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Ich bin derzeit auf der Suche nach einer praktikablen Lösung, um Gong Fu Cha mit Oolongs oder (sheng) Pu Erhs zu machen. Diese Tees kann man ja an die zehn Mal oder teilweise noch öfter mit (beinahe) kochendem Wasser aufbrühen.



Auf die Dauer nervt es mich einfach für jeden Aufguss den Wasserkocher anzuschmeißen und das Wasser wieder zum sieden zu bringen. Wie lösen die anderen hier im Forum dieses Problem?



Meine Überlegung ist nun in Richtung eines Tetsubin gegangen, den man mit kochendem Wasser gut vorwärmt und dann auf einem Stövchen zur Warmwasseraufbewahrung benutzt.



Ich bin mir nur unsicher, ob das Wasser darin lange genug richtig heiß bleibt. Habrt Ihr Erfahrungswerte diesbezüglich? Ich befürchte so ein bisschen, dass die Temperatur zu schnell auf 80 °C oder weniger runtergeht. Das wäre dann zwar für grünen Tee noch geeignet, aber für Oolong oder Pu Erh schon wieder zu wenig.



Ich bin für jegliche Tipps und Ideen dankbar!


bearbeitet von Stefan85

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Wenn ich allein oder zu zweit gongfucha mache dann mit thermoskanne, wasser bleibt für ca 30mins über ausreichend heiß und danach muss eh wieder eine neue ladung aufgekocht werden.


Mit (chin.) gästen ist der wasserkocher eh im dauerbetrieb  :)


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ich koch das heisse wasser kurz neu auf, bzw. koch es fast auf.



du kannst einen tetsubin auch auf kleinster stufe auf dem herd warm halten, mit stövchen am sitzplatz ist es aber natürlich gemütlicher.


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Gero hat ein Stövchen, in dem drei Teelichter Platz finden. Die schaffen wohl auch eine höhere Temperatur. Ansonsten ist eine Thermoskanne eine gute Alternative, wie schon Chris und Klaus sagten. Ich koche das Wasser aber auch lieber neu auf.


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Wie luke schon erwähnt hat, verwende ich eine nicht ganz originale (nämlich innen emaillierte) Tetsubin auf einem Stövchen, das ich mit drei Teelichtern befeuere. Der erste Schritt ist für mich dann immer, die Tetsubin erstmal gut vorzuwärmen (mit kochendem Wasser gefüllt auf das Stövchen), während ich das andere Geschirr etc. auswähle. Dann nehme ich das Wasser der Tetsubin zum Vorwärmen des Geschirrs / kippe den Rest weg und fülle erneut mit frisch gekochtem Wasser. So vorbereitet und geheizt steigen permanent kleine Bläschen vom Boden der Tetsubin auf - ich würde mal auf ca. 90°C tippen.



Meine Tetsubin fasst 0,6l Wasser - bei meinem 100ml Gaiwan muss ich also nach ca. 6 Aufgüssen wieder neues Wasser kochen - dafür habe ich einen elektrischen Wasserkocher in Reichweite. Aber mich nervt das Geräusch, daher ist es mir insgesamt von der Stimmung (Optik und Klang) lieber, nicht für jeden Aufguss den Wasserkocher zu nehmen.



Wenn ich nicht in meinem Teerefugium sitze, sondern mal im Wohnzimmer am Couchtisch beim Surfen oder Fernsehen  Halb-fu-cha mache (echtes Gongfu ist das nicht!), habe ich eine 2l Thermoskanne. Die hat auch nach 1 Stunde noch 90°C!



Aber mit der Tetsubin kann ich präziser gießen. Lange Jahre habe ich das für esoterischen Mumpitz gehalten - aber inzwischen habe ich erlebt, dass die Art des Aufgießens (hoch/niedrig - langsam/schnell) einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis hat. Also kann ich sowohl vom Ambiente als auch dem Tee in der Tasse nur zur Tetsubin raten!


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Bei mir brodelt, je nach gebrauchter Temperatur, vor jedem Aufguss der Wasserkocher mal laut und mal leiser! Ich bereite meinen Tee bis jetzt grundsätzlich nur in der Küche zu. Mangels Teetisch und anderem Zubehör, ist das der geeignetste Raum. Das mit der Thermoskanne werde ich mir allerdings mal durch den Kopf gehen lassen! Wenn die Dinger so gut die Temperatur halten, ist das was interessantes!


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Ein Samowar wirkt natürlich schön gemütlich für die kalten Tage.

Aber dieses Jahr soll das Weihnachtswetter ja recht warm ausfallen, daher werfe ich noch diesen Vorschlag in die Runde:


post-116-0-24894500-1356268238_thumb.jpg

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ist meiner meinung nach werbung, worüber der forenbetreiber nen teil seiner unkosten reinholt, und später vielleicht auch etwas geld damit verdient.


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Vielen Dank für die vielen nützlichen Hinweise. Ich werds wohl erstmal mit einer Thermoskanne probieren und wenn das nicht klappt doch noch mit einem Tetsubin.



@Gero Welchen Tetsubin verwendest Du?


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Thermoskanne ist sicher die einfachste Methode, aber nicht so stylisch wie eine Tetsubin. Ich würde vermuten, dass die Art der Tetsubin weniger wichtig ist als das Stövchen. Du brauchst eines, in dem drei Teelichter Platz finden.


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@ all: Frohe Weihnachten!



@Stefan: auch Dir Frohe Weihnachten und eine Antwort auf



@Gero Welchen Tetsubin verwendest Du?




Ist eine 0,6 (oder 0,55l) Senbiki in Schwarz, die von Iwachû hergestellt ist und von Ginza (belgisches Unternehmen - sehr gutes japanisches Teezubehör!) nach Europa importiert wurde. In vielen unserer Läden gibt es inzwischen außer Ginza auch ähnliche Designs von Maoci - günstiger wegen 'Made in China'.


Meine Senbiki habe ich '96 oder '97 von meiner (inzwischen) Frau zu Weihnachten bekommen. Früher habe ich die (=also die Kanne, nicht meine Frau) wirklich für Grüntee verwendet, inzwischen aber nur noch für heißes Wasser.



Die Form ist nicht ganz unwichtig! Je kugeliger die Form, desto weniger Oberfläche (=Abkühlung) hat die Kanne im Verältnis zum Volumen. Dann ist es auch noch wichtig, wie präzise man gießen kann. Dafür ist eine genau gearbeitete Tülle wichtig und das Gewicht. Wenn eine 1,5l-Kanne voll ist, hat man geschätzt 2,5 - 3kg zu bewegen. Dann noch für empfindliche Tees in sanftem Strahl das Wasser vorsichtig über den Rand des Gaiwan laufen zu lassen, traue ich mir nicht zu.



Meine Empfehlung: Arare oder Senbiki von 0,5 - 0,8l.


Was die Beheizung angeht, hat luke schon das Entscheidende geschrieben.


Oder man ist ein verdammt cooler Freak und heizt mit so einem Teil (Holzkohlenglut):


http://rd.yahoo.co.jp/blog/gallery/image/main/*http://blogs.yahoo.co.jp/omk72000/GALLERY/show_image_v2.html?id=http%3A%2F%2Fimg5.blogs.yahoo.co.jp%2Fybi%2F1%2F0f%2F4c%2Fomk72000%2Ffolder%2F1790995%2Fimg_1790995_63280494_5%3F1329311987&i=1


(leider erlaubt mir der Editor nicht, das Bild hier einzubetten).


bearbeitet von geroha

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Link funktioniert leider nicht. Meinst Du eine Nilu? Darauf hätte ich ja irgendwann mal Lust. Ich habe eine typische Arare, die eine kugelige Form hat. Aber die ist leider ein bisschen größer, gießt aber vernünftig.


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Ich mein einen Binkake, aber davon gibt es kaum vernünftige Bilder (höchstens die strombetriebenen Geräte).


Nilu wäre auch nett, aber nicht so passend für eine tetsubin. Dann vielleicht besser gleich ein Set mit Chaozhu Kessel und Nilu wie hier angeboten.


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Eines Tages, eines Tages.... So eine binkake ist doch quasi ein Kohlebecken, in dem man dann den Wasserkessel über Kohlen aufstellen kann, oder? Jedenfalls habe ich solche über die Bildersuche gefunden.


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Ich will euch mal kurz auf den aktuellsten Stand bringen. Ich habe mir vor kurzem eine Isolierkanne von Alfi (mit 1 l Volumen) gekauft, mit deren Isolierleistung ich sehr zufrieden bin. Das Wasser bleibt für alle Aufgüsse sehr heiß, so dass ich mit dem Mini-Gaiwan von Stéphane theoretisch mehr als 15 Aufgüsse machen kann.



Eigentlich bräuchte ich also gar keinen Tetsubin mehr, mal schauen ob ich wirklich widerstehen kann... ;)  


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Das klingt gut. Aber eine Tetsubin nur zum Warmhalten zu benutzten wuerde ihr doch eine der groessten Staerken berauben. Naemlich, dass darin gekochtes Wasser milder werden soll. Aesthetische Aspekte mal ganz aussen vor gelassen.  


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Die meisten Tetsubin in Deutschland sind entweder innen emailliert, haben dadurch also keinen Effekt aufs Wasser, oder sie sind aus bescheidener Qualität wie die meinige (Rossmann, 12 Euro) :D Da erwartet man auch keinen Effekt aufs Wasser. Eher im Gegenteil ;)


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Ich bin mal mit nem Thermometer rangegangen und habe festgestellt, dass man mit drei Teelichter das Wasser in einer Tetsubin auf etwa 80° halten kann. Ist also nicht wirklich effektiv für kochendes Wasser. Am bequemsten sind Elektrogeräte, die eine Mischung aus Wasserkocher und Thermoskanne darstellen, wie es sie häufig in Japan gibt. Mit aktueller Temperaturanzeige ist das quasi das perfekter Wasserwerkzeug.



Wenn es Stil haben muss, geht natürlich nichts über eine Tetsubin mit Kohlen ;)


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Jetzt habe ich selber mal mit einem Thermometer überprüft, wie heiß das Wasser bei in meiner Tetsubin bleibt:


Zuerst gemessen zwischen Spülgang und erstem Trinkaufguss: 92°C


Gemessen bevor ich den letzten Aufguss mit der Tetsubin Füllung machen konnte: 87°C


Die zweite Messung war ca. 1 Stunde nach der ersten. Wenn ich langsamer trinken würde, wäre mir das Wasser vermutlich nicht heiß genug, aber so bin ich zufrieden.



Es liegt ganz viel am Vorheizen: wenn ich für Grüntee das Wasser schnell abkühlen will, gieße ich es in eine nicht vorgewärmte Tetsubin - das Eisen entzieht durch seine Leitfähigkeit enorm schnell dem Wasser seine Temperatur.


Aber wenn ich die Kanne mit kochendem Wasser fülle und auf das 3Kerzen-Stövchen stelle, während ich den Tisch decke und die richtige Menge Tee vom Puer-Bing löse, dann ist die Kanne so gut vorgeheizt, dass später die Wassertemperatur in der Tetsubin für mich völlig okay ist.



Während die Tetsubin so vorwärmt, koche ich neues Wasser (elektrisch). Mit dem Vorwärmwasser aus der Tetsubin wärme ich dann noch das Geschirr vor und schütte den Rest weg, sobald das neue Wasser kocht. Das neue Wasser bleibt dann in der Kanne so heiß wie oben beschrieben. (hängt natürlich auch vom Verhältnis Oberfläche zu Volumen sowie der Masse der Eisenkanne ab)

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    • Von chenshi-chinatee
      Hallo zusammen, 
      Vor Weihnachten wollte ich Frau Chen eine Eisenkanne zum Wasser Kochen schenken und war bei einer Tetsubin hängen geblieben. Leider ist es für unsere Zwecke schlicht zu klein mit 0,65 L.
      Haben einmal Wasser gekocht, und meine Sohnemann hat das Sieb malträtiert. Der Originalverkäufer wollte mir daher nur noch 50% einräumen als ich vom Widerruf Gebrauch machen wollte. Da hab ich die Kanne dann doch lieber behalten, denn dafür war Sie mir dann doch zu schade. Hier gekauft mit Rechnung https://oryoki.de/gusseisen/teekanne-gusseisen/teekanne-wasserkessel-kombi-modell-nami-aomi-iwachu-0-65-l-mit-untersetzer 
      Anbei Fotos von Zustand, Promo pics im Link. 
      Höre gerne eure Gebote, unter 60 € wird es jedoch nichts. Fragen gerne via Mail, PM, etc...
      Privatverkauf, Gebrauchte Ware! 








       
    • Von vonmanteuffel
      Hallo zusammen, ich benötige Ihre/ Eure Unterstützung. Vor einiger Weile habe ich einen Tetsubin geschenkt bekommen, der sich von meinem anderen, einem (Kunzan-)Kessel, Tetsubin unterscheidet. Er hat eine Beschichtung in der Innenseite, die ich nicht zuordnen kann, sich mit der Zeit der Anwendung zunehmend löst und Rost (nicht vollkommen) hemmt. Die Beschichtung scheint mir keine Emaille zu sein. Der Kessel wurde in Düsseldorf erworben und lag preislich wohl im realistischen Tetsubin-Einsteigerbereich.
      Hat jemand von Euch/ Ihnen eine Idee, was es sein könnte. Vielleicht kann jemand den Tetsubin sogar zuordnen. Ist es überhaupt ein echter zur Zubereitung von Wasser?
      Bilder des Kessels, der Verpackung (jap.) und der Gebrauchsanweisung (jap.) hänge ich an.
      Vielen Dank!
       






    • Von doumer
      Wie vor einer Weile angekündigt hier nun die Vorstellung meines Experminets (zugegebenermaßen mit einer sehr reißerischen Überschrift): Eine Art Pseudo-Furo, das elektrisch betrieben werden kann (Holzkohl ein einer Mietwohnung mit Rauchmelder ist eher suboptimal) und bei dem der Kessel nicht direkt auf der Hitzequelle steht - man könnte auch sagen ein schweres Verhüterli für eine Kochplatte, aber das klingt nicht so gut. Für die Ungeduldigen hier schon mal ein Bild, für den geneigten Leser erläutere ich im Folgenden die Hintergründe zu diesem - zugegebenermaßen schon recht nerdigen - Experiment.

      Angeregt durch den Hinweis von Petr Novak, den Ton-Kessel nicht direkt auf eine Kochplatte zu stellen  und bereits dieser nur wenige Millimeter erhöhte Flame-Diffuser Abhilfe schafft, hatte ich mir überlegt, dass genau das evtl. auch bei Tetsubins das Problem sein könnte, was die Urushi-Pfropfen zu schnell verschleißen lässt, da diese ja in direkten Kontakt mit der Kochplatte kommen. Das kann man auch bei der Glaskochplatte die ich bisher genutzt habe deutlich erkennen:

      Allerdings war der Flame-Diffuser aus Draht nicht stark genug, um auch das Gewicht eines Tetsubins tragen zu können (selbst das eines so kleinen wie dem von TakashiNori) - daher habe ich mich nach alternativen Möglichkeiten umgesehen. Die dafür gedachten Dinge sehen allerdings alle schrecklich billig aus und erschienen mir auch von eher zweifelhafter Stabilität, weshalb ich zu einer Topfhalterung für einen Gasherd aus Gusseisen gegriffen habe und sie für mein Ziel zweckentfremdet: 


      Der Abstand ist wie man sieht etwas mehr als bei dem Drahtgitter-Diffuser aber auf der Glasplatte hat es tatsächlich nur einen geringen Unterschied in der Dauer zum Erhitzen des Wassers gemacht. Allerdings ist das Gusseisen-Teil auf der Glasplatte eine eher rutschige Angelegenheit, was mich dazu führte, erneut über das Thema Hitze-quelle nachzudenken, denn ALLE Glaskochplatten haben einen Nachteil: sie haben einen Lüfter, der je nach Modell mehr oder weniger stark lärmt - Lärm passt vielleicht zum Biertrinken aber nicht zum Teetrinken. In meinem Fall lässt sich das zwar relativ leicht kompensieren, da ich, wenn ich diese Kopchplatte nutze, nebenbei ohnehin meist Musik (mit ordentlichen Kopfhörern) höre - am Wochenende nutze ich für eine ausgedehnte Session i.d.R. mein Kerzen-betriebenes Stövchen - aber manchmal ergibt sich doch eine Gelegenheit (wie z.B. jetzt im Sommer, wenn es einfach zu warm ist, stundenlang in der prallen Sonne zu sitzen) wo es schade ist, dass man (sofern die Nachbarn nicht lärmen) die Stille nicht genießen kann, denn Stille ist in der heutigen Welt leider ein sehr seltenes und für mich kostbares Gut. Die klassischen Gusseisen-Kochplatten sehen aber allesamt so grausig aus, dass mir alleine beim Gedanken daran, solch ein Ungetüm auf dem Teetisch stehen zu haben, die Lust aufs Teetrinken vergeht
      Da es offensichtlich keine Lösung für mein "Problem" gab, musste ich die Sache also selbst in die Hand nehmen und hab mir eine ordentliche Kochplatte (Rommelsbacher AK 1599E) gekauft und nach einigem Ausmessen und herumrechnen aus fast 7kg Ton ein Gehäuse für diese gebaut, das zum einen den praktischen Nutzen der Platte bewahrt, zum anderen deren ästhetische Unzulänglichkeit verbirgt und dazu noch eine Möglichkeit bietet, den gusseisernen Abstandshalter optimal einzusetzen:

      Nachdem etwas Zeit ins Land ging, bis das Gehäuse und eine Unterlags-Platte getrocknet, gebrannt und nochmals zwecks Glasur gebrannt wurden, ist das das Ergebnis:



      Die Grund-Glasur habe ich dabei so gewählt, dass Sie in zusammenspiel mit der Farbe des Tons hoffentlich einigermaßen zu den rot-braunen Tönen meines "Tea-Stones" von Mirka Randova passt - die Sprenkel mit den Ausblühungen waren ein Experiment von dem ich keine Ahnung hatte, wie es ausgeht aber ich bin eigentlich gant zufrieden. Lediglich der Grüne Fleck war nicht geplant - da hat eine andere Skulptur, die beim Glasurbrand mit dabei war getropft, find ich aber nicht schlimm.
      Leider hat sich dabei herausgestellt, dass der Ton mehr geschrumpft ist als ich berechnet hatte und zum anderen sich die Form (wie man auch bei dem Bild im noch nicht gebrannten Zustand erkennen kann) etwas verzogen hatte - sprich, die Platte passt nicht mehr ins Gehäuse
      Also verging nochmals etwas Zeit bis ich zusammen mit meinem Vater (und vor allem dank seiner Expertise) das Gehäuse soweit innen abgeschliffen und in Form gebracht habe, dass auch die Platte wieder rein passt - und ich endlich mein Pseudo-Furo einsatzbereit habe




      Nach den ersten Tests bin ich bisher auch mit der Funktion mehr als zufrieden - das Wasser braucht zwar länger als bei der Glaskochplatte um auf Temperatur zu kommen - vermutlich weil die Gusseisenplatte weniger zielgerichtet die Hitze abgibt - und ich muss mich etwas umgewöhnen, da die Gusseisenplatte natürlich nicht sofort wieder abkühlt wie die Glasplatte, aber dafür herrscht herrliche Stille (nur ab und an ein leises Klicken von der Automatik-Funktion dre Platte, da sie sich immer wieder ein- und ausschaltet, um die gewählte Temperatur zu halten). Ich hatte vor dem ersten Einsatz etwas bedenken, dass das Gehäuse evtl. springen könnte, wenn es um die Platte herum heiß wird, sonst aber nicht - allerdings kommt mir hier evtl. etwas zu Gute, was ich vorher nicht bedacht hatte: abgesehen davon, dass die Gusseisenplatte die Temperatur weniger zielgerichtet abgibt wird auch die gebürstete Stahloberfläche der Platte ziemlich heiß - was natürlich an das Ton-Gehäuse abgegeben wird, wodurch sich zwar das komplette Gehäuse erhitzt, aber dafür vermutlich gleichmäßiger, wie wenn das nicht der Fall wäre. Genaueres wird allerdings vermutlich erst der Winter zeigen, wenn die Luft kälter ist - ich hoffe aber auf das Beste!
      Zurück zu den einleitenden Worten: Mein Pseudo-Furo ist jedoch nur Mittel zum Zweck - das eigentliche Experiment ist, ob die indirekte Erhitzung des Tetsubins, was zumindest meinem Verständnis nach eher dem ursprünglichen Erhitzen über Holzkohle entspricht (da man den Tetsubin ja auch nicht direkt auf die Glut stellt) langfristig tatsächlich einen Unterschied macht oder nicht. In den Jahren, in denen dieser Testsubin inzwischen bei mir im Einsatz ist haben sich die Urushi-Pfropfen auch ganz klar als die Stellen herauskristallisiert, die sich am stärksten verändern - ob die Geschwindigkeit, mit der sie sich verändern nach der Umstellung abnimmt, kann ich jedoch erst in einigen Jahren sagen - und selbst dann ist es nur ein subjektiver Eindruck, da ich keine zwei identischen Tetsubins habe, um eine Kontrollgruppe vorweisen zu können. Aber hey: besser als nichts
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