverständlich funktioniert diese Konzentration oder 'Essenz' auch - und sicher auch besser - durch das Zeremonielle, die Verlangsamung und Reduktion bei der 'Kunst des Tees'.

aber ich mag nochmal ein anti-video posten, um zu verdeutlichen warum mir das pragmatische grade so gut gefällt:

>http://www.youtube.com/watch?v=jAI3r6OkLko

dazu zitiere ich auch nocheinmal Paul:


Teevideos gibt es viele! Ätherische, engelhafte, zarte, vergeistigte Asiatinnen kredenzen, zelebrieren Gong Fu Cha. Der Arm biegt sich liliengleich, der Ärmel schwebt wie ein Hölderlingedicht. Die Regie der Clips sagt viel über das Frauenbild, sagt aber noch mehr über Chinoiserie und wie mit Träumen Geld gemacht wird.

diese Zeremonie wimmelt nur so von Manieriertheiten und mir scheint dass in der pragmatischen schnellen Routine dann doch eine bessere... 'meisterhaftere' Tasse Tee bei rauskommt, bzw mehr 'Essenz' deutlich wird, wobei mir aber auch klar ist, dass ich das darin sehe, weil ich 'die Kunst des Tee's auch bereits gesehen habe. Deswegen auch, dass die für mich zusammen Sinn ergeben und dass ich es so passend finde, dass die hier auch im direkten Zusammenhang aufgetaucht sind.

Zum anderen fragte ich mich grade wo denn Patina aufhört und Dreck anfängt, bzw. welche art von Patina und Pflege denn so für Ton-Kännchen aber überhaupt Teegeschirr dazu gehört. Aber dass scheint in einen eignenen oder anderen Thread zu gehören.

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Zum anderen fragte ich mich grade wo denn Patina aufhört und Dreck anfängt, bzw. welche art von Patina und Pflege denn so für Ton-Kännchen aber überhaupt Teegeschirr dazu gehört. Aber dass scheint in einen eignenen oder anderen Thread zu gehören.

Die Idee mit einem eigenem Thread zum Thema "Patina" finde ich gut, denn die Frage ist angebracht und vor allem wert, erörtert zu werden.

 

Als ich mich vor Jahrzehnten erstmals mit Tee befasst habe, konnte ich überall lesen, dass man seine Teekannen nur mit klarem Wasser ausspülen sollte, keinesfalls Spülmittel verwenden, und eben abwarten sollte, bis sich eine Patina gebildet hat, weil die geschmacksfördernd sei.

 

Heute lese ich hier im Forum fast nur noch, dass das "Schweinkram" sei und man sein Teegeschirr möglichst sauber und rein halten sollte; selbst Spülmaschinen (früher ein "no-go") werden heute empfohlen, um das Geschirr möglichst sauber zu kriegen. Attacken auf eine sich vielleicht bildende Patina mit Backpulver und Zitronensäure sowie Corega Tabs werden geritten.

 

Ja, was stimmt denn nun???

 

P.S.

Ich spreche hier wohlgemerkt nur von Porzellan! Tongeschirr ist da wohl eine ganz andere Baustelle, mit der ich jetzt erst aktuell anfange, Erfahrungen zu sammeln  ;)

Edited by TeeStövchen
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Sauberkeit: ".... ein weites Feld" wie der alte Fontane meinte.


Tee und extreme Sauberkeit gehen für mich gut zusammen - siehe japanische Regeln, aber an sollte das nicht so bierernst nehmen.


Viel interessanter ist: "Tongeschirr ist da wohl eine ganz andere Baustelle, mit der ich jetzt erst aktuell anfange, Erfahrungen zu sammeln"


Du hast in Yixing investiert?

Bilder! Bilder!

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Es gibt viele möglichkeiten um Tee zu bereiten. Jede Zubereitung hat so seinen eigenen Reiz, denke ich mal.



Die meisten Menschen, die ich in Wuyishan betrachten konnte, benutzten 'Tasse und Deckel' (gibt es dafür einen Namen?)(sehe erstes Video) um ihren Gong Fu Cha zu bereiten, und viel seltener einen Gaiwan, obwohl einen Gaiwan viel einfacher ist in der handhabung (es ist weniger heiß an die Finger). Vor Allem bei der ersten Aufguß, aber auch später, bildet sich Schaum, der jedesmal entfernt wird. Sorgfälltig entfernt und das geht am Besten (weil es auch zu sehen ist) mit einem 'Tasse und Deckel'', obwohl man ungeübt sich die Finger verbrennt. So viel wie möglich wird Staub und Schmutz entfernt. Man bedenke, die Blätter liegen auf dem Boden oder sonst wo.



Wie auf das Video zu sehen ist, werden die Tassen mit heißem Wasser vorgeheitzt - das macht man normalerweise in Wuyishan nicht, aber es ist je eine Vorführung. Zum heitzen der Tassen wird immer der erste Aufguß benutzt. Nach jeder Aufguß wird an der Deckel gerochen, damit man in der Nase einen Eindruck bekommt -nicht jeder der den Tee bereitet macht es, aber im ganzen genommen die Meisten. Auch wird der Deckel an die Gäste angeboten um zu schnuppern. Bei einer Zeremonie, zumindest in Wuyishan, kommt der Tee an 2ter Stelle. Leider. Man benutzt immer einen Sieb die genau in eine andere Tonkanne paßt, die in dieser Video nicht vorhanden ist. Trotzdem, man kann gut erkennen wie der 'Tasse und Deckel' benutzt wird.



>http://www.youtube.com/watch?v=H_7JLC-EoAg



Hier mal mit Gaiwan. Ab 0,50 sieht man, wie der Schaum entfernt wird. Den Gaiwan zum überstromen füllen, der Deckel so schief wie möglich drauf setzen. Man kann gut erkennen, wie der Schaum über den Gaiwan läuft.



>http://www.youtube.com/watch?v=bVhtKrd3phQ



Und hier benutzt die Dame einen Sieb. Hier wird der Schaum sehr professionel entfernt. Die Dame kann was und hat es sehr, sehr oft gemacht. Leider steht der Kessel im Vordergrund. Aber was soll's, es gibt genügend zu erkennen. Auch ohne Chinesisch zu können versteht man. Wunderschön, wie sie das macht. Aller Achtung.



>http://www.youtube.com/watch?v=NP1zkk_cpNE



Wenn wir zu Hause Gong Fu Cha machen, dann mit 'Tasse und Deckel' und Sieb. Obwohl ich 2 wunderschöne, schlichte Gaiwans mein eigen nennen darf.


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Als für mich macht das Video nur im Zusammenhang mit z.b. denen von Frau von Beuningen Sinn.

(Die von Stéphane kenne ich nicht, bzw habe sie grade nicht vorm Auge, deswegen jetzt das beispiel anhand von Frau von B.s videos. mag eine_r eins von

Stéphane verlinken?)

 Ich wurde gerufen.

Da habe ich z.B. dieses Video von Stéphane im Angebot:

>http://www.youtube.com/watch?v=LHP2MOopkNc

Was mir bei seinen Chaxi (auf japanisch "chaseki" - kann man mit "Teesitzung" grob umschreiben, vermutlich ist die Bedeutung auf chinesisch nicht weit entfernt) immer gut gefällt, ist dass er den Tee ehrt. Er baut sein Setup passend zum Tee und der Situation auf - bereitet also die Bühne für den Star (=den Tee), damit der Star strahlen kann. Seine Bewegungen sind überlegt und manchmal auf den ersten Blick etwas unnatürlich - so gab es ein chaxi, wo er bewusst das Vorwärmwasser aus den Teeschälchen mit beiden Händen ausgegossen hat. Aber immer sind die Bewegungen dafür da, dass man das Optimum aus dem Tee rausholt. Also nicht eine Show für die Zuschauer oder das Ego - sondern mit Geist und Körper ganz beim Tee sein.

Das Video von der Tea Expo 2011 ist in meinen Augen so ein aufgesetztes Tee-Balett, wo zwar vieles grazil ist - für mich aber die Konzentration auf den Tee fehlt. Im Papageien-Video läuft im Hintergrund die ganze Zeit ein Verkaufsgespäch - klar, der Papageienhalter lebt ja nicht davon, das japanische Fernsehen zu belustigen, sondern preist seinen Tee an und stellt seine Teemeisterschaft ur Schau. Beides sind Videos, wo der Tee zur Requisite in einer Darbietung wird.

Das wird sicherlich auch seine Berechtigung haben, geht aber deutlich an dem vorbei, warum ich Gongfucha mache: Liebe zum Tee.

P.S: eben ist mir aufgefallen, dass meine Taste "Z" wohl spinnt und einige "z"s fehlten. Falls ich mangelnde "z"s beim Korrekturlesen übersehen haben sollte, hier noch ein paar in Reserve zum Einfügen nach Bedarf: ZZZzzz

Edited by geroha
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