Charyu

Welches Aufguss-Gefäß für welchen Tee (Erfahrungsberichte)

Empfohlene Beiträge

Ich hab dies Thema bisher nicht im Forum gefunden.

Es gibt ja diesen Spruch: "Es gibt keinen schlechten Tee, nur eine schlechte Zubereitung!".

Auch wenn ich nicht voll dahinter stehe, hab ich schon festgestellt, dass ein Tee, der in unterschiedlichen Gefäßen (unterschiedliche Materialien und Formen) aufgegossen wird, auch unterschiedlich schmeckt und unterschiedliche Einwaagen verlangt.

Im eingeschränkten Maß hab ich auch festgestellt, dass der Tee, aus unterschiedlichen Gefäßen getrunken, auch unterschiedlich genossen werden kann.

Ich teste nun schon ein paar Wochen den Unterschied von Shou-Pu in einem Yixing Xishi Puer Duanni Teekännchen (Kugel, ~ 200ml), einer Jianshui black (Drachenei, ~ 270ml) und einem Porzelan-Gaiwan.

 

post-621-0-70799900-1420030098_thumb.jpg

Und im Groben hab ich bereits festgestellt, dass für mich der optimale Geschmack (neben der Einwaage) von unterschiedlichen Shou-Pu's auch in unterschiedlichen Zubereitungsgefäßen erreicht wird. Genaueres kann und will ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Als Trinkschale kommt für mich diesbezüglich nur ein Porzelangaiwan oder besser eine Schale aus Ton (am liebsten Jianshui) in Frage.

Was habt Ihr da so an Erfahrungen gesammelt?

Und das eben nicht nur in Bezug auf Pu Erh.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich könnte beinahe wetten, dass der Shou letztlich bei identischer Zubereitung

in der sehr interaktionsfreudigen Duanni besser kommt.

So eine Jianshui würde ich unbedingt für hochwertigen, jungen Sheng nehmen,

wenn du denn sowas süffelst.

 

:huh: Ist das jetzt Deine eigene Erfahrung oder Forentheorie?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ach, ein bisschen von beidem. :)

Duanni gilt auch weithin als extrem beeinflussend, quasi das Maximum in der Hinsicht, was überhaupt frei verfügbar ist. :D

Eine Jianshui im Gegensatz ist i.d.R. etwas irgendwo zwischen einer üblichen Yixing und einem neutralen Aufgussgefäss.

Also reine Mathematik, was für was optimaler sein müsste (in der Theorie ^_^), aber natürlich ist das auch nur nach meinem Geschmack, und die Geschmäcker gehen auseinander.

Chashi z.B. bevorzugt etwa das genaue Gegenteil: jungen Sheng stark beeinflusst, Shou oder alten Sheng aber fast neutral.

Gero als weiteres Beispiel hat in der Hinsicht wiederum ähnliche Ansichten wie ich.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hab ich das jetzt richtig verstanden?

Die Einteilungen bleiben auf der Ebene Sheng und Shou, jung und alt, stark und schwach beeinflussend und neutral!

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

"2009 Haiwan Ripe Pu-erh Fang Cha"

Diesen Shou bereite ich lieber in meiner Jianshui black (8g/Kanne) zu.

Basisnoten: erdig, ledrig, brotig - Kopfote: guter hochpreisiger Kaffee mit leicht fruchtiger Note.

Diese doch recht gradlinige Kaffee-note zieht sich in der Jianshui black doch noch mit am längsten gleichbleibend über recht viele Aufgüsse hinweg.

Bei der Duani wird der Geschmack über die Aufgüsse nicht gleichmäßig aufrecht erhalten und beim Porzelangaiwan war der Tee in den ersten Aufgüssen zu stark konzentriert und ließ dann recht schnell linear nach.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Dancong (allgemein) bisher habe ich immer mein 180ml Yixing purple Clay Teekännchen für fruchtige Oolong und weißen Pu Erh benutzt. 

post-621-0-88331400-1420395698_thumb.jpg   post-621-0-14471200-1420395847_thumb.jpg

für Dancong nutze ich jetzt den Porzelangaiwan, weil hier der Geschmack noch klarer und deutlicher rüber kommt. Dabei ist mein spezieller Wasserkessel für Oolong im Einsatz.

post-621-0-21342100-1420396261_thumb.jpg   post-621-0-09891500-1420396350_thumb.jpg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

"2009 Haiwan Ripe Pu-erh Fang Cha"

Diesen Shou bereite ich lieber in meiner Jianshui black (8g/Kanne) zu.

Basisnoten: erdig, ledrig, brotig - Kopfote: guter hochpreisiger Kaffee mit leicht fruchtiger Note.

 

Diese doch recht gradlinige Kaffee-note zieht sich in der Jianshui black doch noch mit am längsten gleichbleibend über recht viele Aufgüsse hinweg.

Bei der Duani wird der Geschmack über die Aufgüsse nicht gleichmäßig aufrecht erhalten und beim Porzelangaiwan war der Tee in den ersten Aufgüssen zu stark konzentriert und ließ dann recht schnell linear nach.

Interessant! Haiwan ist doch zudem auch eher einfache Qualität, mag doch Chris nicht mehr so,

wenn ich das richtig in Erinnerung hab.

Also wenn auch nicht geradlinig, fandest du den Geschmack in den wenigen stärkeren

Aufgüssen nicht besser in der Duanni?

Falls nicht, erstaunt das mich schon - aber die Praxis ist halt meist doch etwas anderes als die graue Theorie.

Aber danke auch noch für den Vergleich - man lernt wohl nie aus, die Theorie nicht überzubewerten,

und die Individualität nicht unterzubewerten.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Interessant! Haiwan ist doch zudem auch eher einfache Qualität, mag doch Chris nicht mehr so, wenn ich das richtig in Erinnerung hab.

Also wenn auch nicht geradlinig, fandest du den Geschmack in den wenigen stärkeren Aufgüssen nicht besser in der Duanni?

Falls nicht, erstaunt das mich schon

- aber die Praxis ist halt meist doch etwas anderes als die graue Theorie.

Aber danke auch noch für den Vergleich - man lernt wohl nie aus, die Theorie nicht überzubewerten,

und die Individualität nicht unterzubewerten.

So wie ich das hier mitbekomme, ist Chris und wohl der größere Teil der Forenmitglieder, die hier mehr oder weniger oft schreiben, ehr Menghai lastig. 

Ich mag halt Haiwan und CNNP im Groben lieber (Shou-Pu). 

Geschmäcker und Vorlieben sind halt eben sehr individuell und verändern sich auch noch mit der Zeit. 

Und hat Chris nicht inzwischen von seinem Schwur auf Duani abgelassen?!

Und wenn ich mich richtig erinnere, dann schmeckten mir die Menghai-Shou besser aus einer Duani. Ich bin aber noch dabei dies langsam aber sicher nachzuprüfen, damit in meine schwammige Erinnerung mit einem Fokus auf Kanneneignung kläre.

Denn soweit ich mich erinnern kann, fand ich für unterschiedliche Shou-Pu's unterschiedliche Kannen geeignet, einen Tee nach meinem Geschmack zu brühen.

 

(Interessant wäre es ja auch, wenn Du hier mal Deine Vorliebe für einen bestimmten Tee und Deiner Meinung nach zugehöriger Kanne kund tust. Foto von Deiner Kanne wäre schön.)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Duanni ist nach wie vor das Mittel der Wahl wenn ich den Geschmacksspitzen abflachen möchte oder Aggressivität raus bekommen möchte, neben den viel effektiveren Methoden beim Aufguss bzw. Waschen... in der Praxis staubt die Duanni seit ca. 1,5 Jahren vor sich hin und wird nur ausgepackt wenn ich paralell verschiede Tees mit Leuten trinke und wir bei Shu landen. An sich eine tolle Sache so ein Ton, aber warum soll ich "schlechten" Tee unbedingt bisschen besser machen wollen? Warum nicht einen "guten" Tee "möglichst" in all seinen Nuancen - daher findet für pu (aber halt nur sheng pu) die zhuni Verwendung - Shu, wenn für mich alleine, kommt in Celadon (also neutral) - das ist aber eher der Größe mit 100 ml geschuldet als des Celadons selbst.



CNNP hat schöne shu und Haiwan Laotongzhi auch - nur sie sind bei mir nicht mehr so arg hoch im Kurs. CNNP allenfalls noch weil die preise für relativ passablen alten tee okay sind. Haiwan habe ich aufgrund besserer Alternativen nicht mehr nachgekauft - da würde ich in Zukunft eher zu Xiaguan und Dayi tendieren.


bearbeitet von chenshi-chinatee

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Dancong (allgemein)

bisher habe ich immer mein 180ml Yixing purple Clay Teekännchen für fruchtige Oolong und weißen Pu Erh benutzt. 

 

attachicon.gifYixing (purple Clay 180ml).jpg   attachicon.gifGongFuCha mit Yixing (purple Clay).jpg

 

für Dancong nutze ich jetzt den Porzelangaiwan, weil hier der Geschmack noch klarer und deutlicher rüber kommt. Dabei ist mein spezieller Wasserkessel für Oolong im Einsatz.

 

attachicon.gifGongFuCha mit Porzelangaiwan.jpg   attachicon.gifRou Gui from Double Breasts Mountin.jpg

darf ich fragen wo man so ein Teeschiff/Teeboot aus Ton bekommt?Foto unten links!!!

Sieht schön aus aber wie ist es gebrauchstechnischer hinsicht im Vergleich zu Teetischen

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

darf ich fragen wo man so ein Teeschiff/Teeboot aus Ton bekommt?Foto unten links!!!

Sieht schön aus aber wie ist es gebrauchstechnischer hinsicht im Vergleich zu Teetischen

 

:) Dies Teaboat hab ich aus Dingen zusammengestellt, die man im Gartencenter bekommt. Abteilung Terracotta. Einen großen Untersetzer zusammen mit den Türstoppern aus Terracotta. Alles zusammen kostete knappe 10,- €. Die Schildkröte aus Terracotta kostete dann noch mal ca. 5,- €. 

Das ist meine Billigvariante um auszutesten, wie sich so ein Teaboat gegenüber einem Teetisch macht. 

Ich setze beides zu unterschiedlichen Gelegenheiten ein. 

Danach habe ich mir einen großen Teetisch zugelegt, der jetzt stationär in der Küche steht und auf dem ich den Tee zubereit, bei dem mit Wasser geplanscht wird (Gong Fu Cha). Das Teaboat ist etwas mobiler und kann für eine Session am Tisch gut verwendet werden, da kleiner und mobiler.

 

Aber vor und Nachteile für sich und die eigenen Bedürfnisse musst Du im Grunde für Dich selbst in der Praxis herausfinden.  :)

bearbeitet von Charyu

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Da ich so langsam den Ruf eines verrückten Teewissenschaftlers nicht mehr ausweichen kann, hier ist die Kurzversion meiner langjährigen Tests und Experimente!

  • Tees die hohe und persistente Hitze benötigen sind am besten mit Tonkannen bedient
  • Tees die es kühler mögen sind in Glaskannen und Gaiwans sehr gut aufgehoben
  • Japanische Grüntees entfalten sich bei mir am besten in einer 300ml Glasteekanne
  • Gefäße unter 120ml sehe ich kritisch bei hitze-bedürftigen Tees da diese einfach nicht die Hitze halten können
  • Form der Gefäße ebenfalls wichtig - das Teeblatt soll nicht auf engstem Raum zusammengepfercht werden; ich hatte schon mehrere Versuche diesbezüglich. Meine Triptis gegen eine Tea Taster Tasse,  bis auf drei Gramm exakt dasselbe Gewicht (mit Deckel), die Kerntemeratur wurde während des Versuchs gleich gehalten, diesselbe Wasser- und Teemenge, es war einzig und allein die Form welche unterschiedlich war. Der Geschmacksunterschied war bemerkenswert, die Triptis bot wegen ihrer halbkugeligen Form eine viel bessere Extraktion, viel mehr Aromen als im Tea Taster, welcher da eher die mineralische Geschmacksrichtung einschlug.

Mein Fazit ist, es ist relativ egal welches Gefäß du nimmst, wenn es kein Ton ist der chemisch mit den Tee reagiert, muss das Gefäß nur genug Raum für die Entfaltung des Teeblattes liefern und die Kerntemeratur halten können welche der konkrete Tee benötigt. Kerntemperatur = die konkrete Temperatur des Wassers und Teeblattes im Gefäß während des Brühvorganges, meist deutlich niedriger als die Temeratur des Wassers im Wasserkocher.

bearbeitet von OstHesse

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

An der Konversation teilnehmen

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.


  • Gleiche Inhalte

    • Von 1stone
      Hallo,
      ich bin dabei mich in die Thematik grüner Tee zu vertiefen. Folgenden Artikel habe ich dabei gefunden, der die gesundheitliche Wirkung der einzelnen Aufgüsse analysiert: https://www.gruenertee.com/zubereitung/aufguesse/
      Ich hatte nun vor in der Zukunft Sencha Fukamushi regelmäßig zu trinken mit bis zu drei Aufgüssen. Allerdings bin ich nun verunsichert bzgl. der gesundheitlichen Aspekte vor allem beim 3. Aufguss. Da ich auch kurz vor dem Kauf einer Kyusu stehe, würde das mit entscheiden, welche Kyusugröße ich wählen würde.
      Leider konnte ich keine Beitrag zu dem Thema finden. Sollte ich dieses übersehen habe, dann bitte lasst es mich wissen. Danke!

      Viele Grüße
      Peter
    • Von Niefer
      Guten Tag werte Tee-Community,
      ich habe da mit ziemlicher Sicherheit ein Anfänger- oder Verständnisproblem mit dem dritten Aufguss meines Gyokuros.
      Vorweg muss ich sagen, dies ist mein erster Gyokuro überhaupt. Ich habe bisher was japanische Grüntees angeht nur
      Senchas und Kukichas getrunken. Ich habe mich hier im Forum schon eine Weile eingelesen und mir fällt da immer
      wieder auf, dass hier von teilweise 4, 5 oder mehr Aufgüssen gesprochen wird beim Gyokuro. Bei mir scheitert es schon
      beim Dritten. Die ersten zwei Aufgüsse sind klasse, beim dritten trinke ich dann eben gefühlt nur noch heißes Wasser
      mit etwas Abgangsnote und wenn ich die Ziehzeit anpasse wird er eben bitter. Ich bereite die drei Aufgüsse wie folgt zu:
      Aktivierung: mit 60° heißem Wasser für 5 Sekunden bedeckt und dann abgekippt
      1. Aufguss: 6g auf 380ml bei 60° für 120 Sekunden
      2. Aufguss: 65° für 100 Sekunden
      3. Aufguss: 70° für 80 Sekunden bzw. 100 Sekunden

      Dies ist der Tee den ich benutze: https://www.teegschwendner.de/tee-shop/japan-gyokuro

      Jetzt stellen sich mir als Laie folgende Fragen bei der Problematik:
      - ist die Gesamtmenge an Wasser für die drei Aufgüsse zu hoch?
      - ist der Gyokuro für so viele Aufgüsse nicht hochwertig genug? (vllt auch im Bezug auf die Wassermenge)
      - muss ich die Teemenge erhöhen damit noch was beim dritten Aufguss ankommt?
      - ist meine Zubereitung allgemein Quark?

      Vielleicht kann mir hier wer weiterhelfen. 😅
    • Von nemo
      In letzter Zeit hatte ich bei einem jungen Sheng mehrfach Sessions, in denen der Aufguss ungewohnt trübe war. Das hat mich an den Beitrag hier erinnert und ich würde gerne nachfragen, ob jemand dem Rätsel, bzw. dessen Lösung etwas mehr auf die Spur gekommen ist.
      Es ging bei mir um Blätter aus einem einzelnen Kuchen. Dieser war nachgekauft und zuvor hatte ich das Problem nicht. Auch waren nicht alle Sessions mit dem neuen Kuchen trüb. Ebenso direkt anschließende, bzw vorangegangene Sessions mit anderem Tee, aber gleichem Wasser und Aufguss-/Trinkzubehör.
      Da das Blattgut eher fest gepresst ist, hatte ich teilweise größere Stücke in der Kanne hatte, um die Blätter nicht unnötig zu zerbrechen. Vielleicht enthielt es im Inneren Brösel und Krümel, aber richtig aufgefallen ist mir da auch nichts.
      Gibt es Eurerseits noch Vermutungen oder Teeorien zu dem Phänomen?
    • Von TeaPhil
      Hi liebe Teegemeinschaft, :3
      ich will mir ein neues Yixing Tonkännchen für Wuyi Oolongs anschaffen. Allerdings habe ich da eine Frage zu der Höhe der Kannen. 
      Wisst ihr, gibt es Geschmacklich,  einen Unterschied zwischen höheren Kannen wie dieser hier (https://yunnansourcing.com/collections/yixing-pottery/products/jin-hei-gang-clay-rong-tian-yixing-teapot-130ml) im Vergleich zu so einer (https://yunnansourcing.com/collections/yixing-pottery/products/jin-hei-gang-clay-fang-gu-yixing-teapot-110ml) ?
       
      Würde mich über eine Antwort freuen :3
      Philipp
    • Von Sungawakan
      Wie oft kann man Pu-Ehr eigentlich aufgießen? Ich habe jetzt einen gefunden, auf dem steht, dass man ihn bis zu sechsmal aufgießen kann. Das erscheint mir ein bisschen viel.
  • Neue Themen