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Nachfolgend noch ein paar Zeilen zu dem Izumo-Tee, den ich vor kurzem in der Kanne hatte. Bei dem Tee handelt es sich um einen (Futsu)Sencha, den ich mir letztes Jahr vor Ort in Izumo, einer Stadt in der Präfektur Shimane gekauft habe. Shimane gehört, wie man hier abschätzig sagt, zum "rückwärtigen" Teil Japans. Dies bezieht sich auf die etwas abgeschiedene Lage am Japanischen Meer, an der die wirtschaftliche Entwicklung so ein wenig vorbei gegangen ist. Das nur am Rande. Dabei ist Izumo in Japan durchaus geläufig, da hier einer der ältesten und bedeutendsten Shintō Schreine steht, der Izumo-Taisha, wo sich alljährlich die Kami (Götter) treffen. Bei meinem Besuch waren sie aber nicht anwesend... Als Teeanbaugebiet ist Shimane, was die Produktionsmenge angeht, eher unbedeutend, allerdings hat sich aufgrund der Teeleidenschaft des früheren Lehnsherren eine bei der Bevölkerung tief verankerte Tee-Alltagskultur entwickelt. Ein Beleg ist dafür ist unter anderem einer der höchsten Tee pro Kopf Verbräuche Japans. 

Für mich zusätzlich interessant, das dieser Tee in einem meiner Teebücher gelistet ist. In dem Buch mit dem Titel "日本茶の図鑑" (Englischer Untertitel:Knowledge of Japanese Tea) sind neben dem Grundwissen, 119 Tees aus den verschiedensten Regionen aufgeführt. Neben ein paar Informationen zu der Region, ihrer Geschichte und dem Hersteller, ist ein Bild der Blätter sowie der Aufgussfarbe zu finden. Weiter unter angegeben sind Informationen zu den verwendeten Kultivieren, hier: Saemidori, Yabukita und Okumidori; zum Preis und Kontaktdetails, wie Telefonnummer bzw. Homepage. Interessanter finde ich die kleine Infografik ganz unten. Auf einer Skala von 1 bis 5 wird in der ersten Zeile die Aufgussfarbe, bei Sencha unter anderem ein Indikator für die Länge der Bedampfung, angeben, links grün und rechts gelb. Der Izumo-cha wird hier mit 3 genau in der Mitte bewertet. In der zweiten Zeile wird der Duft bzw. das hi-ire bewertet; links "Röstaroma" und rechts wörtlich "Duft der jungen Blätter" also schwaches hi-ire. In der dritten Zeile geht es um den Geschmack, links Umami und rechts Herbe oder Bitterkeit. Dazu noch eine Empfehlung zur Zubereitung. Zusammenfassend wird der Tee wie folgt eingestuft: Aufgussfarbe: im mittleren Bereich zwischen grün und gelb; Duft: frisch, "grün"; Geschmack: leichtes Umami. Kling nach einem Tee, der meine Geschmackspräferenzen trifft. Mal schauen, wie er sich tatsächlich in meinem Kännchen schlägt.    

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Los geht es mit einem Blick auf die Blätter.

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Die Farbe auf dem Foto mag aufgrund des künstlichen Lichts beim fotografieren etwas täuschen, bei natürlichem Licht sind sie etwas dunkler. Von der Form her im schmalen Bereich und wie ebenfalls zu sehen, (aufgrund des Blends?) nicht besonders einheitlich von der Farbgebung. Deckt sich mit dem Foto aus dem Buch. 

Bevor es weiter geht, vorab noch ein paar Details zum ersten Aufguss. Ich habe weder gewogen noch die Temperatur gemessen, einzig bei der Zeit schaue ich auf die Uhr. Nach meiner Erfahrung dürften es etwa 4-5g gewesen sein. Die Temperatur dürfte etwa 70-75 Grad betragen haben, und die Ziehzeit war 45 Sekunden. Als Aufgussgefäß kam meine Kōransha Kyūsu mit Sazanka-Motiv und ca. 180ml Fassungsvermögen zum Einsatz, die Fukagawa-Seiji Schale faßt ungefähr 100ml. Zu den beiden gesellte sich farblich und vom Material her abweichend eine hellblaue Hagi-yaki Yuzamashi. 

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So nun zur Frage, inwieweit die Bewertung aus dem Buch zutrifft. Natürlich kann ich hier nur mit subjektiven Eindrücken aufwarten, die bestätigen aber im Großen und Ganzen die Einschätzung dieses Tee. Die Farbe ist wie zu erkennen grün-gelb. Der Duft sehr frisch, von hi-ka keine Spur. im Mund zeigt sich ein komplexes Gebilde aus Umami, Süße und Herbe mit einem mittleren Körper. Gefällt mir sehr gut. 

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Der zweite Aufguss, den ich ich mit etwa 85 Grad an- und sofort abgegossen habe, ist farblich schon etwas intensiver und auch grüner. Das spiegelt sich auch im Geschmack wieder, mehr Körper ein wenig mehr Herbe, ohne aber zu aufdringlich zu sein. Ebenfalls sehr lecker. Insgesamt habe ich vier Aufgüsse gemacht, wobei der letze wohl eher meiner Sentimentalität geschuldet war, da ich noch etwas in Erinnerungen and eine schöne Zeit im Sommer letzten Jahres schwelgen wollte.

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Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen vom Izumo-Schrein. Ich hoffe, euch hat die kurze Vorstellung ebenso viel Spaß gemacht, wie mir. 

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bearbeitet von seika

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finde den Bericht auch klasse!

wir müssten mal wieder mehr auf Tees eingehen, und eventuell wieder persönlicher werden, was Alltagstees und Besonderheiten an geht.

wenn man z.B. den Vielschreiber @GoldenTurtle mal wieder bitten dürfte, oder auch @theroots aus der Teehöhle zu locken wäre...

unabhängig davon trinke ich auch wieder gern japanischen Grüntee und auch Matcha. Hab´ mich dafür mal bei TG eingedeckt und bin damit
auch sehr zufrieden. Matcha "Wa" als Einstieg, und dann den "Jaku" nachgekauft, welcher tatsächlich sehr mild und dicht ist. Der erste ist
für den Preis auch voll gut, wenn auch etwas herb.

Hab´ mal was bei sundays aus dem Sales-Bereich geordert -_-

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vor 14 Stunden schrieb seika:

Bei meinem Besuch waren sie aber nicht anwesend...

🤣 

Ja mal wieder was atomgrünes in der Kanne wär durchaus eine Idee, jetzt wo der Frühling sich schon richtig angekündigt hat steigt auch tatsächlich meine Freude auf die japanische Teewelt! 

@Tobias82 Haha, Geli ist confused über deine atomgrünen Abwege!

PS: Atomgrün ist politisch betrachtet eigentlich noch ein interessantes Wortspiel.

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vor einer Stunde schrieb Tobias82:

...weil ich den Namen "sundays" erwähnt habe, oder auf Japantee umgestiegen bin?

Hab´ gerade LongJing in der Tasse :lol:

Grüntee ist toll, es freut mich sehr, dass Du Freude daran hast. Das mit dem krank sein war eine ironische Anspielung auf all die Texte, Esoterik-und Krankeits-URLs die dorthin leiten. ;) 

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...ist mir tatsächlich auch erst aufgefallen, als ich Deinen Kommentar gelesen habe, das "sundays" ja etwas kontrovers gesehen wird.

war auch ein spontaner Kauf über ein sale-Angebot. unabhängig habe ich mir den Laden mal ohne Vorbehalte angesehen, uns finde den
ganzen Kram schon sehr attraktiv. Gerade vom Angebot an Japantee schon sehr weit. Ob "superfood" jetzt jedermanns Sache ist...?

 

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vor 21 Stunden schrieb Tobias82:

...ist mir tatsächlich auch erst aufgefallen, als ich Deinen Kommentar gelesen habe, das "sundays" ja etwas kontrovers gesehen wird.

war auch ein spontaner Kauf über ein sale-Angebot. unabhängig habe ich mir den Laden mal ohne Vorbehalte angesehen, uns finde den
ganzen Kram schon sehr attraktiv. Gerade vom Angebot an Japantee schon sehr weit. Ob "superfood" jetzt jedermanns Sache ist...?

 

Wo, verdammt noch mal finde ich den Smilie der mit seinem Kopf an die Wand schlägt?

Der einzig richtige Kommentar zum Post von einem "alten Fuchs" der scheinbar wirklich nix mitbekommt.

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@Paul: wusste gar nicht, dass man mit einem kurzen Kommentar über eine Dose Matcha bei einem nicht so beleibten Händler
               gleich wieder Schelte kassiert.
 

Wollte aber das Thema auch nicht unnötig mit Händlerkram blockieren, ging ja auch eher davon aus, dass ich zu dem Bericht von @seika
nur anmerken wollte, dass auch mal wieder Japaner in die Tasse kommen.

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Danke für die Kommentare. :) Ohne den teils persönlichen Bezug zu bestimmten Orten, Manufakturen oder Menschen hätte bei mir über die Jahre die Lust an japanischem Grüntee mit Sicherheit stark abgenommen. Das habe ich in den drei Jahren in Belgien gemerkt. Das Essen kam als weiterer Faktor hinzu. Finde, vieles aus der europäischen Küche, von Schokolade vielleicht mal abgesehen, harmoniert nicht so mit Tee im Allgemeinen und mit Grüntee im Besonderen. Aber das ist ein anderes Thema. 

@Tobias82 Freut mich zu lesen, dass es japanische Tees bei dir wieder in die Tasse schaffen. :) Wie trinkst bzw. bereitest du denn deinen Matcha zu? Bin, was das angeht, obwohl seit 10 Jahren Grünteetrinker, noch blutiger Anfänger... :ph34r:

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@seika: na ich hatte mir mal vor etwa 3-4 Jahren mal eine Chawan geholt, da mache ich den immer drin. Meistens so zwischen 3-4 von den Bambuslöffeln
und dann nur knapp Wasser drauf, dass es meistens etwas dicker bleibt. Bin zuerst bei uns in Marburg zu TG gegangen, man muss ja nicht immer bestellen,
und ich finde auch den Einsteiger-Matcha "Wa" ganz gut. Ist zwar etwas herber, aber ich komme ja auch aus der pu-Ecke, stört mich also nicht. Dann habe ich
den "Jaku" ausprobiert. Scheint richtig gut beschattet zu sein, und ist auch wesentlich milder.

Blattees mache ich in meiner Shibo, hab´ die mal vor 10 Jahren bei "chasen.de" gekauft. Bild ist hier

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...aber ist das der direkte Shop von dem oder wird der nur etwas ungünstig von Dr.S verlinkt?

Leider sind alle etwas kritischen Kommentare nicht so ganz eindeutig zu lesen, deswegen frage ich nach...

typische Forenmentalität :lol: alle schreiben was, aber keiner äußert sich mal klar :thumbdown:

letztlich war es ja nur mal eine Dose Matcha, wusste nicht, dass das wieder alle auf die Palme bringt ;)  

trotzdem eine Entschuldigung an @seika das sein Teebericht so verwässert wird -_-

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vor 3 Stunden schrieb Tobias82:

...aber ist das der direkte Shop von dem oder wird der nur etwas ungünstig von Dr.S verlinkt?

Weder noch. Der Dr. rer pol(bei uns nennt man diese nichtmedizinischen Akademiker 'Dr. unblutig') betreibt u.a. eine scheinbar neutrale Informationsseite zu gesundheitlichen Aspekten von Grüntee, wo ziemlich penetrant auf diesen Shop verwiesen und die dort angebotene Ware über den grünen Klee gelobt wird. Wenn man sich auf der Webseite des Shops etwas genauer umsieht, sieht man, dass Dr. Schweikart Geschäftsführer (und - bzw. die Dr. Schweikart GmbH in Berlin - vermutlich auch Inhaber) von Sunday Natural Products GmbH ist. Damit wird klar, dass https://www.gruenertee.com nichts anderes als eine verdeckte Werbeseite für die Sunday Natural Products GmbH ist.

Das sagt nun nichts über die Qualität der dort angebotenen Ware aus - allerdings etwas über die Geschäftspraktiken des Betreibers, die man für hochgradig unseriös halten könnte. Was für mich als Kunde ein Ausschlusskriterium ist. Wobei Tee übrigens nicht das einzige Geschäftsfeld ist, in dem sich der Dr. bewegt (vgl. hier) - das ist ein Geschäftsmodell für das Marktsegment  'Gesundheit, Ernährung, Naturheilkunde, Bewegung und Spiritualität' (nach eigenen Angaben Schwerpunkte der Dr. Schweikart GmbH).

vor 3 Stunden schrieb Tobias82:

wusste nicht, dass das wieder alle auf die Palme bringt 

Klar - man muss da nicht gleich nach dem Motto "er hat Jehova gesagt!" reagieren.

vor 3 Stunden schrieb Tobias82:

trotzdem eine Entschuldigung an @seika das sein Teebericht so verwässert wird

Ja, ich denke, das offtopic können und sollten wir hier abschließen. Bei der Gelegenheit auch noch mal explizit ein Dankeschön an @seika von mir.

_()_

bearbeitet von SoGen

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@SoGen Wenn das heutzutage Marketing ist, dann hasse ich Marketing. Das Unechte wird keinen Bestand haben. Da lobe ich mir das Zitat von Harald Gebert, auf dem Weg zu einer echten Nachhaltigkeit:

"Die für mich einzig legitime Werbung ist Qualität. 
Alles andere ist Gehirnwäsche und Volksverblödung."

bearbeitet von GoldenTurtle

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      Geschichten um die Entstehung des Gyokuro Asahi

      Es war einmal… in einem fernen Land der aufgehenden Sonne - in einem wunderschönen Inselreich mit Namen Nihon, welches wir heute als Japan kennen. Man schrieb das Jahr 1835. Der Teehändler Herr Yamamoto Kahei VI. unternahm eine Reise. Er reiste von Edo (heute Tokyo) nach Uji – in der Nähe des heutigen Kyoto. Dort machte er die Beobachtung, dass die Teesträucher einige Wochen vor ihrer Ernte abgedeckt wurden. Wohl galt dies, um die Pflanzen vor Frost zu schützen – und eigentlich nicht vor der Sonne – doch war das der allererste Schritt zum heutigen Schattentee. Das Interesse von Herrn Yamamoto Kahei war geweckt! Er begann zu experimentieren und stellte Versuche an. Bald schon entdeckte er, dass die Beschattung der Teepflanzen einen völlig neuen, überraschenden und einzigartigen Geschmack hervorbrachte. Das war die Geburt des Gyokuro Asahi.

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      Gyokuro Asahi zur Teezeremonie

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