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Hallo liebe Teefreunde
 
Ich wollte dieses Thema noch einzeln herausgreifen und ein Thema daraus machen für allfällige Diskussionen und um besser via Google gefunden zu werden.
Also zuerst meine neue Devise bezüglich Teekonsum:
 
Am 8.11.2018 um 09:39 schrieb GoldenTurtle:

Für mich gilt die persönliche Devise, und ich möchte diese euch ebenfalls ans Herz legen, Tee nur noch als reines Genussmittel zu betrachten, zum Relaxen, zum Geniessen, und für nichts mehr als Aufputschmittel zu verwenden. Schon gar nicht für Sport, aber ebensowenig für die Arbeit. Wenn man für die Arbeit Tee braucht, empfehle ich sehr nach den tieferliegenden Gründen dafür zu suchen und diese anzugehen. GoldenTurtle

Und hier die wichtigsten Punkte der darausfolgenden Diskussion, welche eben bereits im "Welcher Tee ist heute in eurer Tasse"-Thema unterging:

Am 8.11.2018 um 17:37 schrieb Paul:

Guter und wichtiger Hinweis!

 

Am 8.11.2018 um 18:14 schrieb Anima_Templi:

Verstehe ich jetzt nicht...

Was spricht dagegen Tee bei der Arbeit zu trinken?

Ich würde viel dafür geben, die Möglichkeit zu haben auf der Arbeit Tee trinken zu können!

 

Am 8.11.2018 um 18:20 schrieb Paul:

@Anima_Templi ich verstehe das so, daß @GoldenTurtle vor dem aufputschenden Charakter als Selbstzweck des Tees warnen will - also vor dem nächsten "meeting" einen jungen GushuSheng damit ich der Meute die Zähne zeigen kann:D

Kluge Leute trinken während der Arbeit eh nur Wasser.

 

Am 9.11.2018 um 13:47 schrieb Paul:

Mit dem Wasser bei der Arbeit hat es ja nun einige Irritationen gegeben.

Dazu einige Erklärungsversuche:

Guter Tee und ernsthafte Arbeit gehen nicht zusammen, eins von Beiden wird darunter leiden. Wasser ist da besser, es füllt den Flüssigkeitsspeicher, ist bei uns überall kostenlos erhältlich und fordert keine Aufmerksamkeit. Natürlich kann jeder trinken was und wann er will - allein von "der Milch der frommen Denkungsart" sollte man die Finger lassen;).

Dieser ganze MultitaskingQuatsch kommt nur von postmodernen ADHS-lern, die es auf die Regierungsbank geschafft haben.

 

Ein weiterer Punkt ist zusätzlich, dass man durch ständigen Teegenuss sich selbst u.U. zu wenig wahrnimmt, wenn man z.B. mal Ruhe bräuchte, statt immer leisten und aktiv sein.
Man muss sich bewusst sein, Koffein ist ein Nervengift, evtl. sind die vor knapp 4 Jahren belachten 5g pro Tag alles in allem gesehen langfristig doch keine schlechte Richtschnur.

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Zu dem Thema Koffein gibt es ja bestimmt sehr viele Studien, aber ich muss persönlich sagen, dass ich das nicht bemerke bei mir.

D.h. wenn ich zwei Tage keinen Tee trinke, habe ich keine Entzugserscheinungen. Genauso nicht, wenn ich doch mal 15 gr Tee am Tag durchbekomme.

Müde bin ich trotzdem. Heißt das jetzt, meinem Körper ist es egal oder es dockt nicht an ...

Ich glaube, wie überall, ist es sehr individuell und man sollte auf seinen Körper hören, da gebe ich Turtle recht, die Achtsamkeit ist das wichtige.

 

Bei mir unterscheidet sich Arbeit und pragmatischer Tee ganz deutlich vom "Ruhetee" in der Zubereitung.

Und ja, ich werde zickig, wenn ich meinen "Ruhetee" drei Tage hintereinander nicht schaffe, weil das heißt, ich bin durch die Tage gehetzt ...

Nur im Urlaub ist das genehmigt ...

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Kann ich in keinem Punkt unterschreiben:

Gerade durch den Teegenuss, den regelmäßigem Genuss übt man sich in einer Form der Achtsamkeit, da man sich in der Hektik Zeit für etwas nimmt, das Ruhe bedarf und dem man sich (so sollte es sein) für den Augenblick die Ruhe gönnt und sich den kleinen Wundern dieser Welt besinnt. Für mich ist es eine Art Meditation, ein Weg einen Ausgleich zu der Welt da draußen zu schaffen und wie @Entchen19 sagt - ich werde auch richtig schlecht gelaunt, wenn ich meine Ruhe nach einigen Tagen nicht finden würde. Ich brauche diesen Ausgleich, nicht des Koffein-Willens, sondern wegen der Ruhe und weil es einfach meine Lebenspassion ist. Für ist Tee nicht einfach nur "trinken und fertig" - sondern mein Leben. Als ich ein Jahr Pause machte, war das furchtbar für mich. Heute weiß ich diese Pause war nicht nötig - ich hatte damals einfach nur die falschen Tees getrunken.

Außerdem ist es im Tee nicht dasselbe wie beim Kaffee, da der Aufbau anders ist und man hier im Grunde auch eher von Teein spricht, als von Koffein. Zwar ist es von ähnlicher Wirkung, aber nicht so gestresst und angreifend wie beim Kaffee - auf Dauer.

Weiters habe ich am eigenen Leibe festgestellt, dass es ganz darauf ankommt was man trinkt. Ich habe aus meinen damaligen Fehlern gelernt. Würdest du nun jeden Tag drei Liter Grüntee a la Sencha, Gyokuro und Co trinken bist du mit "Sicherheit" nach ein paar Jahren körperlich am Ende - bzw. was heißt "mit Sicherheit" denn am Ende ist es auch eine individuelle Reaktion. Denn was mir passiert, muss am Ende nicht einem anderen passieren, da jeder Körper und dessen Organismus anders reagiert.

Aber mir ist eines aufgefallen: Je ursprünglicher und wilder der Tee ist, desto mehr hat er positive Eigenschaften auf den Körper und desto besser ist er in Mengen auf lange Zeit verträglich. Ich trinke zu 99,9% nur noch Pu-erh und Heicha, den Rest genieße ich vielleicht 1-2 mal im Monat, mehr nicht. Vor allem die Pu-erh welche ich trinke sind keine getrimmten Sträucher deren Wurzeln eher am Boden entlang wachsen bzw. nur knapp darunter. Ich konzentriere mich dabei eher auf jene deren Wurzeln tief in die Erde wachsen können und zu Bäumchen werden. Diese sind reicher an Mehrwert und auch Geschmack. Wichtig ist es auf den Ursprung des Tees zu achten und die allgemeine Philosophie dahinter. Denn vor allem in Yunnan gilt schon lange, dass das spritzen von Bäumen bestraft wird und dies sogar so hart, dass das Land welches den jeweiligen Familien vom Staat zugeteilt wurde, weggenommen wird, sollte so ein Vorfall herauskommen. Abgesehen davon haben die meisten Menschen in diesen Regionen einen viel zu hohen Respekt vor ihrer Einnahmequelle und Erbe.

Dies ist beim kommerziellen Massenprodukt eines Lung Ching und anderen Grüntees aus China oft nicht der Fall. Alles wächst in getrimmten Büschen, Reihe um Reihe und nicht selten wurde gespritzt. Dies merkt man dann auch am eigenen Leibe wenn einem nach drei Tassen schwindelig wird und das nach Stunden erst wieder aufhört.

Wenn ich einen Tag hinaus muss und mich die Stadtvampire förmlich aussaugen und ich mit Kopfschmerzen heimkomme, geht es mir nach einer Session Pu-erh wieder gut und meine Seele fühlt sich wieder im Einklang. Diesen hätte ich nicht, wenn ich nun nach so einem Tag keinen Tee trinken würde. Anders herum: Wäre ich an diesem Tag chillig daheim geblieben und hätte keine Session getrunken, wären auch diese Zustände von Ausgesaugt und Kopfschmerzen nicht entstanden - falls jemand mit dem Argument kommt, dass dies Entzugserscheinungen des Teeins/Koffeins sind - was nicht der Fall ist ;)

Ich trinke nun seit 2 Jahren wie gesagt fast nur noch Pu-erh und seit einiger Zeit auch Heicha, aber überwiegend Pu-erh. Dabei trinke ich fast täglich meine 2-3 Sessions (15g im gesamten auf ca. 2 bis 3 Liter). Seitdem ich es so handhabe habe ich kein Nervenleiden mehr, keine Magenprobleme mehr, keine Übersäuerung, vertrage sogar vermehrt scharfes Essen wieder ... - denn diese Leiden hatte ich alle, als ich früher die Jahre davor ausschließlich Japan-Grün und Oolongs getrunken habe. Im Gegenteil, seitdem ich auf Pu-erh umgestiegen bin, bin ich seltener Krank, kann 99,9% der Anflüge von "ich könnte krank werden" mit 2-3 Session Pu-erh komplett ausmerzen, bevor diese überhaupt entstehen können.

Ich für meinen Teil habe die perfekten Gattungen an Tee für mich gefunden.

bearbeitet von VanFersen

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Bei mir ist es sehr abhängig davon, welche Art Tee ich trinke, und natürlich von der Herkunft, der Qualität und Dosis.

Wenn ich, was ich bevorzugt trinke, bei  japanischen Sorten grüner und weißer Tees, Matcha, Houjicha oder Oolong bleibe, habe ich nie Probleme, auch wenn ich mehrere Tees an einem Tag trinke. Hochwertige andere Oolongs z.B. aus Thailand oder z.B. Atong-Tees  sind für mich auch sehr bekömmlich.

Schwierig wird es bei fast allen Schwarztees, die machen mich unruhig. Dabei trinke ich hin und wieder sehr gerne welche, doch sie tun mir nicht gut.

Wenn ich bedenke, wie sehr es mich regelrecht aus der Bahn geworfen hat, wenn ich bei Teetreffen zu Gast war, dann kann das aufgegriffene Thema hier schonmal diskutiert werden. Auf den Treffen wurden vorrangig Puer genossen. Diese wirken einfach anders und auch da kommt es darauf an, welche Qualität sie haben. Ein potenter Gushu ist was anderes, als ein Matcha, inwiefern, das vermag ich schwer zu beschreiben, zumal es eben die Wirkung ist, die ich für mich erfahre. Danach fühle ich mich ein paar Tage lang neben der Spur. Bei Teetreffen lässt sich leider nicht ergründen, welche Tees genau einem gut tun und welche nicht, da man eben mehrere trinkt und sich nicht auf einen konzentriert - da kann man nicht nachspüren, von welchem was kommt, es kann somit neben geselligem Beisammensein nur andere Eindrücke vermitteln.

Es gibt Tees, die kann ich auch bei der Arbeit trinken, bzw. um eben Pause zu machen, ein, zwei Aufgüsse zu genießen, schauen, was da vor mir ist, um dann konzentriert und ruhig weiter zu machen. Man kann auch bei der Sache sein, ohne großes Tamtam zu zelebrieren. Doch auch das muss ja jeder für sich entscheiden, was man als Hilfsmittel benötigt, um sich auf den Tee einlassen zu können.

Wenn man Tee als reine Flüssigkeitsaufnahme sieht und ihn wie manch einer es mit seinem kannenweise Kaffeekonsum handhabt, schließe ich nicht aus, dass das nicht unbedingt gesundheitsfördernd sein mag. Den Tee selber wird es nicht stören. Was ich hier im Forum schon häufiger las, war, dass es dem ein oder anderen auf den Magen schlug, wenn er zuviel trank, meist vernahm ich das aus der Puer-Ecke.

Nach meinen eigenen Erfahrungen mit PuerTees kann ich für mich sagen, dass sie die Stimmung mehr zu  beeinflussen vermögen, als alle anderen Tees. Ein wirklich guter Puer ist etwas Besonderes. Für mich ist das jedoch eine Art Tee, die ich nicht täglich genießen kann. Der Tee ist dann sehr present und macht was mit einem, wahrlich nichts für mal eben zwischendurch.

Bei verschiedenen Tees aus China (Puer, Schwarz, Grün und Oolong) habe ich deutlich gespürt, dass sie mir körperlich gar nicht gut taten. Wenn einem schon nach einmaligem Genuß schwindelig wird oder man extreme Augenringe bekommt, sollte man die Finger davon lassen. Natürlich ist es wichtig, welche Quelle man hat, von der man seine Tees bezieht. Wer kann schon so genau sagen, was da alles gespritzt, wo und wie gelagert wurde oder ähnliches. Gerade wenn man Tee regelmäßig trinkt will zumindest ich mir da keine Gedanken machen müssen. Von dem her bedeutet achtsames Teetrinken für mich auch, nicht nur in den Tee hineinzuspüren, sondern auch in mich selber.

Tee sollte einem gut tun und das Leben bereichern. Oftmals kommt es mir so vor, dass es jedoch eher vorrangig ist, was man wieder an Superbesonderem aus dieser und jener geheimnisvollen Quelle ergattert hat, gleich wie es schmeckt und was es mit einem macht. Doch auch da wird jeder seinen eigenen Weg gehen.

bearbeitet von Raku

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Mir ist nach meiner Antwort oben erst das Kleingedruckte aufgefallen, um das es dir wohl vorrangig geht, @GoldenTurtle.  Doch ist hier der Grund des Übels im Tee zu suchen? Ist es nicht eher das allgemeine Streben nach Funktion und Leistung, Konsum und dem ewigen Mehrmehrmehr, nach dem man erst dann was gilt, wenn man sich in Beruf wie Privatleben um einem propagierten Optimaldasein zu entsprechen, um dann (in bestimmten Kreisen) anerkannt zu werden und dazugehört?

Dass einen das auslaugt und kaputt macht, je nach Konstitution mag das bei dem ein oder anderen früher oder später zum Tragen kommen, und man versucht das mit irgendwelchen Mittelchen zu verschleiern oder auszuschalten. Das Mittel der Wahl variiert, es kann Extremsport sein, Kaffee, Tabletten, sonstige Drogen oder eben Tee. Ich behaupte mal, je spezieller der Tee, desto eindrücklicher ist auch seine Wirkung. Und die will beim nächsten Konsum wieder erreicht oder getoppt werden.

Wenn man eher nur high end Ware gewöhnt ist und diese dazu beiläufig wie Wasser trinkt, dann schätzt man sie wohl tatsächlich nicht. Und wenn ich das mit meiner Erfahrung von den oben genannten Teetreffen vergleiche, so kann das definitiv an die Nerven gehen. Die einen spüren das nach wenigen Sessions, andere erst nach Monaten oder Jahren. Das soll nicht bedeuten, dass man lieber Fusel trinken soll, keinesfalls. Doch wieviel  ist genug und ab wann unterstützt es den stressigen, krank machenden Kreislauf?

Wenn der Weg des Tees bedeutet, dass man zu sich finden soll, dann kann das aus meiner Sicht mit einem leichten, sanften Tee erreicht werden. Der schickt einen nicht irgendwohin, der lässt einen da sein, wo man ist. Doch letztendlich ist das nur ein Angebot des Tees, das jeder anders für sich auslegt. Und nicht jeder bevorzugt die leisen Töne und manch einer wünscht sich auch einfach Abwechslung.

Ich wurde hier schon für meine Brennnesselblätter im heißen Wasser belächelt. Wenn ich jedoch raus in den Garten gehe und mir etwas pflücke oder von den liebevoll angepflanzten oder wild gewachsenen frischen oder getrockneten Kräutern hole und sie zubereite, manche davon auch länger im Topf auf dem Holzofen köcheln lasse und der Duft sich im Raum ausbreitet - dann habe ich das Gefühl damit dort anzukommen, was ich mit manch einem Spezialtee nie erreichen könnte.

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Schön dass hier etwas diskutiert wird. :thumbup:

Ein Risiko bedeutet in sich ja bereits, dass nicht jeder es erlebt.
Tee ist lediglich eine Substanz, welche das Risiko eines Missbrauchs in sich trägt.

vor 23 Stunden schrieb VanFersen:

Gerade durch den Teegenuss, den regelmäßigem Genuss übt man sich in einer Form der Achtsamkeit, da man sich in der Hektik Zeit für etwas nimmt, das Ruhe bedarf und dem man sich (so sollte es sein) für den Augenblick die Ruhe gönnt und sich den kleinen Wundern dieser Welt besinnt.

Lieber Fersi, schön dass es dich altes Felsenteekamel auch noch gibt. Ich habe erst gestern daran gedacht, einmal eure Tintorettos im KHM anzusehen vorbeizukommen. Hättest du bei einem allfälligen Besuch überhaupt noch Tee zuhause oder hast du schon wieder alle Vorräte weggesüffelt? :D

Also wenn ich dich richtig verstehe, dann verwendest du Tee ja überhaupt nicht seines aufputschenden Charakters wegen. Folglich auch kein Problem diesbezüglich. :thumbup:
Genau wie ich geschrieben habe:

Zitat

Tee nur noch als reines Genussmittel zu betrachten, zum Relaxen, zum Geniessen

Dann ist Tee etwas wunderbares.

Ich meinerseits habe teilweise aber sehr wohl an mir wahrgenommen, wie ich mehr Ausdauersport leisten konnte auf ordentlichem Power Gushu Pu'Er, auch wie ich, wenn ich keine Lust zum Sport hatte, diese Unlust überwinden konnte. Versteht ihr? Und hierbei hat mMn nicht nur das Koffein mitgespielt, sondern auch diese tiefere Power bei manchem Gushu Pu'Er, Oolong hat mir da praktisch nie so intensiv was gebracht. Ich möchte dazu auch noch anmerken, dass ich mich in Gesellschaft sehr erfahrener Teetrinker über die vergangenen Jahre relativ intensiv geschult habe in der Achtsamkeit auf die Wirkung der verschiedenen Tees.

Liebes Entchen, ich meinte schon nicht Entzugserscheinungen, aber genau das ist super, statt sich zu dopen:

Am 15.11.2018 um 08:29 schrieb Entchen19:

Ich glaube, wie überall, ist es sehr individuell und man sollte auf seinen Körper hören

Liebe Raku, das ist ein interessanter Beitrag:

vor 19 Stunden schrieb Raku:

Ich behaupte mal, je spezieller der Tee, desto eindrücklicher ist auch seine Wirkung. Und die will beim nächsten Konsum wieder erreicht oder getoppt werden.

Wenn man eher nur high end Ware gewöhnt ist und diese dazu beiläufig wie Wasser trinkt, dann schätzt man sie wohl tatsächlich nicht. Und wenn ich das mit meiner Erfahrung von den oben genannten Teetreffen vergleiche, so kann das definitiv an die Nerven gehen. Die einen spüren das nach wenigen Sessions, andere erst nach Monaten oder Jahren. Das soll nicht bedeuten, dass man lieber Fusel trinken soll, keinesfalls. Doch wieviel  ist genug und ab wann unterstützt es den stressigen, krank machenden Kreislauf?

Die Antwort ist für mich genau Tee nur noch als reines Genussmittel zu betrachten, zum Relaxen, zum Geniessen, und nichts damit oder dadurch erreichen zu wollen.

bearbeitet von GoldenTurtle

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So ganz verstehe ich diesen Thread nicht, bzw. die Intention, die hinter der Fragestellung steht, eine moralische?, eine persönliche?, aber ist auch egal, denn ich finde es ziemlich schnuppe, ob man Tee als Aufputschmittel benutzt oder nicht, das soll doch jeder für sich machen und entscheiden. Ich trinke PuErh sehr wohl auch wegen der Wirkung, wobei mir die Besinnung und die Sensorik im Vordergrund steht. Wenn ich dann nach einer halben bis dreiviertel Stunde auch noch wacher und damit bewußter bin, ohne meinen mir eigenen Aggregatzustand zu verändern (will heißen: mein mir normales Verhalten), ist doch toll.

Trotzdem, natürlich, manchmal ist auch eine mir unverständliche Fragestellung @GoldenTurtle nicht vergeblich: Es hat eine Auseinandersetzung mit ihr stattgefunden. .-)

 

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vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

Tee ist lediglich eine Substanz, welche das Risiko eines Missbrauchs in sich trägt.

Das ganze Leben @GoldenTurtle trägt das Risiko eines Mißbrauchs in sich;)

vor 4 Stunden schrieb Joscht:

@GoldenTurtleSo ganz verstehe ich diesen Thread nicht, bzw. die Intention, die hinter der Fragestellung steht, eine moralische?, eine persönliche?

@Joscht dafür bist Du noch nicht lange genug dabei. Wir "Alten" haben eine längere Geschichte mit der Kröte; und sein Hinweis auf die Risiken erhöhten ständigen Teekonsums sind Teil dieser Geschichte und auch ein Zeichen dafür, daß Menschen (manchmal) in der Lage sind über ihr Verhalten nachzudenken und es gegebenenfalls zu ändern.

Chapeau vor der Kröte!

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Mir ist es noch nie in den Sinn gekommen Tee als Aufputschmittel zu betrachten. Ich trinke seltener Tee wenn ich weniger Zeit habe und mehr wenn ich mehr Zeit habe. So ungefähr ist es meistens. Auch Langeweile fordert meinen Teekonsum. Arbeit, Stress und Hektik hindert mein Teegenuss da ich dann wirklich Platz für den Tee machen muss. 

 

Koffein merke ich manchmal aber strebe nicht danach. Ohne ist auch gut. Eigentlich wenn ich mich fokussieren muss, finde ich Koffein hinderlich. Der Tee lässt es mir gar nicht zu, den als was anderes als ein Genussmittel zu betrachten. 

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@Paul Immerhin hab ich eine persönliche Intention vermutet. Das ist doch schon mal was. Ich halte Selbstreflexion mit der Macht, nicht nur zu denken, sondern auch zu verändern, für eine der größten anzustrebenden Wahrheiten.
Eher Tugenden.
Charakter. 

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vor 34 Minuten schrieb GoldenTurtle:

Der Blogbeitrag von mlc zu diesem Thema:

https://charen.ch/2018/11/21/heute-ist-es-grau/

:thumbup:

Poetisch ausgedrückt, aber letztlich ein Argument, dass ich schon im psychatrischen Bereich zum Thema Neurose zu hören bekam: "Solange die Person es nicht für behandlungsnötig erachtet, solange ist es auch keiner Therapie bedürftig." Natürlich ist Teegenuss keine Neurose. Dennoch kann auch dort gelten, dass alleinig der übermäßige Genuss ein Problem darstellt. Solange es keinen Leidensdruck seitens Umfeld oder einem selbst gibt, ist es eben persönliche Freiheit. Im Blog wird dabei noch fokussiert, dass es vor allem um die persönlichen Gründe des Teetrinkens und nicht die Menge und Häufigkeit geht, aber das Thema Abhängigkeit wird dort auch angefochten.

Dennoch: Ein informierter, reflektierter Teegenuss kann schon bedeutsam sein, da man ansonsten ein Problem nicht auf den Tee zurückführen kann, sofern man denn welche hat oder entwickelt. Derzeit lese ich "Why we sleep" von Matthew Walker (mehr dazu in der Leseecke), wo aufgeführt wird, dass Koffein eine pharmakologische Halbwertszeit im durchschnittlichen Menschen von 5-7 Stunden hat! Wenn ich also um 20 Uhr noch Tee trinke, ist dessen Koffein um 2 Uhr gerade einmal um die Hälfte reduziert. Dabei solle es wohl starke Schwankungen der Genetik geben, wie effektiv das entsprechende Enzym diesen Abbau leiste, weshalb Menschen unterschiedlich sensitiv auf Koffein reagieren. Naja, das hat mich darin bestärkt, nach 18 Uhr keinen Tee mehr zu konsumieren. Dabei kann das Gefühl, man sei sehr wach und aufmerksam schon abgeklungen sein, dennoch werden einige Rezeptoren im Hirn von Koffein geblockt und die physiologische Müdigkeit nicht vollständig zugelassen, was in erschwertem Einschlafen resultiert. Walker ist recht vernichtend in seiner Beobachtung, dass der überall propagierte Kampf gegen die Müdigkeit mit Koffein ("Wachmacher") und gleichzeitiger Schlaflosigkeit als modern-gesellschaftliches Phänomen zusammenhängend sind, weil wir nicht mehr unserer Physiologie den Raum lassen. Auch hier gilt wieder: Selbstbeobachtung und -reflexion.

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Bei all der Thematik um das Koffein, was haltet ihr vom  Kaffee- und Teeexperiment Gustavs III.? Da mussten zwei Inhaftierte, eineiige Zwillinge im 18. Jahrhundert bis zu ihrem Lebensende Kaffee-, bzw. Tee trinken und sie überlebten die Mediziner, welche das Experiment überwachten. Der Teetrinker starb zuerst mit 83 Jahren und beim Kaffeetrinker weiß man das Alter nicht. Wenn es stimmt und die zwei waren lebenslang in einem Kerker eingesperrt, dann ist für das das 18. Jahrhundert ein Alter über 80 Jahre, schon enorm.

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Koffein an sich ist auch nicht schädlich. Vielleicht wurden die beiden ja gut gepflegt, damit keiner von ihnen an anderen Bedingungen stirbt. Wobei mein Prof. in Zellbio mal erzählte, dass der Status des Hungerns bis Verhungers Zellstoffwechsel und -teilung deutlich herunterfährt und Alterserscheinungen des höheren Alters weghält. Da gibt es irgendwann durch die häufige Teilung DNA Schäden (das T-Ende ist aufgebraucht). Also wäre ein möglichst langes Leben durch sparsame Kost denkbar. Man darf nicht unterernährt sein, aber gerade genug für die eigene Erhaltung essen.

Ich habs damals mit etwas Schmunzeln aufgenommen (Mediziner oder Physiologe war er nun auch nicht), aber ebenfalls eine mögliche Erklärung bei Häftlingen um 1750 ;)

bearbeitet von Joaquin
Vollzitat entfernt

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vor 43 Minuten schrieb Joaquin:

Bei all der Thematik um das Koffein

Interessanter Einwurf Joaquin. Aber auf ein wichtiges Detail möchte ich hinweisen:
Es geht gar nicht "nur" um das Koffein in dem Thema, wissenschaftlich ist folgender Aspekt evtl. noch gar nicht erschlossen:

Am 16.11.2018 um 10:32 schrieb GoldenTurtle:

Ich meinerseits habe teilweise aber sehr wohl an mir wahrgenommen, wie ich mehr Ausdauersport leisten konnte auf ordentlichem Power Gushu Pu'Er, auch wie ich, wenn ich keine Lust zum Sport hatte, diese Unlust überwinden konnte. Versteht ihr? Und hierbei hat mMn nicht nur das Koffein mitgespielt, sondern auch diese tiefere Power bei manchem Gushu Pu'Er, Oolong hat mir da praktisch nie so intensiv was gebracht. Ich möchte dazu auch noch anmerken, dass ich mich in Gesellschaft sehr erfahrener Teetrinker über die vergangenen Jahre relativ intensiv geschult habe in der Achtsamkeit auf die Wirkung der verschiedenen Tees.

 

bearbeitet von GoldenTurtle

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Mir ging es auch nicht nur um das Koffein, denn immerhin zeigt dieses "Experiment" ja auf, dass auch der ausschließliche Getränkekonsum mit Tee (und ich gehe hier mal von Schwarztee aus) auch gerne non-stop getrunken werden kann, ohne das jemand um seine Gesundheit oder Leben fürchten muss. Aber beim Lesen des ein oder anderen hier, scheint mir doch eine übertriebene Angst vorzuherrschen. Ist zumindest so mein Eindruck gewesen, da wollte ich mit dieser alten Kamelle dem ein wenig entgegentreten ;)

Persönlich würde ich den Weinkonsum als ausschließliches Getränk, da als viel problematischer ansehen, auch wenn einem in einer solchen Dosierung sicherlich mehr Erleuchtung zukommt :P

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Ich habe immer einen 5Liter-Schlauch mit Weißwein im Kühlschrank. Tee hilft mir, da nicht immer zu früh am Tag mit anzufangen. Lol. 

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