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Hallo, zusammen.

Leider ist die Auswahl an Händlern welche ein (gutes) Yancha-Angebot im innereuropäischen Raum anbieten sehr überschaubar. Eine gute Sache bzgl. den neuen Medien ist es, dass man relativ schnell auf neue Shops aufmerksam wird. Bei diesem Shop wird das Hauptaugenmerk bis jetzt auf Felsentees, Pu-Erh und Heicha, sowieso Schwarz- und Weißtees gerichtet. Der Händler ist selbst Chinese und lebt in Spanien. Die Preise suggerieren ein qualitativ hochwertiges Niveau. 

Weil die Tees komplett ohne evtl. Zollstress geordert werden können habe ich mich getraut und das komplette Felsentee-Angebot - nebst ein paar Pu-Samples - geordert, um einen groben Überblick über die Tees zu gewinnen. 

Den Anfang machte gestern der Qi Lan, ein Kultivar, welcher erst in den 90er Jahren in die Wuyi-Region kam und ursprünglich in Fujian kultiviert wird.

Qi Lan bedeutet wörtlich übersetzt wilde Orchidee und der Name ist bei diesem Tee Programm.

Das Röstlevel ist recht ordentlich, auch wenn der Tee bereits ein Jahr Ruhe nach der letzten Röstung hatte. Das Blattgut ist intakt und gefällt optisch.

Die Mineralität ist eher zurückhaltend, ebenso der Körper. Der Fokus liegt hier ganz klar bei den floralen Noten die sich über viele Aufgüsse sehr präsent zeigen. Mir persönlich ist der florale Faktor hier etwas zu stark ausgeprägt, für einen Yancha ist mir auch das mineralische Fundament zu subtil. Einzig die Röstnoten schaffen es die Orchidee in der Schale etwas zu zügeln, der leicht Süße Nachhall hingegen weiß wiederum zu gefallen.

Ein gut produzierter Yancha. Die Röstung soll hier ein Gegengewicht zu den ausgeprägten floralen Noten bilden, schafft dies aber nur bedingt. Ein blumiger Tee, der genau das liefert, was die Beschreibung vermuten lässt. Für Einsteiger interessant, da leicht zugänglich und freundlich. Mir hat er zu wenig Körper und Mineralität, was aber kein Fehler, sondern dem Kultivar geschuldet ist.

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Danke für deinen Beitrag zu den Felsentees.

Ich habe zur Eröffnung auch dort bestellt, allerdings überwiegend PuErh und war von der Preis-Leistung, zumindest der Pus doch recht positiv überrascht.

Hast du dir direkt das Yancha-Set oder doch einzelne zugelegt? Welche Tees hast du dir dort noch bestellt?

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@miig Was hältst du von einer erneuten Titelkorrektur? "Anima berichtet von einer weiteren Yancha-Odyssee, diesmal in Spanien"

PS an Allesernstnehmer: Das war ein Scherz.

Prosit @Anima_Templi 👍

vor 17 Stunden schrieb Anima_Templi:

Die Röstung soll hier ein Gegengewicht zu den ausgeprägten floralen Noten bilden, schafft dies aber nur bedingt. Ein blumiger Tee, der genau das liefert, was die Beschreibung vermuten lässt. Für Einsteiger interessant, da leicht zugänglich und freundlich. Mir hat er zu wenig Körper und Mineralität, was aber kein Fehler, sondern dem Kultivar geschuldet ist.

Ich denke nicht nur, sondern das ist halt die Kehrseite des modernen, sanften Röstens - Yancha wird dadurch wie du sagst für Anfänger zugänglicher und braucht auch kaum noch Lagerung (ist wie moderner Wein auf einen unmittelbaren Konsum hin produziert), was jedoch oft auf Kosten der Komplexität geht. Mal schauen, ob bei anderen ein Mittelweg besser gelungen ist ... für mich ist es eben fraglich, ob zu sanft gerösteter Yancha überhaupt noch ein Yancha ist, denn dadurch verliert er sein namensgebens Hauptmerkmal, die Mineralität.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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@GoldenTurtle, Du interpretierst mein geschriebenes falsch! :) Ich schrieb ja: "Das Röstlevel ist recht ordentlich..", also alles andere als sanft geröstet. 

2020 Prize-winning DaHongPao

Ausgezeichnet mit dem "High Quality Award" bei der jährlichen Tee-Prämierung im Dorf Tianxin.

Trockenes Blatt: Röstnoten, mit dunkler Frucht

Nasses Blatt: brotig, dunkle Schokolade/Kakao, Rosinen

Weich und sanft auf der Zunge, Röstnoten sehr dezent, dafür sind volle Fruchtnoten sehr präsent. Im Nachhall eine kühlende, prickelnde Frische. Dezente Mineralität.

Ab dem zweiten Aufguss mehr Mineralität. Vordergründig bleibt der Tee sehr sanft, wunderbare Fruchtnoten. Bemerkenswert gute Balance zwischen allen Aspekten! Schöner Nachhall, welcher den Mund frisch und "sauber" zurück lässt. Eher leichter Körper, was den Fokus jedoch umso mehr auf die gute Qualität des Blattgutes und der Verarbeitung lenkt.

Die Intensität der Mineralität kann durch längeres ziehen gesteigert werden; tolles Mundgefühl! Schönes Qi, welches in entspannten Wellen durch den Körper fließt. Die Grundcharakteristik bleibt über viele Aufgüsse hinweg erhalten. Ein blitzsauberer Tee, der mit Bedacht und Sorgfalt produziert wurde. Absolut empfehlenswert!

vor 31 Minuten schrieb GoldenTurtle:

ob zu sanft gerösteter Yancha überhaupt noch ein Yancha ist, denn dadurch verliert er sein namensgebens Hauptmerkmal, die Mineralität.

Dem widerspreche ich, bzw. möchte anfügen, dass Mineralität nicht Hand in Hand mit einer starken Röstkomponente gehen muss. Auch ein schonendes Röstverfahren bringt die Mineralität schön zur Geltung, allerdings ist dies sehr zeitintensiv und somit auch kostspieliger/aufwändiger für den Teefarmer. Im übrigen ist eine starke Röstung auch kein Garant dafür, dass die Komplexität des Tees gesteigert wird. Es kann durchaus sein, dass die Röstaromen sämtliche Feinheiten des Tees überdecken bzw. der Tee durch zu starkes rösten seiner Feinheiten sogar beraubt wird, sodass sich diese auch nach Jahren der Lagerung nicht wirklich aufzeigen. Dieser Tee ist offenkundig nicht bockstark geröstet, sondern mit Gefühl. In diesem Preisgefüge erwarte ich (noch) keine eierlegende Wollmilchsau und die Komponenten, welcher der Tee liefert, ergeben solch ein in sich stimmiges Gesamtbild, dass er locker zu den besten DHP zählt, die ich bisher versucht habe. Manch einer weiß vielleicht aus Erfahrung, wieviel Mist es hier auf dem Markt gibt... Deswegen bin ich dankbar für so einen schönen Teemoment mit diesem Kultivar.

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vor 35 Minuten schrieb Anima_Templi:

Ich schrieb ja: "Das Röstlevel ist recht ordentlich..", also alles andere als sanft geröstet. 

Stimmt, sorry, das ist mir entflogen. Dann scheint mir der Tee aber etwas widersprüchlich zu sein ... hmmm ... möglicherweise ist mir die Ursache in der nachfolgenden Replik klar geworden.

vor 35 Minuten schrieb Anima_Templi:

Dem widerspreche ich, bzw. möchte anfügen, dass Mineralität nicht Hand in Hand mit einer starken Röstkomponente gehen muss. Auch ein schonendes Röstverfahren bringt die Mineralität schön zur Geltung, allerdings ist dies sehr zeitintensiv und somit auch kostspieliger/aufwändiger für den Teefarmer.

Also dass die Mineralität durch die Verarbeitung, insb. durch die Röstung betont / hervorgehoben wird, darüber sind wir uns ja schon mal einig.
Denkst du denn, der Qi Lan war zwar doch ziemlich heiss, aber etwas zu kurz geröstet?
Weil, ich meine, am Kultivar selbst liegts mMn nicht - ich hatte, wenn ich mich recht erinnere, doch schon anständig mineralischen Qi Lan.

vor 35 Minuten schrieb Anima_Templi:

Ab dem zweiten Aufguss mehr Mineralität. Vordergründig bleibt der Tee sehr sanft, wunderbare Fruchtnoten. Bemerkenswert gute Balance zwischen allen Aspekten! Schöner Nachhall, welcher den Mund frisch und "sauber" zurück lässt. Eher leichter Körper, was den Fokus jedoch umso mehr auf die gute Qualität des Blattgutes und der Verarbeitung lenkt.

Dieser DHP scheint mir hingegen aufwändiger verarbeitet worden zu sein ... ich schätze mal niedertemperaturigere Röstung, dafür viel länger.

Es wäre zudem bereichernd, wenn du noch ungefähre Gramm-Preise zu den Tees vermerken könntest. 👍

Bearbeitet von GoldenTurtle
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vor 36 Minuten schrieb GoldenTurtle:

war zwar doch ziemlich heiss, aber etwas zu kurz geröstet?

Genau dies vermute ich! :)

vor 37 Minuten schrieb GoldenTurtle:

ich schätze mal niedertemperaturigere Röstung, dafür viel länger.

Auch hier stimme ich Dir zu.

vor 48 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Es wäre zudem bereichernd, wenn du noch ungefähre Gramm-Preise zu den Tees vermerken könntest.

1gr. dieses Tees liegt bei 1,55€.

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vor 5 Stunden schrieb Anima_Templi:

1gr. dieses Tees liegt bei 1,55€.

Für einen "prize-winning" DHP ist das gar nicht soooo übel, jedoch ist unklar was für einen Preis das denn genau ist, denn wie wir bspw. von der Lugu Competition kürzlich mitbekommen haben, kriegt jeder (selbstverständlich beitragszahlende) Teilnehmer einen Preis, ja sogar der letzte Platz erhält noch eine sich unerhört gut anhörende, verkaufsfördernde Auszeichnung.

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vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

kriegt jeder (selbstverständlich beitragszahlende) Teilnehmer einen Preis, ja sogar der letzte Platz erhält noch eine sich unerhört gut anhörende, verkaufsfördernde Auszeichnung.

Interessant. Kannst Du das in Bezug auf diesen Teewettbewerb dieses Dorfes belegen? 

Über tausend Tees werden bei diesem Wettbewerb verkostet. Ich glaube es schlicht nicht, dass jeder irgendeine Auszeichnung bekommt.

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vor 14 Stunden schrieb Anima_Templi:

Kannst Du das in Bezug auf diesen Teewettbewerb dieses Dorfes belegen? 

Nee, bei diesem Teewettbewerb weiss ich das nicht ...

vor 23 Stunden schrieb Anima_Templi:

Ausgezeichnet mit dem "High Quality Award" bei der jährlichen Tee-Prämierung im Dorf Tianxin.

... aber "High Quality Award" hört sich für mich genau wieder nach so einer Auszeichnung an, die mind. jeder zweite eingereichte Tee erhält.

Das ist generell eben nichts neues, solche Auszeichnungen sind global zu einem lukrativen Werbe-Geschäft geworden ... auch im Wein gibts solche kaufbaren Auszeichnungen, wo sehr viele Teilnehmer eine werbewirksame Medaille kriegen - ausser er ist wirklich dermassen übel, dass die Juroren davon Pickel am Hintern kriegen o.ä. ... ein konkretes Beispiel aus der Weinwelt. Man bezahlt pro eingereichtem Wein etwa 150€ und 30% erhalten eine Medaille, d.h. von 14000 eingereichten Wein wären das 4200 - interessanterweise gibt es aber nur Gold- und Silbermedaillen (Bronze gibt es gar nicht!). Solche Auszeichnungen richtig lesen zu können ist eine Kunst ... Gold z.B. heisst heutzutage oft fast gar nix mehr (ich schätze ca. 3000 der eingereichten 14000 Weine kriegen eine Gold-Auszeichnung - man kann wohl in jedem Aldi Flaschen mit solch einer Auszeichnung finden), aber die wirklichen Gewinner erfährt man nur in den Sonderpreisen (von deren Existenz der Otto-Normalverbraucher nicht einmal etwas weiss) - Auszeichnungen wie Grand Gold / Best of Show / Best red dry Wine o.ä. sind rar und bedeuten wirklich was.

PS: Uff, es ist noch etwas übler als ich gedacht habe. Hier lassen sie sich in die Karten blicken. Von 5817 verliehenen Auszeichnungen waren 5177 Gold-Medaillen. 🤣
Aber man muss das verstehen, solche Verkostungswettbewerbe sind oft eine Art Werbe-Geschäft. Die Verkoster erhalten ordentlich Teilnahmegebühren und ein grosser Teil der Teilnehmer erhält eine werbewirksame Auszeichnung.
Das ist in Europa oft so mit dem Wein, und in Asien halt mit dem Tee.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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Mir wurde vom Händler soeben bestätigt, dass bei dieser Competition längst nicht jeder Tee eine Auszeichnung erhält. Ob man nun solch böse Machenschaften dahinter vermutet oder nicht, ist jedem selbst überlassen... 🤷‍♂️ Das wichtigste ist der Tee und der überzeugt ganz ohne irgendwelche blumigen Auszeichnungen, oder Worte. :)

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vor einer Stunde schrieb Anima_Templi:

Das wichtigste ist der Tee und der überzeugt ganz ohne irgendwelche blumigen Auszeichnungen, oder Worte. 

Darauf kommt es doch an oder? Ob der Tee dann einen Preis oder eine Auszeichnung bei irgendwas bekommen hat oder nicht ist völlig egal. Die besten Tees die ich kenne haben keinerlei Auszeichnung (zugegebenermaßen wüsste ich auf Anhieb auch von keiner solchen Veranstaltung im Puerh-Bereich) und ich hatte gestern Nachmittag einen Dong Ding (ebenfalls ohne Auszeichnung) der um Längen besser war, als der kürzlich besprochene (mach bei Gelegenheit noch einen Post dazu) - andererseits erinnere ich mich da aber an einen ganz tollen 90er Dong DIng von TTpl, der an solch einem Wettbewerb (evtl. sogar der gleiche?) teilgenommen hat und nur den 4. Platz belegt hat. Letztlich zählt ausschließlich der Tee - alles andere ist (abgesehen vom Preis 😅) vollkommen egal.

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2020 Shui Jin Gui

Ein berühmtes Kultivar (und Forenmitglied 😋), mit welchem ich bisher nie warm geworden bin (also dem Kultivar, NICHT dem Forenmitglied! :D ).. Im besten Fall war der Tee unspektakulär, ich hatte aber auch schon wirklich miese Varianten.. :ph34r:

Deswegen war ich sehr gespannt, was mich bei der Selektion dieses Händlers erwarten würde.

Trockenes Blatt: dunkles Holz, heißer Würzkompott (Pflaume)

Nasses Blatt: ein Hauch von Blüten, gebackene Früchte

Frisch, klar und sauber; das beschreibt den ersten Aufguss am Besten. Spritzige Frucht, leichte Mineralität prickelt an der Zungenseite und am Gaumen.

Ab dem zweiten Aufguss steigern sich Frucht und Mineralität deutlich, auch der Körper wird schwerer. Trotzdem behält der Tee seinen frischen Charakter. Im Nachhall treten die feinen Röstaromen stärker zu Tage. Kühler getrunken zeigt sich ein subtiler floraler Charakter, sehr elegant und überhaupt nicht nuttig.

In den folgenden Aufgüssen zeigt sich ein schönes Wechselspiel zwischen floralen und fruchtigen Noten. Die Mineralität nimmt relativ schnell wieder ab und spielt keine große Rolle, was ich dem Tee aber durchaus verzeihen kann. Ist er doch der erste Shui Jin Gui, welcher einen guten Eindruck auf mich gemacht hat. Er ist ganz klar auf die Kopfnoten hin produziert, also ebenfalls ein eher filigran ausgebauter Tee. Lässt sich hier vielleicht eine persönliche Präferenz des Händlers konstatieren? :) Da das Geschmacksbild aber wirklich schön stimmig ist und er somit endlich mal eine positive Erinnerung an dieses Kultivar geschaffen hat, möchte ich wegen des schnell abbauenden Körpers und der Mineralität nicht allzu hart ins Gericht gehen.

In jedem Fall ein schöner Tee, bei welchem die Beschreibung des Händlers wieder sehr treffend ist.

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vor 4 Stunden schrieb Anima_Templi:

Ob man nun solch böse Machenschaften dahinter vermutet oder nicht, ist jedem selbst überlassen... 🤷‍♂️

Das sage ich keineswegs, es ist auch überhaupt nicht illegal, so funktioniert halt der Markt, die Menschen suchen oft Bestätigung durch irgendetwas oder irgendjemanden, der ihnen sagt, dass dies etwas Gutes ist.

vor 4 Stunden schrieb Anima_Templi:

Das wichtigste ist der Tee und der überzeugt ganz ohne irgendwelche blumigen Auszeichnungen, oder Worte.

Genau! Aber viele kaufen eben nach Auszeichnungen oder Bewertungen.
Und einen ausgezeichneten Tee kann man dadurch leider i.d.R. auch teurer verkaufen.

vor 3 Stunden schrieb doumer:

Die besten Tees die ich kenne haben keinerlei Auszeichnung (zugegebenermaßen wüsste ich auf Anhieb auch von keiner solchen Veranstaltung im Puerh-Bereich)

Oh, doch doch, die gibt es schon ... wobei es dort solche und solche gibt ... Jeep hat bei einer mEn halbwichtigen Competition schon mehrere Gold-Pokale abgestaubt, aber bereits diese Competition ist tatsächlich relativ ernst zu nehmen, dort gewann mEn ein wesentlich geringerer Teil der Einreichungen eine Auszeichnung, und bei einer ganz wichtigen Xishuangbanna Competition 2017, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat eine Produktion aus Gedeng überraschenderweise den ersten Platz belegt, daraufhin haben sich die gs Maocha Preise von dem Dorf über Nacht verdreifacht.

vor 2 Minuten schrieb Anima_Templi:

Ein berühmtes Kultivar (und Forenmitglied 😋), mit welchem ich bisher nie warm geworden bin (also dem Kultivar, NICHT dem Forenmitglied! :D ).. Im besten Fall war der Tee unspektakulär, ich hatte aber auch schon wirklich miese Varianten.. :ph34r:

Haha, der Frechdachs!
Aber ja ... je berühmter der Name im Yancha, desto schwieriger (und meist auch kostspieliger) ist es, etwas wirklich Gutes davon zu kriegen.
Und SJG gehört nun halt mal zum Klub der vier grossen Si Da Ming Cong.

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vor einer Stunde schrieb doumer:

Aber auch hier werden nicht alle teilnehmen, oder sind die Tees von Yu so schlecht, dass die nichts gewinnen? 😉

Wegen verschiedener Gründe nehmen kleine Produzenten i.d.R. eher kaum an solchen Wettbewerben teil. Einerseits, weil man eine nicht unbeträchtliche Menge des Tees kostenfrei zur Verfügung stellen muss, i.d.R. mind. 1 Jin [= 500g], was für Boutique-Produzenten selbst auch ziemlich ins Geld gehen kann, andererseits, weil die Bewertungen oft ziemlich mainstream-lastig sind. In Taiwan z.B. ist afaik stets noch der moderne, von Japan aus vermeintlichen Gesundheitsgründen importierte atomgrüne Verarbeitungsstil sehr trendy, für den mMn jedoch "leider" die taiwanesischen Kultivare nicht bekömmlich genug gezüchtet sind.

vor einer Stunde schrieb doumer:

Ah interessant, wusste ich nicht und hab auch noch nie was von einem "competition grade" Puerh gelesen oder irgendwelche Siegel auf einem Wrapper gesehen.

Das ist wieder ein "mal so mal so"-Ding ... nachfolgendes ist mehr ein persönliches Fazit meinerseits - wenn, dann gebe ich betr. Pu'Er mehr auf lokale Wettbewerbe in Yunnan, hingegen z.B. auf Auszeichnungen der Shanghai Tea Expo, wo auch Pu'Ers ausgezeichnet werden, nun ja, ich kenne mehrere solcher dort ausgezeichneten Pus, aber erschlossen haben sich mir die dortigen Bewertungen bislang noch eher selten.

PS: Eine Auszeichnung auf einem Wrapper ist auch nicht unbedingt leicht zu erkennen resp. zu verstehen, hier z.B.:

Auszeichnung.jpg.118c017e815e4817da1e97e90f60c0b1.jpg

PPS: Um meine Ausführungen betr. Auszeichnungen auf den Punkt zu bringen:
MMn sollte man hinsichtlich Auszeichnungen ein Paradigmenshift vornehmen - meistens bedeuten diese nämlich nicht, dass es sich beim prämierten Produkt um ein wirkliches Spitzenprodukt handelt, dass praktisch alle anderen überflügelt (was zwar sein kann aber nicht muss), sondern lediglich eine Art Qualitätskontrolle, dass man es mit einem anständigen Produkt zu tun hat.

Bearbeitet von GoldenTurtle
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OK danke, dann haben sich meine Vermutungen ja bestätigt - wenn Peter zb mit dem mind_switch teilnehmen wollt, wäre schon 10% der Gesamtproduktion nur für die Teilnahme am Wettbewerb weg, dessen Ergebnis letztlich eh egal ist. Es zählt der Tee 😉

Oh Pardon, mit dem Tee ohnehin nicht da es ja ein Thai-Sheng ist - da würde er wahrscheinlich beim Versuch gesteinigt werden 🙂

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  • 2 Wochen später...

2020 Huang Mei Gui

Die "Gelbe Rose" habe ich von txs noch gut in Erinnerung. Da waren die floralen Noten überbordend und sehr intensiv. Ich war gespannt, wie sich dieser Vertreter seiner Art schlagen wird.

Trockenes Blatt: dunkle Schokolade, Kirsche

Nasses Blatt: stärkere Röstung, dunkle Frucht

In den ersten beiden Aufgüssen sehr präsente Kopfnoten. Florale Spitzen, welche von einer gut dosierten Röstnote kontrolliert werden. Belegendes Prickeln im Mund mit einem schönen mineralischen Nachhall.

In den folgenden Aufgüssen homogener mit einem stimmigen Gesamtbild. Nur schade, dass die Mineralität sehr schnell nachgelassen hat. Jedoch eine sehr schöne Dosierung der Röstnoten! Die floralen Noten bleiben eher dezent, was ich begrüße. 

Alles in allem ein stimmiger Yancha, der Einsteigern Freude bereiten sollte. Etwas mehr Körper und Mineralität würden ihm gut zu Gesicht stehen. Für Liebhaber von Kopfnoten zu empfehlen.

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    • Von SoGen
      An anderer Stelle hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich mir für das 1. Semester 2022 als kleines Studienprojekt, das ich hier nach und nach vorstellen möchte, das Thema Yancha gewählt habe. Dabei geht es mir nicht darum, das Angebot eines bestimmten Händlers zu prüfen sondern darum, über die doch recht vielfältige Welt der verschiedenen Yancha-Sorten einen besseren Überblick zu gewinnen - und dabei etwas über den Tellerrand der üblichen Verdächtigen, also der "vier grossen berühmten Teebüsche" (Si Da Ming Cong - i.e. Da Hong Pao, Tie Luo Han, Bai Ji Guan und Shui Jin Gui) hinauszuschauen.
      Den Beginn machte heute ein Shui Xian (Narzisse, wörtl. 'Wassergeist') - eine Varietät, die mir bislang lediglich aus dem Fenghuang-Terroir Guangdongs und aus Zhangping (gepresst, deutlich anderer Charakter) bekannt war, die jedoch im Wuyi Shan ebenfalls seit langem beheimatet ist; der auf ca. 400 Jahre geschätzte älteste Teebusch des Wuyi Shan ist ein Shui Xian. Übrigens ein Typus, der nicht zu meinen Favoriten zählt - weswegen er auch als erster antreten darf. Der Name weist jedenfalls unmissverständlich darauf hin, was man da erwarten darf.
      Das trockene Blatt duftet vage blumig; schwach sind Röstnoten identifizierbar, die dann später in den Aufgüssen jedoch gut eingebunden und als solche nicht mehr identifizierbar sind. Das bekannte 'Narzissenaroma' ist unverkennbar, allerdings grundtöniger, 'schwerer' als ich es von Fenghuang Dancong kenne. Diese Grundtönung nimmt im Verlauf der Verkostung einen zunehmend mineralischen Charakter an - falls mich da meine Erwartungshaltung nicht getäuscht hat. Die Intensität des Geschmack lässt mit dem 5. Aufguss allmählich nach, die Aromenstruktur wird undifferenzierter, 'weicher' - und sogar ein wenig harmonischer. Der 'dunkle' Narzissenduft in der Nase bleibt hingegen bemerkenswert konstant und verblasst erst (dann freilich deutlich) im 9. Aufguss. Obwohl stark aufgesetzt (8 gr / 120 ml) keinerlei bittere Noten, auch keine Adstringenz. Sehr unauffällige Textur, was aber mE typisch für einen floralen  (hua xiang) Shui Xian ist.
      Aufgegossen - wie es sich gehört - in Yixing, das Kännchen ist seit einigen Jahren für Yancha reserviert und wurde im wesentlichen mit DHP gefüttert; hier im Eröffnungsposting kurz vorgestellt:



    • Von maik
      Moin...
      Soweit ich weiß, soll ja oben genannte Sorte mit die Speerspitze des Oolongs darstellen.
      Gerne würde ich von euch wissen, wo man bedenklos zugreifen kann (shop, Sorte) und ob bzw welche man länger lagern kann. 
      Porzellandosen sind vorhanden  
      Danke 😊
    • Von chenshi-chinatee
      Hallihallo! 
      Es ist mal wieder soweit; knapp zusammengefasst:
      Ab jetzt bis Donnerstag gibt es 12% mit den Gutscheincode
      "rainydays"
      Allerding nur auf Tees, nicht auf Geschirr! 
      Weiterer Ausblick: 
      Neue Grüne und Schwarze Tees sind bereits unterwegs und sollten bis Mitte November auch ankommen u.a.:  Guyu Longjing - d.h. eine spätere Pflückung die tendenziell damit auch günstiger und etwas stärker im Geschmack ausfällt Waschechter Qingming Huangshan Maofeng, neben Longjing der China Grüntee Wuyishan Jinjunmei - etwas für kalte Herbst und Winternächte Neue Pu-erh werden auch noch geordert wobei hier der Fokus auf 2021er Tees fallen wird sowie wieder die Bestände an alten Tees aufzustocken, namentlich z.B. den 8582 oder den Songpin Hao Green Label.
       
    • Von HJ0001
      Hallo, 
      Ich möchte folgende Teesorten bestellen:
      - Qing Xin High Mountain Oolong (idealerweise Alishan oder Lishan) 
      - Jing Xuan High Mountain Oolong / Milky Oolong (idealerweise Alishan oder Lishan)
      - Cui Yu Oolong (bevorzugt Jade Oolong) 
      - Si Ji (Vier Jahreszeiten) Oolong 
      Also jeweils einen Tee der vier Hauptkultursorten für Oolong in Taiwan. 
      Außerdem:
      - Red Jade Black Tea (Sun and Moon Lake, #18) 
      - Sencha
      All diese Tees sollten in einem Preisbereich liegen, der sie einigermaßen alltagstauglich macht, schätzungsweise etwa 15 Euro pro 50 gramm oder weniger. 
      Teekontor Kiel hat Sencha und Red Jade im Angebot, jedoch wenig Auswahl beim taiwanischen Oolong, und der Großteil sind hochwertige Oolong von Meister Atong, die über meinen Preisvorstellungen für den Alltag liegen. 
      What Cha hat die all der genannten Tees im Angebot, wobei der Jin Xuan jedoch kein High Mountain Tea aus Lishan oder Alishan, sondern vom Mt. Bamboo. Außerdem wird auf der Website darauf hingewiesen, dass die Lieferzeiten bis zu 8 Wochen innerhalb der EU betragen können (was ein Tippfehler sein könnte, denn das wäre laut eigenen Angaben langsamer als weltweite Lieferungen). 
      1. Kann jemand etwas über die Tees von What Cha sagen? Sind sie qualitativ gut (natürlich nicht verglichen mit den hochwertigsten Tees)? 
      2. Hat jemand Erfahrungen mit den aktuellen Lieferzeiten? 
      3. Was für Alternativen gibt es, die alle meine Anforderungen erfüllen? Eine deutsche/europäische Alternative wäre mir am liebsten, da ich den Tee gerne schnell hätte und auf die 7% Steuer auch lieber verzichten würde. 
      Ich bin aber dennoch für weltweite Empfehlungen offen. Taiwanteacrafts war hier mein erster Gedanke. 
      Vielen Dank! 
    • Von ValeTea
      Welchen Tee trinkst du denn gerne am Abend? Ist ein Ripe Pu-Erh am Abend (ab 18Uhr) zu empfehlen?
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