Joaquin

Das Teewochenende mit Tee-Verkostung, Gong Fu Cha, Alkohol und vieles mehr

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Einführung

Eine Teeverköstigung der besonderen Art stand unserer kleinen Tee-Gruppe nach dem Besuch bei Teegschwendner an. Dazu bot uns dankenswerterweise geroha seine Gastfreundschaft und einigen sogar sein Domizil zur Übernachtung an.

Als wir uns alle vor gerohas Heim eingefunden hatten fand eine kurze Besprechung statt, bei der auch über die Gefahren im Haus gewarnt wurde. Gleich mehrere Raubkatzen nennen dies ihr Revier und so wurden wir davor gewarnt, dass wenigstens eine dieser Raubtiere über ein launisches Wesen verfügte. Zu sehen bekam ich über das Wochenende nur zwei der Gattung Felis silvestris catus, welche wohl eher darüber erstaunt waren, warum nun mehrere dieser zweibeinigen Dosenöffner da herumliefen und trotzdem nicht mehr Essen im Napf war :D

 

Die Feuertaufe und viel Zeugs

Anschließend räumten gleich mehrere der Beteiligten zahlreiches Zeug aus ihren Fahrzeugen. Ich meine nun nicht einfach mal das Gepäck für jene, welche nicht im Hotel übernachteten, sondern für denen geroha ein Dach über den Kopf spendiert hatte. Nein, ich staunte nicht schlecht als ich sah, dass hier außer mir neben den Teeproben, offensichtlich fast alle ihren eigenen Teetisch, Teekannen, Teetassen, Wasserfilter usw. mitgebracht hatten :o

Nicht dass ich nun hier als reiner Parasit angereist war, denn auch ich hatte ja ein paar Dinge mitgebracht, aber dazu später mehr. Angesichts dieser alten Teehasen und Teeprofis, lief meine Anwesenheit wohl eher unter ferner liefen und wurde mehr oder weniger nur der Höflichkeit halber, wegen meines Status als Leiter dieses Forums geduldet. Da ich angesichts des zu erwartenden Fachwissens und Kenner der Materie kaum eine Chance hatte, mit wertvollen und guten Tees zu trumpfen, hatte ich in Absprache der Teilnehmer eine Bredemeijer Teekanne zum Testen mitgebracht und ohne es den Teilnehmern zu sagen, auch ein paar Tees und Aufgussgetränke, die nicht in Konkurrenz zu den hochwertigen Tees, der erfahrenen Teilnehmer standen, aber evtl. dann doch für ein wenig Abwechslung sorgten. Aber dazu dann später mehr.

Für mich stand zumindest fest, wenn ich etwas über Tees lernen kann, dann sicher bei diesem Treffen. Denn auch ich habe einen nicht ganz so guten Einstieg in die grünen Tees, Oolong und Pu-Erh gefunden. Aber ich wollte und will immer noch dieser Materie auf den Grund gehen und wenn man etwas lernen will, dann lernt man es nur durch viel Praxis und vor allem auch von praktizierenden Kennern der Materie und den Profis.

Da einige eine lange Anreise hatten und man ja schon zuvor die Führung bei TG absolviert hatte, befanden vier von uns, dass es nicht verkehrt sei, sich etwas essbares vor der anstehenden Teeverkostung einzuverleiben. So fuhren wir dann in einem Fahrzeug, in den nächstgelegenen Ort.

Normalerweise wäre dies sicherlich keine Erwähnung wert gewesen, aber bei dieser Fahrt spielten sich dramatische Szenen ab. Ich will hier niemanden an den Pranger stellen und daher weder Fahrer noch Opfer mit Namen nennen, aber bei dieser Fahrt ging es im wahrsten Sinne des Wortes, heiß her. Nur so viel sei verraten, rauchende Fahrer sollten nie ihre noch brennenden Kippen aus dem Fenster werfen, wenn hinten im Fahrzeug auch noch Beifahrer sitzen. Aus dem Fachbereich der Strömungslehre ist überliefert, dass bei einem dann ebenfalls hinten geöffnetem Fenster, eine solch unachtsam und vermeidlich entledigte Zigarettenkippe, schnell wieder ihren Weg in das Innere des Fahrzeuges findet. Unangenehm für den dahinter sitzenden Fahrgast, wenn nebst Zigarette auch die Glut ihren Weg in sein geöffnete Hemd findet :o

Nach einer solchen, von einem für uns alle quasi vollbrachten Feuertaufe, konnte die Teeverkostung am ersten Tag bei geroha, dann endlich beginnen.

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Gong Fu Cha und die Schlagzahl

Vielleicht sollte ich noch kurz meinen Eindruck dieser Personen schildern, mit denen ich zum Teil, drei Tage Zeit verbrachte. Sehr unterschiedlich und doch angenehm. Freundlich, nett, hilfsbereit und amüsant. Ein guter Spiegel dessen, was man auch vom Forum selbst sagen kann, welches definitiv eines der friedlichsten Foren im Internet ist. Ich möchte hier nicht jede einzelne Person klassifizieren, sondern allen anderen ja auch die Neugier auf ein weiteres Treffen mit diesen Personen nicht nehmen, wenigstens aber die Scheu davor. Immerhin haben wir ja doch mehr oder wenig als Fremde in einer konzentrierten Form, Zeit miteinander verbracht und so etwas geht nicht mit jedem Charakter gut. Aber hier ging es und es passte. Ich für meinen Teil zumindest kann sagen, dass ich mich in dieser Runde wohl gefühlt habe und auch ebenso viel Spaß hatte.

Für mich gab es viel Fachchinesisch zu hören und es wurde auch ebenso viel fachgesimpelt. Das ärgerte mich schon ein wenig, da ich doch einige der Beiträge hier im Forum besser und genauer hätte durchlesen sollen, ebenso auch das Teebuch, was ich hier bei mir herumliegen habe.

Gong Fu Cha steht im allgemeinen für die chinesische Teezeremonie. Bei weitem nicht so streng wie die japanische, aber doch an gewisse Regeln und Abläufe gebunden. Wirklich interessant dabei war, wie die einzelnen Teilnehmer selbst ihre Art des Gong Fu Cha praktizierten. Tobias82 würde ich hier eher als sehr traditionell und mit einer Art inneren Frieden praktizierend beschreiben. Geroha konzentriert und dabei sehr medidativ. Conny und Anima_Templi dagegen auch mit Genuss, aber doch etwas praktischer veranlasst.

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Wer uns aber mit seiner Art doch sehr erstaunte war chenshi-chinatee, dem wir es dann auch zu verdanken hatten, dass wir doch sehr viel mehr Tees beim Verköstigen schafften. Wenn er den Tee zubereitet und serviert, dann geht das Schlag auf Schlag, weshalb wir dann alle am Ende auch von der so genannten Schlagzahl sprachen :) Er erzählte uns auch, dass dies durchaus der Höflichkeit geschuldet sei, denn in China wo er zugegen ist, gilt es als unhöflich wenn der Gast eine leere Teetasse hat. So muss man als Teemeister dann auch zusehen, dass der Gast immer eine volle Tasse vor sich stehen hat, was eine ebenso fixe, optimierte und flinke Teezubereitung erfordert.

Als Waage wurde eine Feinwage von Tobias82 benutzt, deren Deckel abnehmbar war und als Schale verwendet werden konnte. Als Stoppuhren fanden oft die jeweiligen Apps in den Smartphones ihre Verwendung. Aber auch nur nach Gefühl und Augenmaß wurde hier ebenso gearbeitet. Für das Wasser wurde kein Filter genutzt, da uns geroha erzählte, dass er bei sich sehr viel Glück mit dem Wasser aus der Leitung hat und überhaupt kein Filtern nötig sei, bzw. er richtig weiches Wasser dort hat.

Die zu probierenden Tees wurden gerne vorab beschnuppert und auch während der einzelnen Aufgüsse, sowie auch das Blattgut am Ende in Augenschein genommen wurde. Anima_Templi und mir fiel dann bei einem Tee ein Schokoladengeruch auf. Wie sich aber dann heraus stellt, lag dies nicht am Tee, sondern an dem Bambus-Teelöffel, bzw. Teeportionierer. Dieser hatte tatsächlich einen Eigengeruch, welcher nach Schokolade roch. Woher dieser kam, blieb uns unbekannte, aber wir achteten bei den darauf folgenden Geruchsproben darauf, worauf, bzw. worin der Tee lag um uns keinen Zweitgeruch unterjubeln zu lassen.

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Mein Geschmackssinn und ich

Kurz, es wurde viel getrunken, geschnuppert und beäugt. Welche Tees dann wie verköstigt wurden und wie diese ankamen, sollten hier die anderen Teilnehmer beschreiben, denn bei der Fülle an Tees habe ich schnell den Überblick verloren. Zumal ich wie schon beschrieben, einen nicht ganz so einwandfreien, geschmacklichen Zugang zu diesen Tees hatte. Da wäre meine Berichterstattung wohl nicht so ganz fair diesen Kostbarkeiten gegenüber und würde diesen auch nicht gerecht werden.

In meinem Kaffee mag ich gerne Zucker und Milch und nicht selten auch in meinen Tees. Bei dem Gang durch die Hallen von TG, hatte sich einer der Teilnehmer damit geoutet, dass er gerne aromatisierte Tees trank. Ich stärkte ihm den Rücken, da auch ich ein Fan solcher Tees bin und vor allem Erdbeer-Sahne einer meiner Favoriten.

Nicht worüber ich mich schämen würde, verknüpfe ich doch damit viele angenehme Stunden aus meiner Vergangenheit, wo ich diesen Tee zum ersten mal in geselliger Runde trank und er schmeckt mir ja auch. Aber so ist doch mein Geschmack ein wenig anders geprägt als derjenige, von den anderen dieser Teerunde. Bin ich neben Kaffee, auch ein seit Jahren eher nur Schwarztee gewöhnter Mensch. Dabei habe ich meinen Zuckerkonsum bei Kaffee und Tee schon um die Hälfte reduziert und will gerne eines Tages dort bei Null ankommen.

Für die Verkostung hieß es also kein Zucker und schon gar keine Milch. Gerade bei den teilweise so teuren Tees, welche hier die Runde machten. Dies war für mich von vornherein klar und da auch ich diese Geschmackserfahrung teilen wollte, blieb ich trotz Verführung standhaft und nahm jeden Tee ohne Zucker und Milch zu mir.

Immerhin konnte ich so viele der geschmacklichen Nuancen durchaus teilen und nachvollziehen, nur mit dem Unterschied, dass viele der hier von den anderen positiv wahrgenommenen Geschmacksnuancen, bei mir eher negativ ausfielen. Ich gehe davon aus, dass ich gewisse Noten einfach anders oder unverhältnismäßig stärker wahrnehme wodurch mein möglicherweise ungeschulter Geschmackseindruck, darunter leidet.

Einige Kenner der Materie und Leser mögen nun auch sagen, dass diese Tees bei mir sozusagen Perlen für die Säue waren. Das mag wohl so auch stimmen, aber ich kenne keinen anderen bzw. besseren Weg, mich solchen Tees geschmacklich zu nähern.

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Gerade der oft typische, grasige Geschmack bei Grüntees und jener nach altem, modrigen Holz bei Pu-Ehr, ist für mich bei einigen dieser Tees zu sehr präsent und daher eher unangenehm für mich.

Ich hatte aus diesem Grunde, schon fast die Hoffnung aufgegeben hier auch nur einen einzigen Tee anzutreffen, welcher wenigstens meinem Geschmack schmeicheln würde, als dann tatsächlich ein für mich besonderer Pu erh, seinen Weg in die Verköstigung fand. Kein Gras und kein Holz, dafür hatte er eine dezente Süße und schmeckte nach Pflaume. Herrlich, dass war dann wirklich mal ein Tee nach meinem Geschmack. Der war wirklich der Hammer und stach für mich aber so was von hervor. Es handelte sich dabei um den Longsheng Yiwu 2008 von chenshi-chinatee und ich freue mich sehr darüber, dass mir Anima_Templi ein wenig davon überlassen hat. An dieser Stell noch einmal einen großen Dank dafür. Gespannt bin ich daher auch auf den 2 Jahre älteren Bruder, welchen ich mir nun darauf hin bestellt habe.

 

Matcha statt Espresso

Auf Connys und meine Bitte hin, bereitete uns dann geroha einen Matcha zu. Ganz in seinem Element der japanischen Kultur, zelebrierte er diese Zubereitung in spiritueller Stille und möglichst traditionell, wurde dabei aber immer wieder von unseren neugierigen Fragen unterbrochen. Der Geschmack war dann eine Überraschung für mich. Anders als ich es bisher von Grüntees kannte, war hier keine Spur der grasigen Note zu schmecken. Eher eine leichte Süße und natürlich schön luftig von geroha aufgeschlagen.

Hier kann ich mir durchaus vorstellen, warum Matcha in so vielen anderen Formen angeboten wird, wie zum Beispiel als Matcha-Latte und als Gegenpart zum Latte Macchiato. Von konzentrierten Teein, bzw. Coffein habe ich weniger gespürt, aber auch da bin ich einiges gewöhnt und selbst der Gummibärchensaft von Red Bull erzeugt bei mir kaum Wirkung. Da braucht es schon einem sehr kräftigem Mokka, wo dann wirklich unten der geröstet Kaffeesatz schwimmt. Andere in der Runde merkten aber sogleich die anregende Wirkung des Matchas und bestätigten den wirklich sehr angenehmen Geschmack.

Matcha wird daher definitiv auch zu meinen nächsten Tee-Investitionen gehören.

 

Tonernen und metallernen Kostbarkeiten

Apropos teuer, es wurden da einige sehr wertolle Tees verköstigt und auch an Teeutensilien hatten einige, wirklich kostbare Schätze mitgebracht. So wurde nicht nur über Tee gefachsimpelt, sondern auch über diese Kanne, jenes Geschirr, den Kessel, die Teetische usw. Also ein sehr umfangreicher Austausch des Wissen rund um den Tee, welcher auch in der Linguistik der chinesischen und japanischen Sprache fortgesetzt wurde, wie deren Schriftzeichen.

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Von einem Mitglied, wurde uns ein selbst entwickelter High-Tech-Teetisch im traditionellem Gewand auf Fotos gezeigt und dessen Idee dahinter. Da hier noch vieles in der Entwicklung ist, weiß ich nicht genau was ich davon verraten darf, was nicht und halte mich daher mit weiteren Infos zurück. Es stieß aber in der Runde auf allgemeines Wohlgefallen und dürfte für die Tee-Technik-Nerds ein Nice-to-have oder gar Must-have werden.

Keramiken habe so ihre Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen gehört deren Brüchigkeit. Gerade Deckel haben die Eigenschaft, ab einer gewissen Fallhöhe einer Vermehrung in mehreren kleineren Teilen anzustreben. Daher mag es evtl. sinnvoll sein, diese zum Beispiel als Metalldeckel herzustellen oder mit einem Seil an die eigentliche Kanne zu binden, wie es ja gerne getan wird. Wenigstens zwei mal versäumte es ein gewisses Mitglied der Runde dies in der Vergangenheit nicht zu tun, dafür aber dank Schwerkraft aus einem Deckel, gerne zwei Teildeckel zu erzeugen. Ungeachtet dieses Umstandes, führte er aber auch mit diesen beiden Deckelhälften die Teezeremonie ohne weiteres fort und nutze dabei sogar die halb-weise vorhandene Öffnung im Deckel geschickt aus. Ganz nach dem Motto, it's not a bug, it's a feature.

Zu Beginn wurde auch versucht zu ergründen, ob der Tee durch die Zubereitung durch ein Yixing Kanne oder einem Gaiwan beeinflusst wird. Zum Teil wurde ein anderer Geschmack wahrgenommen, dessen Herkunft jedoch nicht ganz ergründet werden konnte. Fakt ist, dass der Ausguss durch den Gaiwan viel schneller erfolgt. Hierdurch zieht sozusagen ein Teil des Tees in der Yixing Kanne etwas länger durch die Teeblätter. Material und Beschaffenheit könnten ebenso eine Rolle spielen, Andererseits konnte auch nicht genau festgestellt werden, ob es sich da nicht doch um einen Placebo-Effekt handelte, welcher durch die subjektive Wahrnehmung der einzelnen Personen zustande kam. Daher wurden dann jeweils Blind zwei Tassen verköstigt, von denen nur geroha genau wusste, welche der Tassen womit befüllt wurden. Hier schien sich das Ergebnis dann doch etwas zu relativieren und war nicht mehr so eindeutig wie zu Beginn. Auch hier mögen die an der Probe teilgenommenen Personen, ihren Eindruck dazu noch ergänzen.

Im Raum stand auch dann eine Beobachtung, welche hier im Forum etwas umstritten war. Kann man das Wasser in einer gusseiserne Kanne, nur mit Teelichtern zum kochen bringen? Drei große Teelichter, in einem Metall-Unterbau, brachten hier das Wasser in der gusseisernen Kanne zum koche. Es ist leider auf den Bildern nicht wirklich zu erkennen, aber wir haben dann doch das sprudelnde Wasser gesehen und so kann nun endgültig bestätigt werden, mit drei dieser Teelichter ist es gelungen, das Wasser im Kessel zum Kochen zu bringen.

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Die Pausen und nochmals Pausen und wieder Pausen...

Klar ist, dass bei so viel Testerei, auch passende Pausen gemacht werden mussten. Diese gestalteten sich auf eine durchaus besondere Art und Weise. Die Hälfte der Gruppe rief dann aus einem innerem Drang heraus immer wieder mal nach einer so genannten Raucherpause, worauf diese dann nach draußen verschwanden und ihrer Sucht nachgingen. Im bestehenden Tee-Kontext, aber auch mit chinesischen Zigaretten ;) Dies half dann etwas zu entspannen und auch die Themen ein wenig auf andere Dinge zu lenken.

Wie oft eine solche Pause eingelegt wurde, kann ich nun nicht im konkreten sagen und will dies auch gar nicht erst verraten um mögliche Suchtspekulationen aufkommen zu lassen. Ich kam jedoch nicht umhin, dass folgende Bild zu machen und da möge doch jeder selbst seine Schlüsse daraus ziehen :P

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Wenn nichts mehr geht, Alkohol geht immer

Nach vielem Tee, verlässt einem auch mal so langsam die Lust und man möchte ein wenig andere Wege bestreiten. Wie genau wir darauf gekommen sind dann auch mal einen Tee mit Alkohol zu probieren, weiß ich nicht mehr genau. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich erzählte, dass man in Spanien den Kaffe auch gerne mal Alkohol serviert und dann vornehmlich mit Rum oder Whiskey trinkt. Dieser Kaffee nennt sich Carajillo und wird gerne nach einer Mahlzeit zu sich genommen. Geroha hatte hier dann auch gleich einen Gentleman Jack Rare Tennessee Whiskey von Jack Daniel’s parat, welcher seinen Weg in die Tees fand.

Whiskey ist nicht wirklich mein Geschmack, denn falls es noch nicht aufgefallen ist, ich bin eher der Trinker von leiblichen, bzw. süßen Getränken. Also wenn Alkohol, dann gerne mal dementsprechende Longdrinks. Hier hatte ich auch das Gefühl, dass ich diese Whiskey-Tee-Probe mit erheblich viel mehr Tee, als die anderen in der Runde strecken musste. Sogar mehr als die anwesende Frau :o Dabei muss ich sagen, vertrage ich den Whiskey im Carajillo besser als im Tee.

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Essen

Am ersten Abend ließen wir uns das Essen per Pizzaboten bringen. Am zweiten Tag jedoch hatte sich geroha so einiges für das Essen einfallen lassen, welches ihm so gut gelang, dass er am Ende sogar noch die Rezepte für ein Mitglied aufschreiben musste.

Das Motto war auch hier „Tee“. Rein vegetarisch wurden hier gleich mehrere Speisen und Soßen mit mehr oder weniger Tee versehen und angerichtet. Angesichts der vielen Speisen, wurde es dann am Ende doch ein wenig hektisch in der Küche, aber alles wurde noch rechtzeitig fertig. Am Ende stand ein üppiges Mahl auf dem Tisch, welches allen sehr gut schmeckte und von dem nur noch das folgende Ei übrig blieb.

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Gefrühstückt wurde zwei mal eher konservativ, mit Brötchen welche Conny uns von der Tanke mitbrachte.

 

Außer Konkurrenz

Zu den Mahlzeiten gab es dann zwei mal Tees von mir, in der zu testenden, große Teekanne. Das eine mal war es sogar ein Pu erh. Dabei handelte es sich um den Té Rojo (roter Tee) von Pompadour. Pompadour gehört zu Teekanne und ist damit Pu erh als Beuteltee. Bemerkenswert, dass ein solchen Tee, hier in Deutschland nicht von Teekanne angeboten wird. Er trat nicht die Begeisterungsstürme los, wie die losen Pu erhs, wurde aber als Beuteltee und rote Tee, nebenbei gerne getrunken.

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Der zweite meiner „Tees“ war Lapacho. Ein Aufgussgetränk, welches von der Rinde des Lapacho-Baumes gewonnen wird. Auch dieses Getränk war dann am Ende besser, als es viele wohl zuerst befürchtet hatten :)

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Naja, da war ja meine Auslese gar nicht mal so schlecht und immerhin auch so ein wenig Exotisch.

Zu den anderen, verköstigten Tees bitte ich einfach mal die anderen Teilnehmer, ihre Sicht der Verköstigung und Tees zu nennen, welche sicherlich viel hilfreicher ist, als meine eher laienhafte Darstellung dieser Thematik :)

 

Fazit

Kann man machen, sollte man aber unbedingt mitmachen!

Tolle Leute, netter Runde und ich habe sehr viel über Tees, deren Zubereitung und vielen anderen Teedingen gelernt. Ich hoffe doch sehr, dass so etwas wieder einmal zustande kommt und ich dann auch wieder die Zeit dafür finde.

Ich habe gelernt, dass Tee ein sehr viel größeres Geschmacksuniversum bietet als Kaffee. Die Bandbreite ist hier ohne Frage viel größer, vielfältiger und weitreichender als man es sich ursprünglich vorstellen mag. Da lohnt sich immer die Suche, das Ausprobieren und das Entdecken.

Wenn es also für diese Teewochenende fünf Sterne zu vergeben gäbe, würde ich noch einen sechsten dranhängen :D

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der ascher wurde glaube ich samstag morgens gereinigt, man hat sozusagen unser werk zerstört, aber wie es nun mal in der menschlichen natur liegt, haben wir uns dem wiederaufbau mit voller lunge gewidmet.



danke für die schöne beschreibung!


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Sehr interessanter Bericht. Schade, dass ichs nicht geschafft habe. Ich hoffe sehr auf eine Wiederholung des Ganzen, bei der ich dann auch teilnehmen kann.


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Einfach zu köstlich!  :D


Danke für diesen tollen und, vor allem, treffenden Bericht, Joaquin!


Und auch wenn die Lungen (wie man sieht) fleissig versorgt wurden, der Genuss von feinem Tee, stand doch eindeutig im Vordergrund!  ;)


Wobei ich keine einzige Raucherpause missen möchte! (Was nicht nur an den Kippen lag!  B) )


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Hallo Joaquin,



vielen Dank für den tollen Bericht!



@ alle Teilnehmer:


War echt schön, dass Ihr mich besuchen mochtet ... auch wenn ich leider keinen Erdbeer-Sahne Tee im Haus hatte für den einen ungenannten Herren. Hat Spaß gemacht mit Euch und auch meine bessere Hälfte fand, dass Ihr sehr angenehmer Besuch wart.



@alle anderen:


Wir waren uns beim Treffen einig, dass wir soetwas nochmal machen sollten.


Es gibt schräg gegenüber von mir eine Mehrzweckhalle, die wir dann vielleicht besser mieten für den großen Andrang. Da drin richten wir dann verschiedene Thementische eine (2 für Oolong, 3 für Puer, 1 für Grüntee, 1 für aromatisierten Schwarztee ...) und zu jeder vollen Stunde rückt man zu einem anderen Tisch weiter.


:whistling:

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Moin zusammen,



der Bericht ist echt klasse! Das Grinsen konnte ich mir nur schwer verkneifen, zumal ich das Opfer der Zigaretten-Attacke war... 


Im Ernst: das Treffen war sehr informativ und bereichernd, gerade durch die schöne Gemeinschaft und die entspannte Atmosphäre...



Ist auch interessant, wie im Zuge der Teezubereitung jeder Teilnehmer ein Stück der eigenen Tee-Anschauung mitbrachte...



Bin auf jeden Fall wieder dabei!




Tobias


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Hallo nochmal,



manchmal ist es ein "wichtiger Schritt" für die Menschheit, neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Nano-Wissenschaft, manchmal aber


auch ein bereits bekanntes Feature, dass das Leben etwas angenehmer macht!



Letztlich wollte ich nur sagen, dass wir jetzt endlich auch "Netz", sprich Internet, haben... ich hoffe, jetzt auch mehr Zeit für Posts und Beiträge zu haben...



Bis dann!



Tobias

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      Die Jadequell GmbH wurde von dem Ehepaar Conny und Bastian Baumgarte gegründet. Beide haben in China studiert und lernten dort nicht nur die Sprache, sondern auch vieles über Tees und dessen Zubereitung. Heutzutage beziehen sie ihre Tees direkt von chinesischen Teebauern, welche sie persönlich kennen und für deren Qualität sie sich verbürgen können.

      Aber ein Tee ist nur so gut, wie seine Zubereitung und dies war auch den Baumgartes klar. Die traditionelle, chinesische Teezeremonie (Gong Fu Cha) erlaubt einen hohen und ergiebigen Genuss, ist aber auf der anderen Seite alles andere als leicht. Daher befassten sich die Baumgartes schon früh damit, einen Automaten herzustellen, mit dem man auf einfache Art und Weise, die chinesische Teezeremonie vollführen konnte.

      Das Resultat ihrer Mühe ist die Jadequell Teestation, welche Gegenstand dieses Tests ist und auf der Teezui 2014, dem Teetalk und seinen Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurde.



      Prüfmethode

      Die Tester konnten nach vorheriger Anleitung, den Jadequell selbstständig bedienen, damit Tees zubereiten und die mehrfachen Aufgüsse in größerer Runde verköstigen.


      Optik und Haptik (Testrelevant)

      Die Jadequell Teestation lag in dem Muster, Schwarz mit Nussbaumholzplatte vor. Die Formgebung, wurde als angenehm und ästhetisch wahrgenommen. Der Wasserzulauf ist in einem schlichten, aber angenehmen Hahn aus gebürsteten Metall gehalten und integriert sich positiv ins gesamte Erscheinungsbild. Die digitale Waage und der Computer sind auf der Vorderseite, in den Jadequell integriert und werden per Knopfdruck ausgefahren. Den Testern gefiel das Design und die Optik sehr gut. Nicht aufdringlich und trotzdem ein Hinkucker. Auch von der Haptik her, macht die Jadequell Teestation einen guten und sehr wertigen Eindruck. Hier spielen auch die zugehörigen Tassen, Filter und Kannen eine Rolle. Auch diese wissen in Form, Handhabung und Qualität zu gefallen und überzeugten die Tester.
       



      Lieferumfang (Testrelevant)

      Zur Jadequell Teestation gibt es vier Teetassen, welche eine angenehme Größe haben, zwei gläserne Kannen und einen spülmaschinenfesten Filter. Genusslehrgang für angehende Teemeister mit einem Buch zur Teezeremonie, liegt auch bei. Zudem gibt es Probepackungen aus dem Jadequell Sortiment. Man kann hier also ohne Umwege sofort loslegen und Tee zubereiten.


      Technische Daten

      Elektrischer Anschluss (spannung/Frequenz) aC 230 V / 50 Hz
      Leistung ca. 1700 W
      Maße ca. 49 × 31 × 33 cm (H × B × T)
      Gewicht ca. 13 kg
      Fassungsvermögen Wasserauffangbehälter max. 0,4 l
      Wassertemperatur 65°C – 98 °C, in schritten von 1°C variierbar
      Frischwasserreservoir fasst bis 1,2 l – genug für eine Zeremonie mit vier Personen und fünf Aufgüssen


      Handhabung (Testrelevant)

      Die Jadequell Teestation lässt sich leicht in Betrieb nehmen und erklärt sich nahezu von alleine. Ein Touchscreen ermöglicht eine einfach Eingabe und das Display zeigt leicht verständlich die nötigen Schritte und Daten an. Ein Tester bemängelte, Anfangs ein wenig Probleme bei der Änderung der Parameter gehabt zu haben. Auch handelt es sich hier um ein Druckdisplay und wer versucht einen Regler wie bei einem berührungsempfindlichen Display zu verschieben, wird dabei versagen. Man muss also die Stelle, wo der Regler hin soll, mit dem Finger drücken.

      Schön wäre es, wenn man eine WLAN- oder Bluetooth-taugliche Lösung für die Zukunft anbieten könnte, bei welcher man mit einer Jadequell-App, diese bequem auf dem Smartphone oder Tablet bedienen könnte. Dies würde auch graphisch noch zahlreiche Möglichkeiten mit sich bringen und man könnte so viel mehr Informationen zu den Tees und der Zubereitung bereit halten.

      Der Computer berechnet aufgrund von Teesorte und teilnehmenden Teetrinkern, wie viel Gramm Tee, die Wassertemperatur und welche Wassermenge nötig ist. Das Ende der Ziehzeit, wird dann anhand eines akustischen Signals signalisiert. Anschließend kann man auch die mehrfachen Aufgüsse zubereiten lassen.
       


      Der Signalton selbst, wurde als nicht ganz so angenehm empfunden. Hier würde ein anderer, angenehmerer Ton, der Jadequell Teestation besser zu Gesicht stehen.

      Es gibt feste Programme zu den ausgewählten Teesorten von Jadequell. Zudem gibt es für die allgemein bekannten Teesorten feste Programme und man kann auch eigene Programmplätze mit individuellen Werten einspeichern.

      Das Resultat mit den vorgegebenen Programmen und Teest ist sehr gut und man wird sehr leicht an der Hand geführt um dieses zu erreichen. Einziger größerer Kritikpunkt, war der mit 1,2 Litern eher klein gehaltene Wassertank für enthusiastische Teetrinker. Wobei hier fraglich ist ob und wie ein noch größerer Tank und Auffangbehälter in die Jadequell Teestation zu realisieren ist, ohne diesen unnötig aufzublähen.

      Insgesamt waren die Tester sehr beeindruckt von dieser Teestation und vergaben das Testurteil Gut (2,0).
       
       
      Hier noch ein Video zur Jadequell Teestion. In diesem gibt es ein kurzes Interview mit Conny Baumgarte und ein abschließendes Resümee.
       
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