Krabbenhueter

Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?

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Wie könnte ich nur, dann gäb es ja keinen Meinungsaustausch, vor allem da er endlich wieder schreibt.

Theroots hat m.E. recht. Ich habe hier nicht wenige Aufgussgefäße, bis auf eines unterscheiden sich die Ergebnisse so marginal (dieses ist entweder zu niedrig gebrannt oder gehört gesäubert), das die Effekte durch vieles andere hervorgerufen werden können. Wärmleitung, Menge Tee, Hitze Wasser, Übersättigung von Geschmacksknospen, Selbstsuggestion, fliegende Einhörner oder andere Wunder. 

Wenn ich mich auf bestimmte Bereiche konzentrieren will, ist es wie eine Art Fokus auf diesen Bereich. Im Prinzip wie das alte Spiel, sage jemanden er soll nicht an einen weißen Bären denken. An was wird er wohl denken?

bearbeitet von Cel

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vor 11 Stunden schrieb Cel:

Wärmleitung

Wegen diesem relevanten wenn auch grammatikalisch nicht durchwegs korrekten Punkt sollte man ja eine Kanne stets mit kochendem Wasser vorwärmen.

Und zum ebenfalls relevanten Punkt der Selbstsuggestion stimme ich der stets vom guten alten Chashifu ins Feld geführten Parallelverkostung zu, am besten Parallelblindverkostung.

Aber um die ganze Wahrheit zu sagen: es gibt mit manchen Kannen und Tassen erstaunliche Betonungen gewisser Nuancen im Tee. Aber die wichtigere Frage ist, wie relevant sind Optimierungen in diesem Bereich - ich meine, was hat man letztlich von der Perfektion in solchen Dingen? Darum @Paul kann ich es unterdessen getrost beiseitelassen, ich brauche nicht noch besseres und noch besseres, weil diese Suche, diese Rastlosigkeit hat kein Ende, wenn man in solchen Dingen eine erfüllende Lebensfreude sucht, darum kann ich es heute einfach so geniessen wie es ist, weil ich es nicht mehr brauche.

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Diese Kanne hat mich komplett überracht, weil sie unverhofft bestens meine Oolongs zur Geltung bringt, obwohl meine Keramikerin vom Teetrinken keine Ahnung hat und sie normalerweise 1-3 lKannen dreht für Kräuteraufgüsse :P. Kleine Kännchen macht sie nur zufalls-versuchsweise mir zu liebe.

Vermutlich hilft es sehr, daß sie, also die Kanne, sehr bauchig (Teeentfaltung), dickwandig (hält die Wärme sehr gut) und groß genug ist, um dem Tee genügend Luft/ Sauerstoff zu gönnen.

Warum auch immer, jedenfalls gießt sie Tee aus, dessen vielen Facetten (so er die besitzt) ich schmecken kann, ohne lange danach zu suchen. Ich bin baff.

WP_20190115_11_43_46_Pro.jpg

Verbesserung: überrascht, nicht überracht,- sorry 9_9

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vor 10 Stunden schrieb Frau Mahlzahn:

Kleine Kännchen macht sie nur zufalls-versuchsweise mir zu liebe.

So eine Keramikerin/einen Keramiker (will ja kein Theater mit dem Genderbeauftragten bekommen) hätte ich auch gerne :trink_tee:

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vor 7 Stunden schrieb TeeStövchen:

will ja kein Theater mit dem Genderbeauftragten bekommen

Ich glaube seit Anfang des Jahres sollte es Keramiker (m/w/d) oder Keramiker (m/w/x) lauten. Zumindest sehen die Stellenanzeigen bei meinem lokalen Aldi nun so aus... Mit Ausnahme des Keramikers leider... :P

@Frau Mahlzahn , wirklich schönes Kännchen, kannst du uns vielleicht noch ein paar andere Ansichten hochladen? Zur genaueren Inspektion. ;)

 

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Diese Woche habe ich auch endlich mal ein Makel meiner Keramik-Sammlung beseitigt: Nachdem ich eigentlich die Stücke von Andrzej Bero sehr mag, da er super-fein (für groben Ton!) und meist sehr schlicht arbeitet aber irgendwie bislang noch nie das "richtige" Kännchen für mich gefunden habe, habe ich nun doch noch zugeschlagen:

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Wie für Andrzej üblich ist auch dieses kleine Kännchen extrem dünn gearbeitet für das, dass er mit einem relativ groben Ton arbeitet - als Resultat ist das Kännchen super leicht! Dazu passt hervorragend eines von Jiris Rye-Schälchen, das allerdings im Gegensatz zu den meisten größtenteils mit einer Ascheglasur überzogen ist, die außen deutlich dicker ist als innen. Der Ton ist mit etwas Kaolin versetzt und obwohl im Vergleich zu dem Kännchen relativ dick gearbeitet überraschend leicht - eine schöne Kombination mit ganz eigenem Charakter, um noch mehr mit Shengs zu experimentieren! Ich bin gespannt, was für einen Effekt die beiden Stücke zusammen auf die Tees haben :)

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Nach der Keramik-Kombination aus dem vorherigen Post hat diese Woche eine weitere bei mir Einzug gehalten: Ein sehr schönes Tee-Set von Martin Hanus - vielen Dank @teekontorkiel für die Möglichkeit an solch eine Rarität zu gelangen! 

Die eleganten aber trotzdem sehr massiven Stücke sind innen wie außen komplett mit einer grau-weißen Glasur bedeckt, die einen dezenten Hake-me Effekt aufweißt. Gleichzeitig hat die Glasur auch einen ganz feinen Krakelee-Effekt, der im Vergleich zu der Krakelee-Glasur von Jiri Duchek deutlich filigraner ist aber nicht "ganz durchzugehen" scheint, daher vermute ich, dass sich hier keine große optische Veränderung einstellen wird, sondern dieser eher wie bei dem Glasboden im Gaiwan von Emilio dafür sorgt, dass die Stücke je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. Der Ton, auch wenn man nicht viel davon sieht, scheint der selbe zu sein, der auch bei dem großen Yuzamashi zum Einsatz kam und trotz seiner groben Schamottierung ein tolles seidig-metallenes Finish hat.
Eine wunderschöne Kombination mit wieder einem ganz eigenen Charakter im Vergleich zu den anderen Stücken aus Europa, das auf Grund seines für mein Verhältnis relativ großen Volumens (randvoll ohne Tee ca. 160ml) und der Glasur sehr vielseitig einsetzbar ist - sowohl eine gediegene Session mit Sheng in eher dezenter Dosierung oder eine mit einem platz-intensivem Oolong funktioniert wunderbar! Gerade im Vergleich von den Bildern aus dem vorherigen Post wird alleine schon der optische Unterschied zwischen den Stücken von Bero und Hanus deutlich, wenn man diese dann noch anfassen kann multipliziert sich dieser Eindruck nochmals - es ist wirklich faszinieren, wie distinktiv unterschiedlich die Charaktere der Werke der einzelnen Künstler sind: die fließende, massive Eleganz von Hanus; die filigrane, zarte Rauheit von Bero; das archaische, minimalisitsche Grobheit von Novak oder die unglaubliche Präzision und Glasur-Magie von Pavek ... jeder hat seine eigene, unverwechselbare Linie und abgesehen von dem Experimentieren mit den unterschiedlichen Auswirkungen auf den Tee ist es einfach eine Freude, die Stücke in der Hand zu haben :) 

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Am 10.3.2019 um 18:32 schrieb Paul:

Manche Menschen haben eine Menge Massel!:)

(Disclaimer: generell gemeint)

Sie können durch die Menge den Moment aber nicht mehr geniessen! Es kann sogar ein Teufelskreis in eine ganz andere Richtung sein.

Denn es ist nur eine Illusion, die manche das ganze Leben lang antreibt, die ewige Glücksverheissung, wenn man nur noch dies oder jenes hätte.

Meiner Erfahrung nach ist dadurch häufig das Gegenteil der Fall, dass man in eine Art Fieber gelangt und man immer noch mehr haben will, und dabei das was man bereits hat immer weniger schätzt, im Vergleich zu dem was man noch nicht hat, statt dass man in eine reine Freude gelangt und das wirklich geniessen lernt, was man hat.

bearbeitet von GoldenTurtle

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@doumer: ob der Vielgerühmte "Hanus" die Linie und den Übergang in den Griff nicht doch aus der asiatischen Kannen-Tradition entliehen hat,
oder ob sich nicht die einheimischen Töpfer endlich den Stilen aus fern-ost öffnen? Die machen das immerhin schon ein paar Jahre ;) 

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@GoldenTurtle keine Ahnung wen du mit "Sie" meinst (dich selbst wenn man so manchen Post mit Yixing-Dekadenz-Bildern betrachtet?) aber falls du dich auf mich und meine Keramik-Sammlung beziehst kann ich dich beruhigen: Ich genieße die Menge an Keramik sehr und bin weit von einem Fieber entfernt - Bero und Hanus kenne ich ja nun nicht erst seit gestern und dass sich das für mich passende Kännchen eben erst nach Jahren (zumindest was Bero angeht gab es ja mehr als genügend Möglichkeiten) und zufälligerweise in kurzem Abstand zueinander gefunden haben ist Zufall. Selbst mein aller erstes Stück von Novak nutze ich z.B. noch regelmäßig und bereitet mir nach wie vor große Freude - die Stücke wähle ich mit Bedacht und ohne einem Ziel hinterherzujagen, sondern sich über die kleinen Kunstwerke zu freuen (oder genießen wie du sagst) und von ihnen zu lernen (im Bezug auf Tee). Natürlich ist keines davon nötig - eben sowenig wie ein Yixing oder überhaupt jegliche Teekanne egal welcher Herkunft oder mehr als 1 paar Schuhe zu besitzen. Ich bin sonst ein extremer Minimalist weil wie du sagst, egal was man hat, nichts davon macht einen glücklich - aber es gibt Dinge, die einem Freude bereiten und für mich ist das neben Tee eben primär Teekeramik: es tut sich einfach mehr in mir, wenn ich ein handgemachtes Stück Keramik berühre, wie bei sagen wir ein paar noch so teurer italienischer Lederschuhe (weshalb ich auch mehr Teekannen als Schuhe habe) oder sonst irgend etwas anderem. Falls jemand Dan Harris kennt: er hat ein Buch namens "10% happier" geschrieben und so ähnlich sehe ich es hier auch - ich erlange nicht die Erleuchtung, wenn ich Tee aus einem hübschen Kännchen und Schälchen trinke aber es bereitet mir mehr Freude, wie aus einem Pappbecher zu trinken. Dabei kommt es nicht auf die Menge an, sondern wie viel Freude man an den Stücken hat - wenn man mehrere Stücke hat, die einen Freude bereiten, ist es gut, wenn man nur eines hat ist es genau so gut. Sinnlose Dinge (zumindest für mich, siehe oben) wie teure Uhren und Markenklamotten interessieren mich nicht und zumindest in Süddeutschland sind die Immobilien-preise so krank, dass man sich ohne sich für die nächsten 50 Jahre zu verschulden (und somit mental in Ketten legt) ohnehin nichts kaufen kann also hab ich die Wahl bis zur Rente mit meinem Pappbecher da zu sitzen oder das was mir wichtig ist 10% mehr zu genießen und schauen ob ich bis zur Rente komme oder nicht.
Hm, OK, ist jetzt etwas abgedriftet aber bei so einer schwammigen Vorlage ... zumal ich mir nicht sicher bin, ob du dich überhaupt darauf beziehst (z.B. ist mir völlig schleierhaft was das Zitat da macht). :D

@Tobias82 auch hier verstehe ich nicht, was du damit sagen möchtest - dass sich die europäischen Töpfer (zumindest die von mir vorgestellten) durchaus an der Asiatischen Keramik-Tradition orientieren ist weder neu noch ein Geheimnis sondern ein von ihnen selbst kommuniziertet Fakt... ich bin um ehrlich zu sein auch recht froh, dass ich Gongfu nicht mit nem 1,5-Liter-Pot machen "muss".
Edit: Mensch, lass einem doch etwas Zeit zum Antworten - i.d.R. ist es besser erst zu denken und dann zu schreiben...

Vielleicht stehe ich heute auch einfach nur auf dem Schlauch :D

bearbeitet von doumer

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@doumer: guck mal den Post oben, hab´ den Link eingefügt und die Kanne als Beispiel.

wollte ja nur sagen, dass es ja etablierte Kannen-Stile gibt, bzw. Merkmale und stilistische Feinheiten, die seit vielen Jahren verwendet werden.

Finde Deine neue Kanne echt schön, und wollte das nur ergänzen, gerade diese hohe "Mittellinie" die in den Griff über geht, ist schon sowas wie eine
traditionelle Formgebung und findet sich in vielen alten Kannen wieder.

Außerdem muss man ja der Übermacht der Tschechen was entgegensetzen, und eventuell lockt es ja @theroots aus dem Winterschlaf??

Dann kann die Kontroverse ja beginnen :lol:

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vor 24 Minuten schrieb Tobias82:

wollte ja nur sagen, dass es ja etablierte Kannen-Stile gibt, bzw. Merkmale und stilistische Feinheiten, die seit vielen Jahren verwendet werden.

Das ist natürlich vollkommen richtig und findet sich über alle Kulturen hinweg :) 

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vor 2 Stunden schrieb doumer:

keine Ahnung wen du mit "Sie" meinst (dich selbst wenn man so manchen Post mit Yixing-Dekadenz-Bildern betrachtet?)

Ja, ich steckte definitiv darin!! Und ich bezog es auch gar nicht auf dich, sondern:

vor 20 Stunden schrieb GoldenTurtle:

(Disclaimer: generell gemeint)

 

Interessanterweise denken jene mit wenig ebenso, ach könnte ich mir doch dies oder das leisten, wie jene mit viel. Dieser Ansatz ist endlos.

vor 6 Stunden schrieb theroots:

Ist wohl dem Umstand geschuldet, dass das Wort „Massel“ südlich der Grenze nicht ganz so geläufig ist. ;) 

Worauf ich hinaus will, sowas ist gar kein echtes Glück, sondern das wirklich von ganzem Herzen schätzen zu können, was man hat, auch wenn es weniger ist, das ist echtem Glück schon viel näher.

Der andere Ansatz ist wie gesagt endlos, Neid einerseits und Stolz andererseits fruchtlos, dead-end streets.

Aber was wirklich toll ist, die echte Liebe freut sich mit den anderen, auch wenn man es selbst nicht hat, sondern ist ehrlich genügsam, braucht gar nicht viel um glücklich zu sein. Oh ihr Lieben, ich lerne.

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