Zum Inhalt springen

Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?


Empfohlene Beiträge

  • Antworten 3k
  • Erstellt
  • Letzte Antwort

Top-Benutzer in diesem Thema

Top-Benutzer in diesem Thema

Beliebte Beiträge

Am Wochenende kamen einige Neuzugänge, die ich euch nicht vorenthalten möchte. 😁 Insbesondere wäre da eine Hōhin mit Dōkeyū (道化釉) und einem Fassungsvermögen von ca. 100ml. Nach einem Aufgussgefäs

Es ist vollbracht! Die Kanne ist repariert und kommt morgen oder am Montag an. Die hier gezeigten Bilder sind von Frau Watanabe selbst, ich könnte Sie nicht besser machen. Ich freue mich!   

So, nachdem ich ja vor ein paar Tagen schon angekündigt habe dass ich Post erwarte, hier nun ein paar Bilder meiner Neuanschaffung. Nach jahrelangem hin und her, habe ich mich nun endlich da

Veröffentlichte Bilder

Vielen Dank und gerne. :) 

Wie man vielleicht schon erkennt, ist diese Kanne ein älteres Modell aus der späten Qing frühen ROC-Zeit. Die Form nennt sich Julunzhu (JLZ), was wörtlich übersetzt Wagenrad bedeutet, was sich wiederum auf die Forms des Deckels bezieht, der einem solchen gleicht.

Die genaue Bestimmung des Tones ist schwierig bis unmöglich, da das Reduktionsbrennen die Spuren verwischt. In den allermeisten Fällen wurde entweder Zini oder Duanni verwendet, wobei das bei dieser Art keine Rolle mehr spielt, da sich durch diese spezielle Art des Reduktionsbrandes - Wuhuini = "mit Asche bedeckt" - ein ganzes neues Verhalten auf den Tee ergibt. Wuhuini beschreibt also nicht den Ton, sondern die Brennart.

Beim Wuhuini-Verfahren wurden die Kannen ein zweites Mal gebrannt und dabei mit Asche bedeckt. Das Resultat ist ein dunkles Grau, das Einschläge ins Grün aufweist, im Gegensatz zum Wuni in schwarz-metallisch-grau. Moderner Heini aus Yixing ist meist kein natürlich vorkommender Ton, sondern mit Zusätzen künstlich gefärbt. Das Wuhui-Verfahren reduziert die Erfolgsquote für perfekte Kannen, stellt also ein Verlustrisiko dar für die Werkstätten, resultierend in einem höheren Wert für solche Kannen.

Zur Frage des Künstlers: Er, oder Sie ist unbekannt. Die Tonaufbereitung wurde früher in privaten Studios organisiert, mit individuellen Methoden und Quellen, d.h. nicht zentral organisiert wie in der späteren Yixing Fabrik N.1.

Das Fassungsvermögen beträgt ca. 120-130ml, also eine schöne Größe. :)

20200516_103843_compress79.jpg

20200516_103857_compress0.jpg

20200516_103910_compress81.jpg

Bearbeitet von Anima_Templi
Link zum Beitrag
vor einer Stunde schrieb Anima_Templi:

Beim Wuhuini-Verfahren wurden die Kannen ein zweites Mal gebrannt und dabei mit Asche bedeckt.

Interessant ... könnte also vergleichbar mit einer Zwieback Yixing sein?!
Was trinkst du als erstes daraus?!? Was hast du damit vor?
Ich persönlich würde rein vom Schiff aus, da es ja eine andere Art von Zwieback ist, grundsätzlich mal zu Oolong tendieren.
Aber keine Ahnung wie da das Alter in dieser Rechnung mitspielt.
Ach ich bin so zufrieden mit meinen Utensilien, so ein Qing Ding wäre mir bestimmt auch zu billig.
Ich habe eben erst aus meiner Zwieback Zhuni einen herrlichen 06er Da Hong Pao gesüffelt.

Bearbeitet von GoldenTurtle
Link zum Beitrag
vor 10 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Was trinkst du als erstes daraus?!?

Erster Yiwu Lucky Bee von @Diz, weil ich ihn sehr gut kenne und gut vergleichen kann.

vor 10 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Was hast du damit vor?

In erster Linie Tee brühen, schätze ich. :D

vor 10 Minuten schrieb GoldenTurtle:

zu Oolong tendieren.

Ich werde bestimmt mal am Anfang einen Oolong darin brühen um zu sehen, wie er im Kännchen performt. 

 

vor 10 Minuten schrieb GoldenTurtle:

so ein Qing Ding wäre mir bestimmt auch zu billig.

Da spricht der wahre Schweizer! :)

20200516_120122_compress65.jpg

Bearbeitet von Anima_Templi
Link zum Beitrag
  • 2 Wochen später...

@SoGen Ich packe das mal hier rein. Heute bin ich dazu gekommen Bilder von der Hagi Hōhin zu machen. War gar nicht so einfach zu fotografieren. Besonders im Inneren spiegelt sich das Licht. Ich hoffe, man kann trotzdem erkennen, was sich getan hat. Aussen haben sich aufgrund der Dicke der Glasur nur wenig Risse (kannyū) gebildet. Im Inneren, am Fuss und auf dem Deckel dafür umso mehr. Auch hat sich der Scherben an mehreren Stellen verfärbt, Deckel Unterseite, Fuss und an der Tülle. Genug der Worte, hier die versprochenen Bilder. 😀 

large.IMG_8255.jpeg.d4c3a806cd27af23dc97c9ee5099a8dc.jpeglarge.IMG_8257.jpeg.e7fb91465c236eaf9183b543883f91c7.jpeglarge.IMG_8259.jpeg.3abec4d23e77d1577e66d2448614be03.jpeglarge.IMG_8258.jpeg.95b915eb84322a2c539400235ee7aa82.jpeg

Link zum Beitrag
  • 4 Wochen später...

Ein Zufallsfund heute beim Marktbesuch:

Eine hübsche, kompakte Raku Schale.

Der Ton stammt aus dem Westerwald, die feinen schwarzen Linien stammen von Pferdehaaren, welche beim Brand verwendet werden.

War eine der Schalen, welche optisch am schlichtesten waren. Der stabile Stand und die tolle Haptik überzeugten mich schnell. :)

 

20200620_165655_compress74.jpg

20200620_165707_compress99.jpg

20200620_165732_compress6.jpg

20200620_165718_compress99.jpg

Bearbeitet von Anima_Templi
Link zum Beitrag
  • 2 Wochen später...

@Anima_Templi Sieht so aus als hätte ich solch ein Ding 1000 Jahre gebraucht und nie geputzt. Tatsächlich, das gefällt mir auch! Ich nehme an diese ist echt japanisch (von Murashima Jun?), für mich gibts da einfach einen Unterschied im Vergleich zu vielem was hier öfters in weitläufig vergleichbarer Art gezeigt wird - ich empfinde es als ausgereifter, in sich stimmiger.

Link zum Beitrag
vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

Ich nehme an diese ist echt japanisch

Echizen-yaki = japanisch ;)

vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

von Murashima Jun?

Nein, in diesem Fall von einem bescheidenen Ehepaar, das etwas zurückgezogen vom Lärm der Welt lebt.

Mich fasziniert der prägnante Ascheanflug, erzeugt mit Eichenhölzern aus der näheren Umgebung. Übrigens werden die Keramiken oftmals auch ein zweites Mal gebrannt, wenn die Erschaffer nach dem ersten Brennen noch nicht mit der Ascheeinwirkung zufrieden sind. Japanische Perfektion und eine archaische Optik treffen hier, wie Du schon sagtest, sehr stimmig aufeinander. Die Haptik ist wunderbar und das Stück wirkt in sich ruhend und erhaben.

Link zum Beitrag
vor 17 Minuten schrieb GoldenTurtle:

brauchst halt nicht so geheimniskrämern.

O.o.

Wenn es Dich interessiert, wo ich diese Houhin gekauft habe, bzw. wer diese erschaffen hat, könntest Du doch einfach direkt danach fragen?

Gekauft habe ich es bei Lukasz, teekeramik.com.

Erschaffen wurde sie von dem Ehepaar Kondo.

Link zum Beitrag
vor 3 Stunden schrieb Anima_Templi:

Wenn es Dich interessiert, wo ich diese Houhin gekauft habe, bzw. wer diese erschaffen hat, könntest Du doch einfach direkt danach fragen?

Stimmt. 😁👍

Gratuliere @luke, da hast du ja mit einem wunderbaren Trumpf aufgewartet!
Und auf dem Forum sträflich untergegangen hast du ja bereits 2016 über diese beiden Töpfer berichtet: http://blog.teekeramik.com/echizen-keramik-kondo/ ...
Von den Beiden erwarte ich in Zukunft noch weitere besondere Stücke!
Diese hier, wenn auch nicht von den gleichen Töpfern, finde ich nebenbei erwähnt ebenfalls ein aussergewöhnlich gelungenes Stück.

Bearbeitet von GoldenTurtle
Link zum Beitrag
Am 2.7.2020 um 21:33 schrieb GoldenTurtle:

für mich gibts da einfach einen Unterschied im Vergleich zu vielem was hier öfters in weitläufig vergleichbarer Art gezeigt wird - ich empfinde es als ausgereifter, in sich stimmiger.

Kann ich nur beipflichten. Ich weiß allerdings bis heute nicht, woran es genau liegt. 

Link zum Beitrag
vor 11 Stunden schrieb theroots:

Ich weiß allerdings bis heute nicht, woran es genau liegt. 

Moinsen Rootie, hab das irgendwann mal mit mlc besprochen, sie meinte (ungefähr wiedergegeben), es liegt zwar die Begeisterung und die Freiheit des Anfängergeistes in den Sachen (aus dem sehr nahen Osten), damit aber auch noch eine Unausgefeiltheit, resp. Unausgeglichenheit, darum mein Fazit; ausgereifter, in sich stimmiger.

Bearbeitet von GoldenTurtle
Link zum Beitrag
Am 2.7.2020 um 22:48 schrieb Anima_Templi:

Nein, in diesem Fall von einem bescheidenen Ehepaar, das etwas zurückgezogen vom Lärm der Welt lebt.

Oh danke danke danke!! 🙇‍♀️
Als ich das gelesen habe, wusste ich sofort von wem und woher (obwohl du es weiter unten ja auch noch schreibst, was ich aber erst später gesehen habe 🙈) - genau diese Art von Keramik liebe ich und bin schon lange auf der Suche nach einem kleinen Exemplar (ich hab zwar bereits eine super schöne Kyusu von den beiden, aber die ist für Pu schlicht zu groß) und man kann ja schließlich nicht alle Shops dauerhaft im Auge behalten. Und du kannst dir sicherlich vorstellen, wie erfreut ich eben war, als ich festgestellt hab, dass es noch zwei weitere Shibos im Shop gibt, einen davon in der perfekten Größe (60ml) für mich 🥰

Link zum Beitrag

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.
Hinweis: Dein Beitrag muss vom Moderator freigeschaltet werden, bevor er sichtbar wird.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.


×
×
  • Neu erstellen...