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Hallo zusammen,

ich hatte ja kürzlich angekündigt, dass ich mich an etwas Ton versucht habe, da die Preise für die zugegebenermaßen sehr schönen Puerh-Ton-Töpfe Von Petr, Mirka und Co unaufhörlich steigen, mir diese aber für die Lagerung meiner Bings am meisten zusagen. Diese Woche wurde nun der erste Versuch gebrannt – und hat es zum Glück überlebt :yahoo:
Wie man auf den Bildern sehen kann ist das ganze ziemlich krumm und schief, aber der Deckel schließt sauber und die sichtbaren Risse sind nur oberflächlich – der Ton hat einen 40%tigen Schamott anteil, also etwas gröber, und kommt so dem was Petr und Mirka für Ihre Töpfe verwenden relativ nahe – zumindest näher, also der super-feine Modellier-Ton ;) 
Ich hab mal klein angefangen: Der Topf ist für 100g Bings, wie man an dem Vergleichs-Bing auch sehen kann – zum einen weil dann bei einem Fehlschlag nicht ganz so viel Material hinüber wäre und zum anderen (und das ist der wichtigere Grund) weil ich bislang noch nirgends Töpfe für 100g Bings gesehen habe.
Der gebrannte Ton riecht zwar nicht, ich lasse ihn aber trotzdem noch ein paar Tage auslüften bevor ich ihn fülle – bin gespannt, wie er sich im Vergleich zu den Töpfen schlägt, die von Leuten hergestellt wurden, die etwas davon verstehen, aber ich bin guter Dinge und denke, ich werde mich bei Gelegenheit auch mal an andere Topf-Größen wagen :) 

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vor 3 Stunden schrieb Raku:

Der sieht doch schon sehr gut aus. Sogar mit eigenem Stempel? ;)
 

Ja, hab extra ein Stempel machen lassen – eigentlich ein normaler Gummi-Stempel für Tinte und Papier, funktioniert aber auch bei Ton ;) 

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Am 25.12.2017 um 11:27 schrieb doumer:

Hallo zusammen,

ich hatte ja kürzlich angekündigt, dass ich mich an etwas Ton versucht habe, da die Preise für die zugegebenermaßen sehr schönen Puerh-Ton-Töpfe Von Petr, Mirka und Co unaufhörlich steigen, mir diese aber für die Lagerung meiner Bings am meisten zusagen. Diese Woche wurde nun der erste Versuch gebrannt – und hat es zum Glück überlebt :yahoo:
Wie man auf den Bildern sehen kann ist das ganze ziemlich krumm und schief, aber der Deckel schließt sauber und die sichtbaren Risse sind nur oberflächlich – der Ton hat einen 40%tigen Schamott anteil, also etwas gröber, und kommt so dem was Petr und Mirka für Ihre Töpfe verwenden relativ nahe – zumindest näher, also der super-feine Modellier-Ton ;) 
Ich hab mal klein angefangen: Der Topf ist für 100g Bings, wie man an dem Vergleichs-Bing auch sehen kann – zum einen weil dann bei einem Fehlschlag nicht ganz so viel Material hinüber wäre und zum anderen (und das ist der wichtigere Grund) weil ich bislang noch nirgends Töpfe für 100g Bings gesehen habe.
Der gebrannte Ton riecht zwar nicht, ich lasse ihn aber trotzdem noch ein paar Tage auslüften bevor ich ihn fülle – bin gespannt, wie er sich im Vergleich zu den Töpfen schlägt, die von Leuten hergestellt wurden, die etwas davon verstehen, aber ich bin guter Dinge und denke, ich werde mich bei Gelegenheit auch mal an andere Topf-Größen wagen :) 

 

 

@doumer: Preis? Verfügbarkeit? Wann startet die Serienproduktion? Oder hat Geli schon eine Pre-Order/Option platziert?

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@Magic Jenny haha, weder noch :) 

Das ist erstmal ein zaghafter Versuch, mich an das Thema ranzuwagen – ich weiß ja noch nicht mal, ob der Ton geeignet ist (auch wenn das hier deutlich weniger kritisch ist, als z.B. bei Teeschalen, wo ich mit dem üblichen Modellier-Ton kläglich gescheitert bin). Ich werde aber auf jeden Fall berichten und sicherlich auch noch weitere Töpfe machen (soweit es die Arbeit zulässt) und wenn du dann tatsächlich auch weiterhin Interesse hast, kann ich dir sicherlich auch einen machen ;) 

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So, weiter gehts :D

Dieses mal eine Version für 200g Bings (250g passen nicht, das nächste mal muss ich den Durchmesser etwas vergrößern) und teilglasiert – der Deckel deutlich stärker als der Körper – zum einen weil mir scheint als ob der Ton deutlich durchlässiger ist als der von Novak und Co verwendete, es bei den Töpfen von Bero und Jiri Lang auch gut funktioniert ... und warum auch nicht :lol:

Aus den Fehlern beim ersten mal habe ich (ein bisschen) gelernt und der Topf ist weit weniger unförmig – so richtig rund ist aber ohne Töpferscheibe echt schwierig – und auch die Höhe variiert leicht. Hab mit einer Version für 357g/400g Bings angefangen, danach ist der Ton-Batzen auch schon aufgebraucht (erstaunlich, wie schnell 10kg weg sind O.o.) – wenn ich mir nochmal einen besorge überlege ich mir evtl. vor etwas, um die "Probleme" in den Griff zu bekommen. Ich meine: Ist nicht schlimm, funktioniert alles nur der Deckel passt halt nur in genau einer Position ;) 

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vor 2 Stunden schrieb doumer:

 Ist nicht schlimm, funktioniert alles nur der Deckel passt halt nur in genau einer Position ;) 

 

Erhöhter Schwierigkeitsgrad - muss das nicht so sein? B) Die Glasur ist auch toll.

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Hihi richtig - naja, ich hab ohnehin den Tick, dass ich auch bei den meisten anderen Pu-Töpfen von Novak und Randova immer die selbe Position für den Deckel wähle, damit die Glasur-Fragmente zueinenader passen :ph34r:

Danke, bin mit dem Ergebnis der Glasur auch ganz zufrieden - hab sie extra nur ganz dünn aufgetragen, damit man noch den Ton durch sieht. Beim nächsten experiementier ich miit einer anderen Glasur :) 

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So, nun ist auch der nächste Topf für große Bings fertig:

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Leider etwas "eirig" und der Deckel hat sich beim Trocknen etwas verzogen aber der Topf ist groß genug für 357g und 400g Bings. Der gigantische 500g Teijipin passt im bereits angefressenen Zustand gerade noch so hinein (da kommt mir die nicht ganz runde Form tatsächlich etwas entgegen :D ).

Ich hab den Ton dieses mal etwas angeraut, zusammen mit der Glasur am Topf gefällt mir das Ergebnis ganz gut – beim Deckel ist die Glasur schon fast etwas zu farbig ;) 

Und weil ich noch ein bisschen Ton übrig hatte (10kg für 3 Töpfe O.o.), es aber nicht genug für noch einen Topf war, hab ich noch ein einfaches Ton-Teebrett gemacht :) 

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Den Teilzeiturlaub habe ich nicht nur zum Arbeiten und Teetrinken genutzt, sondern habe auch mal wieder etwas aus Ton gefertigt:

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Ich habe mal mit unterschiedlichen Möglichkeiten für die Gestaltung der Kanten und Übergänge experimentiert – mal schauen, wie das rauskommt, wenn es denn gebrannt ist (und heil geblieben!). Sind übrigens ziemlich genau 10kg Ton, was ihr hier seht ;)

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Hat etwas gedauert, da der Brennofen gut ausgelastet war ... und irgendwie haben wir es mit der Temperatur vermasselt: Der Ton hat Blasen geworfen und wie man an der Platte sehen kann ist teilweise sehr weich geworden. Bei einem Topf muss ich am Deckel noch versuchen eine Blase zu entfernen (abschleifen) die genau am unteren Rand entstanden ist, wo der Deckel auf dem Topf aufliegt. Naja, dafür hat der Ton auch ganz ohne Glasur eine schöne, seidige Optik bekommen :D

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Tatsächlich sah ich erst nur die Bilder, und fragte mich "wie hat er nur die Hubbel so schön auf die Platte bekommen?".

Ich freue mich an den Oberflächen und finde auch die Formen gut gelungen. Klar, noch nicht perfekt, müssen sie auch nicht sein, oder? Und solch schlichte Formen sind wahrlich schwer umzusetzen, die verzeihen nichts.

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@doumer Sehr gut. Die Kunst liegt im nicht Perfekten. Früher, beim Film, wenn der Schärfenassitent daneben gelegen hat und die Aufnahme trotzdem genommen werden mußte, weil sie so authentisch war, nannte man das dann: Künstlerische Unschärfe. 

bearbeitet von Joscht

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    • Von doumer
      Wie vor einer Weile angekündigt hier nun die Vorstellung meines Experminets (zugegebenermaßen mit einer sehr reißerischen Überschrift): Eine Art Pseudo-Furo, das elektrisch betrieben werden kann (Holzkohl ein einer Mietwohnung mit Rauchmelder ist eher suboptimal) und bei dem der Kessel nicht direkt auf der Hitzequelle steht - man könnte auch sagen ein schweres Verhüterli für eine Kochplatte, aber das klingt nicht so gut. Für die Ungeduldigen hier schon mal ein Bild, für den geneigten Leser erläutere ich im Folgenden die Hintergründe zu diesem - zugegebenermaßen schon recht nerdigen - Experiment.

      Angeregt durch den Hinweis von Petr Novak, den Ton-Kessel nicht direkt auf eine Kochplatte zu stellen  und bereits dieser nur wenige Millimeter erhöhte Flame-Diffuser Abhilfe schafft, hatte ich mir überlegt, dass genau das evtl. auch bei Tetsubins das Problem sein könnte, was die Urushi-Pfropfen zu schnell verschleißen lässt, da diese ja in direkten Kontakt mit der Kochplatte kommen. Das kann man auch bei der Glaskochplatte die ich bisher genutzt habe deutlich erkennen:

      Allerdings war der Flame-Diffuser aus Draht nicht stark genug, um auch das Gewicht eines Tetsubins tragen zu können (selbst das eines so kleinen wie dem von TakashiNori) - daher habe ich mich nach alternativen Möglichkeiten umgesehen. Die dafür gedachten Dinge sehen allerdings alle schrecklich billig aus und erschienen mir auch von eher zweifelhafter Stabilität, weshalb ich zu einer Topfhalterung für einen Gasherd aus Gusseisen gegriffen habe und sie für mein Ziel zweckentfremdet: 


      Der Abstand ist wie man sieht etwas mehr als bei dem Drahtgitter-Diffuser aber auf der Glasplatte hat es tatsächlich nur einen geringen Unterschied in der Dauer zum Erhitzen des Wassers gemacht. Allerdings ist das Gusseisen-Teil auf der Glasplatte eine eher rutschige Angelegenheit, was mich dazu führte, erneut über das Thema Hitze-quelle nachzudenken, denn ALLE Glaskochplatten haben einen Nachteil: sie haben einen Lüfter, der je nach Modell mehr oder weniger stark lärmt - Lärm passt vielleicht zum Biertrinken aber nicht zum Teetrinken. In meinem Fall lässt sich das zwar relativ leicht kompensieren, da ich, wenn ich diese Kopchplatte nutze, nebenbei ohnehin meist Musik (mit ordentlichen Kopfhörern) höre - am Wochenende nutze ich für eine ausgedehnte Session i.d.R. mein Kerzen-betriebenes Stövchen - aber manchmal ergibt sich doch eine Gelegenheit (wie z.B. jetzt im Sommer, wenn es einfach zu warm ist, stundenlang in der prallen Sonne zu sitzen) wo es schade ist, dass man (sofern die Nachbarn nicht lärmen) die Stille nicht genießen kann, denn Stille ist in der heutigen Welt leider ein sehr seltenes und für mich kostbares Gut. Die klassischen Gusseisen-Kochplatten sehen aber allesamt so grausig aus, dass mir alleine beim Gedanken daran, solch ein Ungetüm auf dem Teetisch stehen zu haben, die Lust aufs Teetrinken vergeht
      Da es offensichtlich keine Lösung für mein "Problem" gab, musste ich die Sache also selbst in die Hand nehmen und hab mir eine ordentliche Kochplatte (Rommelsbacher AK 1599E) gekauft und nach einigem Ausmessen und herumrechnen aus fast 7kg Ton ein Gehäuse für diese gebaut, das zum einen den praktischen Nutzen der Platte bewahrt, zum anderen deren ästhetische Unzulänglichkeit verbirgt und dazu noch eine Möglichkeit bietet, den gusseisernen Abstandshalter optimal einzusetzen:

      Nachdem etwas Zeit ins Land ging, bis das Gehäuse und eine Unterlags-Platte getrocknet, gebrannt und nochmals zwecks Glasur gebrannt wurden, ist das das Ergebnis:



      Die Grund-Glasur habe ich dabei so gewählt, dass Sie in zusammenspiel mit der Farbe des Tons hoffentlich einigermaßen zu den rot-braunen Tönen meines "Tea-Stones" von Mirka Randova passt - die Sprenkel mit den Ausblühungen waren ein Experiment von dem ich keine Ahnung hatte, wie es ausgeht aber ich bin eigentlich gant zufrieden. Lediglich der Grüne Fleck war nicht geplant - da hat eine andere Skulptur, die beim Glasurbrand mit dabei war getropft, find ich aber nicht schlimm.
      Leider hat sich dabei herausgestellt, dass der Ton mehr geschrumpft ist als ich berechnet hatte und zum anderen sich die Form (wie man auch bei dem Bild im noch nicht gebrannten Zustand erkennen kann) etwas verzogen hatte - sprich, die Platte passt nicht mehr ins Gehäuse
      Also verging nochmals etwas Zeit bis ich zusammen mit meinem Vater (und vor allem dank seiner Expertise) das Gehäuse soweit innen abgeschliffen und in Form gebracht habe, dass auch die Platte wieder rein passt - und ich endlich mein Pseudo-Furo einsatzbereit habe




      Nach den ersten Tests bin ich bisher auch mit der Funktion mehr als zufrieden - das Wasser braucht zwar länger als bei der Glaskochplatte um auf Temperatur zu kommen - vermutlich weil die Gusseisenplatte weniger zielgerichtet die Hitze abgibt - und ich muss mich etwas umgewöhnen, da die Gusseisenplatte natürlich nicht sofort wieder abkühlt wie die Glasplatte, aber dafür herrscht herrliche Stille (nur ab und an ein leises Klicken von der Automatik-Funktion dre Platte, da sie sich immer wieder ein- und ausschaltet, um die gewählte Temperatur zu halten). Ich hatte vor dem ersten Einsatz etwas bedenken, dass das Gehäuse evtl. springen könnte, wenn es um die Platte herum heiß wird, sonst aber nicht - allerdings kommt mir hier evtl. etwas zu Gute, was ich vorher nicht bedacht hatte: abgesehen davon, dass die Gusseisenplatte die Temperatur weniger zielgerichtet abgibt wird auch die gebürstete Stahloberfläche der Platte ziemlich heiß - was natürlich an das Ton-Gehäuse abgegeben wird, wodurch sich zwar das komplette Gehäuse erhitzt, aber dafür vermutlich gleichmäßiger, wie wenn das nicht der Fall wäre. Genaueres wird allerdings vermutlich erst der Winter zeigen, wenn die Luft kälter ist - ich hoffe aber auf das Beste!
      Zurück zu den einleitenden Worten: Mein Pseudo-Furo ist jedoch nur Mittel zum Zweck - das eigentliche Experiment ist, ob die indirekte Erhitzung des Tetsubins, was zumindest meinem Verständnis nach eher dem ursprünglichen Erhitzen über Holzkohle entspricht (da man den Tetsubin ja auch nicht direkt auf die Glut stellt) langfristig tatsächlich einen Unterschied macht oder nicht. In den Jahren, in denen dieser Testsubin inzwischen bei mir im Einsatz ist haben sich die Urushi-Pfropfen auch ganz klar als die Stellen herauskristallisiert, die sich am stärksten verändern - ob die Geschwindigkeit, mit der sie sich verändern nach der Umstellung abnimmt, kann ich jedoch erst in einigen Jahren sagen - und selbst dann ist es nur ein subjektiver Eindruck, da ich keine zwei identischen Tetsubins habe, um eine Kontrollgruppe vorweisen zu können. Aber hey: besser als nichts
    • Von xióngmāo
      Vorab, der folgende Text schildert eine Momentaufnahme, ein Work in Progress, unter der Kenntnis von begrenztem, akkumuliertem Teewissen, und noch dazu, unerhörter Weise, einen äußerst subjektiven Eindruck. Ich vermute, dass sich das über viele Jahre als Vorspann eigentlich immer voranführen lässt, oder aber auch gleich ganz weglassen. 
      Des Weiteren habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen; im Gegenteil, es fühlt sich oft an, als würde ich mit der kleinen Kuchengabel ein paar Brösel vermeintlicher Weisheit aufsammeln, von denen ein beträchtlicher Teil zwischen den Spießen durchrieselt, um dann Jahre später erst in den Couchrinnen der Erinnerungen wiedergefunden zu werden. 
       
      Genug Abschweifungen, ohne Umschweif nun der Frevel, den ich hiermit an die Beitragstür nageln werde: Alter Tee ist und bleibt ... alter Tee. 
      Um dem ungehörten Skandal in dieser Aussage nochmal aufs Pferd zu helfen: Für mich verliert gereifter Pu Erh prinzipiell ebenso viel, wie er gewinnt. Als unwissender Westler darf ich das ohnehin behaupten, und noch dazu fühle mich vom wohlig wärmenden Strom aus westlichem Marketingflausch auch richtig davon getrieben in meiner Welt. Und noch viel Schlimmer ... was bleibt mir denn anderes übrig, ohne mich zu ruinieren? 
      Und um jetzt wieder etwas die Schärfe aus dem Gesagten zu nehmen, nochmal etwas rationaler eingeordnet in die Bildbände meiner Geschmacksbilbliothek: Ich weiß den Geschmack von gereiftem Pu Erh, soweit ich bisher welchen probieren konnte, den Koryphäen des Elements sowie Pu Erh Allwissende aus Gegenden Chinas, die nach mindestens mehreren Jahrzehnten Reifezeit verlangen, noch als Aged oder Semi-Aged zulassen würden. 
      Allerdings ist der springende Punkt in meinem Widerwillen himmelhochjauchzend in den Lobesgesang alten Shengs oder einfach nur kopfnickend in das Mantra des Alt ist besser einzustimmen, eben der, dass da eben im Alten Tee so viel weniger in Wilde Richtungen entspringt. 
      Es ist herrlich in die Welt der Aromen von Leder, altem Pergament, Herbstlaub, Kampfer und Krypta-Weihrauch Mystik einzutauchen. Aber auch wenn es hier durchaus große Unterschiede gibt, und manchen Tees das Aufstoßen der Pforte in diese Hallen des gereiften Geschmacks verwehrt bleiben mag, im Grunde bleibt für mich diese Geschmackswelt der große Gleichmacher der ungestümen Vielfalt eines lebendigen und faszinierenden Guts, wie es junger und älter werdender Sheng nunmal sein kann. 
      Da sprießt aus der Jugend des Tees so viel Herkunft, Terroir, Weisheit und Perfektion der Verarbeitung, gewollte Beeinflussung von natürlicher Entwicklung des jungen Tees, ungestüme Bitterkeit und erstaunliche Süße, dass es mir schwer fällt eine ähnliche Vielfalt in den reifen Jahren zu finden. Das hat mitnichten mit Komplexität in meiner Wahrnehmung zu tun, die noch eher steigen kann, aber nicht muss. Es hat mit Vielfalt zu tun, die sich auf einen engeren geschmacklichen Bereich einengt mit dem Alter. Die geschmacklichen Diskussionsrunden des Alters sind über die Vielfalt der Jugend im Vergleich doch in engerer Runde verbunden. Höre ich mich richtig, ist alt jetzt schlechter als jung? Das frage ich mich kopfschüttelnd. 
      Ich habe mit Interesse wahrgenommen, was James von TeaDb dazu zusammenfassend aus Zhang Jinghongs Puer Tea: Ancient Caravans and Urban Chic vorzutragen hat. Konsequenterweise hat sich jenes Buch auch ganz oben auf meinen eigentlich nach First Come First Served abzuarbeitenden Buchturm zu Babel gemogelt. Kurz gesagt, scheint es durchaus auch im Reich der Mitte diverse Meinungen dazu zu geben. Auf die unterschiedlichen Meinungen und korrespondierenden Gruppierungen und die Frage, ob das bei Tee-Farmern eine freiwillige Entscheidung zu jung Getrunkenem ist, das Diktat der Erfahrenen es andersherum vorgibt, oder es bei erst jüngst erschlossenen Zielgruppen schlichtweg Unwissenheit sein muss, gehe ich nicht weiter ein, weil mir die Buchstaben ausgehen und ich es gerade ohnehin hinreichend getan habe. 
      Nun dann, ich lasse mich gerne von weiteren Tees, insbesondere gereiften, auch weiter vom Gegenteil überzeugen. Ich glaube aber in meinem Zustand der augenblicklichen Überheblichkeit nicht daran, dass es so leicht machbar wird. 
      Vielmehr scheint mir das momentan mit dem gereiften Tee vielmehr so zu sein, wie mit dem Leben und der Weisheit an sich, ganz pathetisch, ganz allegorisch, ganz überheblich. Trinke ich jungen Tee, so bewundere ich all die Kraft und frühen Mut und Vielfalt, die er mit sich bringt und erwische mich dabei, daran zu denken, wie er sich wohl weiterentwickeln mag, über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Trinke ich älteren Tee, bin ich begeistert, ob der gesetzten Weisheit und manchmal überrascht, ob der festgefahrenen Engstirnigkeit und frage mich, mit Wehmut, wie er wohl jung war und was da noch alles dahinter steckte und was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Ich frage mich, was seine Lebensgeschichte ist und denke mir Geschichten aus, weil ich sie nicht kenne. 
      Was ich mir noch ausmale ist, einen Tee über Jahre zu trinken, und diese Geschichten zu erleben, die frühe Überheblichkeit und lauten Töne, die Wehmut der vergangenen Jugend und den Stolz auf das gelungene älter werden zu kennen und das Erreichen gesetzter Weisheit zu verstehen. 
      Und das bringt mich zu meiner These:
      Alter Tee ist Alter Tee. 
      Umgekehrt gilt das auch.
      Mit einem Tee zu Altern, das ist großes Kino.
      Was soll ich jetzt schon in Wehmut verfallen, indem ich mein Tee-Budget überschwänglich für Weisheit ausgebe, über die ich nur fabulieren kann. 
      Und wie das so ist, mit solchen Erkenntnissen, sind sie meist nicht die Bits Wert, in denen sie geschrieben sind. 
    • Von miig
       
       
       
      Wenn ich es richtig sehe, dann gibt es hierzu bisher noch keinen dezidierten Faden. Und der ursprüngliche Link ist kaputt (der Vollständigkeit halber: http://china-cha-dao.com/blogs/news/8379278-puerh-tea-brewing-technique-lesson-by-douji-ceo-mr-chen)
      Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das noch nie so richtig ausprobiert hab. Wird dann wohl mal Zeit. Ich mach den Faden auch auf anlässlich @GoldenTurtle's Erwähnung dieser Methode und der Nachfrage von @OstHesse. Dann können wir das gleich hier besprechen, und diese Methode bekommt eine würdige Diskussion




      Also hier die Chance, kategorischen Behauptungen mit Teetalkscher Schwarmintelligenz zu begegnen, um die Wahrheit zu extrahieren
       
       
       
       
    • Von Samed
      Habe folgende Tees anzubieten, die ich aus geschmacklichen Gründen verkaufen möchte:
      Shou Mei ca. 95gr noch vorhanden für 8€
      https://yunnansourcing.com/products/2013-shou-mei-white-tea-cake-from-fuding
      Raw Pu-Erh ca. 22gr noch vorhanden für 4€
      https://yunnansourcing.com/products/2018-yunnan-sourcing-wu-liang-mountain-wild-arbor-raw-pu-erh-tea-cake
      Ripe Pu-Erh ca. 22gr. noch vorhanden für 4€
      https://yunnansourcing.com/products/2018-yunnan-sourcing-golden-bud-ripe-pu-erh-tea-cake
      Schwarzer Tee ca. 45gr. noch vorhanden für 5€
      https://yunnansourcing.com/products/high-mountain-red-ai-lao-mountain-black-tea-spring-2018
       
      Tausch ist auch möglich. Preise sind verhandelbar ganz besonders wenn mir jemand alles aufeinmal abnimmt.
    • Von Teal
      Hier ein spannender Artikel zu Puerh Tee in China https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14442213.2018.1486453
      Zur Warnung dieser Versteckt sich hinter einer Paywal und ist in Englisch.
      Als Anmerkung es gibt verschiedene möglichkeiten wissenschaftliche Artikel zu lesen. Eine ist z.b. https://en.wikipedia.org/wiki/Sci-Hub
      Der link zu dieser sci-hub Seite befindet sich auf der Wikipedia Seite.
      Liebe Grüße Teal
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